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Dienstag, 24. März 2015

Rassismus Report 2014







„Terror-Moslems, scheissmuselmanisches Dreckspack “,
„Friede existiert erst dann, wenn Juden komplett verschwinden… Hitler hat eindeutig zu wenig gemacht“ und
„Zigeunerbanden“, die „alles an sich reißen, was nicht niet- und nagelfest ist“ :

Diese und andere abwertende Bezeichnungen wurden vergangenes Jahr besonders häufig gegen MuslimInnen, JüdInnen sowie Roma/ Romnija gerichtet. Ebenso in ein schlechtes Licht wurden AsylwerberInnen gerückt, so etwa von einem Politiker, der sie als „Erd- und Höhlenmenschen“ bezeichnete.
Besonders dominant dabei – auch in Medien und sozialen Netzwerken – war der Generalverdacht, unter den MuslimInnen gestellt wurden. Allein die Anzahl der rassistischen Vorfälle gegenüber als MuslimInnen wahrgenommenen Personen hat sich seit August 2014 nahezu verdoppelt, diese Vorfälle fallen somit zeitlich zusammen mit der Verbreitung der Gräueltaten der IS/ ISIS über das Internet. Die Übergriffe reichen von verbalen Attacken in Parks und öffentlichen Verkehrsmitteln, über tätliche Angriffe, Vandalismus gegen Einrichtungen bis hin zu Hetze und Morddrohungen im Netz.

Dabei war klar ein Zusammenhang zwischen aktueller Berichterstattung, politischen Reaktionen und darauffolgenden rassistischen Übergriffen erkennbar, angefacht von Parolen etwa der Pegida, die vor einer „Islamisierung des Abendlandes“ warnt. Strafandrohungen der Politik gegen „Integrationsunwilligkeit“ haben zur Verfestigung von Vorurteilen, zur Spaltung der Gesellschaft und letztendlich zu Rassismus beigetragen. Mit der „Angst vorm Feind in den eigenen Reihen“ wurde allerlei politisches Kleingeld gemacht – die Leidtragenden waren (und sind) Personen, die einer dieser Gruppen zugeordnet wurden und damit Opfer von negativen Zuschreibungen und sogar fiesen, heimtückischen Attacken wurden.

Die anlässlich einer drohenden Terrorgefahr gestarteten Initiativen zur „De-Radikalisierung“ richten sich dementsprechend vorwiegend an Personen, die (oder deren Eltern) nicht österreichischer Herkunft sind. Diese Maßnahmen werden medial als Programme gegen den islamischen Extremismus verkauft und von Sicherheitspaketen und einer Materialaufstockung gegen Terroreinsätze flankiert.
Von Aktivitäten, die langfristig gegen die voranschreitende Zersetzung des demokratischen Wertekatalogs geeignet wären, ist nichts zu hören, auch nichts von Maßnahmen, die dem ganzen Spektrum der radikalen Szene Paroli bieten oder MitläuferInnen zumindest eine Ausstiegsoption bieten könnten.
Aus der Perspektive von ZARA als Stelle, die seit 15 Jahren Personen berät, die systematisch diskriminiert werden, möchten wir dazu folgendes betonen: Wer sich ständig unerwünscht und abgelehnt fühlt und den Eindruck hat, ohne Grund nicht dieselben Chancen und Möglichkeiten zu haben, versucht womöglich etwas Anderes und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem er/sie diese Ausgrenzung nicht mehr erleben muss und so etwas wie „Zugehörigkeit“ erfährt. Und das können eben auch radikalisierende Bewegungen sein. Dass die Regierung das verstanden hat, zweifeln wir angesichts dieser Reaktionen ernsthaft an und fordern sie auf, endlich entsprechende Programme und Maßnahmen zu unterstützen, die der fortschreitenden rassistischen Spaltung der Gesellschaft ernsthaft entgegenwirken können.


Doch Erfreulicherweise tut sich etwas:


Angestoßen durch die erste universelle Menschenrechtsprüfung Österreichs
durch den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (s. ZARA Rassismus Report 2010, ab S. 55) wird bis zum kommenden Sommer ein Nationaler Aktionsplan Menschenrechte entstehen.

