Mittwoch, 10. September 2014

Symposion "Neue Menschen", neue Welten – Metaphern im Werk Jura Soyfers






































Symposion
"Neue Menschen", neue Welten –
Metaphern im Werk Jura Soyfers bzw. in den Übersetzungen und Aufführungen
Seit dem Jahre 1989 organisiert die Jura Soyfer Gesellschaft Symposien in Europa, den USA, Südamerika. Diese Symposien waren stets mit Übersetzungen, Theateraufführungen, Hörspielen, Ausstellungen, Kunstinstallationen, neuen Öffentlichkeiten verbunden. Dokumentationen:http://www.soyfer.at/deutsch/bestellungen_doku.htm
Neu am Symposion „Neue Menschen, neue Welten“ ist, dass es im Jura Soyfer Zentrum am Leberberg stattfindet. Dieser Stadtteil von Wien ist im Wesentlichen seit Mitte der 1990er Jahre entstanden. Bauernland verbindet sich in diesem Stadtteil mit einer der noch bedeutendsten Industrie-Regionen in Österreich. Sprachen werden mehr gesprochen als es derzeit Soyfer-Übersetzungen gibt. Trotz der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, aufgrund der Vielsprachigkeit bzw. der Polyphonie der Sprachen frägt die Jura Soyfer Gesellschaft nach dem Verbindenden der Kulturen. Jura Soyfer und sein Werk sind in dieser Hinsicht ein wichtiges Beispiel: Er wurde in Charkiw/ Charkow geboren, schrieb seine ersten Gedichte in Französisch. Sein deutschsprachiges Werk wurde bisher in über 50 Sprachen übersetzt. Dieses weltweite Interesse ist verbunden mit der Globalität seines Denkens, der menschlichen Solidarität, der Dauerhaftigkeit seines Veränderungswillens. Zu deren Erforschung soll das Symposion vom 11. bis 13. September 2014 beitragen. Wichtig ist dabei auch die Einbeziehung eines neuen Publikums, die Präsentation von Eigenaktivitäten von Jugendlichen bzw. Schulen, der Diskurs mit der Politik, die Begehung von Örtlichkeiten. Rund ein dutzend wissenschaftliche Beiträge aus mehr als einem dutzend Länder sind avisiert.

11. September 2014 19:00
Projektpräsentation:
  • Soyfer-Aufführungen 2014 in Wien
  • Podiumsdiskussion + Ton- und Bildbeispiele
VHS Simmering
12. September 2014
10:00-17:00
Wissenschaftliche Vorträge
VHS Leberberg/ Jura Soyfer Zentrum
13. September 2014
10:00 bis 17:00
Wissenschaftliche Vorträge 
VHS Leberberg/ Jura Soyfer Zentrum
18:30Podiumsdiskussion
14. September 2014 11:00Stadtrundgang
Jura Soyfer: Wohnorte, Schule, Universität, Redaktionen, Theater, Gefängnis, Lebendigkeit in der Stadt 
Für Beteiligte (ReferentInnen, MitveranstalterInnen etc.): gratis 
Anmeldung: mail@soyfer.at









Rezepte gegen die Krise





Rezepte gegen die Krise


Erdrückende Arbeitslosigkeit, Menschen ohne medizinische Versorgung, kein Strom in den Wohnungen, Obdachlosigkeit: die Folgen der griechischen Krise haben weite Teile der Bevölkerung in die Armut gestürzt. Doch wer glaubt, in Thessaloniki nur auf Depression und Resignation zu stoßen, irrt. Ja, es ist dramatisch, was mit den Menschen geschieht, wie in einem europäischen Wohlfahrtsstaat Zustände wie in den ärmsten Staaten der Welt einkehren. Doch dort, wo die griechische Regierung unter dem Druck der Troikaprogramme verbrannte Erde hinterlässt, sprießen wie zarte zivilgesellschaftliche Pflänzchen Solidaritätsinitiativen aus dem Boden. Sie kümmern sich um die elementaren Grundbedürfnisse der Menschen: Nahrung, Krankenversorgung, Kleidung. Sie springen ein, wo der Staat die Menschen im Stich lässt. Hier haben wir erlebt, dass das Klischee von der griechischen Gastfreundschaft abseits der Hochglanzprospekte der Tourismusindustrie tatsächlich existiert.

