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Sonntag, 25. Oktober 2015

Wider die kosmopolitische Illusion






Über das Politische:
Wider die kosmopolitische Illusion (edition suhrkamp)

Taschenbuch – von Chantal Mouffe  (Autor), Niels Neumeier (Übersetzer)
Chantal Mouffe, geboren 1943 in Charleroi, lehrt Politische Theorie an der University of Westminster. Ihr gemeinsam mit dem argentinische Politikwissenschaftler Ernesto Laclau verfasstes Buch Hegemonie und radikale Demokratie gilt als ein Grundlagentext des Postmarxismus.
Die Autoren entwickeln darin ein Modell der »agonistischen Politik«, das Mouffe in 
Über das Politische weiter ausarbeitet. In der Auseinandersetzung mit Ulrich Becks Konzept der Subpolitik und Anthony Giddens’ Programm des Dritten Wegs kommt Mouffe zu dem Ergebnis:

»Ich behaupte, es ist nicht nur konzeptionell falsch, sondern auch mit politischen Gefahren verbunden, wenn das Ziel demokratischer Politik in Begriffen von Konsens und Versöhnung anvisiert wird.
Das Streben nach einer Welt, in der die Wir-Sie-Unterscheidung überwunden wäre, basiert auf fehlerhaften Prämissen, und wer sich diese Vision zu eigen macht, muß die tatsächliche Aufgabe demokratischer Politik zwangsläufig verkennen.«


In westlichen Gesellschaften sind post-politische Konzepte des Dritten Weges derzeit en vogue. Sie propagieren eine konsensuelle Form von Demokratie jenseits der politischen Opposition von rechts und links.
Chantal Mouffe kritisiert daran, daß diese Konzepte die antagonistische Dimension des Politischen und die Ambivalenz der menschlichen Natur leugnen. Nach einer Analyse des Begriffs des Politischen, die sich auf Carl Schmitt stützt, übt Mouffe Kritik an Habermas, Rorty, Giddens und Beck. Unter Bezug auf aktuelle Probleme wie den Terrorismus deckt sie Defizite und politische Gefahren post-politischer Konzepte auf und argumentiert zwingend gegen die Möglichkeit eines universalen rationalen Konsenses und für den antagonistischen Charakter von Politik.

Über das Politische ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem aktuellen Zustand und der Zukunft der Demokratie. Chantal Mouffe ist Professorin für Politische Theorie am Centre of the Study of Democracy an der Universität Westminster.



Die populistische Dimension der Demokratie, die den Entwurf eines Volkes einfordert, gilt es zu würdigen.



In den meisten europäischen Ländern sind rechte populistische Parteien auf dem Vormarsch, und ihr wachsender Erfolg rüttelt am traditionellen politischen Gefüge zwischen den beiden Polen Mitte rechts und Mitte links. Ihre Besonderheit besteht darin, dass sie sich „an das Volk“ und gegen das gleichgültige „politische Establishment“ richten. Dieses hat das Volk mit seinen Anliegen angeblich im Stich gelassen und widmet sich nun ausschließlich den Interessen der Eliten.
In meinem Buch Über das Politische erkläre ich diese Entwicklung mit dem „Konsens in der Mitte“, den die Mitte-Rechts- und Mitte-Links-Parteien unter den Vorzeichen neoliberaler Hegemonie hergestellt haben. Dies führte dazu, dass Überlegungen über eine Alternative zur neoliberalen Globalisierung aus dem politischen Diskurs verschwanden. Eine Debatte fand kaum noch statt und die Wahlmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger wurden drastisch eingeschränkt.
Viele begrüßen diesen Konsens und interpretieren ihn als Zeichen dafür, dass eine Politik der Gegensätze überflüssig geworden und die Demokratie heute reifer sei. Ich teile diese Ansicht nicht. Meinem Verständnis nach schafft diese „postpolitische“ Situation ein günstiges Klima für Parteien, die für sich in Anspruch nehmen, die Interessen all jener zu vertreten, die im bestehenden repräsentativen System keine Mitsprache zu haben glauben. Das ist nicht unbedingt etwas Schlechtes, und die populistische Dimension der Demokratie, die den Entwurf eines Volkes einfordert, gilt es zu würdigen. Das Problem ist, dass der Populismus dieser Parteien meist politisch rechts angesiedelt ist, weil sie heterogene soziale Forderungen mit fremdenfeindlichen Phrasen verbinden, die Einheit „des Volks“ mithin durch den Ausschluss von Einwanderern konstruieren.
Zunächst dachte ich, diese Parteien ließen sich am besten durch die Wiederbelebung echter Parteipolitik und die Wiederherstellung des Links-Rechts-Gegensatzes bekämpfen, der von der Politik des „dritten Wegs“ aufgeweicht wurde. Mittlerweile bin ich zu dem Schluss gelangt, dass das in den meisten Ländern nicht möglich sein wird. Wir brauchen eine andere Strategie. Leuchtet man den Zustand der „Mitte-Links-Parteien“ in Europa aus, wird klar, dass sie an den Mechanismen der neoliberalen Hegemonie eine zu große Mitschuld tragen, als dass sie eine Alternative zu bieten hätten.
Augenfällig wurde das in ihrer Reaktion auf die Krise 2008. In ihr waren sie außerstande, die sich bietenden Chancen zu nutzen, die Initiative zu ergreifen und die Macht des Staates für die Etablierung einer progressiveren Politik einzusetzen. Seither haben sie den Kompromiss mit dem System zementiert und die Austeritätspolitik nicht nur akzeptiert, sondern auch umgesetzt. Deren verheerende Maßnahmen haben Elend und Arbeitslosigkeit über Europa gebracht.

