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Dienstag, 3. September 2013

Der spanische Bürgerkrieg in Augenzeugenberichten





Der spanische Bürgerkrieg in Augenzeugenberichten[Taschenbuch]


Hans-Christian Kirsch  



Quellenstudium muß nicht trocken und schwer verständlich sein - das zeigt das Werk "der spanische Bürgerkrieg in Augenzeugenberichten". 

Anhand chronologisch dargestellter Kurztexte von Zeitgenossen wird die Vorgeschichte dieses für Europa so wichtigen Ereignisses, sein Ausbruch und die auf beiden Seiten verübten Grausamkeiten, die militärische Entwicklung, der Enthusiasmus und die entschlossenheit der spanischen Arbeiter und Bauern sowie der Internationalen Brigaden, die Rolle der ausländischen Mächte (Nazi-Deutschland, der "Westen", die Sowjetunion) sowie die Gründe für das Scheitern der ersten spanischen Demokratie dargestellt. 

Das Buch liest sich stellenweise wie ein spanender Roman. Obwohl nicht unbeteiligt oder "neutral", ermöglicht der Autor doch dem Leser, sich ein eigenes Urteil zu machen über die damals für Europa so schicksalhaften Ereignisse am Vorabend des zweiten Weltkrieges. Für mich trotz des Erscheinungsdatums immer noch ein Klassiker der Literatur über den Spanischen Bürgerkrieg!
(Von Heinz-Peter Kuhlmann)




„Proben“ für die einen ...

Der Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe, Hermann Göring, sagt später über die deutsche Beteiligung am Spanischen Bürgerkrieg:
„Als in Spanien der Bürgerkrieg ausgebrochen war, sandte Franco einen Hilferuf an Deutschland um Unterstützung besonders in der Luft. Man darf nicht vergessen, Franco stand mit seinen eigentlichen Truppen in Afrika. 

Das Entscheidende war, dass zunächst seine Truppen nach Spanien kamen.

Ich sandte mit Genehmigung des Führers einen großen Teil meiner Transportflotte und sandte eine Reihe von Erprobungskommandos meiner Jäger, Bomber und Flakgeschütze hinunter und hatte auf diese Weise Gelegenheit, im scharfen Schuss zu erproben, ob das Material zweckentsprechend entwickelt wurde. Damit auch das Personal eine gewisse Erfahrung bekam, sorgte ich für einen starken Umlauf, das heißt, immer wieder neue hin und die anderen zurück.“ 




... Ernstfall für die anderen

Am 26. April 1937 bombardierte die „Legion Condor“ Guernica, baskisch: Gernika. Pablo Picasso erinnert mit seinem weltberühmten Gemälde „Guernica“ an die Zerstörung der nordspanischen Stadt, bei der mehrere Hundert Zivilisten getötet wurden. 
Padre Alberto de Onaindía, ein junger baskischer Priester, sieht das Bombardement mit an:
„Es war ein wunderbar klarer Tag, der Himmel war weich und klar. Wir kamen in den Vororten von Guernica gegen 5 Uhr an. In den Straßen war viel Betrieb, denn es war Markttag. Plötzlich hörten wir die Sirene. 

Bald erschien ein feindliches Flugzeug über Guernica. Direkt über dem Zentrum warf es drei Bomben ab. Kurz darauf sah ich sieben Flugzeuge, auf die sechs weitere folgten, dann kamen noch einmal fünf. Alle waren Junkers-Maschinen. Unterdessen war ganz Guernica von einer Panik ergriffen.

Mehr als eine Stunde blieben die achtzehn Maschinen in einer Höhe von wenigen hundert Metern über Guernica, und sie warfen Bombe auf Bombe.
Später sahen wir die Krater. Sie hatten einen Durchmesser von sechzehn Metern und waren acht Meter tief.

Gegen 7 Uhr flogen die Maschinen ab, und nun kam eine neue Welle, die diesmal in sehr großer Höhe flog. Die zweite Welle warf Brandbomben
auf unsere gemarterte Stadt. Das zweite Bombardement dauerte fünfunddreißig Minuten, aber es reichte hin, um den ganzen Ort in einen gewaltigen Feuerofen zu verwandeln. Die Angriffe und die Zerstörung der Stadt hielten noch weitere zwei Stunden und fünfundvierzig Minuten an. 

Als das Bombardement vorbei war, kamen die Leute aus ihren Schutzräumen. Keiner weinte. Verwunderung stand auf ihren Gesichtern. Jeder von uns konnte einfach nicht begreifen, was er da sah.
Bei Sonnenuntergang konnte man immer noch nicht weiter als fünfhundert Meter sehen. Überall wüteten die Flammen, und dicker schwarzer Rauch stieg auf. Um mich herum beteten die Leute und streckten die Arme in Kreuzform gegen den Himmel, um Gnade zu erbitten.

