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Dienstag, 20. Oktober 2015

Die Kinder der Zukunft






Die Kinder der Zukunft.
Gemeinschaftserziehung als Weg einer neuen Pädagogik
 
Broschiert – von Bruno Bettelheim (Autor)
Auflagen 1971, 1973, 1980, 1982, 1999, 2000, 

Bruno Bettelheim war ein US-amerikanischer Psychoanalytiker und Kinderpsychologe österreichischer Abstammung.


Wieviel Eltern braucht ein Kind?
Schadet es Kindern, wenn sie früh aus der Obhut der Eltern einer institutionalisierten Erziehung überlassen werden?

Bettelheim beschreibt die Erziehung in israelischen Kibbuzim, führt den Alltag vor und lässt Kinder, Erzieher und Eltern zu Wort kommen. 1964 untersuchte der bekannte Erziehungswissenschaftler, Psychologe und Psychiater die Gemeinschaftserziehung in israelischen Kibbuzim.
Dort werden die Kinder bald nach der Geburt von den Eltern getrennt und leben in Säuglings-, Kinder- und Jugendhäusern. Die Eltern haben täglich nur wenige Stunden Kontakt zu ihren Kindern.

Der Bericht Bettelheims über ein Experiment, das auf den ersten Blick schockiert, ist eine Fundgrube sensationeller empirischer Einsichten.
Hier wird mit der als unanfechtbar geltenden Meinung aller psychologischen Schulen aufgeräumt, derzufolge ein Kleinkind schweren seelischen Schaden erleidet, wenn es der Obhut der Eltern entzogen wird.

Daß Kibbuzkinder trotz gelockerter Bindungen an ihre Eltern zufriedener und zugleich gefestigter aufwachsen als so manches Schlüsselkind ... signalisiert zugleich die Notwendigkeit, im Bericht über diese Gemeinschaftserziehung mehr zu sehen als nur den Bericht aus einer fremden, fernen Welt.

Freitag, 3. April 2015

Die Furcht vor der Freiheit




Die Furcht vor der Freiheit
Taschenbuch – von Erich Fromm  (Autor), Liselotte Mickel (Übersetzer), Ernst Mickel (Übersetzer)

Erich Fromm, Psychoanalytiker und Sozialphilosoph, wurde am 23. März 1900 in Frankfurt am Main geboren. Nach seiner Promotion in Soziologie 1922 in Heidelberg kam er mit der Psychoanalyse Sigmund Freuds in Berührung und wurde Psychoanalytiker. 1933 emigrierte er in die USA, wo er an verschiedenen Instituten lehrte, und anschließend, von 1950 bis 1974, an der Universität von Mexiko City unterrichtete. er starb 1980 in Locarno in der Schweiz.

Biografie

Aufgewachsen ist Erich Fromm (1900-1980) als Einzelkind in einer orthodox-jüdischen Familie. Er selbst bezeichnete sich gern als vormodernen Menschen, da er zunächst nur den Talmud und die Bibel studierte, darüber hinaus zehrte er von den Geschichten, die ihm über seine Vorfahren erzählt wurden. Ursprünglich wollte Erich Fromm Rabbiner werden, 1922 promovierte er jedoch zum Doktor der Philosophie. Nach seiner Begegnung mit der Psychoanalyse wandte er sich schließlich ganz vom orthodoxen Judentum ab. Er beschäftigte sich mit Karl Marx und arbeitete in Frankfurt mit Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Herbert Marcuse zusammen. 1934 emigrierte er in die USA. Zu seinen bekanntesten Werken gehören "Die Kunst des Liebens" und "Haben oder Sein".

Erich Fromm setzt sich in dieser Monografie mit der Bedeutung der Freiheit für den modernen Menschen auseinander und zeigt, dass er diese Freiheit, verstanden als positive Verwirklichung des individuellen Selbst, noch nicht errungen hat. Ein Grundlagenwerk des berühmten Sozialphilosophen, in dem seine wichtigsten Positionen versammelt sind.








































Mittwoch, 4. Februar 2015

Gewalttätigkeit verstehen ?





