Montag, 12. März 2012

Rechte Mythen, NS-Verharmlosung und antifaschistischer Protest


Friede, Freude, deutscher Eintopf:
Rechte Mythen, NS-Verharmlosung und antifaschistischer Protest;
Herausgegeben von Arbeitskreis gegen den kärntner Konsens (Herausgeber)

Die Beiträge zu Geschichtspolitik und Erinnerungskultur fokussieren auf die spezifische Situation in Kärnten/Koroka und das umstrittene Ulrichsbergtreffen, eines der größten Treffen von Veteranen der nationalsozialistischen Wehrmacht und (Waffen-)SS in Europa.

Ausgehend davon werden unterschiedliche Facetten des österreichischen Umgangs mit der jüngeren Geschichte sichtbar gemacht.



Dass 2009 das Bundesheer seine Unterstützung des Ulrichsbergtreffens zurückzog und die geplante 50 Jahr-Feier daraufhin abgesagt wurde, ist als Erfolg der Protestaktivitäten zu werten.
Der Bogen der Beiträge reicht von einer Auseinandersetzung mit den Traditionsbezügen des Bundesheeres und deren Veränderung in den letzten Jahren, über die spezifisch kärntnerslowenische Geschichte von Widerstand und Verfolgung, bis zur kaum diskutierten Frage nach dem Andenken von NS-Täter/innen in der Wissenschaft.

Mit kritischem Blick und auf Basis umfangreicher Recherchen leistet die Publikation einen wichtigen Beitrag zur Analyse österreichischer Geschichtspolitik.

Die Piratenpartei - Freiheit, die wir meinen


Die Piratenpartei - Freiheit, die wir meinen
Neue Gesichter für die Politik [Broschiert]

Martin Häusler (Autor)
geboren 1974, arbeitet seit 18 Jahren als Journalist. Nach seinem Publizistik, Geografie- und Soziologiestudium war er bei Gruner + Jahr und bei Axel Springer als Reporter, Kolumnist und Ressortleiter tätig. Heute ist er freier Autor und Konzeptentwickler.

Allmählich begreifen die "etablierten" Parteien, dass Netzpolitik nicht länger ein Nischenthema ist, sondern Konjuktur hat.
Seit einigen Monaten verfügen die "Digital Natives" sogar über eine parlamentarische Stimme: die Piratenpartei (8,9% - Berliner Abgeordnetenhaus).

Freiheit bewertet die Piratenpartei vor allem nach einem Kriterium:
Entweder ist der Zugang zu einer Ressource, einer Institution oder einem Rechtsprinzip verschlossen oder er ist offen.
Die Kehrseite ist, dass dem piratischen Freiheitsbegriff die sozial-emanzipatorische Kraft fehlt.


Martin Häusler analysiert scharfsichtig und kenntnisreich, warum die Piraten ein Ausdruck eines großen gesellschaftlichen Vetos sind: Die Menschen sind der großen Parteien und Koalitionen überdrüssig, die aufgrund innerer Zerrissenheit, programmatischer und persönlicher Egozentrik, Vereinnahmung durch Lobbygruppen, Heimlichtuerei und Korruption ihren Glaubwürdigkeitskredit restlos verspielt haben.

Weitere Infos siehe auch:
http://www.ctrl-verlust.net/das-politische-Denken-der-Piraten

und
:
Piratenpartei: Vom Betriebssystem zum Parteiprogramm
Daniel Leisegang
in Blätter f. deutsche & internationale Politik 3/12


Sonntag, 11. März 2012

Nachrichten vom Ableben der SPÖ sind stark übertrieben


Nachrichten vom Ableben der SPÖ sind stark übertrieben.
Josef Broukal (Herausgeber)

Als Abrechnung mit der Politik & der SPÖ will er das Buch in keiner Weise verstanden wissen, aber der Befund des Medien- und Politik-Profis Josef Broukal über die Partei fällt hart aus.

