Donnerstag, 21. Februar 2013

Republik der Wichtigtuer







Republik der Wichtigtuer. Ein Bericht aus Berlin [Gebundene Ausgabe]

Tissy Bruns  


Tissy Bruns, geboren 1951, verstorben Februar 2013, war Chefkorrespondentin des "Tagesspiegel". Von 1991 bis 1999 war sie für "taz", "Stern", "Wochenpost" und "Die Welt" als Parlamentskorrespondentin in Bonn tätig, von 1999 bis 2003 - als erste Frau in diesem Amt - Vorsitzende der Bundespressekonferenz.


Ist Berlin-Mitte nur noch eine einzige große Bühne, Politik in Deutschland zu einem mediealen Spektakel verkommen? 
Diesen Eindruck kann man bei der Lektüre dieses Buches gewinnen. Politik wird heute nicht nur von Politikern, sondern in hohem Maße auch von den Medien gemacht. 

Die spannende Analyse der Journalistin Tissy Bruns verdeutlicht, dass dabei in unserer "Medienrepublik" den politischen Akteuren der Bezug zur Wirklichkeit mehr und mehr verloren geht. 

Die Kluft zwischen Regierenden und Regierten wird immer größer. 
Die Folgen dieses "Jahrmarktes der Eitelkeiten" sind fatal: 
Die Bürger wenden sich ab und interessieren sich nicht mehr für Politik. 
Die Autorin belässt es jedoch nicht bei der reinen Kritik, sie zeigt auch, was sich ändern muss, damit die Situation sich nicht noch verschlimmert.

Längst wird Politik in den Medien gemacht und allzu leicht wird dabei übersehen, dass die öffentliche Selbstinszenierung vor allem eines offenbart: 

Der Bezug zur Wirklichkeit geht mehr und mehr verloren, die Kluft zwischen Regierenden und Regierten wird immer größer. 
In aller Deutlichkeit legt Tissy Bruns den Finger in die Wunde Demokratieverdrossenheit" und zeigt zugleich, was sich ändern muss - die spannende Analyse einer der bekanntesten Journalistinnen des Landes.




Mittwoch, 20. Februar 2013

Gottes Werk und unser Beitrag





Gottes Werk und unser Beitrag: Kirchenfinanzierung in Österreich [Kindle Edition]

Carsten Frerk Christoph Baumgarten  


Carsten Frerk, geboren 1945, lebt in Berlin als freier Autor, Journalist und Texter. Seit 2006 Chefredakteur des Humanistischen Pressedienstes. Zahlreiche Publikationen, u.a. des deutschen Pendants zu "Gottes Werk und unser Beitrag": "Violettbuch Kirchenfinanzen Wie der Staat die Kirchen finanziert.

Christoph Baumgarten, geboren 1979, lebt in Wien, seit 1998 Journalist. Baumgarten ist Aktivist des Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien.


"Gottes Werk und unser Beitrag" ist das erste Kompendium, das sich der Kirchenfinanzierung in Österreich systematisch widmet. 
Die beiden Autoren, ausgewiesene Spezialisten zum Thema, haben Informationen zusammengetragen und gebündelt. Das Standardwerk mit vielen neuen Details und Zusammenhängen - für alle kritischen Leserinnen und Leser in Sachen Kirche und Staat.

Wie groß ist der Privatbesitz der Bischöfe? 
Ist die Kirche arm? 
Davon kann keine Rede sein, wie die Autoren umfassend klären. Sie hinterfragen und widerlegen aber auch einige Mythen, wie "zehn Prozent der Wiener Immobilien gehören der Kirche". 
Netzwerke zwischen Kirche, Politik und Wirtschaft werden aufgedeckt.

Die Ergebnisse bergen überraschende Details: Wer noch nicht wusste, dass das Bundeskanzleramt ein Patronat des kaiserlichen Hauses Österreich weiter bedient, dem wird auch nicht bekannt sein, dass die Auslandsschule der Republik Österreich in Istanbul in der Hand von missionierenden Ordensgemeinschaften ist und dass es sich bei der gelebten Nächstenliebe um eine Caritas-Legende handelt.

Es ist ein Werk entstanden, das es bisher in Österreich nicht gegeben hat, ein wahrer Paukenschlag an Information und Erkenntnis.




