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Dienstag, 2. Februar 2016

Der Wert öffentlicher Güter






Der Wert öffentlicher Güter


Bericht der «Kommission Öffentliche Güter» der Heinrich-Böll-Stiftung
Band 15 der Schriftenreihe Wirtschaft und Soziales
Herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung 2015
Redaktionelle Betreuung: Dieter Rulff
Gestaltung: feinkost Designnetzwerk, C. Mawrodiew (basierend auf Entwürfen von blotto Design)
Cover-Illustration: Nicola Schaller


Ausgabenkürzungen treffen vor allem die öffentlichen Investitionen und soziokulturellen Dienstleistungen.
Die Folgen dieser Kürzungen werden in der Regel 
nicht sofort sichtbar. Aber sie untergraben auf die Dauer die Grundlagen unseres Alltagslebens, auf denen auch unser Wohlstand beruht: die Qualität des Trinkwassers, die funktionierende Müllentsorgung, öffentliche Verkehrsmittel, befahrbare Straßen und ihre Beleuchtung, Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser.


Öffentliche Güter sind in gewissem Sinne die «zweite Natur» moderner, arbeitsteiliger und differenzierter Gesellschaften. Fallen sie weg, geht das sowohl zu Lasten der Lebensqualität der breiten Massen als auch der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und Innovationskraft des Landes. 
Gleichzeitig verstärkt diese Entwicklung die Spaltung der Gesellschaft. Denn soziale Teilhabe findet wesentlich über öffentliche Güter statt: über Förderung und Qualifizierung im  Bildungssystem, über Zugang zur Kultur, zu Gesundheitsleistungen, einem inklusiven Arbeitsmarkt bis hin zum öffentlichen Verkehrswesen, das Mobilität auch ohne eigenes Auto  ermöglicht.

Vor diesem Hintergrund und angesichts veränderter demographischer, ökologischer und politischer Rahmenbedingungen spricht vieles dafür, sich gründliche Gedanken über die Herstellung und Rechtfertigung öffentlicher Güter zu machen.
Die Heinrich-Böll-Stiftung verbindet mit dem vorliegenden Bericht die Hoffnung, die gesellschaftspolitische Relevanz öffentlicher Güter wieder stärker ins öffentliche  Bewusstsein zu bringen. 
Es geht um ein vertieftes Grundverständnis für öffentliche Güter als Grundpfeiler der Gesellschaft. Die Erneuerung und Stärkung unserer öffentlichen Infrastrukturen ist ein entscheidender Faktor bei der Überwindung der sozialen Blockaden in unserer Gesellschaft.

Es muss deshalb geklärt werden, wie und von wem öffentliche Güter weiterhin in guter Qualität gewährleistet werden können. 
Den hier vorgelegten Bericht verstehen wir als einen Anstoß für eine neue Politik  öffentlicher Güter.


Lesen Sie weiter unter:



Quelle:Heinrich-Böll-Stiftung



Diese Publikation wird unter den Bedingungen einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de 


Eine elektronische Fassung kann heruntergeladen werden. Sie dürfen das Werk vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen. Es gelten folgende Bedingungen: 
Namensnennung: Sie müssen den Namen des Autors / Rechteinhabers in der von ihm

festgelegten Weise nennen (wodurch aber nicht der Eindruck entstehen darf, Sie oder die Nutzung des Werkes durch Sie würden entlohnt). 

Keine kommerzielle Nutzung: Dieses Werk darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden. 
Keine Bearbeitung: Dieses Werk darf nicht bearbeitet oder in anderer Weise verändert werden.




Sonntag, 31. Januar 2016

Infoset Medienkompetenz





"Lesen"
Infoset Medienkompetenz
10 Fragen – 10 Antworten


Lesen ist ein Schlüssel zur Welt. Es weckt Fantasie und eröffnet Horizonte.
Lesen befördert Wortschatz und Ausdrucksfähigkeit, es regt zum Denken und Fragen an, vermittelt Gesprächsstoff und verbindet Lebenswelten.

Die Fähigkeit, Texte zu erfassen, Zusammenhänge herzustellen und nutzbar zu machen, ist Voraussetzung dafür, Anforderungen in Schule, Beruf und Privatleben erfolgreich meistern zu können. Lesen ist in unserer Gesellschaft aber nicht selbstverständlich: 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland sind funktionale Analphabeten, sie können nicht genügend lesen und schreiben, um im Alltag Texte richtig zu verstehen oder zu verfassen. 

Nach der PISAStudie 
haben 18,5 Prozent der 15-Jährigen unzureichende Lesefähigkeiten.
Ihnen fehlt eine wichtige Voraussetzung für Bildung und gesellschaftliche Teilhabe.
Deshalb ist es wichtig, dass das Lesen möglichst früh zu einem festen und selbstverständlichen Bestandteil im Alltag von Kindern wird.
Dazu können 
Eltern auf einfache Weise sehr viel beitragen.