Schon 2009 hat der ehemalige SPÖ-Bildungssprecher Josef Broukal namhafte Kommentatoren der österreichischen Innenpolitik zusammengebracht, um in einem Sammelband "Politik auf Österreichisch" der Schwäche des österreichischen Parlamentarismus nachzuspüren. Mit "Nachrichten vom Ableben der SPÖ sind stark übertrieben" knüpft Broukal indirekt an dieses Werk an.


"Die SPÖ ist nicht tot, aber schwer krank": Ex-Mandatar Broukal rechnet mit Partei ab.
In der heutigen SPÖ ortet der Autor zu viele Amateure am Werk: „Ich habe den Eindruck, dass manchmal Learning by Doing stattfindet – und dazu sind hohe und höchste Funktionen nur bedingt geeignet.“

Dass Broukal sich bei seiner Autorenauswahl bewusst für parteiinterne Querdenker und externe Kritiker entschieden hat macht schon schnell deutlich dass "Nachrichten vom Ableben der SPÖ sind stark übertrieben" alles andere als eine Wohlfühlperspektive vermittelt.
Es überrascht, wie offen die Autoren hier ihre Meinung kundtun. Wie zum Beispiel im Beitrag Misik, wo Ideale und Realität aufeinanderprallen, wenn der Autor mit seinem Sohn über Ausländerfeindlichkeit spricht.

Viele Themen, die jahrelang nicht, kaum oder zu wenig wirklich offen diskutiert werden, werden in diesem Buch angesprochen.



Helene Maimann - Über Kreisky: Gespräche aus Distanz und Nähe;



















Über Kreisky: Gespräche aus Distanz und Nähe;
Helene Maimann (Herausgeber)
Gespräche mit prominenten Zeitgenossen und Weggefährten, Essays, wenig bekannte Bilddokumente und eine ausführliche Biografie - zum 100. Geburtstag Bruno Kreiskys entstand ein lebendiges, neues Bild eines Politikers und seiner Epoche, die Österreich verändert hat wie keine andere.
Das ist ein Portrait, das eine eigene Klasse prägt - meisterlich!


Vorwort: Franz Vranitzky
Epilog: Armin Thurnher

Interviews mit:

Oliver Rathkolb
Heinz Fischer
Helmut Schmidt
Henry Kissinger
Karl Schwarzenberg
Eva & Thomas Nowotny
Barbara Coudenhove Kalergi
Arie Lova Eliav
Ferdinand Hennerbichler
Peter Jankowitsch
Antonia Rados
André Heller
Hannes Androsch
Margit Schmidt
Johanna Dohnal
Peter Kreisky

In jedem der 16 Interviews gelingt Helene Maimann das Kunststück, den Menschen und Politiker Kreisky in einem neuen, oft überraschenden Licht zu zeichnen.

Bedrängt, verfolgt, getötet



Bedrängt, verfolgt, getötet
Kuno Kallnbach / Helmut Matthies (Hrg.)
Wenn es lebensgefährlich ist, Christ zu sein. Einblicke, Schicksale und Erfahrungsberichte.


Weltweit werden etwa 100 Millionen Christen unterdrückt, bedrängt oder verfolgt. Das Buch "Bedrängt, verfolgt, getötet" erzählt von Familien und Einzelnen in Ägypten, Irak, Pakistan, Zentralasien, Nordkorea und anderen Ländern des fernen Ostens.
Die Beiträge geben eine aktuelle Einschätzung der Lage in diesen Ländern. Sie berichten von der Wirkung, die Gebete der Christen im Westen für Verfolgte haben.


Mit Originalbeiträgen von Altaf Khan (Kirchenführer in Pakistan),
S.E. Bischof Damian (Bischof der Koptisch-Orthodoxen Kirche),
Sr. Hatune Dogan (Helfende Hände),
Volker Kauder (Fraktionsvorsitzender CDU/CSU im Deutschen Bundestag),
Heiko Krimmer (Christliche Indien Mission),
Manfred Müller (HMK), Markus Rode (Open Doors),
Mosab Hassan Yousef ("Sohn der Hamas"),
Winrich Scheffbuch (Hilfe für Brüder),
Thomas Schirrmacher und anderen.