Hass-Postings auf den eigenen Facebook-Seiten haben Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz sowie Frauen- und Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek aufgerüttelt und zu einer konkreteren Auseinandersetzung mit dem Thema Hass im Netz veranlasst.
Und nicht zuletzt die beschämend geringe Anzahl an Verurteilungen wegen Verhetzung hat dazu beigetragen, dass Justizminister Wolfgang Brandstetter eine Novellierung des offensichtlich schwer interpretierbaren Paragrafen § 283 des Strafgesetzbuches ins Auge gefasst hat und im Herbst beim „Gipfel gegen Hass und Hetze“ eine Arbeitsgruppe dazu einberufen hatte.


Claudia Schäfer, Geschäftsführerin und Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit:
Die Attentate der vergangenen Jahre wie im norwegischen Utoya, die Mordserie an MigrantInnen in Deutschland oder die jüngsten Anschläge gegen KarikaturistInnen und JüdInnen in Frankreich, Belgien und Dänemark richten sich klar gegen die Werte, für die wir eintreten: Demokratie, Menschenrechte und eine anti-rassistische Haltung. Es gilt deshalb gerade jetzt zu verhindern, dass Personen weiterhin gegeneinander aufgestachelt werden, die bislang weitestgehend friedlich zusammenleben konnten. Wir dürfen nicht zulassen, dass Furcht, Sprachlosigkeit und rassistische Hetze unsere Gesellschaft zerstören!
Dina Malandi und Lilian Levai, ZARA-Beratungsstelle für Opfer und ZeugInnen von Rassismus:
Immer wieder berichten Betroffene, dass sie sich nicht nur von den Beleidigungen, Beschimpfungen und Drohungen verletzt fühlen. Das Gefühl nicht erwünscht und von der eigenen Umgebung und Gesellschaft abgelehnt zu werden, verstärkt sich dadurch, dass andere Anwesende oft nicht eingreifen bzw. sich niemand für sie einsetzt. Das zeigt uns, wie wichtig es ist, dass jeder und jede Einzelne im Kampf gegen die Verbreitung von Hetz- und Hassreden aktiv werden muss und sich mit den betroffenen Personen – auch öffentlich – solidarisch zeigt.

Downloads:

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland






Der neue Tugendterror: 
Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland 
Gebundene Ausgabe – von Thilo Sarrazin  (Autor)


Als Fachökonom war Thilo Sarrazin Spitzenbeamter und Politiker, er war verantwortlich für Konzeption und Durchführung der deutschen Währungsunion, arbeitete für die Treuhand und saß im Vorstand der Deutschen Bahn Netz AG. Von 2002 bis 2009 war er Finanz-senator in Berlin, anschließend eineinhalb Jahre Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank. 
Thilo Sarrazin ist einer der profiliertesten politischen Köpfe der Republik, ein Querdenker, der sich nicht scheut, auch andere, unbequeme, sogenannte Politisch unkorrekte Wahrheiten auszusprechen.


Man muss den Autor nicht mögen, und auch nicht alle seine Ansichten teilen. Aber neben der Selbstbeweihräucherung in dem Buch hat er auch viele Fakten angeführt die einen zum Nachdenken anregen.

Der neue Tugendterror oder Terror der politischen Korrektheit ?
Die einzige Schwäche dieses Buches ist sein Titel. Tugenden sind definitions-gemäß etwas Positives und können somit nicht mit Terror in Verbindung gebracht werden. Im Grunde handelt es sich um den Terror der politischen Korrektheit, aber vielleicht ist dieser Begriff schon auf zu vielen Buchtiteln zu lesen, so dass man lieber darauf verzichten wollte.
Zwar ist auch Korrektheit etwas Positives, aber das Adjektiv „politisch“ relativiert dies.


Manipulationen durch die Presse zeigen erschreckend auf wie manipulierbar wir sind wenn es um Tabuthemen geht. Sogenannte politisch "unkorrekte" Wahrheitsberichte werden gerne plattgemacht oder die Schreiber diffamiert, auch wenn man NICHT Sarrazin heißt.


Doch Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht !!!
Doch heutzutage im Alltag begegnet man so manchem Denk- und Redeverbot. Thilo Sarrazin analysiert in seinem neuen Buch den grassierenden Meinungskonformismus. Wer Dinge ausspricht, die nicht ins gerade vorherrschende Weltbild passen, der wird gerne als Provokateur oder 
Nestbeschmutzer ausgegrenzt. 