Alle Themen des Infosets Medienkompetenz:
• Frühe Kindheit und Medien
• Medien und die Entwicklung des Kindes
• Lesen
• Kinder und Fernsehen
• Gewalt und Fernsehen
• Medien und Wirklichkeit
• Kulturtechniken und Medien
• Radio & Co.
• Computer & Computerspiele
• Internet
• Online-Kommunikation
• Handys, Smartphones, Apps
• Werbung


Quelle:
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs)
c/o Landesanstalt für Kommunikation (LFK)
Reinsburgstr. 27 | 70178 Stuttgart
Telefon: 0711–66 99 131 | Telefax: 0711–66 99 111
info@mpfs.de | www.mpfs.de






Montag, 2. November 2015

Rosa Luxemburg: Ich lebe am fröhlichsten im Sturm





»Ich lebe am fröhlichsten im Sturm«
(Rosa Luxemburg): 25 Jahre Rosa-Luxemburg-Stiftung:
Gesellschaftsanalysen und politische Bildung

Broschiert – von Dagmar Enkelmann (Herausgeber), Florian Weis (Herausgeber)
Dr. Dagmar Enkelmann ist Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Dr. Florian Weis deren Geschäftsführendes Vorstandsmitglied.
Nomen est omen – seit 25 Jahren organisiert die Rosa-Luxemburg-Stiftung politische Bildung und verbreitet Kenntnisse über gesellschaftliche Zusammenhänge in einer globalisierten, ungerechten und unfriedlichen Welt.
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung versteht sich als ein Teil der geistigen Grundströmung des demokratischen Sozialismus. Hervorgegangen aus dem 1990 in Berlin gegründeten Verein »Gesellschaftsanalyse und politische Bildung e.V.«, entwickelte sich die Stiftung zu einer bundesweit agierenden Institution politischer Bildung und zu einem Diskussionsforum für kritisches Denken und politische Alternativen.
1992 wurde sie von der PDS – heute DIE LINKE – als parteinahe, bundesweit tätige Stiftung anerkannt. Sie kooperiert eng mit den der Partei DIE LINKE nahestehenden Landesstiftungen und Vereinen in allen Bundesländern.
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung
  • versteht sich als ein Ort kritischer Analyse des gegenwärtigen Kapitalismus;
  • ist ein Zentrum programmatischer Diskussion über einen zeitgemäßen demokratischen Sozialismus, ein sozialistischer Think-Tank politiknaher Alternativen;
  • ist ein Forum für einen internationalen Dialog zwischen linkssozialistischen Kräften, sozialen Bewegungen und Organisationen, linken Intellektuellen und Nichtregierungsorganisationen;
  • fördert junge Intellektuelle mittels Studien- bzw. Promotionsstipendien;
  • unterstützt das Engagement für Frieden und Völkerverständigung, für soziale Gerechtigkeit und ein solidarisches Miteinander.
In diesem Band ziehen Menschen, die die Entwicklung der Stiftung begleitet haben und ­weiterhin begleiten, eine Zwischenbilanz und ­blicken auf die Herausforderungen, um dem von Rosa Luxemburg im titelgebenden Zitat formulierten Anspruch auch zukünftig gerecht zu werden.


Sonntag, 11. Oktober 2015

Wie die Logik der Finanzmärkte das Wissen bedroht







Die bezifferte Welt:
Wie die Logik der Finanzmärkte das Wissen bedroht

Gebundene Ausgabe – von Colin Crouch  (Autor), 
Frank Jakubzik (Übersetzer)
Colin Crouch, geboren 1944, lehrte bis zu seiner Emeritierung Governance and Public Management an der Warwick Business School. Für sein Buch Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus erhielt Crouch 2012 den Preis »Das politische Buch« der Friedrich-Ebert-Stiftung.


Vom Autor des Spiegel - Bestsellers Postdemokratie
Im Herbst 2014 wurde bekannt, der englische National Health Service wolle in Zukunft jedem Arzt 55 Pfund bezahlen, der bei einem Patienten Demenz diagnostiziert. Die Empörung war groß: Steigt so nicht das Risiko von Fehldiagnosen? Wissen Ärzte nicht auch ohne solche Anreize, was zu tun ist? Das Beispiel zeigt, dass die Logik des Neoliberalismus trotz der großen Krise weiterhin auf dem Vormarsch ist.
Der damit verbundene Wandel betrifft alle Lebensbereiche: Schulen, Krankenhäuser und Polizei werden im Rahmen des großen Zahlenspiels umstrukturiert und dem Diktat der Kennziffern unterworfen; aus Studenten und Fahrgästen sollen Kunden werden, die agieren wie Rechenmaschinen. Auf dem Weg in die »Informationsgesellschaft« bleibt eine zentrale Ressource auf der Strecke: das Wissen selbst.
Colin Crouch zeichnet nach, wie der Neoliberalismus alternative Formen des Wissens und der Expertise korrumpiert. Anders als seine Apologeten behaupten, ist der Markt keine perfekte Wissensmaschine, die aus anonymen Entscheidungen Transparenz herbeizaubert, im Gegenteil: Lässt man die Logik der Finanzmärkte ungehindert operieren, kann sie das Immunsystem unserer Gesellschaften zerstören.