Es gibt Stimmen die behaupten, dass wir derzeit die weltweit größte Christenverfolgung erleben. Dieses Thema steht zumindest im deutschen Medienalltag nicht oft auf der Tagesordnung.

In diesem Buch nun berichten die Autoren von Christenverfolgungen in allen Herren Länder. Bischof Damian beispielsweise berichtet über die Lage der koptischen Christen in Ägypten. Was er berichtet hört sich schrecklich an, aber er gibt uns Deutschen Tipps wie wir den Kopten in seinem Land gleich in mehrfacher Weise helfen können. So gibt es zwar zwischen katholischen und evangelischen Christen in beiden Ländern Verbindungen, doch leider fallen die Kopten bei solchen partnerschaftlichen Beziehungen fast immer hinten runter. Genau an dieser Stelle fordert der Bischof mehr Engagement.

Andere Autoren berichten von den Christen in der Türkei, Pakistan, Nordkorea und Afghanistan.


Die Qualität der österreichischen Demokratie


Die Qualität der österreichischen Demokratie:
Kriterien, Befunde, Herausforderungen.
Karl Duffek (Herausgeber), Barbara Rosenberg (Herausgeber), Barbara Prammer (Herausgeber)


Weltweit bekennen sich heute so viele Staaten wie nie zuvor zur Demokratie. Eine quantitativ beispiellose , die aber die Frage nach der Qualität der Demokratie nicht überdecken darf.
Und aus gutem Grund wird in der politikwissenschaftlichen Diskussion immer häufiger der Zustand und die Qualität der Demokratie(n) thematisiert. Denn nicht nur der international vergleichende Blick auf junge demokratische Gesellschaften rückt diese Frage in den Mittelpunkt. Auch die Analyse der entwickelten, vermeintlich gefestigten Demokratien bringt zahlreiche Krisensymptome zu Tage.

Wenn man sich etwas näher mit dem Sinn der Demokratie (in Österreich, aber auch jene von anderen Ländern) auseinandersetzen will ist es nahezu eine "Pflichtliteratur".
Besonders die Aktualität dieser Thematik könnte bei allen punkten. Sehr zum Weiterempfehlen!

Die Beiträge beruhen auf einem im Mai 2009 in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Politikwissenschaften in Wien durchgeführten Symposion, auf ergänzenden Vortragsveranstaltungen und auf den Ergebnissen einer vom Institut für Konfliktforschung im Auftrag des Dr.-Karl-Renner-Instituts durchgeführten Studie zum Thema "Demokratie messen? Indikatoren für Demokratiequalität".


Mag.a Barbara Prammer, geboren am 11. Jänner 1954 in Ottnang am Hausruck/Oberösterreich. Matura Handelsakademie Vöcklabruck, Studium der Soziologie an der Universität Linz, Zweite Präsidentin des oö. Landtages (1991 - 1995), Mitglied der oö. Landesregierung (1995 - 1997), Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz (1997 - 2000). Seit 1999 Abgeordnete zum Nationalrat. Von 2004 bis 2006 Zweite Präsidentin  des Nationalrates.

2006 wurde sie als erste Frau zur österreichischen Nationalratspräsidentin gewählt. Die politischen Beobachter achteten daher besonders auf die Ergebnisse der (geheimen) Abstimmung. Mit 135 von 166 gültigen Abgeordneten-Stimmen erreichte sie prozentuell dieselbe Zustimmung wie ihr Vorgänger Andreas Khol vier Jahre zuvor. In ihrer Antrittsrede sprach sie sich für die Stärkung derMinderheitenrechte im Nationalrat aus.

Im Jahr 2008 wurde Prammer mit 140 von 168 gültigen Stimmen erneut zur Nationalratspräsidentin gewählt, ebenso 2013 mit 147 von 179 gültigen Stimmen.
Sie war bis zu ihrem Tod am 2.August 2014 Präsidentin des Nationalrats. 

Wer regiert die Welt?


