Das ewige Spanien der Anarchie








Das ewige Spanien der Anarchie

Die anarchistische Literatur des Bürgerkriegs (1936-1939) und ihr Spanienbild [Taschenbuch]

Martin Baxmeyer  




Der Spanische Bürgerkrieg ist eines der geschichtspolitisch wirkungsmächtigsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts. 
Im Juli 1936 putschten einige rechte Generäle, darunter Francisco Franco, gegen die linke Regierung der Republik. Die Republik organisierte die militärische Gegenwehr, wurde aber von Großbritannien und Frankreich im Stich gelassen. 
Unterdessen kämpften italienische und bis zu 15 000 deutsche Soldaten auf Seiten der Faschisten. In einigen Regionen, vor allem in Katalonien, wurde dem Aufstand der Generäle mit einer sozialen Revolution begegnet. Dies geschah vor dem Hintergrund einer europaweit einzigartig starken anarchistischen Bewegung. 
Die anarchistische Gewerkschaft CNT (Confederación Nacional del Trabajo) war damals mit etwa zwei Millionen Mitgliedern die größte Gewerkschaft der Welt.


Der Spanische Bürgerkrieg (1936-1939) war jedoch nicht nur eine Zeit blutiger Auseinandersetzungen. Er war auch die Zeit einer bemerkenswerten nichtprofessionellen literarischen Produktivität. 
Vor allem die Anarchisten sahen mit der Sozialen Revolution die Möglichkeit gekommen, ihre lang gehegte Utopie einer freien kollektiven literarischen Praxis Wirklichkeit werden zu lassen. Die neuen Zeiten würden auch eine neue Literatur haben. 

Martin Baxmeyer stellt die noch weitgehend unbekannte anarchistische Literatur des Bürgerkriegs in ihrem historischen und kulturgeschichtlichen Kontext vor und erörtert anhand einer Analyse ihres Spanienbilds, warum sie keineswegs die Geburtsstunde einer neuen revolutionären Literatur markierte. 

Seine Ergebnisse korrigieren Grundannahmen der internationalen Anarchis-musforschung auf entscheidende Weise.




Sonntag, 17. Februar 2013

Ego: Das Spiel des Lebens





Ego: Das Spiel des Lebens [Gebundene Ausgabe]


Frank Schirrmacher  

Frank Schirrmacher, Jahrgang 1959, Studium in Heidelberg und Cambridge, Promotion. 
Seit 1994 ist er einer der Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". 
2004 sagte er dem Altersrassismus den Kampf an – für sein Buch "Das Methusalem-Komplott" erhielt er u. a. den "Corine-Sachbuch-Preis" und die Auszeichnung "Journalist des Jahres 2004". 
Mit "Minimum" landete er 2006 erneut einen publizistischen Coup und setzte das Thema des Jahres. 
2007 erhielt er als erster Journalist den "Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache" und wurde 2009 mit dem "Ludwig-Börne-Preis" ausgezeichnet. Zuletzt erschien bei Blessing "Payback". Frank Schirrmacher lebt in Frankfurt und Potsdam.



Frank Schirrmacher zeichnet in seinem bahnbrechenden neuen Buch die Spur eines monströsen Doppelgängers nach und macht klar, dass die Konsequenzen seines Spiels das Ende der Demokratie sein könnte, wie wir sie heute kennen.

Dieses Buch erzählt davon, wie nach dem Ende des Kalten Kriegs ein neuer Kalter Krieg im Herzen unserer Gesellschaft eröffnet wird. 
Es ist die Geschichte einer Manipulation: 
Vor sechzig Jahren wurde von Militärs und Ökonomen das theoretische Model eines Menschen entwickelt. Ein egoistisches Wesen, das nur auf das Erreichen seiner Ziele, auf seinen Vorteil und das Austricksen der anderen bedacht war: ein moderner Homo oeconomicus. 

Nach seiner Karriere im Kalten Krieg wurde er nicht ausgemustert, sondern eroberte den Alltag des 21. Jahrhunderts. Aktienmärkte werden heute durch ihn gesteuert, Menschen ebenso. 
Er will in die Köpfe der Menschen eindringen, um Waren und Politik zu verkaufen. Das Modell ist zur selbsterfüllenden Prophezeiung geworden. 
Der Mensch ist als Träger seiner Entscheidungen abgelöst, das große Spiel des Lebens läuft ohne uns. 



