Posts mit dem Label Auseinandersetzung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Auseinandersetzung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 15. August 2015

Wissenschaft oder Kriegspropaganda? Die Wiederkehr des deutschen Militarismus !!!





Wissenschaft oder Kriegspropaganda?:
Die Wiederkehr des deutschen Militarismus und die Auseinandersetzung an der Berliner Humboldt-Universität

Broschiert – von Peter Schwarz (Herausgeber)

Im Mai 2015 entfachten die Medien einen Sturm gegen kritische Studierende der Berliner Humboldt-Universität. Die Autoren des anonymen Blogs „Münkler-Watch“ und die trotzkistische Jugendorganisation International Youth and Students for Social Equality (IYSSE) wurden übel beschimpft und sogar mit „Bombendrohungen und Mordaufrufen“ in Verbindung gebracht, weil sie sich kritisch mit den Professoren Herfried Münkler (Theorie der Politik) und Jörg Baberowski (Geschichte Osteuropas) auseinandersetzten.

Dieses Buch geht auf die Hintergründe dieser Auseinandersetzung ein. Es weist minutiös nach, wie Münkler und Baberowski in ihren Schriften und öffentlichen Äußerungen für eine aggressive deutsche Großmachtpolitik und die Verharmlosung deutscher Verbrechen in beiden Weltkriegen eintreten.
Es untersucht den Zusammenhang zwischen dem von der Bundesregierung verkündeten „Ende der militärischen Zurückhaltung“ und dem Angriff auf die Meinungsfreiheit an der Humboldt-Universität. Es dokumentiert den Kampf der IYSSE gegen Zensur und gegen die Verwandlung der Humboldt-Universität in ein ideologisches Zentrum für Kriegspropaganda.



