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Donnerstag, 22. November 2012

Die vierte Macht: Spitzenjournalisten zu ihrer Verantwortung






Die vierte Macht: Spitzenjournalisten zu ihrer Verantwortung in Krisenzeiten [Gebundene Ausgabe]
Dirk C. Fleck  


Dirk C. Fleck wurde 1943 in Hamburg geboren. Nach dem Studium an der Journalistenschule in München volontierte er beim Spandauer Volksblatt in Berlin und war Lokalchef der Hamburger Morgenpost. 
Er war Redakteur bei Tempo und Merian, seit 1995 ist er als freier Autor für die Magazine Spiegel, Stern und Geo tätig und schreibt für die Welt und die Berliner Morgenpost. Dirk C. Fleck wohnt in Hamburg.



"Die Politik ist immer weniger fähig, die Welt und sich selbst zu erklären. Das müssen die Medien übernehmen." (Hans-Ulrich Jörges)

Dirk C. Fleck trifft die wichtigsten Journalisten des Landes und befragt sie zu ihrer Verantwortung in einer Welt, die sich scheinbar gewissenlos selbst zerstört. 
 - Wie stark engagieren sich die Medien für einen Wertewandel in der Gesellschaft? 
 - Nutzen sie in heutigen Krisenzeiten ihren Einfluss als vierte Macht, um die Zuschauer, Zuhörer und Leser aufzuklären und zu sensibilisieren? 
 - Und lassen die Medien eine solche Berichterstattung überhaupt zu - denn ist das Mediengeschäft nicht in erster Linie ein Unterhaltungsgeschäft? 


Dirk C. Fleck führt sehr substanzielle, informative Gespräche und präsentiert gestandene Journalistengrößen in kurzweiligen Porträts, welche die Medienprotagonisten auch von einer persönlichen Seite zeigen.


Die Gespräche wurden geführt mit: 
Kai Diekmann, Harald Schumann, Volker Panzer, Cordt Schnibben, Hans-Ulrich Jörges, Geseko von Lüpke, Dietmar Schumann, Anne Gesthuysen, Robert Misik, Peter Unfried, Michel Friedman, Jochen Schildt, Matthias Leitner, Giovanni di Lorenzo, Helge Timmerberg, Michael Jürgs, Anne Will, Klaus Liedtke, Lars Haider, Mathias Bröckers, Gert Scobel, Jakob Augstein, Kurt Imhof, Hubertus Meyer-Burckhardt und Frank Schirrmacher





Siehe auch:
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=255826611209415&set=a.221492791309464.49375.221479061310837&type=1&theater





Samstag, 30. Juni 2012

Fatalismus wäre Todsünde



Fatalismus wäre Todsünde.
Gespräche über Ethik und Mitverantwortung im dritten Jahrtausend [Taschenbuch]
Hans Jonas , Dietrich Böhler (Autor)




Hans Jonas wurde am 10. Mai 1903 in Mönchengladbach geboren. Er studierte in Freiburg und in Berlin an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums und an der Friedrich-Wilhelms-Universität sowie an der Universität Marburg.

1949 siedelte er nach Kanada über und wurde Fellow an der McGill-University Montreal und 1950-1954 an der Carleton-University Ottawa. 1955 übernahm er eine Professur an der New Shool for Social Research.

Es folgten Gastprofessuren an der Princeton University, Columbia University, University of Chicago und der Universität München. 1987 wurde ihm der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Hans Jonas ist am 5. Februar 1993 in seinem Haus bei New York gestorben. 



Aus: Hans Jonas, Fatalismus wäre Todsünde. Hg. v. D. Böhler, Münster: Lit 2005, S. 53-55.

Verehrter Herr Bundespräsident
und - in aller Kürze - meine Damen und Herren,
 
begreiflicherweise überwältigt von dem, was ich hier in den letzten zwei Stunden gehört habe, was an mich gerichtet war oder über mich gesagt wurde, überwältigt sowohl vom Inhaltlichen wie von der Wärme und Großzügigkeit des Gesagten, rechne ich auf Ihr Verständnis dafür, daß ich nur mit wenigen dürftigen Worten antworten kann. 

Eine Ehrung wie die hier mir so verschwenderisch zuteil gewordene erzeugt in ihrem Empfänger eine Mischung von Glück, Stolz und Verlegenheit. Glück und Stolz brauche ich nicht zu erklären. Wen beglückte es nicht, sein Lebenswerk von kundiger Seite so anerkannt zu hören und es in dieser Hinsicht als geglückt ansehen zu dürfen? Und wen erfüllte es nicht mit Stolz, daß dies an so rühmlicher Stelle und vor einer so glänzenden Versammlung geschieht? Als mich besonders bewegend darf ich hier die Anwesenheit des Herrn Bundespräsidenten hervorheben, für den ich seit langem Gefühle persönlicher Verehrung hege. 

Was aber die Verlegenheit betrifft, so wurzelt sie in dem Zweifel meines Herzens, den keine Kompetenz und keine Aufrichtigkeit der mich Ehrenden stillen kann, ob ich so viel Lob, auch abzüglich der solchen Gelegenheiten schuldig erachteten Übertreibungen, wirklich verdiene. Es ist dies, ich versichere Sie, keine Koketterie der Bescheidenheit, sondern die immer heikel bleibende Bilanz von Vollbringen und Versagen, zu der allein es eine einigermaßen ehrliche Selbstprüfung am Ende einer langen Bahn bei mir bringen kann. 