Mittwoch, 13. Februar 2013

Johanna Dohnal: Ein politisches Lesebuch






Johanna Dohnal: Ein politisches Lesebuch [Broschiert]

Maria Mesner Heidi Niederkofler  

Sie war Österreichs erste Frauenministerin. Sie kämpfte für die Rechte der Frauen und für Gleichberechtigung. Sie wurde von unseren Vätern gefürchtet und von den Müttern heimlich bewundert. Sie engagierte sich neben der Frauen- auch in der Friedens-, Bildungs- und Entwicklungspolitik!



Leitidee dieses Buchs ist es, einige programmatische Reden Johanna Dohnals (1939-2010) einem größeren Publikum zugänglich zu machen. 

Johanna Dohnal war von 1979 bis 1995 Staatssekretärin für Frauenfragen bzw. Frauenministerin. Darüberhinaus war sie eine zentrale Politikerin der Zweiten Republik, die richtungsweisend agierte und weitreichende Maßnahmen - zum Teil gegen erheblichen Widerstand - durchsetzte. 

Es geht in diesem politischen Lesebuch auch darum, die Frauenpolitik der letzten drei Jahrzehnte zu veranschaulichen und sie in einen zeithistorischen Kontext zu stellen. 

Jedem Themenbereich folgt daher eine aktuelle Analyse, verfasst von Autorinnen aus dem politischen Umfeld. Größere Zusammenhänge werden dadurch sichtbar gemacht, eine Standortbestimmung möglich. 


Nachlesen kann man Reden zu folgenden Themen: 
Gewaltverhältnisse und Geschlecht, Fristenregelung, Geschlechterdemokratie und Quotendiskussion, Wohlfahrtsstaat und Sozialpolitik, Friedensbewegung, Bildungsreformen, Lohngerechtigkeit, Internationale Frauenpolitik und Menschenrechte sowie Visionen und Perspektiven zur Frauenpolitik




Ich denke, es ist Zeit, daran zu erinnern:
Die Vision des Feminismus ist nicht eine "weibliche Zukunft". Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzwänge, ohne Macht- und Gewaltverhältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn.
(Johanna Dohnal)






Dienstag, 12. Februar 2013

Was verträgt unsere Erde noch?






Was verträgt unsere Erde noch?: Wege in die Nachhaltigkeit [Taschenbuch]

Klaus Wiegandt Jill Jäger  


Klaus Wiegandt ist Stifter und Vorstand des »Forums für Verantwortung«, der vorliegende Band geht aus dem 9. Kolloquium der Stiftung hervor. 

Zuvor erschienen: 
›Evolution. Geschichte und Zukunft des Lebens‹, ›Mensch und Kosmos. Unser Bild des Universums‹, ›Die kulturellen Werte Europas‹, ›Die Zukunft der Erde. Was verträgt unser Planet noch?‹, ›Säkularisierung und die Weltreligionen‹, ›Die Ursprünge der modernen Welt‹, ›Die Anfänge des Christentums‹ und ›Evolution und Kultur des Menschen‹ .

Jill Jäger ist Senior Researcher am Sustainable Europe Research Institute in Wien.



Die Erde ist ständigen Veränderungen unterworfen, die auf komplexe Weise zusammenwirken. 
Der Mensch greift massiv in die Abläufe der Umwelt ein, ohne die langfristigen Folgen wirklich kalkulieren zu können. Das Verständnis globaler Kreisläufe ist unerlässlich und bietet uns die wissenschaftlichen Grundlagen für eine bewusst nachhaltige Gestaltung der globalen Umwelt.

Dieses Buch sollte sich jeder antun, der ein paar Stunden Zeit für die Zukunft unseres Planeten hat. 
Das Buch ist durch 10 zentrale Fragestellungen gegliedert und bietet auch Laien einen guten Einblick in die behandelte Thematik.





Die Vorsorgelüge der Politik und Rentenversicherung




Die Vorsorgelüge: 

Wie Politik und private Rentenversicherung uns in die Altersarmut treiben [Broschiert]

Holger Balodis Dagmar Hühne 

Dieses Buch provoziert, doch es macht es wohlbegründet und gestützt auf Aussagen integrer Fachleute. Hier decken die Autoren tatsächlich einen Skandal auf. Ausführlich, nachvollziehbar und nachweisbar . Die Autoren zeigen, mit welchen Tricks die Kunden geschröpft werden.



Alle sagen: 

Private Rentenversicherung muss sein, sonst droht Altersarmut ! 