“Gewalttätigkeit verstehen”

Zum 100. Geburtstag des Psychoanalytikers und psychoanalytischen Sozialarbeiters Ernst Federn…
Benjamin Reich
Die Welt versinkt wieder einmal in Gewalt. Blutige Anschläge, Kaskaden von Gewalttaten, Gewaltexzesse – besonders im Nahen Osten. Unaufhaltsam und greifbar und doch unbegreifbar – so erscheint uns Gewalt. Politologen, Soziologen, Philosophen und Psychologen haben sich jahrhundertelang um die Ergründung von Terror und Gewalt bemüht. Die Gewalt scheint ihrer theoretischen Erfassung jedoch immer voraus zu sein, sie ist uns immer voraus.
Einen besonderen Zugang zum Phänomen der Gewalt eröffnet das Werk Ernst Federns. Illusionslos, nüchtern, undramatisch, aber trotzdem lebendig und hautnah – so präsentiert er seine eigenen Beobachtungen und Erfahrungen mit Gewalt – und so formuliert er auch seine Versuche „Gewalttätigkeit zu verstehen“. Ernst Federn (1914-2007), der in Wien geborene Sohn des Sigmund Freud Statthalters Paul Federn, wurde bereits im Alter von 23 Jahren am 14.03.1938 wegen seines antifaschistischen Engagements von der Gestapo verhaftet und zunächst nach Dachau, einige Monate später in das KZ Buchenwald deportiert. Die sechseinhalb Jahre, die er in Haft verbrachte, berechtigten ihn zur Behauptung:
„Ich habe so lange und so intensiv unter Gewalt gelebt, daß ich ohne ungebührlichen Narzißmus behaupten kann, daß ich etwas von ihr verstehe. (…) Ich weiß, wie es ist, Opfer von Gewalt zu sein, weiß aber auch, wie man sich fühlt, wenn man selbst gewalttätig sein will“ (Federn 1999, S. 86).
Federn überlebte – was der Wiener Federn-Forscher Bernhard Kuschey ein „Wunder“ nannte. Er emigrierte zuerst nach Brüssel und dann in die USA, um 1973 auf Einladung von Bruno Kreisky wieder nach Wien zurückzukehren und bei der Reformierung des österreichischen Strafvollzugs tatkräftig und erfolgreich mitzuwirken. Der theoretische ,Ertrag‘ seiner oft brutalen Erfahrungen mit Gewalt ist sehr beachtlich: Dazu gehören neben seinem schon 1946 im Brüsseler Exil veröffentlichten „Essay sur la psychologie de la terreur“ (Federn 1946) auch mehrere weitere bedeutende Texte zur Psychologie und Soziologie von Terror und Gewalt, die neulich gesammelt im von Roland Kaufhold herausgegebenen Band „Ernst Federn: Versuche zur Psychologie des nationalsozialistischen Terrors“ erschienen sind (Gießen: Psychosozial-Verlag 2014).
Zum 100. Geburtstag Ernst Federns am 26. August 2014 ist nun ein weiteres wichtiges Werk erschienen, das sich Ernst Federns Umgang mit dem nationalsozialistischen Terror und der Beleuchtung und Konzeptualisierung von Gewalt in seinem Werk verschreibt: der in der Zeitschrift „Psychoanalyse. Texte zur Sozialforschung“ von Oliver Decker und den Gastherausgebern Roland Kaufhold und Galina Hristeva herausgegebene Band „Gewalttätigkeit verstehen. Zum 100. Geburtstag des Psychoanalytikers und psychoanalytischen Sozialarbeiters Ernst Federn”. (Pabst Publishers: Lengerich 2014). Bekannte Forscher – Psychologen, Psychoanalytiker, Soziologen, Pädagogen, Literaturwissenschaftler, Wissenschaftshistoriker und Freunde Ernst Federns – rekonstruieren seinen bemerkenswerten Weg „von Wien über Buchenwald und die USA zurück nach Wien“, seine Pionierleistungen bei der Untersuchung der Psychologie des Terrors, aber auch bei der Entwicklung der psychoanalytischen Pädagogik, der kollektiv orientierten Psychoanalyse und psychoanalytischen Sozialarbeit, der psychoanalytischen Geschichtsschreibung und der politischen Psychoanalyse. Drei Beiträge von Ernst Federn sind ebenfalls in den Band aufgenommen: „Der therapeutische Umgang mit Gewalt“, „Was ist psychoanalytische Sozialarbeit und wozu wird sie gebraucht?“ und „Die Paul Federn Study-Group“. Durch zahlreiche Fotos wird es auch möglich, Ernst Federn auf seinem Weg als „Sozialist, Verfolgter, Psychoanalytiker und Sozialarbeiter“ durch den „Kosmos der Gewalt“ (Kuschey) zu begleiten. Trotz der Schrecken, die er gesehen und erlebt hat, hat sich der KZ-Überlebende Ernst Federn immer geweigert, als ohnmächtiges Opfer angesehen zu werden. Dem Trauma der Gewalt setzte er seinen Überlebenswillen, seinen unerschütterlichen Optimismus, seinen Kampfwillen entgegen. Von diesem außergewöhnlichen Geist ist auch dieser neue, ihm gewidmete Band durchdrungen.
Wie die Herausgeber Roland Kaufhold und Galina Hristeva in ihrer exzellenten Einführung zum Band festhalten, hat Ernst Federn mit „beeindruckender Klarheit, Präzision und einer kraftvollen Sprache mehrere Ursachen für die Ausübung von Gewalt offengelegt“, doch die Theorie der Gewalt war ihm kein Selbstzweck, sondern nur ein Teil seiner Warnung vor dem „Absturz der Menschheit in die Bestialität“, denn (wie ihm seine Tante, die Widerstandskämpferin Etta Federn (1883-1951), 1945 schrieb): „Der Kampf gegen den Ungeist ist nicht zu Ende! Im Gegenteil – er nimmt nur jetzt wieder neue Formen an.“