Ende August erscheint im Mehring Verlag das Buch „Wissenschaft oder Kriegspropaganda? Die Wiederkehr des deutschen Militarismus und die Auseinandersetzung an der Berliner Humboldt-Universität“.
Es geht auf die Hintergründe der Auseinandersetzung an der Berliner Humboldt-Universität ein, die im Frühjahr 2015 einen Sturm in den Medien auslöste. Zahlreiche Zeitungen, angeführt von derF.A.Z. und der Zeit, hetzten gegen die trotzkistische Jugendorganisation International Youth and Students for Social Equality (IYSSE) und den Blog Münkler-Watch, die sich kritisch mit den Professoren Herfried Münkler (Theorie der Politik) und Jörg Baberowski (Geschichte Osteuropas) auseinandersetzten.
Das Buch weist minutiös nach, wie Münkler und Baberowski in ihren Schriften und öffentlichen Äußerungen für eine aggressive deutsche Großmachtpolitik und die Verharmlosung deutscher Verbrechen in beiden Weltkriegen eintreten. Es untersucht den Zusammenhang zwischen dem von der Bundesregierung verkündeten „Ende der militärischen Zurückhaltung“ und dem Angriff auf die Meinungsfreiheit an der Humboldt-Universität. Es dokumentiert den Kampf der IYSSE gegen Zensur und gegen die Verwandlung der Humboldt-Universität in ein ideologisches Zentrum für Kriegspropaganda.
Das Thema dieses Buches geht aber weit über die unmittelbaren Ereignisse an der Humboldt-Universität hinaus. Wer verstehen will, warum die herrschenden Eliten Deutschlands ihre außenpolitische Zurückhaltung aufgeben, militärisch aufrüsten, weltweit intervenieren und in der Europäischen Union als „Zuchtmeister“ (Herfried Münkler) auftreten, muss dieses Buch lesen.
Eine seiner Kernaussagen lautet, dass der deutsche Imperialismus zu den Traditionen des Kaiserreichs und des Nazi-Regimes zurückkehrt. Sie ist oft als Übertreibung oder pure Erfindung abgetan worden. Die Hetze gegen die IYSSE diente nicht zuletzt diesem Ziel. Doch seit die Bundesregierung Griechenland Anfang Juli ein brutales weiteres Sparprogramm aufzwang, diskutiert die gesamte internationale Presse über diese Frage.
„In einem Moment der Krise steht Europa einmal mehr vor der schwierigen Frage, wie es mit der Macht Deutschlands umgehen soll. Die Deutsche Frage ist zurück“, schrieb die New York Times am 13. Juli. Das französische Blatt Le Figaro meldete eine „antideutsche Turbulenzzone“, die Frankreich überquere. Und die Londoner Financial Times warf Griechenlands Gläubigern vor, sie seien „zu den nationalistischen europäischen Machtkämpfen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zurückgekehrt“.
Die Ermittlungen wegen Landesverrats, die der Generalbundesanwalt auf Druck der Geheimdienste gegen den Blog Netzpolitik.org eröffnet hat, bestätigen eine weitere Warnung in diesem Buch: Die Rückkehr zu Militarismus und Großmachtpolitik ist nicht mit Demokratie und Meinungsfreiheit vereinbar. Die Hetze gegen die IYSSE und Münkler-Watch war lediglich der Auftakt zu einer Einschüchterungskampagne gegen alle Journalisten, die Machenschaften der Geheimdienste und des Militärs aufdecken und kritisieren.
Die in „Wissenschaft oder Kriegspropaganda?“ veröffentlichten Beiträge sind teilweise bereits auf der World Socialist Web Site veröffentlicht worden, einige erscheinen zum ersten Mal. Es handelt sich um Essays und Vorträge, die von Vertretern der IYSSE und der Partei für Soziale Gleichheit im Rahmen der Auseinandersetzung an der Humboldt-Universität verfasst und gehalten wurden. Sie befassen sich mit den aktuellen Ereignissen sowie mit ihren historischen, politischen und theoretischen Hintergründen.
Besonders empfehlen möchten wir unseren Lesern den 40-seitigen Essay von Christoph Vandreier, „Jörg Baberowskis Geschichtsfälschung“. Er beruht auf einem Vortrag, den Vandreier am 12. Januar 2015 auf Einladung der IYSSE an der Humboldt-Universität hielt, ist aber für diesen Band gründlich überarbeitet und erweitert worden.
Er zeigt sorgfältig dokumentiert den Zusammenhang zwischen Baberowskis maoistischer Vergangenheit, seinem rein subjektiven, auf die irrationalistischen Positionen Michel Foucaults, Martin Heideggers und Hans-Georg Gadamers gestützten Zugang zur Geschichte und seiner Geschichtsfälschung auf. Der Essay ist nicht nur eine vernichtende Kritik der theoretischen und historischen Auffassungen Baberowskis, er gibt auch einen guten Einblick in ein akademisches Milieu, in dem Baberowskis Aussage „Hitler war nicht grausam“ als selbstverständlich hingenommen wird.
Erstmals veröffentlicht in dem Band ist auch der Vortrag „Warum wollen die deutschen Eliten wieder Krieg?“ von Peter Schwarz, der im Oktober 2014 an der Humboldt Universität und in mehreren anderen Städten auf großes Interesse stieß. Außerdem enthält das Buch den Vortrag „Sozialismus und historische Wahrheit“, den David North, der Chefredakteur der World Socialist Web Site und Vorsitzende der Socialist Equality Party in den USA, am 13. März 2015 im Rahmen der Leipziger Buchmesse vor 450 Zuhörern hielt. Er stellt die Auseinandersetzung an der Humboldt-Universität in einen größeren historischen und internationalen Zusammenhang.
Drei Anhänge dokumentieren den Beginn der Auseinandersetzung mit Baberowski im Februar 2014, als dieser Robert Service, den Autor einer verleumderischen Trotzki-Biografie, an die Humboldt-Universität einlud und jede Kritik unterdrückte, die Verteidigung des Rechts auf Meinungsfreiheit durch die IYSSE und die Auseinandersetzung um Münkler-Watch.

Freitag, 8. Mai 2015

Wir zahlen nicht für eure Krise !!!






Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus wissen wir, wem dieses Wirtschaftssystem nützt.

Es sind die wenigen 
Reichen, die davon profitieren, dass der Großteil der Bevölkerung
ausgebeutet wird. Klar ist auch, der Kapitalismus war nicht plötzlich da – seine zügellose Entwicklung wurde von den Konservativen und Reaktionären vorangetrieben und erscheint uns als so genannter Neoliberalismus in ganz besonders perfider Form.

Die neoliberale Ideologie will uns 
weiß machen, dass wir frei sind, alles tun und erreichen können, wenn wir nur hart genug dafür arbeiten.
„Mehr privat – weniger Staat“ wurde zum Programm erklärt.