Wer regiert die Welt?
Warum Zivilisationen herrschen oder beherrscht werden; Ian Morris (Autor)

Die Journallie ergibt sich in den höchsten Tönen:
"Ein großer Wurf - lesenswert, anregend, provozierend.";
"Faktenreich, Anekdoten stark und brillant geschrieben. Man liest es mit Gewinn.";
"Sieg nach Punkten -Ein blendend formulierender und beeindruckend belesener Autor.";
"Ian Morris schreibt vergnüglich und streitbar. Sein interdisziplinärer Ansatz verrät den rundum gebildeten Historiker, der den Leser souverän durch die Jahrhunderte führt."


Das neueste Buch von Ian Morris ist ein erstaunliches Werk: Auf Hunderten von Seiten das aktuelle Wissen über alle Aspekte gesellschaftlicher Veränderung. Plus die drängenden Fragen der Zukunft.

Ian Morris Stil ist locker, anekdotenreich, bisweilen sogar flapsig. Wer ein Buch sucht, in dem die letzten 12000 Jahre Menschheitsgeschichte lebendig durcherzählt werden, der wird in diesem Buch auf seine Kosten kommen!

Dort kämpfen, wo das Leben ist



Clara Zetkin oder: Dort kämpfen, wo das Leben ist!

Clara Zetkin (1857 bis 1933), vor 1914 die »grande dame« der deutschen Sozialdemokratie, nach 1918 umstrittene und streitbare Persönlichkeit des deutschen Kommunismus, ist immer noch unbequem!

Diese Frau war Opposition per se: Frauenrechtlerin, revolutionäre Sozialistin, Initiatorin des Internationalen Frauentags, Kriegsgegnerin, Kommunistin in der Tradition Rosa Luxemburgs, 1932 von den Nazis attackierte Alterspräsidentin des Deutschen Reichstags.


Der anhaltende Streit um die Bedeutung Clara Zetkins war für Florence Hervé Anlass, sich dieser Persönlichkeit erneut zu widmen.

Nachdem Tânia Puschnerat in ihrer 2003 veröffentlichten Monographie Clara Zetkin. Bürgerlichkeit und Marxismus das Leben und Wirken Zetkinsinsbesondere von konservativen, opportunistischen und bürgerlichen Handlungsmotiven bestimmt sieht, betont Hervé die revolutionären und unzeitgemäßen Ideen Zetkins.

Innerhalb der SPD hatte Clara Zetkin eine führende Rolle inne und war als Mitglied der Kontrollkommission von 1909 bis 1917 Teil des Parteivorstands. Sie zählte zu denjenigen, die sich zu Beginn des Ersten Weltkriegs der Mehrheitsentscheidung der Partei zur Zustimmung der Kriegskredite und zur Burgfriedenspolitik widersetzten und sich damit offen gegen die Partei stellten.
Als Sekretärin des Internationalen Frauensekretariats versammelte sie – gegen das Verbot des Parteivorstandes – im März 1915 Frauen der am Krieg beteiligten Länder zu einer sozialistischen Frauenkonferenz in Bern.
Als Clara Zetkin anschließend in Deutschland Flugblätter mit den Forderungen der Frauenkonferenz zur Beendigung des Krieges verteilen ließ, wurde sie verhaftet und des Landesverrats angeklagt, jedoch aufgrund ungeheuren Protests schließlich wieder aus der Haft entlassen.

Schließlich gehörte Clara Zetkin auch zu den Frauen, die ab 1919 erstmals als Abgeordnete in deutsche Parlamente einziehen konnten: 1919/20 war sie Mitglied der Verfassungsgebenden Landesversammlung Württembergs und hielt dort die erste Rede, die je von einer Frau in einem deutschen Parlament gehalten wurde, und von 1920 bis1933 gehörte sie dem Deutschen Reichstag an.

Donnerstag, 8. März 2012

Paulo Coelho: Der Sieger bleibt allein


In diesem Buch malt Coelho ein apokalyptisches Bild der Film- und Modewelt, in der Glamour und Ehrgeiz alle wahren Werte verdrängt haben. Dieses Bild zeigt aber auch auf, dass sich generell die Priorität von Werten in den letzten Jahrzehnten geändert hat und dass es wert ist sich mit dieser Situation auseinander zu setzen.