Mit gewohntem Scharfsinn prangert Thilo Sarrazin diesen Missstand an, zeigt auf, wo seine Ursachen liegen, und benennt die 14 vorherrschenden Denk- 
und Redeverbote unserer Zeit.
Ein lesenswertes Buch was zum Nachdenken anregt, auch wenn man die Meinungen nicht teilt. Man sollte sich der Macht der politisch gesteuerten (Mainstream-) Presse hier bewusst werden.







Dienstag, 2. September 2014

Contra Magazin - Ausgabe 14/2014





Contra Magazin - 
Ausgabe 14/2014

Magazin Nummer 14 mit insgesamt 52 Seiten Umfang.

Titelthema: Das ISIS-Terrorregime im Irak und in Syrien, welches schlussendlich ein islamistisches Weltkalifat errichten möchte. Dabei bringen diese Extremisten jedoch den Islam und alle Muslime in Verruf, die zum größten Teil nichts mit solchen Organisationen zu tun haben möchten.
Ebenfalls im Fokus sind weiterhin Russland und die Ukraine, deren politische Spannungen weiter zunehmen.
Zudem haben wir uns einigen Themen aus dem Bereich Wirtschaft & Finanzen, sowie der Fußball-Weltmeisterschaft gewidmet.





Mittwoch, 16. Juli 2014

... ein Paragraf wird sich finden !!!






... Ein Paragraf wird sich finden:
Gedenkbuch der österreichischen Stalin-Opfer (bis 1945) [Taschenbuch]
Barry McLoughlin Josef Vogl Heinz Fischer 

Die Autoren


Barry McLoughlin,
geboren 1949 in Limerick, Irland, studierte Germanistik und Geschichte am University College Dublin (MA 1980). Er promovierte 1990 an der Wiener Universität zum Doktor der Philosophie und habilitierte sich 2001 mit Publikationen zur Geschichte der Kommunistischen Internationale und des Stalinismus. Derzeit ist er Senior Lecturer für die Geschichte Irlands und das Fach Zeitgeschichte am Institut für Geschichte der Universität Wien. Seit 1990 ist er freier Mitarbeiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes.

Josef Vogl,
geboren 1953 in Roiten im Waldviertel (Niederösterreich), studierte Slawistik und Politikwissenschaft in Wien und Leningrad. Nach der Promotion an der Wiener Universität (1982) war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Österreichischen Ost- und Südosteuropa-Instituts in Wien. Nach der Schließung des Instituts Ende 2006 ließ er sich an das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes versetzen. Nebenberuflich ist er seit 2007 geschäftsführender Obmann des Österreichischen Zentrums für russische Sprache und Kultur.

Wem ist bewusst, dass Stalin mehr Schutzbündler umbringen ließ, als in den Februarkämpfen fielen?
Das 
Buch „… Ein Paragraf wird sich finden“ beschreibt die stalinistischen Repressionen vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung in der Sowjetunion.

In den 1930er Jahren lebten mehrere tausend ÖsterreicherInnen in der Sowjetunion, ehemalige Kriegsgefangene, die freiwillig geblieben waren,

Arbeitsmigranten, Kommunisten und nach dem Februar 1934 an die 750 Schutzbündler.
Vor allem 
in den Jahren des Großen Terrors 1937/38 und nach dem deutschen

Angriff am 22. Juni 1941 wurden viele verhaftet, gefoltert, zu vielen Jahren im Gulag verurteilt oder erschossen.


Auf 418 von 622 Seiten sind 769 
Kurzbiografien von Abdinghoff Heinrich bis Zuber Ludwig zu lesen. 185 betrafen Schutzbundemigranten.

Die zahlenmäßig größte Opfergruppe sind die 221 Wirtschaftsemigranten. Unter

den erfassten Verhafteten waren 65 Frauen. Meist wurden die Verhafteten mit dem absurden Vorwurf der „Agententätigkeit“ für Österreich, Deutschland oder

fallweise andere Länder konfrontiert, der in keinem einzigen Fall belegt ist. Oft wurde zusätzlich der Vorwurf der „antisowjetischen Agitation“ erhoben, wofür

schon die geringste – praktisch immer gerechtfertigte – Kritik am System ausreichte, wenn sich ein Denunziant fand.