Die Individualität von Menschen 
wird hoch gehalten und gelobt – natürlich, denn alleine
kann man wenig bewegen und alles bleibt im Lot.
Doch trotz Arbeit leben viele 
in Armut, Dienstleistungen, für die lange Zeit der Staat verantwortlich war – siehe Gesundheits- und Pensionsvorsorge, aber auch Bildung
– werden schleichend privatisiert.
Die schwerste Krise seit 1929 zeigt, dass neoliberale Politik nicht funktioniert – der Kapitalismus wird immer Krisen hervorbringen.

Downloadable unter:
https://rotbewegt.at/files/pdf/broschure_systemfehler_krise_download.pdf


Dienstag, 2. September 2014

Totalitäre und autoritäre Regime





Totalitäre und autoritäre Regime 
Taschenbuch – von Raimund Krämer (Herausgeber), WeltTrends e.V. (Herausgeber), Juan J Linz (Autor)

Der vierte Band der Potsdamer Textbücher bringt erstmals den klassischen Text der Politikwissenschaft zum Thema diktatorische Herrschaftssysteme in deutscher Sprache. Juan Linz reflektiert darin die Debatten um Totalitarismus und Demokratie und beschreibt die autoritäre Herrschaft als eigenständige Form politischer Machtausübung. Es ist eine exzellente Auseinandersetzung mit den politischen Phänomenen des 20. Jahrhunderts, die sich durch theoretische Tiefe, empirische Fülle und methodische Klarheit auszeichnet.



Juan Linz hat mit seinem Buch "Totalitäre und autoritäre Regime" eines der wichtigsten Standardwerke zu diesem Forschungsthema verfasst und das Buch ist, trotz des Erscheinens des Originals im Jahr 1975, immer noch hoch aktuell.
Daher ist es sowhl dem Verlag WeltTrends wie auch dem Herausgeber Prof.-Dr. Krämer hoch anzurechnen, dass sie dieses Werk ins deutsche übersetzt und herausgebracht haben.

"Totalitäre und autoritäre Regime" eignet sich nicht nur für den Politikwissen-schaftler/Histroiker, sondern durch den guten und verständlichen Schreibstil für alle politisch Interessierten.


Dienstag, 26. August 2014

Ausstellung - Die Medien und der Krieg






Zeit
2. Juni bis 31. Oktober 2014
Ort
Palais Porcia, Herrengasse 23, 1010 Wien
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag, werktags von 9 bis 18 Uhr, und Sonntag, 26. Oktober 2014
Eintritt
frei
Anmeldung
erforderlich bei Führungen für Schulklassen

Das Spannungsfeld Medien, Krieg und Propaganda sowie die Funktionsweise der zentralen Medien bei der Kriegsvermittlung stehen im Fokus jener Ausstellung über das k.u.k.Kriegspressequartier, die das Bundeskanzleramt und das Österreichische Staatsarchiv zeigen. Die Ausstellung versteht sich als kritischer Beitrag zur Entstehung der heutigen Medienwelt und gibt Einblick in die Zusammenhänge und Auswirkungen medial genutzter Kulturtechniken.
Dabei wird nicht nur historisches Material gezeigt, sondern der Blick gezielt auf aktuelle Zusammenhänge – wie etwa auf den Bereich Medien und Krieg in der Gegenwart – und Fragestellungen gelenkt, mit welchen die Öffentlichkeit auch heute konfrontiert ist. Die Thematisierung der Manipulationsfähigkeit von Mediensystemen erfolgt vor dem Hintergrund einer kritischen Auseinandersetzung mit dem durch den Krieg beeinflussten Mediensektor, der etwa von Themenselektion, gelenkter Berichterstattung, gezielter Informationsstörung und zensorischen Maßnahmen betroffen ist – und war.
Auch die Rolle herausragender Exponenten der Kunst bei den Kriegsanstrengungen der Mittelmächte wird beleuchtet. Prominente (temporäre) Mitglieder des Kriegspressequartiers (KPQ) waren etwa Alexander Roda Roda, Egon Erwin Kisch, Franz Molnar, Karl Hans Strobl, Franz Blei, Paul Busson, aber auch Alice Schalek und Ludwig Ganghofer. Einige nicht zum KPQ gehörende Literaten wie Franz Werfel oder Hugo von Hofmannsthal machten in dessen Auftrag bzw. mit dessen Billigung Vortragsreisen ins neutrale und befreundete Ausland oder in die besetzten Gebiete. Bekannte Kriegsmaler in der Kunstgruppe des KPQ waren Albin Egger-Lienz und Oskar Kokoschka.