Dienstag, 13. Oktober 2015

Bildung: Ware oder öffentliches Gut?






Bildung: Ware oder öffentliches Gut?

Broschiert – von Gesine Schwan (Autor)



Gesine Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina School of Governance und Professorin für Politikwissenschaft, ist Mitglied der Grundwerte-Kommission derSPD. Bis 2008 war sie Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder.


Bildung bleibt in Deutschland abhängig von der sozialen Herkunft. Bis zu 10 Prozent eines Jahrgangs – rund 65 000 junge Menschen im Jahr 2008 – verlassen jährlich die Schule ohne Abschluss. Noch immer sind es vorwiegend Kinder aus sozial starken und bildungsnahen Schichten, die ein Studium an Hochschulen beginnen.

Der sozialdemokratische Slogan „Aufstieg durch Bildung“ hat seine Glaubwürdigkeit verloren.Was eine erneuerte sozialdemokratische Bildungspolitik auszeichnen sollte, diskutiert Gesine Schwan in dem Buch. Sie plädiert dafür „Teilhabe durch Bildung“ zu sichern, und spricht sich nachdrücklich dafür aus, das (sozial-)demokratische Versprechen der gleichen Freiheit auch in der Bildung ernst zu nehmen und nicht einseitig ökonomischer Effizienz zu opfern. 

Bildung ist ein öffentliches Gut.


Bildung bleibt in Deutschland abhängig von der sozialen Herkunft. 10 Prozent eines Jahrgangs – zirka 80 000 sozial benachteiligte junge Menschen – verlassen jährlich die Schule ohne Abschluss. Der sozialdemokratische Slogan „Aufstieg durch Bildung“ verliert an Anziehungskraft. Was eine erneuerte sozialdemokratische Bildungspolitik auszeichnen sollte, diskutiert Gesine Schwan in ihrem vorliegenden Buch. Sie plädiert nachdrücklich dafür, (sozial-)demokratische politische Kultur zu erneuern und so dem Trend ökonomisierter – an Effizienz und Output orientierter – Steuerung im Bildungswesen entgegenzuwirken. „Teilhabe durch Bildung“ heißt ihr Ziel.