   Pressestimmen

»Einer der scharfsinnigsten Kritiker des Neoliberalismus.«
DIE ZEIT 29.05.2015

»Ein provokantes Werk ... Es wird manch spannende Diskussion anstoßen.«
Björn Finke, Süddeutsche Zeitung 04.09.2015

»Die bezifferte Welt ist ein interessantes, aufschlussreiches Werk mit starkem politischen Einschlag. Es beleuchtet das konfliktträchtige Verhältnis zwischen Neoliberalismus und Wissenschaft aus überraschender Perspektive.«
Hans-Martin Schönherr-Mann, spektrum.de 04.09.2015

»Beeindruckend ist, wie klar, strukturiert und sortiert der Autor seine Überlegungen darlegt. Gleich zu Beginn skizziert er These, Argumentation und Aufbau des Buches, so dass sich der Leser jederzeit in dem durchaus komplexen Gedankenkonstrukt Crouchs zurechtfindet.«
Andreas Kolbe, Deutschlandfunk 07.09.2015

Dienstag, 8. September 2015

Handbuch kommunale Netzpolitik: Freiheit vor Ort






Freiheit vor Ort
Handbuch kommunale Netzpolitik
Broschiert – von Leonhard Dobusch (Herausgeber), 2 mehr

Leonhard Dobusch, Jurist und Betriebswirt, wurde für sein Buch „Windows versus Linux“ mit dem Dissertationspreis der Alcatel-Lucent-Stiftung für Telekommunkationsforschung ausgezeichnet.
Nach Aufenthalten als Postdoc am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln und als Gastwissenschaftler an der Stanford Law School forscht er derzeit am Institut für Management der Freien Universität Berlin.

Christian Forsterleitner ist studierter Betriebswirt, Mitglied des Gemeinderates der Stadt Linz und bei einem Transportdienstleistungsunternehmen beschäftigt. Für sein gemeinsam mit Leonhard Dobusch herausgegebenes Buch "Freie Netze. Freies Wissen." erhielt er 2010 den Wolfgang-Heilmann-Preis für humane Nutzung der Informationstechnologie der Integrata Stiftung.

Manuela Hiesmair hat Sozialwirtschaft studiert und arbeitet am Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik der Johannes Kepler Universität Linz. Sie hat sich u.a. im Zuge ihrer Diplomarbeit mit dem Problem digitaler Ungleichheit und Möglichkeiten zu dessen Überwindung beschäftigt.

Freiheit beginnt vor Ort. Dies gilt gerade auch für Freiheit in der digitalen Gesellschaft.

In acht Kapiteln widmen sich fünfzehn AutorInnen kommunaler Netzpolitik in all ihren Facetten: von Freien Funknetzen, Creative Commons, offenen Lehrunterlagen, Open Source Software, Blogs und Wikis bis zu Open Government, Open Data und dem Web als Kompetenz- und Forschungsfeld.
Im Anschluss an die Beiträge kommen in Interviews Menschen zu Wort, die global oder lokal in den genannten Bereichen tätig sind, u.a. der Gründer der Free Software Foundation, Richard Stallman, Creative-Commons-Initiator Lawrence Lessig oder Wendy Hall, Mitinitiatorin der neuen Studien- und Forschungsrichtung Webwissenschaften. Konkrete Projektvorschläge schließen die Kapitel ab.
Sie richten sich an lokale EntscheidungsträgerInnen und netzpolitisch Interessierte, die die Potentiale digitaler Technologien für Wirtschaft, Bildung, Kunst und Kultur ausschöpfen möchten.
Vor Ort.

Alle in diesem Buch enthaltenen Programme, Darstellungen und Informationen wurden nach bestem Wissen erstellt. Dennoch sind Fehler nicht ganz auszuschließen.
Aus diesem Grunde sind die in dem 
vorliegenden Buch enthaltenen Informationen mit keiner Verpflichtung oder Garantie irgendeiner Art
verbunden. Autor(en), Herausgeber, Übersetzer und Verlag übernehmen infolgedessen keine Verantwortung und werden keine daraus folgende Haftung übernehmen, die auf irgendeine Art aus der Benutzung dieser Informationen – oder Teilen davon – entsteht, auch nicht für die Verletzung von Patentrechten,
die daraus resultieren können. Ebenso wenig übernehmen Autor(en) und Verlag die Gewähr dafür, dass die beschriebenen Verfahren usw. frei von Schutzrechten Dritter sind.
Die in diesem Werk wiedergegebenen Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. werden ohne Gewährleistung der freien Verwendbarkeit benutzt und können auch ohne besondere Kennzeichnung eingetragene Marken oder Warenzeichen sein und als solche den gesetzlichen Bestimmungen unterliegen.