Information zur Ausstellung

Online-Services zur Ausstellung

Für Schulklassen, Schülerinnen und Schüler

Die Ausstellung ist speziell für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahre geeignet und bietet Unterrichtsmaterial, Führungen und interaktive Elemente.
Anmeldung zu Führungen für Schulklassen.
Im Juli und August finden keine Führungen statt.

Kontakt

Mag. Susanne Bürger
Bundeskanzleramt Österreich
Abteilung I/5
Ballhausplatz 2, 1010 Wien
Tel.: +43 1 531 15-202356
E-Mail: susanne.buerger@bka.gv.at

Sonntag, 13. Oktober 2013

Attac: Gipfelstürmer und Straßenkämpfer






Attac: Gipfelstürmer und Straßenkämpfer [Gebundene Ausgabe]

Karl-Heinz Dellwo Willi Baer Werner Rätz Jörg Bergstedt 
Ein Blick auf die Aktivitäten und Strukturen von Attac von Werner Rätz (Mitinitiator von Attac Deutschland) und Jörg Bergstedt – in diesem zehnten Band der Bibliothek des Widerstands. 
Eine kritische Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Rolle von Attac von Attac-Deutschland-Mitbegründer Werner Rätz und dem Öko-Aktivisten Jörg Bergstedt. Mit den Filmen Gipfelstürmer und Straßenkämpfer (BRD 2003, 90 Min., Thomas Leif) und "Eviannaive" (BRD 2005, 80 Min., Verena Vargas).

Der Name attac suggeriert zunächst Angriff, tatsächlich ist es die Abkürzung von action pour une Tax Tobin d`aide aux Citoyens Aktion für die Tobin-Steuer als Hilfe für die Bürger , gegründet 1997 in Frankreich. 
Heute engagieren sich knapp 100.000 Menschen in neunzig Ländern in der globalisierungskritischen Bewegung. 

Attac begann als Aktion für eine internationale Steuer zur Kontrolle der Finanzmärkte. Heute befasst sich die Organisation mit Neoliberalismus, Welthandel, Privatisierung und der Verschuldung der sogenannten Dritten Welt. Gewerkschaften, kirchliche Basisgruppen und Teile der Linken sind bei attac aktiv. Anfangs eine Speerspitze der Globalisierungskritiker, ist attac nun in die Mitte der Gesellschaft gewandert und hat so einen Teil ihrer politischen und sozialen Sprengkraft eingebüßt. 

Die Autoren setzen sich kritisch mit der gegenwärtigen Rolle von Attac auseinander. Mit den Filmen Gipfelstürmer und Straßenkämpfer (BRD 2003, 90 Min., Thomas Leif) und "Eviannaive" (BRD 2005, 80 Min., Verena Vargas). Mit Texten von Jörg Bergstedt, Werner Rätz und einem Vorwort von Josef Hierlmeier. 

Dienstag, 5. März 2013

Die Integrationslüge





Die Integrationslüge: Antworten in einer hysterisch geführten Auseinandersetzung [Taschenbuch]
Eva Maria Bachinger (Autor), Martin Schenk (Autor)


Dr. Martin Schenk war nach Beendigung seines Wirtschaftsingenieur-Studiums wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Dr. Heiko Körner, Fachbereich Wirtschaftspolitik an der Technischen Universität Darmstadt.
Heute leitet er die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft Altauto (ARGE-Altauto) in Frankfurt.



Kaum eine Debatte wird so emotional und unsachlich geführt wie die Frage der Integration von "Menschen mit Migrationshintergrund“.

Die Autoren zeigen in ihrem fundierten und provokanten Buch: Integration ist eine Frage der sozialen Rangordnung, und das wichtigste Merkmal zur Unterscheidung von Menschen ist Geld.
Doch statt über Bildung, Arbeitsmarkt oder Aufstiegschancen diskutieren wir über kulturelle Eigenheiten und Religionszugehörigkeit.