Biografisch-werktheoretische Zugänge

Roland Kaufhold
„Ein Jahr Untersuchungshaft und sieben Jahre Konzentrationslager gaben mir ein weiteres Verständnis für die Psychologie des Inhaftierten.“ 
Biografische Kontinuität, Emigration und psychoanalytisch-pädagogisches Engagement
Zusammenfassung

Bernhard Kuschey
Ernst Federn – Sozialist, Verfolgter, Psychoanalytiker und Sozialarbeiter. Eine Werkbiographie
Zusammenfassung

Roland Kaufhold
„So wird das Herz in Stücke gerissen … ich glaube, das schmerzt mehr, als geschehe es wirklich mit Messern.“
Erinnerung an Hilde Federn (26.10.1910 – 19.01.2005)
Zusammenfassung


Neu-Beginnen:
Ernst Federns Neuanfang in Belgien (1945-1947) im Spiegel seines Briefwechsels


Diana Rosdolsky
Der Briefwechsel zwischen Ernst Federn und seinem Vater Paul zwischen 1945 und 1947
Zusammenfassung

Marianne Kröger
„Der Kampf gegen den Ungeist ist nicht zu Ende!“ 
Briefe Etta Federns 1945 an ihren Neffen Ernst Federn
Zusammenfassung


Zur Psychologie des Terrors:
Das Wunder von Ernst Federns Überleben


Ernst Federn (1990)
Gespräche zwischen Bruno Bettelheim, Dr. Brief und Ernst Federn

David Becker
Trauma und Traumatheorie: Bruno Bettelheim, Ernst Federn und Hans Keilson
Zusammenfassung

Tomas Plänkers
„Und habe geweint, einfach ohne jeden Grund.“
Ernst Federn in Buchenwald – die Re-Lektüre eines Interviews
Zusammenfassung

Wilhelm Rösing & Marita Barthel-Rösing
Zum intersubjektiven Prozess der Arbeit am Film mit Ernst Federn und Hilde Federn
Zusammenfassung


Psychoanalytische Sozialarbeit und Pädagogik

Ernst Federn
Der therapeutische Umgang mit Gewalt. Ernst Federn über August Aichhorns Beiträge zur „Psychoanalytischen Sozialarbeit”

Thomas Aichhorn
Bemerkungen zur den Protokollen der „Aichhorn Untergruppe“ und zu Ernst Federns Arbeit „August Aichhorns’s work as a contribution to the theory and practice of Case Work Therapy“
Zusammenfassung

Karin Maas & Michael Maas
Milieu und Risiko – Die Spuren sind gelegt! Ernst Federns Anstöße für die Milieutherapie in einer „gesprengten“ Institution
Zusammenfassung


Ernst Federn als Historiker der Psychoanalyse

Ernst Federn
Die Paul Federn Study-Group

Galina Hristeva
„Eine wahnsinnige Arbeit! Allerdings eine riesig interessante!“
Ernst Federn als Herausgeber der „Protokolle der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung“
Zusammenfassung


Psychoanalyse und Politik

Andreas Peglau
Wie funktioniert politische Psychoanalyse?
Zusammenfassung


Buchbesprechung

Wilhelm Reich und der Nationalsozialismus
Andreas Peglau: Unpolitische Wissenschaft? Wilhelm Reich und die Psychoanalyse im Nationalsozialismus

Freitag, 5. September 2014

Arno Gruen - Wider den Gehorsam






Wider den Gehorsam
Broschiert – von Arno Gruen  (Autor)
Arno Gruen, am 26. Mai 1923 in Berlin geboren, emigrierte er 1936 in die USA, wo er 1961 als Psychoanalytiker bei Theodor Reik promovierte.
Er war als Professor und Therapeut an verschiedenen Universitäten, Kliniken und in seiner Praxis tätig, bis er 1979 in die Schweiz übersiedelte.

Er lebt und praktiziert heute in Zürich.