In "Der Sieger bleibt allein" nimmt Paulo Coelho das Thema seines Weltbestsellers Elf Minuten wieder auf: die Liebe, die uns ebenso oft zerstört, wie sie uns erlöst. Ein spannender Roman über die dunkle Seite der Liebe. An der französischen Côte d Azur kommen die Reichen und Berühmten zusammen, diejenigen, die es bis ganz nach oben geschafft haben. Auch Igor, der aus Russland anreist, ist besessen von Luxus und Erfolg und ebenso von der Liebe oder was er dafür hält.

So lange unsere Welt so ist wie sie ist, sollten wir dankbar für die Geschichten Coelhos sein, die uns immer wieder aufs Neue zeigen, dass es auch einen anderen Weg gibt, als der, der uns von der Gesellschaft vorgeschrieben wird. Seine Message ist einfach: Höre auf dein Herz!

Dienstag, 6. März 2012

Unser Jahrhundert: Ein Gespräch


Unser Jahrhundert: Ein Gespräch
Helmut Schmidt (Autor), Fritz Stern (Autor)
Altkanzler Helmut Schmidt & Historiker Fritz Stern, sprechen, streiten und spekulieren über Sternstunden der Weltgeschichte.
Dieses Buch ist vom Konzept und Inhalt her ein sehr kluges Werk, das in brillanter Weise versteht, einen besonderen Dialog zwischen zwei Persönlichkeiten darzustellen.
Jenseits von belanglosem "Talk", ausschweifenden "Diskussionsforen" und vermeintlichen Club-Gesprächen schafft es "Unser Jahrhundert" tatsächlich, ein tiefgreifendes, nahe gehendes, berührendes Gesprächserreignis zu sein.

Dieses Buch ist auch ein echter Lichtblick: Zwei Menschen, ebenso gebildet wie gescheit, Altkanzler Helmut Schmidt und Historiker Fritz Stern, eine Art Waldorf und Statler des Geistes.
Bei dem Gespräch, das hier dokumentiert wird, handelt es sich um alles andere als um den Austausch von Höflichkeiten und das Schwelgen zweier Greise in den Erinnerungen an gute wie schlechte, alte Zeiten.
Gleichermaßen belesen und eloquent, scheuen sie auch nicht davor zurück, dem Anderen Paroli zu bieten oder sogar in die Parade zu fahren – was sich ja insbesondere in Anbetracht der berühmt berüchtigten Apodiktik Helmut Schmidts in einem echten Disput kaum vermeiden lässt.

Das Gespräch fand innerhalb von drei Tagen im Hause Schmidt in Hamburg statt und ist in sechs Abschnitte eingeteilt, denen jeweils die Themenbereiche stichwortartig zusammenfassend vorangestellt sind.

Man ist bei der Lektüre immer wieder erstaunt, wie präzise und disziplinübergreifend das Wissen von Helmut Schmidt und Fritz Stern reicht.

Hugo Portisch; Was jetzt?


Was jetztHugo Portisch (Autor)

Weltweite Demos, wankende Banken und eine ratlose EU!

Für politisch interessierte oder vielleicht sogar Geschichtsinteressierte ist das Buch durchaus interessant und recht leicht zu lesen, wahrscheinlich auch weil die Gesamtlaenge dieses kleinformatigen Buches nur bei gerade ueber 70 Seiten liegt.

Dieses Buch ist jedoch von einem Mann geschrieben worden, der wahrlich etwas zu sagen hat. Seine Sprache ist klar und verständlich, seine Ideen und Vorstellungen zumeist logisch, kühn und global angelegt. Das Buch regt zum Nachdenken und Grübeln an.
Die zentrale Frage, die sich aus dem Buch heraus stellt: Lernen wir aus der Geschichte?