Etwa ein Drittel 
der Verhafteten wurde zum Tode verurteilt und erschossen, mehr als 80 weitere Österreicher kamen in der Haft ums Leben.



Samstag, 27. Juli 2013

USA = paranoid, bankrott und rechtlos ?!?


auf FB; Kommentar von Rainer Kahni:

 
"Amerika führt sich auf wie der Herrscher der Welt! Sie hören jede beliebige fremde Nation ab, führen viele kleine und grosse schmutzige Kriege in aller Welt, ermorden, foltern und entführen Bürger fremder Länder, gerade so, wie es ihnen passt. Sie respektieren kein internationales Recht!




Während die deutsche Regierung kuscht, lassen sich andere Länder die Verletzung ihrer Souveränitätsrechte nicht gefallen. Die italienische Justiz hat internationale Haftbefehle gegen CIA – Entführer erlassen. Frankreich hat amerikanische Agenten auf seinem Territorium festgenommen und ausgewiesen.




In meinem Politthriller TERROR IN PARIS beschreibe ich nach wahren Begebenheiten die Jagd des französischen Geheimdienstes auf amerikanische Agenten, die französische Bürger verschleppt und jahrelang gefoltert haben."







Flavio Carlucci wird nach 35 Dienstjahren in der Police Nationale in den Ruhestand versetzt. Sein Sohn Jean-Baptiste Carlucci wird zum Commissaire befördert.

Der erste Fall beginnt mit dem Fund eines gefälschten amerikanischen Diplomatenpasses und endet in einer blutigen Fehde zwischen dem amerikanischen CIA und französischen Muslimen.
Nach schwierigen Ermittlungen stellt Commissaire Carlucci Junior fest: Frankreich muss einen verheerenden Terroranschlag befürchten. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Jean-Baptiste Carlucci kann immer auf den Rat seines pensionierten Vaters zählen, wenn es hochpolitisch wird. Den Rest erledigt er selbst. Seine frühere Ausbildung zum Elitepolizisten einer Antiterroreinheit ist dabei sehr hilfreich. Garantiert harte Action!

Ein hochpolitischer und überaus aktueller Spionagethriller!

Dienstag, 4. Juni 2013

Die Macht und das Recht





Die Macht und das Recht.
Beiträge zum Völkerrecht und Völkerstrafrecht am Beginn des 21. Jahrhunderts
[Gebundene Ausgabe]

Claudia Cárdenas Aravena (Autor), Monique Chemillier-Gendreau (Autor), Gerd Hankel (Autor), Claus Kreß (Autor), Herfried Münkler (Autor), Volker Nerlich (Autor), Frank Neubacher (Autor), Gerhard Werle (Autor), Anja Seibert-Fohr (Autor), William A. Schabas (Autor), Mary Ellen O'Connell (Autor), Gerhard Stuby (Autor), Gerd Hankel (Hg.) (Autor)

Gerd Hankel, Dr. jur., Völkerrechtler und Sprachwissenschaftler.
- Seit 1993 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung;
- 2000 und 2001 arbeitete er im Team der Ausstellung »Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskriegs 1941 1944«;
- seit 2002 untersucht er die juristische Aufarbeitung des Genozids in Ruanda.
Zahlreiche Veröffentlichungen zu den Themen Völkerrecht und Völkerstrafrecht.


Im Mai 1993 setzte der UN-Sicherheitsrat den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien ein und im November 1994 folgte der für Ruanda zuständige.
1998 begannen in Rom die Verhandlungen über ein Statut für einen Strafgerichtshof, dessen Aufgabe in der weltweiten Ahndung schwerster Verbrechen bestehen sollte.
Vier Jahre später, im Juli 2002, trat es in Kraft und begründete den Internationalen Strafgerichtshof mit Sitz in Den Haag. Die Hoffnungen, ja die Euphorie, welche die Entwicklung der internationalen Strafgerichtsbarkeit begleitet hatte und die ihre Kraft aus der Idee einer gewaltärmeren Welt bezog, war zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits einer gewissen Ernüchterung gewichen.