Interview mit Gesine Schwan in The European (17.01.2010): "Bologna ist pervertiert worden"


Freitag, 5. Dezember 2014

Sportland Österreich? - Athleten - Abzocker - Allianzen




Sportland Österreich?:
Athleten - Abzocker - Allianzen

Gebundene Ausgabe – von Gerd Millmann  (Autor), Wilhelm Lilge  (Autor)

Mag. Wilhelm Lilge, geboren 1964, studierter Betriebswirt, staatlich geprüfter Trainer und Diplomtrainer für Leichtathletik und Triathlon. 12 Jahre beim IMSB, seit 2008 selbständiger Leichtathletiktrainer. Seit 2011 ÖLV-Nationaltrainer für den Laufbereich, eigener Leichtathletik- Verein (team2012.at). Vizepräsident des Wiener Leichtathletikverbandes. Journalistische Tätigkeit u.a. für das Laufsport-Magazin ; Laufseminare und Vorträge, Leistungsdiagnostik für Läufer. Anerkannter Anti-Doping-Kämpfer, Experte im parlamentarischen Sport-Unterausschuss.
Mag. Gerd Millmann, geboren 1962, studierte in Wien Politikwissenschaft, war viele Jahre als Redenschreiber im politischen und wirtschaftlichen Bereich tätig und arbeitet seit zehn Jahren als investigativer Print-Journalist unter anderem für Die Zeit . Als begeisterter Hobbysportler sind Sport und Politik seine Arbeitsschwerpunkte vor allem der Blick hinter die Kulissen der heilen Sportwelt sowie die Verknüpfung von Sport, Medien, Politik und Wirtschaft.



Null Medaillen für Österreich bei Olympia 2012 in London! Der wahre Skandal liegt aber ganz woanders.
Österreich hat eines der teuersten und kompliziertesten Sportfördersysteme der Welt, das von Politgünstlingen gerne als Spielwiese missbraucht wird. Nirgendwo sonst ist der parteipolitische Einfluss auf die schönste Nebensache der Welt so groß. Gesponserten Olympiatouristen aus Politik und Wirtschaft stehen machtgeile Funktionäre, steuerliche Förderungen mit hoher Versicker-Neigung und Dopingskandale der besonderen Art gegenüber. Nachhaltige Konsequenzen fehlen trotz zahlreicher Lippenbekenntnisse bis heute.

Auf der anderen Seite ist Sport auch ein wichtiges Element österreichischer Identität: Erfolgreiche Spitzensportler werden zu Volkshelden und zum Wirtschaftsfaktor. Als aktive Gesundheits-Vorsorgemaßnahme gewinnt der Breitensport konstant an Bedeutung.
Sportler, Betreuer, Trainer und auch das Gros der Funktionäre engagieren sich hier großteils unentgeltlich sind aber immer mehr frustriert.

Das Fazit:
Sport ist zu wertvoll, um von Politikern und korrupten Funktionären weiter vereinnahmt und zerstört zu werden. Wilhelm Lilge und Gerd Millmann decken in Sportland Österreich? die problematischen Strukturen und Abhängigkeiten im Hintergrund auf und präsentieren konkrete Schritte für eine bessere sportliche Zukunft unseres Landes.









Sonntag, 21. September 2014

Politik als Beruf




Politik als Beruf: Die Politische Klasse In Westlichen Demokratien (Zens - Europa Und Nordamerika Studien) (German Edition) 
Taschenbuch – von Jens Borchert (Herausgeber)

Jens Borcherts Arbeitsbereich ist die Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Soziologie und Staatstheorie

Dieser Band gibt in Form von Länderartikeln einen Überblick über die politische Klasse von Berufspolitikern in 19 westlichen Demokratien sowie den jungen Demokratien Ostmitteleuropas. 
Das besondere Augenmerk der Autoren gilt dabei den Abgeordneten der nationalen Parlamente. Die Darstellung folgt einem einheitlichen Schema und ermöglicht Vergleiche über Ländergrenzen.
Gegenstand der Artikel sind:

- der historische Prozeß politischer Professionalisierung,
- die institutionellen Rahmenbedingungen,
- Ausdehnung und Strukturmerkmale der politischen Klasse heute,
- typische Rekrutierungs- und Karrieremuster von Politikern,
- Finanzierung und Einkommen der politischen Klasse,
- Legitimationsprobleme und aktuelle Reformdebatten. 