Mit seiner emotionalen Schrift "Was jetzt" präsentiert Portisch ein emotionales und engagiertes Plädoyer für die EU als Friedens- und Solidargemeinschaft, tritt gegen populistische Politiker und Medien auf, die die EU zum verhassten Feindbild gemacht haben.
Der Erklärer der Nation hat nichts von seiner Frische eingebüßt.

Hugo Portisch macht genau das, was eigentlich die Schnarchnasen in der Bundesregierung hätten tun sollen. Er erklärt, was Sache ist, labert dabei nicht um den heißen Brei herum, spricht auch unangenehme Wahrheiten aus und hat einen klaren Plan, wie es weitergehen könnte. Er ist dabei sachkundig, präzise und vor allem glaubwürdig.

Auf Basis der in Österreich gewonnen Informationen spielt Hugo Portisch mit verschiedenen Ideen und nimmt Anleihen aus der Geschichte und zeigt auf das Für und Wider um eine gemeinsame Währung und einen gemeinsamen Staat.

Wie man die Menschen für die europäische Idee begeistert?
Mit Leidenschaft, Wissen, einer klaren Sprache - Hugo Portisch macht es in 'Was jetzt' wieder einmal vor.
"Reden, erklären, diskutieren, Rechenschaft ablegen - dem Volk gegenüber"
Dieses Rezept gibt Hugo Portisch den heimischen Europapolitikern. Sie sollten auf den großen alten Kommunikator hören!

Sonntag, 4. März 2012

Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus



Die Schock-Strategie: Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus
Naomi Klein (Autor), Michael Bischoff (Übersetzer)

Ein wichtiges Werk das hilft viele Fehlentwicklungen auf dem Wirtschaftssektor in den letzten Jahrzehnten zu begreifen. Das Werk von Naomi Klein ist auf weiten Strecken erschütternd. Wie viel Not und Elend wurde doch über die Menschheit wegen der unersättlichen Raffgier einer Minderheit gebracht.

Das letzte Kapitel schildert positive Entwicklungen So ist es den Staaten Lateinamerikas gelungen sich von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfond zu befreien.

Viele der geschilderten Aspekte wurden bei uns in der Meanstream-Presse völlig verzerrt oder gar nicht wiedergegeben. Das Buch ist daher auch ein Lehrstück dafür, dass der kritische aufgeklärte Bürger, wenn er rational und politisch verantwortlich entscheiden will neben Fernsehen und Zeitungen andere Informationsquellen nutzen sollte ' wie eben dieses Buch.

Victor Adler / Friedrich Engels, Briefwechsel


Die Korrespondenz zwischen Friedrich Engels und Victor Adler, berührt außer persönlichen Fragen insbesondere Überlegungen zu taktischen Problemen der Arbeiterbewegung.
Der vorliegende Band enthält den gesamten überlieferten Briefwechsel sowie Texte von Adler und Engels, auf welche in der Korrespondenz Bezug genommen wird.

In der Zeit eines Aufschwungs der Bewegung stellte sich für den führenden Vertreter der seit 1889 geeinten österreichischen Arbeiterbewegung und dem Veteranen, der fast 50 Jahre auf theoretischem wie praktischen Gebiet zur Entwicklung der Bewegung beigetragen hatte, die Frage, wie die Eroberung der politischen Macht, "die einzige Tür in die neue Gesellschaft", vollbracht werden könne. Es galt mit den Worten von Engels "den Stein ins Rollen zu bringen", um die Kettenreaktion auszulösen, die diese Tür öffnen würde.

Voraussetzung für die Diskussion des europäischen Sozialismus waren Massenstreiks der Arbeiter, Wahlerfolge, Demonstrationen, u. a. seit 1890 am 1. Mai in mehreren Ländern.
Wichtig wurden die Kämpfe um das Wahlrecht, die in Belgien einen erfolgreichen Ausgangspunkt fanden und in Österreich weitergeführt wurden.
Sie brachten Engels zu der Überzeugung, dass die österreichische Bewegung unter den gegebenen Umständen die "Avantgarde des europäischen Proletariats" bilden solle.