Mit unserem Kochbuch wollen wir zeigen, was in Griechenland und Europa politisch schiefläuft und welche Rezepte das Land aus der Krise führen könnten. Wir stellen Initiativen vor, wie die "Klinik der Solidarität", die sich nicht damit abfinden wollen, dass die herrschende Klasse ihr Land in den Abgrund führt. Dabei helfen sie den Menschen nicht nur praktisch, sondern leisten auch politischen Widerstand gegen den Abbau sozialer Grundrechte und die Senkung von Sozialausgaben. Als Hommage an die griechische Lebensfreude präsentieren wir Kochrezepte unserer griechischen Freundinnen, die sich hervorragend für Feste eignen.


Warum die "Klinik der Solidarität" unterstützen?

Der Österreichische Gewerkschaftsbund und viele seiner Gewerkschaften und Teilorganisationen unterstützen die Solidaritätskampagne von weltumspannend arbeiten für dieses Projekt, weil sie von den Auswirkungen der Austeritätspolitik auf die griechische Bevölkerung tief betroffen sind. Sie sind von der Arbeit und dem Einsatz aller ehrenamtlichen Kräfte beeindruckt, die mithelfen, zumindest einem Teil der Bevölkerung ein Mindestmaß an gesundheitlicher Versorgung zu gewähren.

Die Produktion dieses Kochbuchs ist ein weiteres Zeichen von Solidarität. Es wurde durch die ehrenamtliche Initiative solidarischer Menschen und die finanzielle Unterstützung von Gewerkschaften und Betriebsrätinnen und Betriebsräten ermöglicht. Es ist gegen eine Spende bei weltumspannend arbeiten oder besserewelt.at erhältlich. Der Spendenerlös kommt ausschließlich der Klinik der Solidarität in Thessaloniki zu Gute.

Unterstützt vom ÖGB-Verlag.


bestellen unter:
http://www.besserewelt.at/rezepte-gegen-krise




Dienstag, 9. September 2014

European Spring: Why Our Economies and Politics are in a Mess






European Spring:
Why Our Economies and Politics are in a Mess - and How to Put Them Right
(English Edition) [Kindle Edition]

Philippe LeGrain ist Ökonom und Autor. Er spezialisiert sich auf globale und europäische Wirtschaftsthemen, einschließlich Globalisierung, Migration und die Weltsituation nach der Krise.


Philippe Legrain is an independent thinker and communicator who also has practical experience of policymaking at the highest level. From February 2011 to February 2014, he was independent economic adviser to the President of the European Commission and head of the team that provides the president with strategic policy advice.

He is also the author of three critically acclaimed books – Open World: The Truth about Globalisation (2002); Immigrants: Your Country Needs Them (2007); and Aftershock: Reshaping the World Economy After the Crisis (2010).
He tweets as @plegrain. For more details, see http://philippelegrain.com/about/




Montag, 8. September 2014

Contra Magazin 15/14 - Weltmacht China






Die Volksrepublik China ist inzwischen nicht nur die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, sondern auch der größte Teilnehmer im Welthandel. Angesichts der Ankündigungen Pekings, die chinesische Währung zur Weltreservewährung aufzubauen, darf man auf die Entwicklungen der kommenden ein bis zwei Jahrzehnte

gespannt sein.

Doch nicht nur China lässt aufhorchen. In den Vereinigten Staaten machen sich erste Zerfallserscheinungen bemerkbar, so dass sich dessen Establishment wie ein waidwundes Tier verhält.
Bemerkbar wird dies an immer mehr 
Schauplätzen rund um den Globus. 
Die Ukraine-Krise samt Russland-Sanktionen und die aktuellen Probleme 
mit den von den USA hochgezüchteten Islamisten in Syrien und im Irak sind hierbei nur die Paradebeispiele.

Aber auch in der Europäischen Union läuft 
längst nicht alles rund. Griechenland, Portugal, Spanien, Italien und Frankreich müssen nach wie vor zittern. Hinzu kommt das Dilemma mit der Wahl Junckers zum Kommissionschef. Wie Sie sehen, haben wir uns einiger wichtiger Themen angenommen und hoffen, dass sie Ihnen zusagen.






Sonntag, 7. September 2014

Karl Reinthaler: Dagegenhalten !