Die Autoren liefern Reportagen aus dem Alltag von Menschen, die nach Berlin, Zürich oder Wien gekommen sind und sich weniger mit kulturellen als mit sozialen Problemen konfrontiert sehen.


Das Integrations- und Ausländerthema ist in Österreich ein Dauerbrenner. In Deutschland und der Schweiz wird es nicht anders sein. Dabei bestimmen oft ideologische und parteipolitische Gesichtspunkte den Verlauf der Debatte. Inzwischen blicken wir auf 20 Jahre Dauereregung zurück.

Das Interesse der Autoren liegt zunächst auf den klassischen Konfliktenfeldern der Integrationsdebatte. Schule, Arbeitsmarkt, Sozialsysteme.
"Die Integrationslüge" stellt die Frage, warum in diesen Konflikten bestimmte Aspekte stärker zur Sprache kommen als andere.

So legen die Autoren unaufgeregt offen, wer sich mit welchen Zielen in diese Auseinandersetzung einbringt. Schenk und Bachinger gelingt dabei das Kunststück, theoretische Fragen und empirische Erkenntnisse in flotter Sprache zu verbinden.
Sie haben die Schauplätze persönlich aufgesucht, wo andere vom Schreibtisch schwadronieren.




Montag, 27. August 2012

Die SPD und die Linke: Einsichten aus West und Ost





Die SPD und die Linke: Einsichten aus West und Ost [Broschiert]
Egon Bahr
, Reinhard Höppner (Autor)



Seit über 20 Jahren ist Deutschland wiedervereint. Über den Umgang mit der früheren PDS, die heute Die Linke heißt, wird nach wie vor heftig und emotional gestritten. Welche Emotionen es in West und Ost sind, dem gehen die Autoren nach.
Egon Bahr zeigt die langen Linien der Geschichte auf. Es ist die westliche Sicht über die Zwangsvereinigung von SPD und KPD in der Ostzone bis hin zur Periode, in der die Grünen nach den Ländern auch im Bund politische Verantwortung übernahmen.
Sein Fazit: 
Die Linke wird im Bund erst koalitionsfähig, wenn sie auch die außenpolitischen Realitäten anerkennt. Reinhard Höppner versuchte schon 1994 das scheinbar Unmögliche und führte als Ministerpräsident acht Jahre eine von der PDS geduldete Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt.
Er beschreibt seine Einsichten aus diesen Erfahrungen und macht sie fruchtbar für heutige Debatten.
Gemeinsam formulieren sie Wünsche an ihre Partei. Sie sind sich sicher: Die SPD kann sich selbstbewusst und ohne Berührungsängste den Hausforderungen der Zukunft stellen.
Willy Brandts Vision einer „Mehrheit links von der Mitte“ ist möglich.


... Er (Höppner) erklärt, der Beschluss nach der Wiedervereinigung keine SED-Mitglieder in die SPD aufzunehmen, sei nicht klug gewesen. Gute und Böse seien nicht so einfach und so pauschal zu unterscheiden.
Auch Willy Brandt habe das als Niederlage empfunden, ergänzte Egon Bahr. Denn bis heute mache die Aufarbeitung die innerdeutsche Versöhnung unmöglich: „Die Erkenntnisse werden für die innenpolitische Auseinandersetzung genutzt, so werden wir nie eine innere Einheit haben.“
Er hoffe, dass wir uns nicht darin verfangen, die Aufarbeitung fortzusetzen, bis der letzte Stasi-Angestellte gestorben ist, sagte Bahr.
Und sein Co-Autor Höppner ergänzte, dass auch das eine Art von Gefangenschaft sei, aus der man sich befreien müsse. In diesem Sinne plädierten die Autoren für eine selbstbewusste SPD, die die Auseinandersetzung mit der Linken nicht scheuen muss.





Sonntag, 8. April 2012

"Niemand wird zurückgelassen: Eine Schule für Alle"

So lautet der Titel des äußerst informativen, anregungsreichen und denkwürdigen Buches von Rainer Domisch und Anne Klein, das im Februar 2012 erschienen ist.

Durch den Tod von Rainer Domisch im August 2011 ist diese Veröffentlichung all denen, die ihn kannten und schätzten, zu seinem Vermächtnis geworden.