Dienstag, 1. September 2015

Was ist der "Stand des Marxismus"?





Was ist der "Stand des Marxismus"?:
Soziale und epistemologische Bedingungen der kritischen Theorie heute

Broschiert – von Alex Demirovic (Herausgeber), Sebastian Klauke (Herausgeber), 1 mehr

Die Beiträge in diesem AkG-Band wollen die politischen und epistemologischen Bedingungen kritisch-wissenschaftlicher Praxis reflektieren – nicht von außen in objektivierender Absicht, sondern von innen her, durch verschiedene, sich teils auch widersprechende Perspektiven:
 - Was waren und sind zentrale Entwicklungslinien, materiellen und epistemologischen Reproduktionsbedingungen, Herausforderungen, Probleme, aber auch Revitalisierungsprozesse zurückliegender und aktueller Diskussionen, die sich auf Marx beziehen oder sie fortzusetzen beanspruchen?
 - Mit welchen ‚anderen‘ kritischen Strömungen wie feministischen oder polit-ökologischen Debatten verbinden sie sich, und wo setzen sich Unvereinbarkeiten und Widersprüche bis heute fort?
 - Mit welchen Widerständen und institutionellen Hindernissen sind alle diese kritischen Ansätze dort konfrontiert, wo es um die Produktion von kritischer Erkenntnis selbst geht – also vor allem an den Hochschulen?


Der Band basiert auf der 2013 abgehaltenen Tagung der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung. Bereits in der Einleitung zeigen die Herausgeber die Schwierigkeit auf, dem Titel gerecht zu werden. So ist zwar klar, dass man an der Fragestellung »Was ist der Stand des Marxismus?« nur scheitern kann, die Auslassungen in dem Band sind allerdings doch ärgerlich.

Da wird einerseits auch nur auf den Versuch einer Definition von »Marxismus« verzichtet, andererseits verdichten sich die Beiträge, so sie mit Marxismus nicht überhaupt nichts zu tun haben wollen (wie der Beitrag von Michael Heinrich), entlang der Achse Neogramscianismus-Regulationstheorie. Ein Highlight ist die thesenartige Bestimmung des Verhältnisses von marxistischer Theorie und Soziologie von Klaus Dörre, aber auch Ingo Stützles Auseinandersetzung mit der Rolle sozialer Kämpfe in der marxistischen Theoriebildung.

Ein Großteil der Beiträge ist an der Schnittstelle von Soziologie und Politikwissenschaft angesiedelt, philosophische Ansätze werden weitgehend ignoriert.
Dass die Frage nach dem Verhältnis von sozialen Bewegungen, marxistischer Theorie und politischer Organisation nicht gestellt wird, verweist - wie auch der Untertitel - auf den akademisch-theoretischen Charakter des Bandes. Das schmälert nicht die Qualität einiger Texte, ein stimmiger Titel wäre allerdings gewesen: Analysen zu ausgewählten akademischen Marxismen in Deutschland und ihrer Kritik.


Mittwoch, 19. August 2015

Auswege aus dem Kapitalismus





Auswege aus dem Kapitalismus:
Beiträge zur politischen Ökologie

Broschiert – von André Gorz  (Autor)

André Gorz (1923-2007), geboren in Wien, verbrachte die Kriegsjahre in der Schweiz und ließ sich nach Kriegsende in Paris nieder. Er arbeite mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir an der Zeitschrift Les Temps modernes , war Redaktor bei L'Express , später bei der Wochenzeitung Le Nouvel Observateur, die er 1964 zusammen mit Jean Daniel gegründet hatte. In seinen Buchpublikationen profiliert sich Gorz als Theoretiker der Arbeiterselbstverwaltung und der politischen Ökologie. Kurz vor Drucklegung der zweiten Auflage von »Brief an D.«, am 22. September 2007, hat sich André Gorz zusammen mit seiner schwerkranken Frau das Leben genommen.

Die Ökologie hat nur ihre volle kritische und ethische Kraft, wenn die Verwüstungen der Erde, die Zerstörung der natürlichen Grundlagen des Lebens als die Folge einer bestimmten Produktionsweise verstanden werden; und wenn verstanden wird, dass diese Produktionsweise die Maximierung der Erträge verlangt und zu Techniken greift, die dem biologischen Gleichgewicht Gewalt antun.



Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. Die Texte zu diesem Buch - grundlegende Schriften zur politischen Ökologie - hat Andre Gorz kurz vor seinem Tod im September 2007 zusammengestellt.
Er schrieb dazu: "Dass bei der Arbeit Herrschaft über uns ausgeübt wird, wissen wir seit etwa 170 Jahren. Nicht aber dass das Gleiche für unsere Bedürfnisse und Wünsche, unsere Gedanken und unser Selbstbild genauso gilt.