Karl Reinthaler. Dagegenhalten 
Taschenbuch – von Sabine Aschauer-Smolik (Herausgeber), Alexander Neunherz  (Herausgeber)

Die “Hitler-Reden” im Radio verschlugen ihm die Sprache und nahmen ihm den Appetit: In der Bahnhofsrestauration in Saalfelden im Salzburger Pinzgau wurde Karl Reinthaler (* 18. September 1913 in Villach; † 1. August 2000 in Saalfelden) beobachtet, wie er aus Protest zu Essen aufhörte – und der Gestapo gemeldet.
Man denunzierte den Lokführer auch, als er einer Kioskfrau Geld und Lebensmittel bringen wollte. Reinthaler unterstützte in der NS-Diktatur einen “Selbsthilfeverein für Sozialisten und Kommunisten” und wurde schließlich wegen Hochverrates zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Danach kehrte er völlig entkräftet nach Saalfelden heim – und traf am Bahnhof jenen Mann, der ihn verraten hatte. “Karl, wie ist es dir ergangen?”, fragte dieser.
Doch Karl Reinthaler sann nie nach Rache und Vergeltung. Dies, obwohl bereits sein Vater im ersten Weltkrieg beide Beine verloren hatte.
Sohn Karl wuchs in bitterer Armut auf, wurde mit den Repressionen des Austrofaschismus groß und entkam in der NS-Zeit nur knapp dem Tod. Im Zuchthaus im deutschen Amberg schwor er sich: “Wenn ich überlebe, werde ich mein restliches Leben der Allgemeinheit widmen.” 

Und er hielt sein Versprechen: Nach Kriegsende wurde er in den Salzburger Landtag entsandt und zum Obmann des “Bundes Sozialistischer Freiheitskämpfer” in Salzburg gewählt. Als Bürgermeister lenkte er zwischen 1972 und 1978 mit Umsicht und Weitblick die Geschicke der stetig wachsenden Gemeinde von Saalfelden. Als man bei ihm Dickdarmkrebs diagnostizierte, musste er die politische Bühne schließlich verlassen.


"Dagegenhalten".
Kein anderes Wort beschreibt den Lebensweg besser, den der Saalfeldner Karl Reinthaler auf sich genommen hat. In bitterer Armut aufgewachsen, mit den Repressionen des "Austrofaschismus" großgeworden, durchlitt er im Nationalsozialismus als Hochverräter eine Haftstrafe im Zuchthaus. Ausgehungert und am Ende seiner Kräfte schloss er mit sich selbst einen Pakt: Sollte er das Zuchthaus überleben, würde er sein restliches Leben der Allgemeinheit widmen. Dieses Buch beleuchtet auf eindringliche Weise die Zeit des Nationalsozialismus anhand der Lebensgeschichte von Karl Reinthaler und schließt auch die Kontinuitätslinien der Jahre vorher und nachher mit ein. Dadurch werden die Handlungsebene Reinthalers und das darüberliegende gesellschaftliche, politische und soziale Handlungsumfeld zu einer aufschlussreichen Gesamtschau verdichtet.

Freitag, 5. September 2014

Arno Gruen - Wider den Gehorsam






Wider den Gehorsam
Broschiert – von Arno Gruen  (Autor)
Arno Gruen, am 26. Mai 1923 in Berlin geboren, emigrierte er 1936 in die USA, wo er 1961 als Psychoanalytiker bei Theodor Reik promovierte.
Er war als Professor und Therapeut an verschiedenen Universitäten, Kliniken und in seiner Praxis tätig, bis er 1979 in die Schweiz übersiedelte.

Er lebt und praktiziert heute in Zürich.


Lange bevor wir sprechen können und sich unser Denken organisiert, müssen wir lernen, gehorsam zu sein und unsere Gefühle zu unterdrücken. In allen Lebensbereichen erzwingt unsere Zivilisation einen reflexartigen Gehorsam. Zugleich belohnt sie ein Gruppendenken, das ein selbstbestimmtes, freies Denken unmöglich macht.

Scharfsinnig entlarvt der bedeutende Psychoanalytiker Arno Gruen die Pathologie der freiwilligen Knechtschaft: Wir selbst halten uns nicht für gehorsam und erkennen nicht, dass die Idealisierung des Unterdrückers ihm Macht über uns verleiht.
Es ist höchste Zeit, gegen die Kultur des verschwiegenen Gehorsams zu revoltieren: Nur so können wir die Demokratie stärken und besser miteinander leben.