Freitag, 25. Juli 2014

Die Identitären: ihre Ideologien und ihre Kommunikationsstrategien





Die Identitären: Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa Broschiert
von Julian Bruns (Autor), Kathrin Glösel (Autor), Natascha Strobl (Autor)

Das Buch beschäftigt sich mit der selbsternannten ›Identitären Bewegung‹, die sich als Jugendbewegung der ›Neuen Rechten‹ in Europa versteht und deren Anfänge bereits um 2002 auszumachen sind. 
Seit der Initialzündung in Frankreich haben sich u.a. in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Großbritannien, Spanien sowie Dänemark, Schweden und Norwegen Ablegergruppen gegründet, die untereinander ausgezeichnet vernetzt sind und sich im Aufbau von grenzüberschreitenden Strukturen befinden. Basierend auf Text-, Bild-und Videomaterial der Gruppen-Standpunkte, Gesellschaftsanalysen und Schlussfolgerungen werden Aktionismus und Teilhabende nachgezeichnet und analysiert. 
Die politische Logik ihrer Thesen wird eingeordnet, ebenso, welcher Mittel (rhetorisch, visuell, aktionistisch, medial) sie sich bedienen und auf welche Theorien und vorhandene Literatur sich die Identitären stützen. 

„Identitär” ist für die Identitären, wer sich zu seiner regionalen, nationalen und kulturellen Herkunft bekenne. Durch ihr Symbol des gelben griechischen Buchstaben Lambda auf schwarzem Grund projizieren die Identitären das Bild der spartanischen Hopliten auf sich, die unter anderem gegen die Perser bei den Thermopylen kämpften !!!

Das Buch gliedert sich in mehrere Teile und beleuchtet so die Verbreitung in ganz Europa, ihre Verortung als ›Neue Rechte‹, ihre Ideologien und historisch-theoretischen Unterbau, ihre Kommunikationsstrategien sowie ihre Qualifikation als Jugendbewegung.


Natascha Strobl ist Politikwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Rechtsextremismusforschung und Mitautorin des Buches "Die Identitären. Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa" (Unrast 2014). Sie schreibt über Rechtsextremismus auf www.schmetterlingssammlung.net und engagiert sich bei Offensive gegen rechts. 

Mittwoch, 29. Januar 2014

Der neoliberale Großangriff auf Europa




Der neoliberale Großangriff auf Europa
Wirtschaftspolitische Gegenkonzepte statt Polemik
Bozsoki Jürgen
Jürgen Bozsoki, Jahrgang 1976, Mag. phil., studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie an der Universität Wien und ist beruflich in der ÖBB Infrastruktur Betrieb AG im Bereich Human Resources-Personalentwicklung tätig.
Zertifikat als „EU-Experte“ durch das Institut für europäische Studien (CIFE) in Nizza (Lehrgang in Wien), seit 2006 Bezirksrat im 21. Wiener Gemeindebezirk. Publikationen als Einzelautor: Die „blinden Flecken“ der Sozialdemokratie (2000), EDITION VA bENE, Wien–Klosterneuburg; Jenseits der Globalisierung – Kritik und Kontextualisierung der ideengeschichtlichen Grundlagen der politischen Ökonomie Lyndon La Rouches (2005), Uni Wien.
Publikationen als Co-Autor in: Häupl Michael, Hg. (2003), Wirtschaft für die Menschen – Alternativen zum Neoliberalismus im Zeitalter der Globalisierung, Löcker, Wien; Römheld Lutz Hg. (2004), Erinnerung an P.-J. Proudhon, Lit-Verlag, Reihe: Politik, Forschung und Wissenschaft (Band 15), Münster.

Dienstleistungsrichtlinie, Unabhängigkeit der Zentralbank, Osterweiterung, Blockade der Sozialunion, ruinöser Steuerwettbewerb:
Die Europäische Union wird immer mehr zu einem Instrument von Neoliberalen, die über die europäische Einigung ihre Dogmen der Deregulierung und Privatisierung durchsetzen wollen.

Was als Friedens- und Wohlstandsprojekt begann, soll nun den Interessen des ungezügelten Marktes geopfert werden. Der Autor zeigt auf, daß diese Entwicklungen nicht auf unvermeidliche Sachzwänge der „Globalisierung“ zurückzuführen sind, sondern ganz bewußt zum Vorteil einer Minderheit gefördert werden: legitimiert durch die neue „Religion“ des Neoliberalismus.