Doch die von der Versicherungswirtschaft angebotenen Formen der Privatrente,  sowie der Riester- oder Rürup-Rente taugen nicht als Ersatz für die gesetzliche Rente. 

Im Gegenteil: 
Kunden verlieren Milliarden, weil private Rentenversicherungen systematisch zu ihrem Schaden konstruiert sind. 
Politiker, Finanzlobbyisten und Wissenschaftler haben die gesetzliche Rente demontiert, um das private Geschäft mit der Altersvorsorge anzukurbeln – zu Lasten der Rentner von morgen. 

Der Versicherungsmathematiker Axel Kleinlein kommt zu einem Ergebnis, das jeden schockieren sollte: 
Über 80 Prozent der Kunden, die heute eine privaten Rentenvertrag abschließen, werden voraussichtlich effektiv Geld verlieren !!!

Sie zahlen mehr ein als sie später herausbekommen. 

Holger Balodis und Dagmar Hühne decken auf, wie sich ein mafiöses Interessengeflecht die Altersvorsorge zur Beute macht und uns in die Altersarmut stürzt.
Dieses Buch möchte schockieren und tatsächlich müsste jeder aufwachen nach der Lektüre !



Sonntag, 10. Februar 2013

Franz Kafka - Das Schloß


 



Das Schloß [Gebundene Ausgabe]

Franz Kafka  


Das Schloß, Kafkas letzter großer Roman, erzählt von K., der vom Grafen eines ländlich gelegenen Schlosses als Landvermesser beauftragt wird. 

Doch K.s Versuche, ins Schloß zu gelangen, scheitern ebenso wie sein Bemühen, im Dorf seinen Platz zu finden.

Die Ereignisse überstürzen sich, als K. zu einem »Verhör« bestellt wird: Klamms Geliebte, die vom Besuch bei der verfemten Familie erfahren hat, trennt sich von K.; während ein Sekretär dem entkräfteten K. versichert, dass das Amt seine Bitten nun erfüllen würde, fordert ihn ein anderer Sekretär auf, Klamms Geliebte freizugeben. Bevor der zu Tode erschöpfte K. in tiefen Schlaf sinkt, beobachtet er die hektische Betriebsamkeit der Schlossdiener und erfährt, dass seine Anwesenheit das Amt erheblich behindern würde. Nachdem ein Zimmermädchen K. am folgenden Morgen anbietet, fortan bei ihr zu wohnen, bricht die surreale Handlung ab. 

Sein Kampf gegen die allgegenwärtige, anonyme und undurchdringliche BÜROKRATIE der Schloßverwaltung endet für ihn in einem Dickicht aus Geheimnissen und Erniedrigungen.


Wie "Der Prozess" hat "Das Schloss" eine Vielzahl psychologischer, sozio-logischer bzw. theologischer Deutungsversuche nach sich gezogen. 

Die bleibende Faszination, die der Roman bis heute ausübt, resultiert aus dem Verzicht des Autors, einen eindeutigen Sinngehalt anzubieten. Die »offene« Struktur, die schon Der Prozess aufwies, beeinflusste die moderne Dichtung maßgeblich und trug mit dazu bei, dass Das Schloss weit über die Grenzen der Literatur hinaus Aufmerksamkeit fand.








Samstag, 9. Februar 2013

Die Aufgaben der Sozialdemokratie









Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie [Taschenbuch]

Bernstein, Eduard  





Erstes Kapitel. Die grundlegenden Sätze des marxistischen Sozialismus


Zweites Kapitel. Der Marxismus und die Hegelsche Dialektik


Drittes Kapitel. Die wirthschaftliche Entwicklung der modernen Gesellschaft


Viertes Kapitel. Die Aufgaben und Möglichkeiten der Sozialdemokratie


Schluß. Endziel und Bewegung



Sozialdemokratie, 68er-Bewegung und Gesellschaftlicher Wandel





Sozialdemokratie, 68er-Bewegung und Gesellschaftlicher Wandel 1959 - 1969 [Broschiert]


Robert Philipps  



Wie begegnete die SPD der Herausforderung durch die revoltierende Jugend in den sechziger Jahren? Die Studie zeigt auf, wie ambivalent die SPD auf den gesellschaftlichen Wandel und das Auftreten der „Neuen Linken“ reagierte und wie rasant in dieser Zeit auch die SPD von der Veränderungsdynamik erfasst wurde.