Da Massen neu in die Arbeiterbewegung strömten, waren sich die zwei Diskutanten einig, dass parteiintern offene Diskussionen eine absolute Notwendigkeit seien, "um nicht zur Sekte zu werden". Massenbewegung und gemeinsamer Standpunkt mussten vereinigt werden.

Zeitsprünge von Eugen Herman-Friede


Eugen Herman-Friede ist ein deutscher Widerstandskämpfer, der vor allem durch seine autobiografischen Schriften bekannt ist.

Eugen Herman-Friede, 1926 geboren, in Berlin-Kreuzberg aufgewachsen, besuchte zwangsweise die jüdische Mittelschule bis zu deren Schließung 1942. 1943 tauchte er unter, um seiner Deportation zu entgehen. Im Sommer 1943 wurde er nach Luckenwalde vermittelt, wo er die Gründung der Widerstandsgruppe »Gemeinschaft für Frieden und Aufbau« erlebte und in ihr mitwirkte. Im Dezember 1944 verhaftet, überstand Eugen Herman-Friede das Ende der nationalsozialistischen Diktatur in verschiedenen Gefängnissen bis zur Befreiung im April 1945.
Eugen Herman-Friede hat danach einige Jahre in Ostberlin gelebt.
Anfang 1949 flüchtet er nach Westberlin, 1953 geht er mit seiner Familie für einige Jahre nach Kanada und kehrt schließlich nach Deutschland zurück.

Eugen Herman-Friede hat als Zeitzeuge Hunderte Lesungen gehalten und wurde 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Seine Erzählungen spiegeln persönliche Erinnerungen und den jeweiligen Zeitgeist in einer charmanten, bissigen und humorvollen Weise.
In seinen Geschichten unternimmt Eugen Herman-Friede Zeitsprünge aus seiner Kindheit im Berlin Anfang der 30er Jahre zur sowjetischen Militäradministration in der Nachkriegszeit, vom swinging London der 60er Jahre nach Neu Guinea und andere Welten der 70er und vom Ostberlin des geteilten Deutschlands der 80er bis nach Niederbayern, Israel und in die USA der 90er Jahre.

Helmut Schmidt: Religion in der Verantwortung. Gefährdungen des Friedens im Zeitalter der Globalisierung.


Mehr als jeder andere Spitzenpolitiker hat Helmut Schmidt sich immer wieder auch zu ethisch-religiösen Fragen geäußert. Seine wichtigsten Reden zu diesem Thema sind in dem vorliegenden Buch versammelt.

Es sind nachdenkliche und eindringliche Gedanken, die uns der alte Mann aus Hamburg mitteilt. Es täte der politischen Debatte und der geistigen Auseinandersetzung in Deutschland gut, wenn in einem 'Rat der Alten' Helmut Schmidt und die anderen früheren Kanzler und Präsidenten mit einigen Theologen und Philosophen ihre Erfahrungen und ihren Rat einbrächten.
Schmidt erzählt von seinen Begegnung mit Menschen und Führern anderer Weltreligionen und erkennt auch dort die Suche nach der Wahrheit.

Helmut Schmidt sieht vor allem die drei großen monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam – in der Verantwortung. In ihrem Ausschließlichkeitsdenken sieht er einen wesentlichen Grund für die gefährliche weltweite Radikalisierung. Statt sich gegenseitig zu respektieren und nach den gemeinsamen Wurzeln zu fragen, erhebe jede der Weltreligionen Anspruch auf die eigene Wahrheit. Dass die Kirchenführer – Imame und Rabbis genauso wie Bischöfe und Pfarrer – sich ihrer Verantwortung entziehen, beschwört die Gefahr neuer Kriege und weltweiter Konflikte herauf.

Schmidt geht in seinem aktuellen Beitrag aber nicht nur mit den Religionen ins Gericht, sondern auch mit der gegenwärtigen Politik. So lange sie es nicht schafft riesige wirtschaftliche Unterschiede über kontinentale Grenzen hin wirksam zu bekämpfen, wird sich das Gewaltpotenzial in den Religionen nicht verringern. Folgt man Schmidts Gedankengang ist er einleuchtend.