Gab es früher unter Ökonomen und politischen Parteien einen Wettbewerb der Ideen zur Gestaltung der europäischen Wirtschaftspolitik, haben sich heute in Brüssel fast alle dem neoliberalen „Einheitsbrei“ unterworfen.

Dies erzeugt zu Recht Frust bei der europäischen Bevölkerung, wie die Ablehnung der EU-Verfassung in Frankreich und den Niederlanden gezeigt hat. Jürgen Bozsoki präsentiert ein umfassendes Gegenkonzept zum neoliberalen Großangriff auf Europa und macht allen Frustrierten Mut, daß ein anderes Europa möglich ist. 



Donnerstag, 22. August 2013

Gegen Konzernmacht und Kapitalismus





50 Vorschläge für eine gerechtere Welt:
Gegen Konzernmacht und Kapitalismus [Taschenbuch]

Christian Felber
Christian Felber, geboren 1972, studierte Romanische Philologie und Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie in Wien und Madrid, seit 1996 freier Publizist und Autor, seit 2000 engagiert bei Attac Österreich, das er mitbegründet und mit aufgebaut hat.
Er ist ein gefragter Referent zu Wirtschafts- und Gesellschaftsfragen. Veröffentlichungen u.a.: "Schwarzbuch Privatisierung" (gem. mit Michel Reimon, 2003).


Der globalisierungskritischen Bewegung wird immer wieder vorgeworfen, sie würde nur Probleme aufzeigen, aber keine Lösungen bieten.
Christian Felber, Mitbegründer von Attac Österreich, entkräftet diesen Vorwurf eindrucksvoll:
Pointiert, doch überzeugend präsentiert er 50 konkrete Alternativen zu neoliberalen Strategien der Globalisierung und Ökonomisierung unseres Lebens.

Seine Lösungsmodelle reichen dabei von der Neugestaltung der Finanzmärkte und des Welthandels bis hin zu allgemein verbindlichen Regeln für Konzerne und Standortkooperationen.
Ein Plädoyer dafür, die Gestaltung unseres Zusammenlebens aktiv in die Hand zu nehmen und die Spielregeln neu zu schreiben.


Pressestimmen

"Fundiert, faktenreich und aufgelockert mit erfrischenden Pointen formuliert Christian Felber seine 'Vorschläge für eine gerechtere Welt'. Er stellt Zusammenhänge her, deckt ' ökonomische Mythen' auf und bezieht Position."
Hans Holzinger, Falter Buchbeilage, 40/06

"Würden Christian Felbers Vorschläge tatsächlich angewandt, würde aus dem Raubtier Kapitalismus wohl mehr als nur ein nützliches und ungefährliches Haustier werden."
Rudolf Speth, Frankfurter Rundschau, 8.11.2006

"Das Buch ist eine große Fundgrube an Hoffnung machenden Lösungsansätzen für einen systemischen Wertewandel. Ein Buch vor allem für Menschen, meint der Autor, die im Bauch spüren und im Kopf wissen, dass wir uns in eine falsche Richtung bewegen."
Monika Kalcsics, Ö1 Kontext 





Montag, 17. Juni 2013

"Mehr Demokratie wagen"





"Mehr Demokratie wagen":
Geschichte der Sozialdemokratie 1830-2010 [Gebundene Ausgabe]
Peter Brandt (Autor), Detlef Lehnert (Autor)


Peter Brandt, ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der FernUniversität Hagen.Detlef Lehnert, ist Professor für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin.




Mehr Demokratie zu wagen und vielen die Teilhabe an materiellen und ideellen Fortschritten zu erschließen, kann als Motto linker , progressiver Politik im Unterschied zu rechten , konservativen Tendenzen gelten.

In diesem Spannungsfeld hat die deutsche Sozialdemokratie ihren Aufstieg zugleich als Freiheits- und Emanzipationsbewegung des arbeitenden Volkes in Stadt und Land erlebt.
Peter Brandt und Detlef Lehnert legen eine Geschichte der sozialdemokra-tischen Familie von den Anfängen bis zur Gegenwart vor.