Die Anschläge vom 11. September 2001 und die fortdauernde terroristische Bedrohung ließen die schon vorher nur begrenzte Neigung der USA, sich multilateral zu binden und entsprechend zu agieren, deutlich zutage treten. Statt die Option eines gemeinsamen Vorgehens zu wählen, setzten sie vor allem auf militärische Stärke, mit fataler Signalwirkung für andere Mächte. Heute ist unübersehbar, dass die Welt nicht sicherer geworden ist.

Die militärische Antwort auf den Terror zeitigte keinen Erfolg. Der staatlich geführte Krieg, nach gegenwärtigem Völkerrechtsverständnis Ultima Ratio zur Abwehr von Angriffen auf die internationale Sicherheit und Ordnung, erweist sich zunehmend als untaugliches Mittel im Kampf gegen einen Feind, der mit dem herkömmlichen Feind im Sinne des Kriegsvölkerrechts so gut wie nichts mehr gemein hat.

Die Situation scheint verfahren. Die militärische Gewalt ist machtlos und führt zur Erosion zivilisatorischer Werte, das Völkerstrafrecht ist noch zu schwach und sieht sich zudem einflussreichen Gegnern gegenüber.
Einfache Lösungen gibt es nicht. Aber es gibt die Möglichkeit und die Autorinnen und Autoren dieses Bandes zeigen sie auf , ausgehend von neueren Entwicklungslinien im Völkerrecht und Völkerstrafrecht den aktuellen Problemstand darzustellen und, darauf aufbauend, in stärkerem Maße konsensuelle und friedliche Perspektiven weiterzudenken.



»'Die Macht und das Recht' ragt aus den Neuerscheinungen [zu diesem Thema] heraus, da es dem Sammelband gelingt, die Genese und bisherigen Erfahrungen internationaler Rechtsprechungsinstanzen verdichtet aufzuzeigen sowie die dringenden Herausforderungen und Perspektiven des Völkerrechts herauszuarbeiten.[...] Ob Experte oder Laie - wer an einer weiterführenden, vielseitig fundierten und zeitgemäßen Debatte über die aktuellen Herausforderungen der internationalen Rechtsprechung interessiert ist, liegt bei Hankels Band goldrichtig.«
(Thomas Hummitzsch, Internationale Politik und Gesellschaft)

»Hinter allen Ernüchterungen verbirgt sich in diesem Band eine Fortschrittserzählung. Das Hamburger Institut für Sozialforschung ist in den vergangenen Jahren einer der aufregendsten Orte Deutschlands geworden, um über Fachgrenzen hinweg Fragen von Recht und Macht zu bedenken und zu debattieren. Dabei bleiben transdisziplinäre Reibungen nicht aus. Aber das Gespräche geht weiter, und das ist auch ein Verdienst des Juristen und Sprachwissenschaftlers Gerd Hankel. Mit diesem Band hat er eine Pflichtlektüre für alle herausgegeben, die an aktuellen Fragen des Völkerrechts interessiert sind - und an seiner Zukunft.«
(Alexandra Kemmerer, Süddeutsche Zeitung)








Freitag, 19. April 2013

Sarrazin-Debatte, "Islamkritik" und Terror in der Einwanderungsgesellschaft






Kritik und Gewalt: Sarrazin-Debatte, "Islamkritik" und Terror in der Einwanderungsgesellschaft [Broschiert] Klaus J. Bade (Autor)

Klaus J. Bade, geboren 1944, ist o. Professor für Neueste Geschichte und Vorstand des
Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück.

Der Migrationsforscher, Publizist und Politikberater Prof. Dr. Klaus J. Bade lehrte bis 2007 Neueste Geschichte an der Universität Osnabrück und lebt seither in Berlin.
Er war u.a. Begründer des Osnabrücker Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) und bis Mitte 2012 Gründungsvorsitzender des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) in Berlin.

Bade war Fellow an den Universitäten Harvard und Oxford, an der Niederländischen Akademie der Wissenschaften sowie am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Er hat zu Migration und Integration in Geschichte und Gegenwart viele Forschungsprojekte geleitet, einige Dutzend Bücher veröffentlicht und für sein Engagement in Forschung und kritischer Politikbegleitung diverse Auszeichnungen erhalten, zuletzt das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (www.kjbade.de). 

Klaus J. Bade nimmt sich in seinem neu erschienenden Buch Kritik und Gewalt vor allem Sarrazin und Islamophobe vor.