Die Stadt der Blinden





Die Stadt der Blinden
Taschenbuch – von José Saramago  (Autor), Ray-Güde Mertin (Übersetzer)

José Saramago, geboren am 16. November 1922 in Azinhaga in der portugiesischen Provinz Ribatejo, entstammt einer Landarbeiterfamilie.
Nach dem Besuch des Gymnasiums arbeitete er als Maschinenschlosser, technischer Zeichner und Angestellter. Später war er Mitarbeiter eines Verlags und Journalist bei verschiedenen Lissabonner Tageszeitungen.

Seit 1966 widmete er sich verstärkt der Schriftstellerei. Der Romancier, Erzähler, Lyriker, Dramatiker und Essayist erhielt 1998 den Nobelpreis für Literatur.
José Saramgo verstarb am 18. Juni 2010.


In einer unbekannten Stadt in einem unbekannten Land wird ein Mann, der in seinem Auto sitzt und darauf wartet, daß die Ampel auf Grün schaltet, plötzlich mit Blindheit geschlagen. Aber anstatt in Dunkelheit gestürzt zu werden, sieht dieser Mann plötzlich alles weiß, als ob er "in einem Nebel gefangen oder in einen milchigen See gefallen wäre".
Ein barmherziger Samariter bietet an, ihn nach Hause zu fahren (um ihm danach das Auto zu stehlen); seine Frau bringt ihn mit dem Taxi in eine nahegelegene Augenklinik, wo er an den anderen Patienten vorbei in das Behandlungszimmer gebracht wird.
Innerhalb eines Tages sind die Frau des Mannes, der Taxifahrer, der Arzt und seine Patienten und der Autodieb allesamt Opfer dieser Blindheit geworden.

Als die Epidemie sich ausbreitet, gerät die Regierung in Panik und beginnt, die Opfer in einer leerstehenden Nervenheilanstalt unter Quarantäne zu stellen. Dort werden sie von Soldaten bewacht, die den Befehl haben, jeden, der zu fliehen versucht, zu erschießen.

So beginnt die Geschichte des portugiesischen Schriftstellers José Saramago über eine Menschheit im Belagerungszustand. Ein erheblicher Mangel an Absätzen, begrenzte Zeichensetzung und eingeschobene Dialoge ohne Anführungszeichen und Attribute erscheinen im ersten Moment als eine ziemliche Herausforderung, aber dieser Stil trägt tatsächlich zum Spannungsaufbau und zur Einbindung des Lesers bei.
In dieser Gemeinschaft von blinden Menschen gibt es noch ein Paar sehender Augen: die Frau des Arztes hat ihre Blindheit nur vorgetäuscht, um ihren Mann in die Quarantäne begleiten zu können. Als die Zahl der Opfer wächst und das Asyl aus allen Nähten platzt, beginnt die Versorgung zusammenzubrechen: Toiletten laufen über, Lebensmittellieferungen kommen nur noch sporadisch, es gibt keine medizinische Versorgung für die Kranken und keine Möglichkeit, die Toten richtig zu begraben.
Zwangsläufig beginnen die gesellschaftlichen Konventionen ebenfalls zu zerfallen -- eine Gruppe der blinden Insassen übernimmt die Kontrolle über die schwindende Lebensmittelversorgung und benutzt sie, um die anderen auszubeuten. Währenddessen bemüht sich die Frau des Arztes, ihre kleine Gruppe von blinden Schützlingen zu beschützen, und führt sie schließlich aus dem Asyl in die mittlerweile schrecklich veränderte Landschaft der Stadt zurück.
Die Stadt der Blinden ist in vielerlei Hinsicht ein erschreckender Roman. Er liefert eine detaillierte Beschreibung des totalen Zusammenbruchs der Gesellschaft nach einer überaus unnatürlichen Katastrophe.

Saramago treibt seine Figuren bis an den Rand der Menschlichkeit und stürzt sie dann in den Abgrund. Seine Charaktere lernen, in unfaßbarem Schmutz zu leben, sie begehen Akte unbeschreiblicher Gewalt und erstaunlicher Großzügigkeit, die vor dieser Tragödie für sie unvorstellbar gewesen wären. Die gesamte gesellschaftliche Struktur verändert sich, um sich den neuen Umständen anzupassen -- einer Welt, in der einst zivilisierte Stadtbewohner zu zerlumpten Nomaden werden, die sich auf der Suche nach Nahrung von Gebäude zu Gebäude tasten.
Der Teufel steckt im Detail, und Saramago hat sich für uns eine Hölle ausgemalt, in der diejenigen, die auf der Straße erblindeten, niemals mehr ihr Zuhause finden werden, in der Menschen gezwungen sind, Hühner roh zu verspeisen, und Rudel von Hunden auf der Suche nach Leichen über die kotübersähten Bürgersteige streunen.
Und dennoch, all diesem Horror hat Saramago Passagen von unübertroffener Schönheit entgegengesetzt. Als ihr von drei ihrer Schützlinge -- Frauen, die sie niemals sehen konnten -- gesagt wird, sie sei schön, "bricht die Frau des Arztes in Tränen aus wegen eines Personalpronomens, eines Adverbs, eines Verbs, eines Adjektivs, bloße grammatikalische Kategorien, bloße Etiketten, genau wie die zwei Frauen, die anderen, unbestimmte Pronomen, auch sie weinen, sie umarmen die Frau des ganzen Satzes, drei Grazien im Regen."