Sie gliedern ihren Überblick in Zeitabschnitte von jeweils 30 Jahren und zeigen,wie generationsspezifische Lernerfahrungen in folgenden Epochen nachwirken:

1. Zwischen Utopien und Revolutionen (1830 1860)
2. Von den Agitationsvereinen zur Parteiorganisation (1860 1890)
3. Aufstieg zur Massenbewegung und politische Bewährungsproben (1890 1920)
4. Krisen und Unterdrückung der deutschen Sozialdemokratie (1920 1950)
5. Neuorientierung und Öffnung der SPD (1950 1980)
6. Umbruch oder Ende des sozialdemokratischen Jahrhunderts ? (1980 2010)






Freitag, 17. Mai 2013

Die FPÖ - eine rechtsextreme Partei





Die FPÖ - eine rechtsextreme Partei?:
Zur Radikalisierung der Freiheitlichen unter HC-Strache [Broschiert]
Philipp Mittnik (Autor)


Der Politikwissenschaftler Philipp Mittnik untersucht in seiner Arbeit die Entwicklung der österreichischen Freiheitlichen.
Dabei hält er sie eindeutig für eine rechtsextremistische Partei, wofür zahlreiche Belege benannt werden, gleichwohl in einem analytisch nicht breiterem Rahmen.


"Daham statt Islam" - Werbeslogan der FPÖ bei der Nationalratswahl 2008 - war ein Tabubruch, der es notwendig macht, die FPÖ unter der Führung von Heinz-Christian Strache näher zu betrachten.

Strache hat sich ein"Popstar-Image" aufgebaut, und vor allem jugendliche Wähler danken es ihm mit ihrer Stimmabgabe. Der FPÖ ist es zuzuschreiben, dass sich nicht nur die so genannte soziale Unterschicht für radikale Themen begeistert.
Auch Schülerinnen und Schüler der höheren Schulen sehen sich durch die "Ausländerflut" bedroht.  


Dieses Buch unternimmt eine wissenschaftliche Zusammenschau des Phänomens und stellt die wichtigsten Vertreter der FPÖ und deren Ansichten vor.

Der Autor kann für seine Einschätzung eine Fülle von Belegen präsentieren, wozu auch noch zahlreiche Fotos gehören. Man kann darauf auch den jungen Strache im Neonazi-Kontext sehen.

Für viele Detaileinschätzungen findet man eindeutige Belege, wie etwa die zu Persönlichkeitskult und Selbstinszenierung des Parteichefs. 





Mittwoch, 27. März 2013

Armut in einem reichen Land






Armut in einem reichen Land: Wie das Problem verharmlost und verdrängt wird [Broschiert] Christoph Butterwegge (Autor)

Christoph Butterwegge ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Köln, Autor zahlreicher Bücher und gefragter Experte auf Diskussionsveranstaltungen und in den Medien.
Butterwegge stellt verschiedene Ansätze und Vorschläge zur Armutsbekämpfung vor und diskutiert sie so ausführlich wie leidenschaftlich.


Die Folgen der Finanzkrise, Angst vor gesellschaftlichem Abstieg, soziale Ungleichheit: Diese Fragen treiben viele Menschen um, und doch, so konstatiert Christoph Butterwegge, wird Armut in Deutschland immer noch nicht konsequent bekämpft, sondern verharmlost und "ideologisch entsorgt".

In der 3., aktualisierten Auflage seines Standardwerks geht er auf die Neuregelung von Hartz IV sowie auf deren Folgen ein. Schließlich zeigt Butterwegge, was getan werden muss, damit sich die Kluft zwischen Arm und Reich wieder schließt.

Die Entwicklung von relativer Armut und Ungleichheit im Land bedarf genau wie der diesbezügliche Wandel im politisch-öffentlichen Denken kritischer Analysen.

Das von Butterwegge vorgelegte Werk bietet vorrangig eine Auseinander-setzung mit dem politischen Umgang mit relativer Armut in unserer Wohlstandsgesellschaft und will aufzeigen, dass diese mehr verschleiert als bekämpft wird.




Dienstag, 12. März 2013

Die Ära Kreisky

 




Die Ära Kreisky [Gebundene Ausgabe]
Robert Kriechbaumer


Die politische Landschaft und Kultur Österreichs in den siebziger und frühen achtziger Jahren waren durch einen tief greifenden Transformationsprozess gekennzeichnet. 