An dieser Stelle schweife ich von meinem vorbereiteten Text ab, um angesichts dessen, was ich heute gehört habe, in freier und hoffentlich nicht zu stammelnder Rede noch etwas hinzuzufügen.
Die Verlegenheit, von der ich sprach, hat außer dem erwähnten subjektiven auch noch einen viel ernsteren objektiven Grund: Und das ist die Befürchtung oder der Verdacht einer Vergeblichkeit des Wortes, selbst des wahren Wortes, wenn es zu sehr in Widerspruch gerät mit den Zwängen, den Nöten, den Interessen, den Mächten des Augenblickes und wenn es zu weit in die Zukunft greift - daß es dann ohnmächtig wird für die Gegenwart. 

Es gibt Gründe genug für eine solche Befürchtung und infolgedessen Gründe genug für einen tiefen Zweifel am schließlichen Ausgang der Sache, an der man wirkt. Die jetzt stattfindende Gipfelkonferenz in Rio ist eine Probe aufs Exempel, deren Ausgang ich mit einigem Bangen entgegensehe. Er wird wahrscheinlich die Art von Zweifel, die ich eben äußerte, bestärken, so fürchte ich oder so sehe ich voraus, würde das aber nicht für einen Grund halten, die Flinte ins Korn zu werfen. Da hier zu meiner Freude die Studentenschaft zu Wort gekommen ist, wollte ich eben hier in improvisierter Rede sagen, daß Fatalismus die eine Todsünde des Augenblicks wäre. 
Das bevorstehende Schicksal, das uns droht, das wir uns selber bereiten würden, wenn wir die Erde weiter schlecht verwalten, wie wir es im Augenblick tun, dieses Unglück werden wir nur um so sicherer machen, als je unausweichlicher wir es ansehen. Ich warne daher vor der inneren Gefahr des Fatalismus, die fast so groß ist wie die äußere Gefahr, die ohnehin durch unsere Schuld besteht. Fatalismus - d.h. das Schicksal für unausweichlich zu halten, nicht wendbar, ist selbsterfüllend und wird das gewiß zustande bringen, was eben der Rat der Verzweiflung als unabwendbar ansieht. 

Ich möchte Ihnen daher als alter Mann, der oft erfahren hat, daß das Wort ohnmächtig ist, zurufen: Oh, glauben Sie nicht, glaubt nicht daran, daß Dinge unausweichlich sind, und laßt Euch nicht verführen vom Rate angeblich objektiver Notwendigkeit, der wir hilflos gegenüberstünden. Haltet daran fest, daß wie man denkt, was man denkt, was man sagt und wie man in der wechselseitigen Kommunikation Ideen verbreitet, einen Unterschied ausmacht im Gang der Dinge. Erfolg ist nicht garantiert; aber sicher ist, daß die Anstrengung unterlassen, die Bemühung aufgeben, ganz bestimmt das Unheil werden läßt, das wir voraussehen können und dessen Voraussehen es ja doch verhindern soll. Verzeihen Sie mir, daß ich in dieser mahnenden Weise - nicht nur an Sie, sondern auch noch an mich selbst gerichtet - Ihnen predige.
Betrachten Sie also bitte die zuvor von mir beschriebene Verlegenheit und auch die soeben skizzierten objektiven Bedenklichkeiten als mit eingeschlossen in den tieffühlenden Dank, den ich hiermit all denen, die gesprochen habe, für ihre Worte und die darauf verwendete Mühe ausspreche. [...]


Aus: Hans Jonas, Fatalismus wäre Todsünde. Hg. v. D. Böhler, Münster: Lit 2005, S. 53-55.






Sonntag, 11. März 2012

Helene Maimann - Über Kreisky: Gespräche aus Distanz und Nähe;



















Über Kreisky: Gespräche aus Distanz und Nähe;
Helene Maimann (Herausgeber)
Gespräche mit prominenten Zeitgenossen und Weggefährten, Essays, wenig bekannte Bilddokumente und eine ausführliche Biografie - zum 100. Geburtstag Bruno Kreiskys entstand ein lebendiges, neues Bild eines Politikers und seiner Epoche, die Österreich verändert hat wie keine andere.
Das ist ein Portrait, das eine eigene Klasse prägt - meisterlich!


Vorwort: Franz Vranitzky
Epilog: Armin Thurnher

Interviews mit:

Oliver Rathkolb
Heinz Fischer
Helmut Schmidt
Henry Kissinger
Karl Schwarzenberg
Eva & Thomas Nowotny
Barbara Coudenhove Kalergi
Arie Lova Eliav
Ferdinand Hennerbichler
Peter Jankowitsch
Antonia Rados
André Heller
Hannes Androsch
Margit Schmidt
Johanna Dohnal
Peter Kreisky

In jedem der 16 Interviews gelingt Helene Maimann das Kunststück, den Menschen und Politiker Kreisky in einem neuen, oft überraschenden Licht zu zeichnen.