Mit dieser einen Frau hat Saramago eine tapfere, vollentwickelte Figur geschaffen, die dem Leser als Augen und Ohren und als das Gewissen der Menschheit dient. Und er hat mit Die Stadt der Blindeneine gehaltvolle, letztlich transzendente Betrachtung geschrieben über das, was es bedeutet, Mensch zu sein.
--Alix Wilber


Donnerstag, 4. September 2014

The Haves and the Have-Nots





The Haves and the Have-Nots:
A Brief and Idiosyncratic History of Global Inequality
 (Englisch)
Taschenbuch – von Branko Milanovic (Autor)

Auf den ersten Blick sieht Branko Milanović mehr wie ein gemütlicher Mathematiklehrer aus und weniger wie ein weltweit angesehener Wirtschaftswissenschafter.
Der ehemalige Ökonom der Forschungsabteilung der Weltbank ist Ende August Stargast beim Forum Alpbach. Seit über 30 Jahren beschäftigt sich der gebürtige Serbe mit der Verteilung und Ungleichheit von Einkommen.

Er wird gerne mit seiner Parademetapher zitiert: „Ungleichheit ist wie Cholesterin.“ Dabei unterscheide man wie beim Cholesterin zwischen guter und schlechter Ungleichheit.

Gute Ungleichheit biete den Menschen einen Anreiz, Risiken einzugehen, härter zu arbeiten, mehr zu lernen, um mehr Geld zu verdienen. Sie schaffe Leistungsanreize und kurble die Wirtschaftsdynamik an.
Anders liegen die Dinge jedoch bei der schlechten Ungleichheit. Diese festigt bestehende Strukturen und lähmt die Gesellschaft, beispielsweise wird ärmeren Gesellschaftsschichten aufgrund von Geldmangel der Zugang zur Bildung verwehrt.

- Ab 1990 arbeitete Branko Milanović in der Forschungsabteilung der Weltbank in Washington und beschäftigte sich mit der Analyse von Armut, Ungleichheit und Haushaltsbefragungen.
- Seit 1996 lehrt er an Universitäten und Hochschulen, so war er als außerordentlicher Professor an der Johns Hopkins University und als College-Park-Professor an der Universität von Maryland tätig.
- Seit 2014 lehrt er am Graduate Center der City University of New York.
- 2011 veröffentlichte Milanović sein Buch „The Haves and the Have-Nots“, in dem er in drei Essays und 26 Kurzgeschichten, sogenannten „Vignettes“, einen Überblick über die globale Ungleichheit gibt. Dabei differenziert Milanović zwischen drei Arten der Ungleichheit: zwischen den Bürgern eines Staates, zwischen verschiedenen Nationen und zwischen den Bürgerinnen und Bürgern der Welt.

Milanović spricht drei mögliche Lösungsvorschläge an, um die Ungleichheit zu mildern.
 - Einerseits gäbe es die Möglichkeit einer größeren und nachhaltigen Umverteilung von Reich zu Arm.
 - Eine zweite Lösung wäre eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums von armen – vor allem afrikanischen – Staaten. Damit könnte man sowohl die Armut als auch die Ungleichheit in den Griff bekommen.
 - Der dritte – und laut Milanović effektivste – Vorschlag ist die Migration. Eine Grenzöffnung der USA und von Europa würde Millionen von MigrantInnen anziehen, deren Einkommen steigen würden.
Gleichzeitig würde dies aber zwei große Probleme mit sich bringen: einerseits einen Zusammenstoß von verschiedenen Kulturen und Religionen, andererseits sinkende Einkommen der BürgerInnen im Ankunftsland.


