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Dienstag, 4. Dezember 2012

Salman Rushdie / Joseph Anton: Autobiografie





Joseph Anton: Autobiografie [Gebundene Ausgabe]

Salman Rushdie Bernhard Robben Verena v. Koskull  



Salman Rushdie, 1947 in Bombay geboren, studierte in Cambridge Geschichte. Mit seinem Roman »Mitternachtskinder« wurde er weltberühmt. Seine Bücher erhielten renommierte internationale Auszeichnungen, u.a. den Booker Prize, und sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. 1996 wurde ihm der Aristeion-Literaturpreis der EU für sein Gesamtwerk zuerkannt. 2008 schlug ihn die Queen zum Ritter.


Bernhard Robben, geboren 1955, studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte in Freiburg. Er übersetzt seither aus dem Englischen u. a. Salman Rushdie, Peter Carey, Ian McEwan, Patricia Highsmith, Howard Jacobson und Philip Roth. 2003 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW ausgezeichnet. Er lebt in Brunne/Brandenburg.




Vom Tod bedroht und vogelfrei

Am Valentinstag, dem 14. Februar 1989, erhält Salman Rushdie den Anruf einer BBC-Reporterin und erfährt, dass der Ayatollah Khomeini ihn »zum Tode verurteilt« hat. Zum ersten Mal hört er das Wort »Fatwa«. Sein Vergehen? Einen Roman mit dem Titel »Die satanischen Verse« geschrieben zu haben, dem vorgeworfen wird, sich »gegen den Islam, den Propheten und den Koran« zu richten. 

So beginnt die außergewöhnliche Geschichte eines Schriftstellers, der gezwungen wird, unterzutauchen und in ständiger Begleitung einer bewaffneten Polizeieskorte von Aufenthaltsort zu Aufenthaltsort zu ziehen. Als die Polizei ihn auffordert, sich einen Decknamen zuzulegen, wählt er eine Kombination aus den Vornamen seiner Lieblingsschriftsteller Conrad und Tschechow – Joseph Anton. 

- Was heißt es für einen Schriftsteller und seine Familie, über neun Jahre lang mit einer Morddrohung zu leben? 
- Wie gelingt es ihm, weiter zu schreiben? 
- Wie beginnt und endet für ihn die Liebe? 
- Wie fest hat die Verzweiflung sein Denken und Handeln im Griff, 
- was lässt ihn straucheln, und 
- wie lernt er, Widerstand zu leisten? 

Zum ersten Mal erzählt Salman Rushdie seine beeindruckende Geschichte; es ist die Geschichte eines der entscheidenden Kämpfe unserer Zeit: der Kampf um die Meinungsfreiheit. 
Rushdie erzählt vom teils bitteren, teils komischen Leben unter bewaffnetem Polizeischutz und von den engen Beziehungen, die er zu seinen Beschützern knüpfte; von seinem Ringen um Unterstützung und Verständnis bei Regierungen, Geheimdienstchefs, Verlegern, Journalisten und Schriftstellerkollegen; und davon, wie er seine Freiheit wiedererlangte. 

Ein einzigartig offenes, aufrichtiges Buch: fesselnd, provokant, bewegend und lebenswichtig. Denn das, was Salman Rushdie durchlebt hat, ist der erste Akt eines Dramas, das sich tagtäglich irgendwo auf dieser Welt vollzieht.




Sonntag, 4. März 2012

Zeitsprünge von Eugen Herman-Friede


Eugen Herman-Friede ist ein deutscher Widerstandskämpfer, der vor allem durch seine autobiografischen Schriften bekannt ist.

Eugen Herman-Friede, 1926 geboren, in Berlin-Kreuzberg aufgewachsen, besuchte zwangsweise die jüdische Mittelschule bis zu deren Schließung 1942. 1943 tauchte er unter, um seiner Deportation zu entgehen. Im Sommer 1943 wurde er nach Luckenwalde vermittelt, wo er die Gründung der Widerstandsgruppe »Gemeinschaft für Frieden und Aufbau« erlebte und in ihr mitwirkte. Im Dezember 1944 verhaftet, überstand Eugen Herman-Friede das Ende der nationalsozialistischen Diktatur in verschiedenen Gefängnissen bis zur Befreiung im April 1945.
Eugen Herman-Friede hat danach einige Jahre in Ostberlin gelebt.
Anfang 1949 flüchtet er nach Westberlin, 1953 geht er mit seiner Familie für einige Jahre nach Kanada und kehrt schließlich nach Deutschland zurück.

Eugen Herman-Friede hat als Zeitzeuge Hunderte Lesungen gehalten und wurde 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Seine Erzählungen spiegeln persönliche Erinnerungen und den jeweiligen Zeitgeist in einer charmanten, bissigen und humorvollen Weise.
In seinen Geschichten unternimmt Eugen Herman-Friede Zeitsprünge aus seiner Kindheit im Berlin Anfang der 30er Jahre zur sowjetischen Militäradministration in der Nachkriegszeit, vom swinging London der 60er Jahre nach Neu Guinea und andere Welten der 70er und vom Ostberlin des geteilten Deutschlands der 80er bis nach Niederbayern, Israel und in die USA der 90er Jahre.