Die in den sechziger Jahren auftretenden politischen und gesellschaftlichen 

Wandlungsprozesse, die ihren eruptiven Ausdruck in den Protestereignissen von 

1968 fanden, erschütterten auch die Sozialdemokratische Partei Deutschlands 

bis ins Mark. 



Überwunden geglaubte Konflikte über die grundlegende politische Ausrichtung 

der Partei brachen neu auf, und vielfältige politkulturelle Veränderungen 

brachen sich in der SPD Bahn. Die Partei reagierte „wie ein Seismograph“ (Willy 

Brandt) auf die Erschütterungen des gesellschaftlichen Gefüges und wandelte 

sich dabei grundlegend.


Die Studie analysiert, wie die verschiedenen Gruppierungen in der SPD auf den 
gesellschaftlichen Wandel und die Herausforderung der 68er-Bewegung 
reagierten, wie Teile der SPD selbst von der Veränderungsdynamik erfasst 
wurden und wie die Sozialdemokratie dadurch beeinflusst und verändert wurde.



Vorwärts oder abwärts?






Vorwärts oder abwärts?

Zur Transformation der Sozialdemokratie (edition suhrkamp) [Taschenbuch]


Franz Walter  


Franz Walter, geboren 1956, lehrt Politikwissenschaft an der Universität Göttingen und ist Direktor des Göttinger Instituts für Demokratieforschung.

Bestechender - auch als seine Beschwörung des Keynesianismus als Mittel gegen die Krisen des Finanzmarktkapitalismus - ist Walters Analyse des Auseinanderreißens des Sozialdemokratischen Milieus.




Jospin, Blair, Schröder: 1998 sah es so aus, als stünde die europäische Sozialdemokratie vor einem goldenen Zeitalter. 
Jahre später hat die SPD 10.192.426 Millionen Stimmen verloren und sechs Parteivorsitzende verschlissen, die niederländische Partij van de Arbeid fuhr 2002 das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte ein, die schwedischen Sozialdemokraten 2006, die österreichischen 2008. 

Der »Dritte Weg« erwies sich als Weg ins Abseits, längst ist vom Ende einer Volkspartei die Rede. 
Es sieht so aus, als hätten die Sozialdemokraten keine überzeugende Antwort auf den radikalen Wandel der Arbeitswelt, auf Individualisierung und Globalisierung. 

Franz Walter, einer der profiliertesten deutschen Parteienforscher und ausgewiesener SPD-Experte, untersucht die Ursachen für den Niedergang der SPD, der, so Walter, schon 1973 begann. Er wirft einen Blick über die Grenzen Deutschlands und fragt, was Freiheit, Gleichheit und Solidarität in unserer Zeit bedeuten.





Sonntag, 3. Februar 2013

Die Frauen der Nazis






Die Frauen der Nazis 

Die drei Bestseller vollständig aktualisiert in einem Band [Taschenbuch]




Dr. phil. Anna Maria Sigmund studierte Geschichte und Kunstgeschichte in Wien. Sie ist Mitglied des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Neben wissenschaftlichen Publikationen veröffentlichte sie auch geschichtliche Werke für ein breites Publikum. 

Ihre Bücher „Die Frauen der Nazis“, „Die Frauen der Nazis II“ und „Die Frauen der Nazis III“ wurden zu internationalen Bestsellern. Zuletzt erschien von ihr bei Heyne „Des Führers bester Freund“.


Exakt recherchierte Frauenbilder, die oft überraschend neue, faszinierende Einblicke in den Alltag des Dritten Reiches ebenso geben wie in die intimen Beziehungen und Intrigen zwischen den Personen der obersten Parteispitze.
Wer waren die Frauen an der Seite Hitlers und seiner Helfer und welche Bedeutung kam ihnen im NS-Regime zu? 

In ihrem akribisch recherchierten Werk spannt die Bestsellerautorin Anna Maria Sigmund den Bogen von Politiker-Gattinnen wie Emmy Göring oder Magda Goebbels über Künstlerinnen wie Zarah Leander oder Thea von Harbou bis hin zu scheinbar ganz normalen Frauen, die maßgeblich an der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten beteiligt waren. 
20 faszinierende Porträts mit überraschenden Erkenntnissen aus zahlreichen spektakulären Quellen!

Es wird in dem Buch sehr gut aufgezeigt, wo der Wahnsinn überall lauerte. Viele Frauen sind dem Nationalsozialismus verfallen - bewusst oder als Mitläufer.