Durch die Kritik des Modells unserer Konsumgesellschaft bin ich zum Ökologen 
avant la lettre geworden.
Mein Ausgangspunkt war ein Artikel, der 1954 in einer US-amerikanischen Zeitschrift erschien. Darin stand zu lesen, dass der Konsum in den kommenden acht Jahren mindestens um 50 Prozent wachsen müsse, damit die Produktionskapazitäten gewinnbringend ausgeschöpft werden könnten, dass aber die Leute gar nicht in der Lage seien, sich vorzustellen, worin denn diese 50 Prozent zusätzlichen Konsums bestehen sollten."

Kapitalismuskritik und politisch-ökologisches Denken ergänzen sich und bedingen sich gegenseitig, so die zentrale These von Andre Gorz. Und ein wirksamer Schutz der Umwelt ist ohne radikale Kritik des Kapitalismus nicht zu haben.


»Kapitalismuskritik und politisch-ökologisches Denken gehören für Gorz untrennbar zusammen. Ein anregendes, visionäres Bändchen.«
(Annette Jensen, Die Tageszeitung)


»Gorz selbst hatte mit seiner eigenen bescheidenen Lebensführung vorgeführt, dass ein Leben jenseits von Konsum und Warenflut möglich ist. Seine ausgeprägte Sensibilität für gesellschaftliche Entfremdungsprozesse hat uns den Blick auf eine bessere Zukunft geöffnet.«
(Henning Burk, 3sat-Kulturzeit)


»Die Texte für sein letztes Buch hat Gorz unter dem Aspekt der aktuellen politischen Herausforderungen zusammengestellt und antizipiert darin die doppelte Krise, mit der die Menschheit heute konfrontiert ist: Die Klimakrise und die Finanzkrise. Gorz hat mit seinem letzten Buch eine Art Abschiedsbrief für die Nachwelt verfasst.«
(Gerhard Klas, SWR2)







Samstag, 11. Juli 2015

Elmar Altvater








Elmar Altvater (* 24. August 1938 in Kamen; † 1. Mai 2018 in Berlin) war ein deutscher Politikwissenschaftler, Autor und emeritierter Professor für Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. 
Nach der Emeritierung am 30. September 2004 ist Altvater in Forschung und Lehre am Institut weiterhin aktiv. Außerdem ist er Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Attac, und er war im Jahr 2006 Vorsitzender des Ständigen Volkstribunals gegen europäische transnationale Unternehmen.

Nach dem Abitur 1959 am neusprachlichen Gymnasium in Kamen studierte Altvater bis 1963 an der Ludwig-Maximilians-Universität München Ökonomie und Soziologie und wurde 1968 mit seiner Arbeit über Gesellschaftliche Produktion und ökonomische Rationalität: externe Effekte und zentrale Planung im Wirtschaftssystem des Sozialismus promoviert. Von 1968 bis 1970 war er Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Erlangen-Nürnberg.

Altvater wechselte danach an das Otto-Suhr-Institut (OSI) für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin. Hier erhielt er 1971 eine Professur für Politische Ökonomie. Altvater engagierte sich am OSI in der „Sozialistischen Assistentenzelle“, einer Denkzentrale der 68er-Bewegung in Berlin.

Im Jahre 1970 gründete er mit anderen die PROKLA Probleme des Klassenkampfs – Zeitschrift für politische Ökonomie und sozialistische Politik, später Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft, bei der er bis 2008 Redaktionsmitglied war.

Altvater trug wesentlich zur Entwicklung einer marxistisch geprägten politökonomischen Theorie bei. Er war als SDS-Mitglied (Sozialistischer Deutscher Studentenbund) in der 68er-Bewegung aktiv und einer der theoretischen Köpfe des Sozialistischen Büros in Offenbach.

Neben Fragen der Entwicklungstheorie, der Verschuldung sowie der Regulierung von Märkten beschäftigt er sich auch ausgiebig mit den Auswirkungen kapitalistischer Ökonomien auf die Umwelt. Altvater war ein renommierter Kritiker der „politischen Ökonomie“ und Autor zahlreicher globalisierungs- und kapitalismuskritischer Schriften. Ein globalisierungskritisches Standardwerk ist sein Buch Grenzen der Globalisierung (1996), das er mit seiner Lebensgefährtin Birgit Mahnkopf schrieb.

Parallel zu seiner akademischen Tätigkeit war Altvater auch immer wieder gesellschaftspolitisch aktiv. Er war Gründungsmitglied der Grünen, ging jedoch nach dem Kosovo-Krieg zunehmend auf Distanz.

Elmar Altvater war Mitglied der Enquête-Kommission Globalisierung der Weltwirtschaft – Herausforderungen und Antworten (1999–2002) des Deutschen Bundestages. Heute wirbt er für attac (Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat) und das Weltsozialforum. Wenige Tage vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 trat Altvater der Linken bei. Altvater ist Gründungsmitglied des Instituts Solidarische Moderne.