Who is the richest person in the world, ever? Does where you were born affect how much money you'll earn over a lifetime? How would we know? Why-beyond the idle curiosity-do these questions even matter? In The Haves and the Have-Nots, Branko Milanovic, one of the world's leading experts on wealth, poverty, and the gap that separates them, explains these and other mysteries of how wealth is unevenly spread throughout our world, now and through time. Milanovic uses history, literature and stories straight out of today's newspapers, to discuss one of the major divisions in our social lives: between the haves and the have-nots. He reveals just how rich Elizabeth Bennet's suitor Mr. Darcy really was; how much Anna Karenina gained by falling in love; how wealthy ancient Romans compare to today's super-rich; where in Kenyan income distribution was Obama's grandfather; how we should think about Marxism in a modern world; and how location where one is born determines his wealth. He goes beyond mere entertainment to explain why inequality matters, how it damages our economics prospects, and how it can threaten the foundations of the social order that we take for granted. Bold, engaging, and illuminating, The Haves and the Have-Nots teaches us not only how to think about inequality, but why we should.






Dienstag, 2. September 2014

Contra Magazin - Ausgabe 14/2014





Contra Magazin - 
Ausgabe 14/2014

Magazin Nummer 14 mit insgesamt 52 Seiten Umfang.

Titelthema: Das ISIS-Terrorregime im Irak und in Syrien, welches schlussendlich ein islamistisches Weltkalifat errichten möchte. Dabei bringen diese Extremisten jedoch den Islam und alle Muslime in Verruf, die zum größten Teil nichts mit solchen Organisationen zu tun haben möchten.
Ebenfalls im Fokus sind weiterhin Russland und die Ukraine, deren politische Spannungen weiter zunehmen.
Zudem haben wir uns einigen Themen aus dem Bereich Wirtschaft & Finanzen, sowie der Fußball-Weltmeisterschaft gewidmet.





Totalitäre und autoritäre Regime





Totalitäre und autoritäre Regime 
Taschenbuch – von Raimund Krämer (Herausgeber), WeltTrends e.V. (Herausgeber), Juan J Linz (Autor)

Der vierte Band der Potsdamer Textbücher bringt erstmals den klassischen Text der Politikwissenschaft zum Thema diktatorische Herrschaftssysteme in deutscher Sprache. Juan Linz reflektiert darin die Debatten um Totalitarismus und Demokratie und beschreibt die autoritäre Herrschaft als eigenständige Form politischer Machtausübung. Es ist eine exzellente Auseinandersetzung mit den politischen Phänomenen des 20. Jahrhunderts, die sich durch theoretische Tiefe, empirische Fülle und methodische Klarheit auszeichnet.



Juan Linz hat mit seinem Buch "Totalitäre und autoritäre Regime" eines der wichtigsten Standardwerke zu diesem Forschungsthema verfasst und das Buch ist, trotz des Erscheinens des Originals im Jahr 1975, immer noch hoch aktuell.
Daher ist es sowhl dem Verlag WeltTrends wie auch dem Herausgeber Prof.-Dr. Krämer hoch anzurechnen, dass sie dieses Werk ins deutsche übersetzt und herausgebracht haben.

"Totalitäre und autoritäre Regime" eignet sich nicht nur für den Politikwissen-schaftler/Histroiker, sondern durch den guten und verständlichen Schreibstil für alle politisch Interessierten.


Montag, 1. September 2014

Martyrium, Islam und Nihilismus






Dynamit des Geistes: Martyrium, Islam und NihilismusTaschenbuch – von Navid Kermani  (Autor)

Navid Kermani, geboren 1967 in Siegen, lebt als freier Schriftsteller in Köln. Er ist habilitierter Orientalist, Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Hamburger Akademie der Wissenschaften.
Seit 2009 ist er Senior Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen.
2010 hielt er die Frankfurter Poetikvorlesungen.