Er war das Ergebnis des materiellen, sozialen und mentalen Modernisierungsprozesses der in den sechziger Jahren sich etablierenden Konsumgesellschaft sowie der sich formierenden linken Jugendbewegung. So entstand das Klima eines sozialdemokratischen oder sozialliberalen Konsenses, dem sich auch die sich weitgehend in Opposition befindlichen konservativen und christlichsozialen Parteien nicht zu entziehen vermochten.


Die Übernahme des Parteivorsitzes 1967 durch Bruno Kreisky bewirkte die Öffnung der unter Bruno Pittermann weitgehend erstarrten SPÖ in Richtung der neuen Mittelschichten und die Formulierung eines von diesen geforderten liberalen Reformprogramms.
Die SPÖ wurde zum politischen Agenda-Setter, verband moderne und liberale Werte mit sozialem Garantismus und ließ Österreich angesichts der weltwirtschaftlichen Krisenerscheinungen infolge der beiden Erdölschocks durch ein "policy mix", das letztlich unzutreffend als "Austro-Keynsianismus" bezeichnet wurde, als eine "Insel der Seligen" im Meer der Krisen erscheinen.
Kreisky wurde zur politischen Symbolfigur, zum politischen Über-Vater.

Samstag, 9. Februar 2013

Vorwärts oder abwärts?






Vorwärts oder abwärts?

Zur Transformation der Sozialdemokratie (edition suhrkamp) [Taschenbuch]


Franz Walter  


Franz Walter, geboren 1956, lehrt Politikwissenschaft an der Universität Göttingen und ist Direktor des Göttinger Instituts für Demokratieforschung.

Bestechender - auch als seine Beschwörung des Keynesianismus als Mittel gegen die Krisen des Finanzmarktkapitalismus - ist Walters Analyse des Auseinanderreißens des Sozialdemokratischen Milieus.




Jospin, Blair, Schröder: 1998 sah es so aus, als stünde die europäische Sozialdemokratie vor einem goldenen Zeitalter. 
Jahre später hat die SPD 10.192.426 Millionen Stimmen verloren und sechs Parteivorsitzende verschlissen, die niederländische Partij van de Arbeid fuhr 2002 das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte ein, die schwedischen Sozialdemokraten 2006, die österreichischen 2008. 

Der »Dritte Weg« erwies sich als Weg ins Abseits, längst ist vom Ende einer Volkspartei die Rede. 
Es sieht so aus, als hätten die Sozialdemokraten keine überzeugende Antwort auf den radikalen Wandel der Arbeitswelt, auf Individualisierung und Globalisierung. 

Franz Walter, einer der profiliertesten deutschen Parteienforscher und ausgewiesener SPD-Experte, untersucht die Ursachen für den Niedergang der SPD, der, so Walter, schon 1973 begann. Er wirft einen Blick über die Grenzen Deutschlands und fragt, was Freiheit, Gleichheit und Solidarität in unserer Zeit bedeuten.





Mittwoch, 5. Dezember 2012

Die Linke - eine gescheiterte Partei?





Die Linke - eine gescheiterte Partei? [Gebundene Ausgabe]Eckhard Jesse Jürgen P. Lang  



Eckhard Jesse: Jahrgang 1948, Dr. phil. habil., seit 1993 Professor für Politikwissenschaft an der Technischen Universität Chemnitz (Lehrstuhl für "Politische Systeme, politische Institutionen"); seit 1989 Herausgeber des Jahrbuchs Extremismus und Demokratie (mit Uwe Backes); zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. zur Demokratie der Bundesrepublik Deutschland, zu Totalitarismus im 20. Jahrhundert und Extremismus in der Bundesrepublik.

Dr. Jürgen P. Lang ist Politikwissenschaftler und Redakteur beim Bayerischen Fernsehen.


Mit der Übernahme der WASG um Oskar Lafontaine als Agitator scheinen die Postkommunisten der PDS auch im Westen Fuß zu fassen. 