Im März 2007 veröffentlichte Altvater sein Buch über die Globalisierung "Die Grenzen der Globalisierung" zusammen mit Birgit Mahnkopf - ein 700 Seiten starkes Kompendium.

Seine Hauptthese ist, dass, während der Drang des Kapitals, seine eigenen Grenzen zu überwinden, niemals vollendet wird, der globale Kapitalismus eine bedeutende Grenze überschritten hat.

Er hat einen globalen Markt erschaffen, der die vielen Kapitalisten zunehmend dazu zwang, im Weltmaßstab direkt gegeneinander anzutreten. Der Weltmarkt wurde wirklich ein Markt. Für Altvater war der Wettbewerb zwischen - sagen wir - amerikanischen und europäischen Autos (produziert auf dem jeweiligen Kontinent) sehr beschränkt, solange die Transportkosten relativ hoch blieben und andere schützende Barrieren die jeweiligen Märkte dicht machten.

Das hat sich mit der enormen Verringerung von Transaktionskosten, also von Transport und Kommunikation, verändert - eine Entwicklung, die direkte Vergleiche zwischen den Produktionskosten in verschiedenen Ländern zugelassen hat und es außerdem erlaubt, diese zu verwenden, um Produkte zum weltweit billigsten Preis ein- bzw. zu verkaufen, ein Prozess, der als "global sourcing" bekannt ist.

Die Verzerrungen der Wirkung des Wertgesetzes auf dem Weltmarkt haben abgenommen. Ein Weltmarktpreis wird zur Realität. Angesichts dieser Tatsache wird die Wirtschaft auf Basis direkter Kostenvergleiche entscheiden, wo sie produziert. In diesem Sinn ist die Globalisierung kein Mythos, sondern eine Realität.

Ebenso entwickelt sich ein Weltmarkt für Finanzen, ein direkter Vergleich zwischen internationalen Möglichkeiten zur Spekulation. Schlussendlich gibt es eine Angleichung der Profitrate im Weltmaßstab.

Das bedeutet nicht, dass sich die Investitionen ausgleichen, tatsächlich - wie Altvater betont - werden sie sich mehr auf bereits bestehende produktive Zentren konzentrieren. Aber die Nationalstaaten selbst werden zu "Konkurrenten" in Bezug auf die Bereitstellung des "attraktivsten" (d.h. billigsten) Standorts für Kapitalzuflüsse.

Das ist der Grund, warum der Sozialstaat unter enormen Druck gerät, warum die Sozialsysteme zerfetzt werden. Der Wettbewerb zwischen verschiedenen großen Kapitalen nimmt enorm zu, da sie nun direkt auf dem Weltmarkt konkurrieren.

Der veränderte Weltmarkt und eine internationale Angleichung der Profitrate sind die Basis für die Entwicklung von "Subjekten" der Globalisierung. Es sind dies die multinationalen Großkonzerne, welche die Arbeitsweise des Weltmarktes wirklich bestimmen - die großen multinationalen Firmen und Banken. Dieser Teil des Kapitals ist, laut Altvater, wirklich international.

Wenn sie auch noch in einem Nationalstaat ihren Sitz haben mögen, so ist das doch eine eher zweitrangige Überlegung. Es ist dieser Teil des Kapitals, der die Weltwirtschaft dominiert, der die Sozial- und Arbeitsstandards bestimmt. Institutionen wie IWF, Weltbank und WTO dienen diesem Teil mehr oder weniger direkt.

All das heißt auch, dass der Staat seine Funktion verändern muss. Als Folge der Globalisierung muss der Sozialstaat sich zu einem "Dienstleister" verwandeln, der die besten Bedingungen für die globalen multinationalen Konzerne bereit stellt.
Altvater sieht die Globalisierung als eine fürchterliche Bedrohung für die Gesellschaft und die Natur, kann sie aber nicht einfach zurückweisen, da dies bedeuten würde, gegen den Lauf der Geschichte selbst Einwände zu erheben. Er spricht sich für eine Form des globalen Reformismus oder der Regulierung der Globalisierung aus.

Für Altvater stellt die Globalisierung eine mehrfache Bedrohung dar:
• für die menschliche Gemeinschaft, durch die Zerstörung des Sozialstaates, durch die Verschärfung der Ungleichheit, usw.
• für die Umwelt, durch die ununterbrochene Jagd nach Profit
• für demokratische und bürgerliche Rechte. Globalisierung zerstört nicht nur den Wohlfahrtsstaat, sondern auch die bürgerliche Demokratie.

Also ruft er auf, Formen der internationalen Regulierung und Demokratie zu schaffen, und strebt danach, die internationalen politischen und wirtschaftlichen Institutionen zu demokratisieren - seien es die UNO, der IWF oder die Weltbank. Er verbindet dies mit den beliebten Aufrufen für eine Form internationaler "Zivilgesellschaft".