Lange bevor wir sprechen können und sich unser Denken organisiert, müssen wir lernen, gehorsam zu sein und unsere Gefühle zu unterdrücken. In allen Lebensbereichen erzwingt unsere Zivilisation einen reflexartigen Gehorsam. Zugleich belohnt sie ein Gruppendenken, das ein selbstbestimmtes, freies Denken unmöglich macht.

Scharfsinnig entlarvt der bedeutende Psychoanalytiker Arno Gruen die Pathologie der freiwilligen Knechtschaft: Wir selbst halten uns nicht für gehorsam und erkennen nicht, dass die Idealisierung des Unterdrückers ihm Macht über uns verleiht.
Es ist höchste Zeit, gegen die Kultur des verschwiegenen Gehorsams zu revoltieren: Nur so können wir die Demokratie stärken und besser miteinander leben.



Montag, 30. September 2013

Das Faschismus-Syndrom






Das Faschismus-Syndrom [Gebundene Ausgabe]
Friedrich Hacker

Friedrich Hacker wuchs in Wien auf,  flüchtete 1938 vor den Nazis zunächst in die Schweiz, wo er sein bereits in Wien begonnenes Medizinstudium mit dem Grad des Dr. med. abschließen konnte.
1940 verließ er Europa und ging in die USA, wo er zunächst an mehreren Kliniken angestellt war und 1945 die Hacker Psychiatric Clinic (Beverly Hills und Lynwood, Kalifornien) gründete sowie die Hacker Foundation (Beverly Hills), die 1952/53 von Theodor W. Adorno geleitet wurde.

In späteren Jahren war er Professor für Psychiatrie an der University of Kansas sowie Professor für Psychiatrie und Rechtswissenschaften der Universität von Südkalifornien (USC) in Los Angeles.
1968 begründete Hacker in Wien die Sigmund-Freud-Gesellschaft, als deren Präsident er maßgeblich dazu beitrug, die langjährige Wohnung Sigmund Freuds in der Wiener Berggasse 19 zu erhalten. Heute ist dort das Sigmund-Freud-Museum untergebracht.
Hacker war 1976 Gründer und wissenschaftlicher Leiter des "Instituts für Konfliktforschung" in Wien, man findet in der dort herausgegebenen "Studienreihe Konfliktforschung", Band 3, in den Verlagen Braumüller Verlag und (anfänglich) Campus-Verlag ein Vorwort von ihm.
In den USA war Friedrich Hacker als Sachverständiger mit diversen, aufsehenerregenden Mordprozessen befasst, u.a. 1969 im Zusammenhang mit dem Mord an der Schauspielerin Sharon Tate.


Das Faschismus-Syndrom:Die tiefschürfende Analyse eines aktuellen Phänomens, die als Warnung verstanden werden muss! Friedrich Hackers Essay ist ein Aufruf, die Grauzonen zwischen den etablierten Parteien und den faschistischen Ideologien nicht aus dem Auge zu verlieren.

Immer wieder wird der Faschismus von seinen Anhängern als Erneuerung und Befreiung, ja spezifisch psychotherapeutisch als Kur und Heilung (zum Teil der Ganzheit und Ordnung) empfunden. Das vorliegende Essay eines der bekanntesten Psychoanalytiker ist zugleich sein Vermächtnis.
Er brachte es vor einigen Jahren in eine nie veröffentlichte Faschismusstudie des Instituts für Konfliktforschung, dessen Gründer er war, ein.

Es gilt als Mahnung, alte Fehler nicht mehr zu wiederholen, besonders nicht dadurch, daß wir den "Faschisten in uns selbst" arroganterweise übersehen.
Das weitgefächerte faschistische Angebot gibt dem Starken oder sich stark fühlenden die Möglichkeit, diese Stärke auszutoben, und dem Schwachen die Möglichkeit, sie zu kompensieren und die Sinnsuche nach einem starken Ich zu befriedigen.
Immer ist die strikte Rollenzuweisung, die zwar unbedingte Unterwerfung erfordert, aber gleichzeitig auch einen eigenen Machtbereich definiert, von entscheidender psychologischer Bedeutung, weil durch Disziplin und Hingabe scheinbar eine Aufgabe erfüllt und ein Lebenssinn gefunden werden kann.

Diese Kategorien sind:

- Die Maximierung von Ungleichheit. 
- Das Recht des Stärkeren 
- Das Führerprinzip. 
- Die Irrationalität. 
- Die Dauermobilisierung. 
- Die Vereinheitlichung. 
- Die organische Ganzheit. 
- Der Totaleinsatz. 
- Die Gewalt und der Terror von oben. 
- Das Uralte und das ganz Neue.