In einem fluiden Fünfparteiensystem bringt DIE LINKE gewohnte Konstellationen durcheinander. Sie will das herkömmliche Parteiensystem Deutschlands »aufmischen«. 
Dabei hat DIE LINKE ihren Kurs nicht geklärt. Verschiedene Lager ringen um Einfluss. 
In der LINKEN treffen regierungserfahrene Pragmatiker aus der PDS auf soziale Populisten aus der WASG und extreme Linke aller Couleur. 

Das Buch untersucht u. a. die Geschichte, Erfolge und Misserfolge bei Wahlen, Organisation, Strategie und Programmatik einer keineswegs »normalen« deutschen Partei. Ferner finden sich darin biografische Porträts ihrer führenden Köpfe.





Soziale Fragen, die aus der Mitte kommen




Wohlstandskonflikte. Soziale Fragen, die aus der Mitte kommen [Gebundene Ausgabe]
Berthold Vogel Berthold Vogel, PD Dr. disc. pol., studierte Soziologie, Politikwissenschaft, Arbeits- und Sozialrecht und Pädagogik an der Georg-August-Universität Göttingen und war dort von 1989 bis 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Soziologischen Forschungsinstitut.

Seit Januar 2006 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter sowie Forschungsprojektleiter im Arbeitsbereich »Die Gesellschaft der Bundesrepublik« des Hamburger Instituts für Sozialforschung und lehrt an den Universitäten in Bielefeld, Göttingen und Kassel sowie in St. Gallen und Fribourg (CH). 




Der Autor nutzt vier Perspektiven, um den Zustand einer Gesellschaft zu erkunden, in der soziale Konflikte zunehmend als Statusgefechte um Anrechte auf Wohlstand und um die Pflicht zu dessen Sicherung ausgetragen werden. 

Soziologisch werden soziale und politische Kategorien zur Charakterisierung der Mitte kritisch reflektiert. Zeitdiagnostisch werden das sich wandelnde Verhältnis von Staat und Gesellschaft und der Übergang vom sorgenden zum gewährleistenden Wohlfahrtsstaat beleuchtet.
Konzeptionell wird das Zusammenspiel von politischer Ordnung und sozialökonomischen Prozessen im Hinblick auf die Entstehung von Ungleichheit und Klassen untersucht. Und empirische Forschungsbefunde, zum Beispiel zur Leiharbeit, verdeutlichen, wie weit berufliche und soziale Prekarität bereits in Kernbereiche des Wirtschaftlebens hineinreicht. 


Sichtbar wird eine »nervöse Mittelklasse«, deren Status durch wohlfahrtsstaatliche Reformen entsichert wurde und deren Arbeitsleben an Verbindlichkeit verliert. Facharbeiter bangen um die Früchte früherer Aufstiege, qualifizierte Angestellte fürchten den Verlust erworbener Privilegien.
Doch nicht nur Abstieg und Deklassierung bestimmen das Klima, denn für bestimmte Professionen eröffnen sich auch neue Gelegenheiten, wenn Positionskämpfe in den mittleren Lagen der Gesellschaft markant an Kraft gewinnen. Die Mitte der Gesellschaft zerfällt nicht, sie spaltet sich auf. 


Eingehend befasst sich Berthold Vogel mit dem öffentlichen Dienst und dessen Wandel von einem Ort stabiler Karriereerwartung und materieller Sicherheit zu einem unruhigen Experimentierfeld für »neue Beschäftigungsformen«. 

Dieses Zentrum von Gemeinwohl und Daseinsvorsorge ist zunehmend gefährdet, wenn in den kommunalen Verwaltungen, in der Jugendhilfe oder im Gesundheitswesen Mini-Jobber und Zeitarbeiter die Folgen von Unsicherheit und Armut bewältigen sollen. 
Die Prekarisierung des öffentlichen Dienstes droht die normativen Maßstäbe der gesellschaftlichen Verantwortung zu demontieren. 

Nicht die Dramatisierung sozialer Unterschiede steht im Vordergrund dieses Buches, sondern die Herausforderungen einer in Wohlstandskonflikten verstrickten Gesellschaft. Berthold Vogel zeigt, dass produktive Antworten auf diese Herausforderungen nur dann zu finden sein werden, wenn der Staat weiterhin bereit ist, die gesellschaftlichen Beziehungen aktiv mitzugestalten.