Wie wir im Kapitel über die Umwelt lesen können, endet Altvater immer in einem Widerspruch zwischen Analyse und Lösung. In diesem Kapitel weist er richtigerweise auf den zerstörerischen Charakter der kapitalistischen Produktionsweise, den widersprüchlichen Charakter des Fortschrittes in ihr und die Tatsache hin, dass dieser Fortschritt immer von der Zerstörung der Quellen des gesellschaftlichen Wohlstandes - Mensch und Natur - begleitet wird.

Aber was ist Altvaters Antwort auf all diese Probleme? Der Kampf zum Sturz des Kapitalismus und zu seiner Ersetzung durch eine neue, auf rationaler Planung entsprechend den Bedürfnissen der Menschen basierende Gesellschaft?
Nein. Da es keine kommunistische Massenbewegung gebe, bestehe die Antwort nicht darin, in der wachsenden antikapitalistischen Bewegung und der Arbeiterklasse für eine revolutionäre Politik zu kämpfen. Die Aufgabe liegt anscheinend darin, ein trockenes reformistisches Programm zu entwerfen, an das er selbst nicht glaubt. Woraus besteht es? Aus der Tobinsteuer, einer massiven Besteuerung des Energieverbrauches und einer drastischen Verringerung der Wochenarbeitszeit.

Die Tobinsteuer soll "den Prozess der Globalisierung verlangsamen" und dadurch den globalen Wettbewerb und seine Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften verringern. Die Besteuerung des Energieverbrauchs (eine Art "ehrliche" Ökosteuer) zielt in die gleiche Richtung. Außerdem würde sie die Transportkosten erhöhen, wodurch der globale Wettbewerb, aber auch die Zerstörung der Umwelt (weniger Verkehr bedeutet weniger Verschmutzung) geringer würden. Schlussendlich würden eine Verringerung der Arbeitszeit und ein garantierter Mindestlohn für alle soziale Sicherheit und Integration garantieren, und zwar durch die Schaffung zusätzlicher Jobs und die Sicherung eines zum Leben ausreichenden Einkommens für Arbeitslose.

An dieser Stelle wird die ganze Utopie zu einer reformistischen Farce. Wie Altvater bemerkt, ist dieses Programm sehr schwer auf Basis des globalen Kapitalismus zu verwirklichen. Tatsächlich ist es sowohl utopisch als auch reaktionär. Es ist ein Versuch, den globalen Kapitalismus zu zähmen, indem die bestehende Entwicklung (ein bisschen) zurück genommen wird, anstatt dafür zu kämpfen, den Kapitalismus zu stürzen.

Quelle:
Arbeitermacht
fifthinternational.org
Wikipedia

Weitere Infos siehe:
http://www.ulrich-menzel.de/cmsimpleplus/indexc34f.html?A-B:Altvater%2C_Elmar

Sonntag, 14. Juni 2015

»Aprilthesen« in der Diskussion






Sozialismus befördert die Strategiedebatte in der Linkspartei mit einer zum Parteitag der LINKEN in Bielefeld am 6. und 7. Juni 2015 erscheinenden 36-seitigen extra-Ausgabe. 

»Die Strategiedebatte ist überfällig. Mit diesem Sozialismus extra und den darin enthaltenen Beiträgen wollen wir einen ersten Aufschlag machen, und wir würden uns freuen, wenn diese Anregungen in den Gliederungen der Partei, in der parteinahen Stiftung sowie unter befreundeten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aufgegriffen würden.«


Inhalt

Strategiedebatte? Eine Einladung

Alexander Recht/Paul Schäfer/Axel Troost/Alban Werner
Aprilthesen
Wo wir stehen und was getan werden müsste

Bernd Riexinger
Um gesellschaftliche Mehrheiten ringen
Für eine emanzipatorische Klassenpolitik

Michael Brie/Klaus Lederer
DIE LINKE muss ihren Gebrauchswert stärken
Ein Beitrag zur Diskussion

Susanne Hennig-Wellsow
Realpolitik und utopisches Potenzial
DIE LINKE braucht beides auf dem Weg in Zukunft

Kristina Vogt
»Maithesen« aus Bremen

Nils Böhlke/Janine Wissler
DIE LINKE als gesellschaftliche Opposition

Joachim Bischoff/Hasko Hüning/Christoph Lieber/Björn Radke
Rot-rot-grüne Zusammenarbeitsprojekte?
Zur Revitalisierung linker Opposition





Methoden & Werkzeuge zur Anpassung an den Klimawandel




Ein Handbuch für Bundesländer, Regionen und Städte.
von 
Mahammad Mahammadzadeh (Herausgeber), Hendrik Biebeler (Herausgeber)

Wien, 04/2014 - Diverse Publikationen, Band 140 ISBN: 978-3-99004-283-0, 225 S. 

PDF (6.8 Mbytes).