Die Integrationsdebatte nach Thilo Sarrazins Buch ´Deutschland schafft sich ab´ offenbarte ein Paradox eine wachsende Akzeptanz des kulturellen Pluralismus, besonders unter jüngeren Menschen, und zugleich MASSIVE kulturelle Ressentiments in der Einwanderungsgesellschaft.  

Der renommierte Migrationsforscher und Politikberater Klaus J. Bade beleuchtet Ursachen, Hintergründe und bedrohliche Folgen dieser paradoxen Spannung. Ihr Ergebnis ist eine gefährliche Ersatzdebatte anstelle der verdrängten Diskussion um die neue Identität in der Einwanderungsgesellschaft.

Das Buch beschreibt diese Ersatzdebatte als negative Integration : die Selbstvergewisserung der Mehrheit durch die Ausgrenzung einer großen muslimischen Minderheit.
Die Politik verkennt die Brisanz dieser negativen Integration, solange sie Integrationspolitik nicht als Gesellschaftspolitik für alle versteht.

Mit scharfem Blick identifiziert Bade Zusammenhänge von Wortgewalt und Tatgewalt am Beispiel antimultikulturell und antiislamisch motivierter Bluttaten aus jüngster Zeit: dem Breivik-Massaker in Norwegen und den Serienmorden des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) in Deutschland.

Mit der Zunahme von Integrationserfolgen und der pragmatischen Akzeptanz kultureller Vielfalt sind in Deutschland auch aus kultureller Angst geborene fremdenfeindliche Abwehrhaltungen gewachsen, vor allem gegenüber dem Schreckgespenst Islam.
Im Umgang mit den Themen Einwanderung, Integration und Islam ist ein kritischer Punkt erreicht.


Dienstag, 27. März 2012

Die Welle: Bericht über einen Unterrichtsversuch, der zu weit ging

Die Welle:
Bericht über einen Unterrichtsversuch, der zu weit ging
[Taschenbuch]

Morton Rhue , Hans-Georg Noack Ein amerikanischer Geschichtslehrer möchte seiner Klasse zeigen, wie die Nazis ein ganzes Volk beherrschen konnten. Dazu erfindet er ein paar Schlagworte - Macht durch Disziplin!, Macht durch Gemeinschaft!, Macht durch Handeln! - und eine Bewegung mit eigenem Gruß:
Die Welle.

Wäre Die Welle ein Roman, man könnte den Inhalt des Buchs kaum glauben. Aber so (oder doch zumindest ähnlich) ist es wirklich passiert, in der Klasse des Lehrers Ron Jones in den USA -- einer Klasse an einer Schule also, die sich so weit weg wähnte vom deutschen Nazi-Terror, und die dann doch auf schmerzliche Weise am eigenen Leib erfahren musste, dass die Regeln des Faschismus auch heute noch funktionieren und dass es jeden treffen kann.

Doch was als Learning by Doing gedacht war, läuft bald aus dem Ruder. Die „Welle" gewinnt an der Highschool ungeahnte Popularität.
- Ihre Mitglieder definieren sich mehr und mehr nur noch durch die Organisation, durch die „Welle".
- Ein Schüler, der bisher am Rande stand, ziemlich unten in der Hierarchie, ernennt sich zum „Leibwächter" des Geschichtslehrers und ist plötzlich bei allen angesehen.
- Ihren Lehrer verehren mittlerweile alle als ihren „Führer".
- Diejenigen, die sich weigern, der Welle beizutreten, werden ausgegrenzt.
- Freundschaften werden aufgekündigt, weil der Freund/die Freundin nicht der Welle angehört.

Was als Experiment begann, endet als bedrohliche Wirklichkeit. Nur mit Mühe kann der Geschichtslehrer das Experiment wieder abblasen.
- Ein Beispiel, wie eine Massenbewegung entsteht und alle in ihren Bann zieht.
- Ein Beispiel wie faszinierend eine Bewegung sein kann, wie sie zum Selbstläufer wird


Anlässlich des 50. Geburtstages des Ravensburger Buchverlages, wurden einige Bücher neu aufgelegt und eines davon ist "Die Welle", welches ich für eine Leserunde auf Lovelybooks.de lesen durfte. Insgesamt werden 20 Meilensteine des Verlages in einer Sonderedition erscheinen. "Die Welle" wird mittlerweile in vielen Schulen für den Deutschunterricht gelesen und ich muss sagen, nachdem ich das Buch gelesen habe, das es wirklich Pflichtlektüre werden sollte. Mir selbst war das Buch unbekannt, obwohl ich schon darüber gehört hatte. Meine Kids hatten es schon gelesen, bzw. den Film gesehen und wir hatten schon vor dem Buchgewinn regen Austausch.

