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Dienstag, 2. Februar 2016

Der Wert öffentlicher Güter






Der Wert öffentlicher Güter


Bericht der «Kommission Öffentliche Güter» der Heinrich-Böll-Stiftung
Band 15 der Schriftenreihe Wirtschaft und Soziales
Herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung 2015
Redaktionelle Betreuung: Dieter Rulff
Gestaltung: feinkost Designnetzwerk, C. Mawrodiew (basierend auf Entwürfen von blotto Design)
Cover-Illustration: Nicola Schaller


Ausgabenkürzungen treffen vor allem die öffentlichen Investitionen und soziokulturellen Dienstleistungen.
Die Folgen dieser Kürzungen werden in der Regel 
nicht sofort sichtbar. Aber sie untergraben auf die Dauer die Grundlagen unseres Alltagslebens, auf denen auch unser Wohlstand beruht: die Qualität des Trinkwassers, die funktionierende Müllentsorgung, öffentliche Verkehrsmittel, befahrbare Straßen und ihre Beleuchtung, Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser.


Öffentliche Güter sind in gewissem Sinne die «zweite Natur» moderner, arbeitsteiliger und differenzierter Gesellschaften. Fallen sie weg, geht das sowohl zu Lasten der Lebensqualität der breiten Massen als auch der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und Innovationskraft des Landes. 
Gleichzeitig verstärkt diese Entwicklung die Spaltung der Gesellschaft. Denn soziale Teilhabe findet wesentlich über öffentliche Güter statt: über Förderung und Qualifizierung im  Bildungssystem, über Zugang zur Kultur, zu Gesundheitsleistungen, einem inklusiven Arbeitsmarkt bis hin zum öffentlichen Verkehrswesen, das Mobilität auch ohne eigenes Auto  ermöglicht.

Vor diesem Hintergrund und angesichts veränderter demographischer, ökologischer und politischer Rahmenbedingungen spricht vieles dafür, sich gründliche Gedanken über die Herstellung und Rechtfertigung öffentlicher Güter zu machen.
Die Heinrich-Böll-Stiftung verbindet mit dem vorliegenden Bericht die Hoffnung, die gesellschaftspolitische Relevanz öffentlicher Güter wieder stärker ins öffentliche  Bewusstsein zu bringen. 
Es geht um ein vertieftes Grundverständnis für öffentliche Güter als Grundpfeiler der Gesellschaft. Die Erneuerung und Stärkung unserer öffentlichen Infrastrukturen ist ein entscheidender Faktor bei der Überwindung der sozialen Blockaden in unserer Gesellschaft.

Es muss deshalb geklärt werden, wie und von wem öffentliche Güter weiterhin in guter Qualität gewährleistet werden können. 
Den hier vorgelegten Bericht verstehen wir als einen Anstoß für eine neue Politik  öffentlicher Güter.


Lesen Sie weiter unter:



Quelle:Heinrich-Böll-Stiftung



Diese Publikation wird unter den Bedingungen einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de 


Eine elektronische Fassung kann heruntergeladen werden. Sie dürfen das Werk vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen. Es gelten folgende Bedingungen: 
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festgelegten Weise nennen (wodurch aber nicht der Eindruck entstehen darf, Sie oder die Nutzung des Werkes durch Sie würden entlohnt). 

Keine kommerzielle Nutzung: Dieses Werk darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden. 
Keine Bearbeitung: Dieses Werk darf nicht bearbeitet oder in anderer Weise verändert werden.




Dienstag, 13. Oktober 2015

Bildung: Ware oder öffentliches Gut?






Bildung: Ware oder öffentliches Gut?

Broschiert – von Gesine Schwan (Autor)



Gesine Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina School of Governance und Professorin für Politikwissenschaft, ist Mitglied der Grundwerte-Kommission derSPD. Bis 2008 war sie Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder.


Bildung bleibt in Deutschland abhängig von der sozialen Herkunft. Bis zu 10 Prozent eines Jahrgangs – rund 65 000 junge Menschen im Jahr 2008 – verlassen jährlich die Schule ohne Abschluss. Noch immer sind es vorwiegend Kinder aus sozial starken und bildungsnahen Schichten, die ein Studium an Hochschulen beginnen.

Der sozialdemokratische Slogan „Aufstieg durch Bildung“ hat seine Glaubwürdigkeit verloren.Was eine erneuerte sozialdemokratische Bildungspolitik auszeichnen sollte, diskutiert Gesine Schwan in dem Buch. Sie plädiert dafür „Teilhabe durch Bildung“ zu sichern, und spricht sich nachdrücklich dafür aus, das (sozial-)demokratische Versprechen der gleichen Freiheit auch in der Bildung ernst zu nehmen und nicht einseitig ökonomischer Effizienz zu opfern. 

Bildung ist ein öffentliches Gut.


Bildung bleibt in Deutschland abhängig von der sozialen Herkunft. 10 Prozent eines Jahrgangs – zirka 80 000 sozial benachteiligte junge Menschen – verlassen jährlich die Schule ohne Abschluss. Der sozialdemokratische Slogan „Aufstieg durch Bildung“ verliert an Anziehungskraft. Was eine erneuerte sozialdemokratische Bildungspolitik auszeichnen sollte, diskutiert Gesine Schwan in ihrem vorliegenden Buch. Sie plädiert nachdrücklich dafür, (sozial-)demokratische politische Kultur zu erneuern und so dem Trend ökonomisierter – an Effizienz und Output orientierter – Steuerung im Bildungswesen entgegenzuwirken. „Teilhabe durch Bildung“ heißt ihr Ziel.

Interview mit Gesine Schwan in The European (17.01.2010): "Bologna ist pervertiert worden"