Für sein akademisches und literarisches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit der Buber-Rosenzweig-Medaille. Seine Sachbücher erscheinen bei C. H. Beck, seine litarischen Werke bislang im Ammann Verlag und künftig bei Hanser.
Website: www.navidkermani.de


»Kermanis Analyse gilt allein den Selbstmordattentätern. Am Anfang steht eine brillante Skizze des Märtyrerkults der Schia, der auf den Opfertod des dritten schiitischen Imam Hussein in der Schlacht von Kerbela im Jahre 680 zurückgeht.« ((Otto Kallscheuer, Die Zeit))

»Abschließende Erklärungen will Kermani nicht liefern, sondern nur Muster für ein bessseres Verstehen. Indem er präzise und anschaulich Hintergründe aus der islamischen Kultur darlegt, gelingt es, gerade das Unislamische am Akt des 11. September zu zeigen.« (Beat Mazenauer, Freitag)Navid Kermani, geboren 1967 in Siegen, lebt als freier Schriftsteller in Köln. Er ist habilitierter Orientalist 
Für sein akademisches und literarisches Werk erhielt Navid Kermani zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem die Buber-Rosenzweig-Medaille, den Hannah-Arendt-Preis und den Kleist-Preis.
Im Frühjahr erschien sein Roman „Große Liebe“. Am 19. September erhält er in Koblenz den Josef-Breitbach-Preis.


Warum kapern Menschen ein Flugzeug und stürzen sich mitsamt der übrigen Insassen in den Tod? Die Anschläge des 11. September wurden weithin als islamischer Akt der Selbstopferung gedeutet.
Navid Kermani geht in diesem Buch der Frage nach, inwiefern solche Selbstmordanschläge wirklich der islamischen Tradition entspringen oder ein spezifisch modernes Phänomen sind.

Um sie zu beantworten, analysiert er die Idee der Selbstopferung im islamischen wie im westlichen Denken. Nietzsche, so Navid Kermani, trage mehr dazu bei, den 11. September zu verstehen als der Koran. Eine kürzere Fassung des Textes ist im März im Times Literary Supplement erschienen und hat im angelsächsischen Raum Aufsehen erregt. 

Sonntag, 31. August 2014

Demokratietheorie und Demokratieentwicklung !





Demokratietheorie und Demokratieentwicklung:
Festschrift für Peter Graf Kielmansegg (German and English Edition)
Taschenbuch – von Andr\xe9 Kaiser (Autor)
Aktuelle Entwicklungen der Demokratie - ein politikwissenschaftlicher Überblick

"In Form und Inhalt ist die Festschrift eine Rarität, die mit teils brillanten Beiträgen mitunter unterbelichtete Facetten der Demokratietheorie und -entwicklung betrachtet und auf so Peter Graf Kielmansegg in der Tat eine besondere Ehre erweist."
www.literaturtest.de, 16.11.2005


"Insbesondere die Analysen zur Zukunft der Demokratie konzentrieren sich auf neue, aktuelle Aspekte in der Demokratieentwicklung und sind damit für Leser, die sich bereits eingehend mit Demokratietheorien befasst haben, besonders gewinnbringend."
Zeitschrift für Politikwissenschaft, 03/2004



Die moderne Demokratie kann als Produkt eines Wechselverhältnisses zwischen ihren ideellen Grundlagen und konkreten historischen Erfahrungen begriffen werden. Die Beiträge des Bandes nehmen diese Perspektive auf und thematisieren drei zentrale Fragestellungen, die sich aus ihr ergeben:

 1. Welche - in der Regel widerstreitenden - ideellen Grundlagen und Ordnungsvorstellungen liegen der Entwicklung der modernen Demokratie zugrunde?

 2. In welchen institutionellen Ausprägungen erscheint die moderne Demokratie und wie können diese systematisch erfasst werden? Was lernen wir aus der Entwicklungsgeschichte und der Praxis der modernen Demokratie hinsichtlich der Umsetzbarkeit abstrakter Ordnungsvorstellungen?

 3. Stellt sich die Frage nach der Leistungsbilanz und der Zukunftsfähigkeit von Demokratie. Kann diese historisch geronnene Ordnung neue Herausforderungen bewältigen und Problemlösungen anbieten?





Freitag, 29. August 2014

Habermas - Die Zukunft der Demokratie






Jürgen Habermas - Die postnationale Konstellation und die Zukunft der Demokratie oder Über die Möglichkeit eines demokratischen Prozesses in Europa 
Thorsten Beck 
Studienarbeit aus dem Jahr 1999 im Fachbereich Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte, Note: 1,0, Freie Universität Berlin (Otto Suhr Institut), 10 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Einleitung

Die beachtlichen globalen Umwälzungen seit dem Ende des „Kalten Krieges“ haben die gesellschaftliche Realität vielerorts erheblich verändert.

Die Entwicklung neuer technologischer Möglichkeiten stellt die überkommenen gesellschaftlichen Strukturen in Frage. Die weitgehende Liberalisierung der Wirtschaft und der wachsende Einfluß transnationaler Unternehmen bedrohen zunehmend die staatliche Autonomie.
Politische Entscheidungen geraten mehr und mehr unter den Druck ökonomischer Interessen.