Ich fand die Idee des Buches wirklich beängstigend und nachdem ich nun gelesen habe, schwirrt mir die Birne vor so vielen Fragen, die das Buch auch an mich aufwirft. Wie würde ich mich verhalten? Würde ich der Welle komplett folgen und mich dabei vergessen?

Jeder von uns sehnt sich danach angenommen zu werden wie er / sie ist. Teil eines Ganzen zu werden und eben dazuzugehören. In dem Experiment des Lehrers Ben Ross, der seinen Schülern das Nazideutschland näher bringen will, sind alle Schüler plötzlich gleichgestellt. Was natürlich super ist für die Aussenseiter der Klasse. Plötzlich gehört Robert dazu und niemand sieht mehr auf ihn herab. Die Idee den Schülern durch das Experiment zu verdeutlichen wie schnell man manipuliert werden kann ist von der Grundidee nicht schlecht, nur leider verselbstständigt sich die Idee und diejenigen werden zu Aussenseitern, die sich nicht der Welle anschließen. Es erinnert von Anfang an an Nazideutschland, schon alleine durch den Drill der vorherrscht, den Wellegruß und die Tatsache, das Ben Ross plötzlich zum Führer erkoren wird.

"Macht durch Disziplin / Macht durch Gemeinschaft / Macht durch Handeln!" Dieses sind die Prinzipien der neuen Unterrichtsmethode, die Ben Ross so sehr beeindrucken, das er vergisst die Reißleine zu ziehen und sich "Die Welle" quasi verselbstständigt. Es droht zu eskalieren und erst dann beendet Ben das Experiment und hinterlässt seine Schüler sprachlos. Niemand hätte am Anfang gedacht, das sich Faschismus so schnell verbreiten könnte. Mir als Leser erschien es glaubhaft und authentisch. Als Mutter muss ich sagen wäre ich eingeschritten und hätte es nicht geduldet, das sich "Die Welle" zu einer Art Eigenleben entwickelt.

Wäre ich diejenige, die das Experiment infrage stellen würde oder würde ich mich soweit manipulieren lassen, das ich zum Mitläufer werde? Wäre ich stark genug um gegen den Strom zu schwimmen?

Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen, denn auch Lesemuffel können die 186 Seiten zügig lesen und werden dabei nicht überfordert. Illustrationen und zwischendurch etwas größere Schrift, die "Die Welle" noch einmal verdeutlichen sollen, peppen das ganze noch zusätzlich aus.

Für mich definitiv Pflichtlektüre und ein Buch, welches zum Nachdenken anregt. Alle Schüler gleichgestellt, ist schon eine sehr gute Idee, die vielleicht auch Mobbing verhindern könnte, aber sicherlich nicht durchführbar, da der Mensch eben ein Individuum ist. Wir Menschen unterscheiden uns nun einmal dadurch, das wir gänzlich verschieden sind. Dennoch sind wir Deutschen selbst manipuliert worden und sind einem Führer gefolgt, der fanatisch und gefährlich war und im Prinzip für niemanden etwas Gutes im Sinn hatte außer für sich selbst. Wie schnell so eine Machtübernahme geschieht, zeigt das Experiment des Lehrers Ben Ross.

Ich, die ich "Die Welle" nicht kannte, war wirklich sprachlos und fasziniert davon, wie schnell ein Mensch Menschen manipulieren kann und interessanterweise auch noch mitziehen und andere mitziehen wollen. Eigentlich ging es nur um die Frage, warum alle mitgemacht haben und sich nicht gegen die Nazis ausgesprochen haben. Wie kann es sein, das so viele Juden gestorben sind und keiner hat es verhindert?

Von mir muss es einfach eine Leseempfehlung geben, etwas anderes ist mir nicht möglich!!!