Guernica hatte keine Flak, überhaupt gab es keine Geschütze in der Stadt, nicht einmal ein Maschinengewehr wäre zu finden gewesen.
In den ersten Nachtstunden sah ich fürchterliche Szenen: Männer, Frauen und Kinder liefen durch den Wald und suchten ihre Angehörigen. In den meisten Fällen fanden sie nur die Leichen, durchsiebt von den Kugeln der Bordwaffen.“ 





Donnerstag, 23. Mai 2013

Glanz und Elend der Political Correctness




 

In Anführungszeichen:
Glanz und Elend der Political Correctness (edition suhrkamp) [Taschenbuch]

Matthias Dusini
, Thomas Edlinger

  (Wiener Zeitung )

»Ein kluges Plädoyer für mehr Gelassenheit im Umgang mit scheinbar kontaminierten Begriffen.«  (Profil )





Jens Kastner
über „Political Correctness“

Quelle: IGBildendeKunst




Gibt man bei Amazon „Political Correctness“ ein, listet sich eine Bibliografie des Grauens: Bücher von rechten Vorkämpfern wie Jörg Schönbohm oder Klaus Rainer Röhl agitieren gegen „Tugendwächter“ und „Denkverbote“, ein paar Anleitungen zur politischen Inkorrektheit spielen die Ratgeber-Karte und eine CD von Alfred de Zayas beschäftigt sich mit „Verbrechen an Deutschen“ als angebliche „Tabuthemen der Political Correctness“.
So weit, so erwartungsgemäß.

Ganz oben auf der Liste steht auch das Buch von Matthias Dusini und Thomas Edlinger. Um einiges klüger, abwägender und informierter als alle anderen Titel, durchforsten die beiden Wiener Autoren Geschichte und Gegenwart von PC-Praktiken.
Um den Unterschieden in den von ihnen beschriebenen Phänomenen angemessen Rechnung zu tragen, fehlt Dusini und Edlinger allerdings sowohl das Gespür als auch ein begriffliches Instrumentarium: So werden etwa völlig unbekannte „politisch korrekte“ KünstlerInnen mit Thilo Sarrazin in einem Atemzug als Leute präsentiert, die das Opfersein zum Geschäft machen und als „Wettbewerbsvorteil“ nutzen.

Das Schreckgespenst der Rechten, Political Correctness habe inzwischen allgegenwärtig und institutionell verbindliche Maßstäbe durchgesetzt, spukt auch durch Dusinis/Edlingers gesamtes Buch.

Wie in den Intersektionen (intersection, engl. Kreuzung) verschiedener Zuschreibungen neue Diskriminierungs- und Unterdrückungsformen entstehen und wie sie im Anschluss an feministische Debatten theoretisiert werden, zeichnet der Band von Helma Lutz u.a. historisch wie auch an Beispielen nach.
Identitätskategorien nicht essentialistisch zu verstehen, zugleich aber ihre „Machteffekte“ zu analysieren, bleibt die zentrale Herausforderung.


Jens Kastner lehrt an der Akademie der bildenden Künste Wien.
Quelle: IGBildendeKunst


Die komplette Rezession unter:
http://www.igbildendekunst.at/bildpunkt/bildpunkt-2013/critical-correctness/kastner.htm




Sonntag, 11. März 2012

Helene Maimann - Über Kreisky: Gespräche aus Distanz und Nähe;



















Über Kreisky: Gespräche aus Distanz und Nähe;
Helene Maimann (Herausgeber)
Gespräche mit prominenten Zeitgenossen und Weggefährten, Essays, wenig bekannte Bilddokumente und eine ausführliche Biografie - zum 100. Geburtstag Bruno Kreiskys entstand ein lebendiges, neues Bild eines Politikers und seiner Epoche, die Österreich verändert hat wie keine andere.
Das ist ein Portrait, das eine eigene Klasse prägt - meisterlich!


Vorwort: Franz Vranitzky
Epilog: Armin Thurnher

Interviews mit:

Oliver Rathkolb
Heinz Fischer
Helmut Schmidt
Henry Kissinger
Karl Schwarzenberg
Eva & Thomas Nowotny
Barbara Coudenhove Kalergi
Arie Lova Eliav
Ferdinand Hennerbichler
Peter Jankowitsch
Antonia Rados
André Heller
Hannes Androsch
Margit Schmidt
Johanna Dohnal
Peter Kreisky

In jedem der 16 Interviews gelingt Helene Maimann das Kunststück, den Menschen und Politiker Kreisky in einem neuen, oft überraschenden Licht zu zeichnen.