Als langjährigem Mitarbeiter im finnischen Zentralamt für Unterrichtswesen und unmittelbar Beteiligtem an der finnischen Bildungsreform fiel Rainer Domisch völlig unerwartet aufgrund des außerordentlichen deutschen Interesses an dem PISA-Sieger Finnland mit der ersten PISA-Veröffentlichung 2001 die Rolle des "Botschafters" für das finnische Bildungssystem in Deutschland zu.
Er erklärte auf die ihm eigene freundlich-sachliche Art der deutschen (deutsch sprachigen) Bildungspolitik, der Fachöffentlichkeit und den Medien, wie das finnische System "tickt". Ein Jahrzehnt nach der ersten PISA-Veröffentlichung ist nun sein Buch in der Co-Autorenschaft mit der deutschen Erziehungs- und Politikwissenschaftlerin Anne Klein posthum erschienen.

Das Buch ist weitaus mehr als eine Beschreibung des finnischen Schulmodells für eine breite deutsche (deutsch sprachige) Leserschaft. Es gibt auch Einblick in das Menschen- und Gesellschaftsbild, das sich untrennbar mit der einen SCHULE FÜR ALLE verbindet. Darüber hinaus dient der gezielte politische Vergleich zwischen Finnland und Deutschland den Autoren als kritische Auseinandersetzung mit der PISA-Rezeption der deutschen Bildungspolitik.
Die finnische Gesellschaft ist auch mit den Herausforderungen des Neoliberalismus und der Globalisierung konfrontiert.

Dafür, dass emanzipatorische und sozial förderliche Werte nicht verloren gehen, steht das grundlegende gesellschaftliche Leitbild: Niemand wird zurückgelassen!


Es ist keine abstrakte Idee, sondern verankert in der SCHULE FÜR ALLE. Für die deutsche Gesellschaft gilt aus Sicht der Autoren, dass sie die Bedeutung dieser ethischen Aufforderung "Niemand wird zurückgelassen" aus den gewaltsamen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts gelernt haben sollte.

An die Überzeugung, dass jede Gesellschaft jederzeit lernen kann, knüpfen sie die Hoffnung, dass das 21. Jahrhundert auch in Deutschland von der Einsicht geprägt ist, "dass eine demokratische Gesellschaft auch ein auf die Herstellung von Chancengleichheit zielendes Bildungssystem benötigt".
Der Anhang enthält finnische Antworten auf die am häufigsten gestellten "deutschen" Fragen und lässt "Stimmen aus Finnland" mit eigenen Erfahrungen zu Wort kommen. Eine wunderbare Möglichkeit für jeden Leser bei sich zu überprüfen, was er verstanden und gelernt hat durch die Lektüre und wie sie persönlich nachwirkt.

Quelle: BIZEPS Info Online
Der komplette Artikel ist einzusehen unter:
http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=13122


Montag, 12. März 2012

Exit: Mit Links aus der Krise


Exit: Mit Links aus der Krise:
Edition Blätter 3
[Broschiert]







Elmar Altvater ,
Samir Amin
,
Colin Crouch
,
Tim Jackson
,
Tony Judt
,
Birgit Mahnkopf
,
Robert Misik
,
Antonio Negri
,
Kate Pickett
,
Harald Welzer

u.v.a. Auch 2012 hat die Krise Hochkonjunktur. Aber mit was für einer Krise haben wir es eigentlich zu tun; wer oder was steckt genau in der Krise?

- Die Wirtschafts- und Finanzmärkte?
- Das kapitalistische Wirtschaftssystem?
- Gar die Demokratie?
- Welche Zwänge und Mechanismen führten zur Krise und mit welchen Strategien ist eine Neuordnung möglich?


Mit dem Sammelband 'Exit- mit Links aus der Krise' geben die 'Blätter für deutsche und internationale Politik' Antworten auf diese Fragen. Sie beschließen damit ihre globalisierungskritische Trilogie,
in der bereits 'Der Sound des Sachzwangs' (2006) und
'Das Ende des Kasino-Kapitalismus' (2009) erschienen.

Entstanden ist ein Reader, der die Finanz- und Wirtschaftskrise unserer Zeit umfassend beleuchtet. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zur ernsthaften und differenzierten Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Krise.