Dr. rer. pol. Hubertus Bardt, Studium der Volkswirtschaftslehre und der Betriebswirtschaftslehre an den Universitäten Marburg und Hagen, Abschlüsse als Dipl.-Volkswirt und Dipl.-Kaufmann; Promotion an der Philipps-Universität Marburg; seit 2000 im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, seit 2005 Leiter der Forschungsstelle Umwelt- und Energieökonomik innerhalb des Wissenschaftsbereichs Wirtschaftspolitik und Sozialpolitik, zugleich verantwortlicher Redakteur des IW Umwelt-Service.

Dr. Hendrik Biebeler, Studium der Volkswirtschaftslehre und der Soziologie an der Universität zu Köln; von 1995 bis 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Angewandte Sozialforschung der Universität zu Köln; 2000 Promotion zum Thema „Soziale Normen und Umweltverhalten“; 2000/2001 Studienleiter in einem Marktforschungsinstitut; seit 2002 im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Forschungsstelle Umwelt- und Energieökonomik innerhalb des Wissenschaftsbereichs Wirtschaftspolitik und Sozialpolitik.

Dr. rer. pol. Mahammad Mahammadzadeh, Studium der Landmaschinentechnik im Iran; Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Abschluss Dipl.-Kfm. und anschließed Promotion an der Universität zu Köln; von 1997 bis 2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität zu Köln am Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Operations Research; von 2000 bis 2002 zudem Propädeutikbeauftragter der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät an der Universität zu Köln; seit 2002 im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Forschungsstelle Umwelt- und Energieökonomik innerhalb des Wissenschaftsbereichs Wirtschaftspolitik und Sozialpolitik; zudem von Oktober 2002 bis April 2004 Lehrbeauftragter an der Universität zu Köln und seit September 2004 Lehrbeauftragter an der Rheinischen Fachhochschule Köln.
Der Klimaschutz und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels gehören zu den großen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Herausforderungen. Dafür müssen Handlungsoptionen entwickelt werden: Kurzfristig wirksame konkrete Entwicklungen, aber auch auf längere Frist angelegte konzeptionelle und technische Grundlagen.
Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln arbeitet hier sehr stark mit Partnern aus der Industrie zusammen. Die Forscher haben stets die Anwendbarkeit ihrer Forschungsergebnisse im Blick.

Die vorliegende Publikation stellt verschiedene Lösungsansätze vor, an denen auch in der Zukunft weiter gearbeitet wird. Einige können schon bald eingesetzt werden, andere bieten die Grundlage für weitere Forschung und Entwicklung. Insgesamt haben rund 230 Autoren an diesem Buch mitgewirkt und so dazu beigetragen, die wesentlichen aktuellen Forschungs- und Entwicklungsergebnisse zu Klimaschutz und Klimafolgen in einem breiten Überblick zu präsentieren. Die Publikation wurde gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.



Tools zur Anpassung an den Klimawandel

Methoden und Werkzeuge zur Anpassung an den Klimawandel. Ein Handbuch für Bundesländer, Regionen und Gemeinden.
Die Auswirkungen des Klimawandels treffen auch Österreich immer heftiger: Der vergangene Sommer brachte Rekordtemperaturen von über 40°C, der heurige Winter Schneechaos im Süden und verfrühten Frühlingsbeginn im Osten Österreichs. Die Folgen des Klimawandels sind in den Regionen angekommen. Es gilt dem globalen Phänomen jetzt auch lokal entgegenzuwirken: Die Regionen müssen ihre eigene, individuelle Klimawandelanpassungsstrategie entwickeln.

Aufbauend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen haben die ExpertInnen des Umweltbundesamtes und der BOKU Informationen und Methoden für EntscheidungsträgerInnen zusammengefasst, mit dem der Prozess zur Entwicklung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen in Bundesländern, Regionen und Städten gestaltet werden kann. Das Besondere an diesem Handbuch ist, dass es gemeinsam mit potenziellen AnwenderInnen wie z.B. VertreterInnen der Landesregierung, von NGOs und RegionalmanagerInnen im Rahmen von mehreren Workshops erarbeitet wurde.

Zusätzlich wurde das Handbuch einem Praxistest unterzogen und im Land Oberösterreich sowie in der Region Waldviertel angewendet. Damit wurde sichergestellt, dass die Anforderungen und Bedürfnisse der Bundesländer, Regionen und Städte berücksichtigt wurden.


   6  Ziele, Aufbau und Anwendung des Handbuchs  
  11 Klimawandel und Anpassung 
  12 Herausforderungen in der Anpassung  

  15  TEIL 1 — Phasen in der Anpassung  
  19  Phase I: Basis für die Anpassung schaffen  
  27  Phase II: Risiken erkennen und Lösungen finden 
  37  Phase III: Aktionen setzen und begleiten 

 43  TEIL 2 — Methoden und Werkzeuge 

 47  Phase I: Basis für die Anpassung schaffen  

131  Phase II: Risiken erkennen und Lösungen finden
211  Phase III: Aktionen setzen und begleiten