Wo einst die Politik lenkend in das wirtschaftliche Geschehen eingriff, findet heute eine Umkehr dieses Kräfteverhältnisses statt. In diesen Zusammenhang stellte Jürgen Habermas seine Rede vom 5. Juli 1998, „Die postnationale Konstellation und die Zukunft der Demokratie“, die er im Vorfeld der Bundestagswahlen vor dem Kanzlerkandidaten der SPD, Gerhard Schröder, hielt.
In dieser Rede, die der Philosoph und Soziologe bewußt als politisches Instrument einsetzt, thematisiert er eben diese grundsätzlichen, globalen Veränderungen, mit Blick auf deren politische Auswirkungen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll zunächst der Inhalt der Rede zusammengefaßt werden. Eine interpretatorische Annäherung, bei der vor allem die wirtschaftliche Dimension der Globalisierung und deren Auswirkung auf den Sozialstaat sowie der Gedanke einer kollektiven europäischen Identität näher beleuchtet werden, bildet den zweiten Abschnitt.

Die Diskussion soll dabei von der Frage getragen werden, ob es brauchbare Perspektiven für eine Neugestaltung der Demokratie jenseits des Nationalstaats überhaupt gibt. An dieser Stelle auch nur auf die wichtigsten von Habermas thematisierten Probleme erschöpfend einzugehen, ist in diesem begrenzenden Rahmen kaum möglich.
In der abschließenden, bewertenden Schlußbemerkung sollen die Ergebnisse der Untersuchung zusammengetragen und nochmals kommentiert werden. Um ein gründliches Verständnis des behandelten Textes zu erzielen, ist es wichtig, den o.g. politischen Kontext, in den die Rede gestellt wurde, nicht aus den Augen zu verlieren.






Parteien in der Mediendemokratie





Parteien in der Mediendemokratie
Taschenbuch – von Ulrich von Alemann (Herausgeber)


In dem Sammelband werden die Grenzen und Möglichkeiten der Parteien angesprochen, sich in der modernen Mediengesellschaft zu bewegen.

Empirische Beiträge decken zum einen die Beziehung zwischen Parteien und Massenmedien ab, zum anderen sprechen sie die Rolle der eigenen Medien, vor allem des Internet, für die Parteienkommunikation an.
Parteienforschung und Kommunikationsforschung werden in diesem Sammelband thematisch und personell zusammengebracht. Damit wird eine oft beklagte wissenschaftliche Lücke an der Schnittstelle zwischen Politik- und Kommunikationswissenschaft geschlossen.

Die Berücksichtigung der Internet-Kommunikation von Parteien macht die Studie brandaktuell. Gerade im Wahl(kampf)jahr 2002 wird die Thematik auf besondere Aufmerksamkeit stoßen. Der Blick auf weitere politische Systeme weitet die Perspektive des Bandes über den bundesdeutschen Fall hinaus.




Dienstag, 26. August 2014

Politische Kommunikation in der Mediengesellschaft






Politische Kommunikation in der Mediengesellschaft:
Eine Einführung (Studienbücher zur Kommunikations- und Medienwissenschaft) (German Edition)
 Taschenbuch – von Otfried Jarren  (Autor), Patrick Donges  (Mitarbeiter)

Politische Kommunikation in der Mediengesellschaft ist ein komplexer und vielschichtiger Forschungsgegenstand.
Das Lehrbuch legt den Schwerpunkt auf die Strukturen, Akteure und Prozesse politischer Kommunikation und analysiert diese aus einer kommunikationswissenschaftlichen Perspektive unter Berücksichtigung der Theorie- und Forschungsbestände anderer Sozialwissenschaften.

Politische Medieninhalte werden als das Ergebnis von Interaktionsprozessen verstanden, die im Rahmen von Strukturen der Politik wie der Medien zwischen politischen und medialen Akteuren stattfinden.
Dabei wird der Mesoebene der Organisationen wie der Makroebene der Gesellschaft besondere Aufmerksamkeit geschenkt, da politische Kommunikation in erster Linie eine organisierte Form der Kommunikation ist, sowohl auf Seiten der Politik wie auch auf Seiten der Medien. 


Gegenüber der zweiten Auflage wurde das Lehrbuch grundlegend aktualisiert, gestrafft und neu strukturiert.