Samstag, 2. Februar 2013

Ambiguität: Eine andere Geschichte des Islam




Die Kultur der Ambiguität: Eine andere Geschichte des Islam [Gebundene Ausgabe]


Thomas Bauer  


Thomas Bauer, geboren 1961, seit 2000 Professor für Islamwissenschaft und Arabistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. 
Seit 2007 Vorstandsmitglied im Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Universität Münster. 
2002-2006 Direktor des »Centrums für Religiöse Studien« der Universität Münster. 
2006-2007 Fellow am Wissenschaftskolleg Berlin. Forschungsschwerpunkte: Kultur- und Mentalitätsgeschichte der arabisch-islamischen Welt, klassische arabische Literatur.

»In Bauers Buch werden nicht nur die verheerenden Auswirkungen des Einbruchs der Moderne auf die islamische Tradition auf einfühlsame und unaufgeregte Weise dargestellt, sondern es gelingt ihm von diese Perspektive aus Phänomene des modernen Islams zu erklären...«
(Claudia Ott Dresdner)
»Bauer ist sehr polemisch, sehr scharf in der Abrechnung mit diesem vom Westen errichteten ›Phantasy-Islam‹. Selten zuvor hat jemand so kenntnisreich mit der Politik der USA in den Irak-Kriegen abgerechnet. 
Es erzählt jene reale Geschichte des Islam, die zu aller Leid vergessen und verdrängt wurde.«
(Dirk Pilz)
»Mittels intimster Kenntnisse des klassischen islamischen Schrifttums entlarvt der Autor die frappante Unwissenheit der Orientalistik alten Stils und der Medien. 
Er nennt aber auch Gründe dafür, etwa die fehlende Edition maßgeblicher arabischer Literatur. 
In der Mischung aus überzeugender Grundthese und einschlägigen Beispielen entpuppt sich dieses Buch als eine der besten Einführungen in den Islam seit Langem.«
(Stefan Weidner)


Ein Buch, das jeder gelesen haben muss, der sich ernsthaft für die Hintergründe der Konflikte zwischen den westlichen Ländern und »dem Islam« interessiert.
Bauer bringt in seinem gut geschriebenen und auch für interessierte Laien gut lesbaren Buch eine große Menge höchst überraschender Erkenntnisse. 
So zeigt sich zum Beispiel, dass die immer wieder erhobene Forderung, »der Islam« solle endlich in der Moderne ankommen, ins Leere greift und nur auf Unkenntnis basiert, weil die gegenwärtigen Entwicklungen gerade der Ausdruck dieser Ankunft in der Moderne sind.

Alle Kulturen müssen mit Ambiguität (Mehrdeutigkeit) leben. Sie unterscheiden sich jedoch dadurch, wie sie damit umgehen. 
Zweideutigkeit wird hingenommen, ja mitunter wird sie bewußt erzeugt und nimmt wichtige kulturelle Funktionen ein, etwa in Konventionen der Höflichkeit und der Diplomatie, durch Riten oder Kunstwerke. 
Sie kann aber auch vermieden und bekämpft werden. Kulturen unterscheiden sich also durch ihre unterschiedlicheAmbiguitätstoleranz

In islamischen Kulturen ist in dieser Hinsicht während der letzten Jahrhunderte ein Wandel zu beobachten, der sich so deutlich und mit solch drastischen Konsequenzen kaum anderswo zeigt: 
von einer relativ großen Toleranz hin zu einer bisweilen extremen Intoleranz gegenüber allen Phänomenen von Vieldeutigkeit und Pluralität. Während zum Beispiel im 14. Jahrhundert die Varianten des Korantexts und die Vielzahl an Auslegungsmöglichkeiten als Bereicherung galten, ist dies heute vielen Muslimen ein Ärgernis.
Die Erforschung des Umgangs mit kultureller Ambiguität ist ein Gegenstand der Mentalitätsgeschichte. Verläßt man den eurozentrischen Blickwinkel und stellt Denken, Fühlen und Handeln der Menschen in den Mittelpunkt des Interesses, kommt man zu einer alternativen, nicht teleologisch gefärbten Geschichtserzählung. 
Daher ist auch der Untertitel des Buches – „Eine andere Geschichte des Islams“ – mehrdeutig, ambig, zu lesen. Nicht eine andere Geschichte des Islams soll erzählt werden, sondern vielmehr eine andere Geschichte des Islams, in der aber auch einige scheinbar selbstverständliche Bestandteile der eigenen Kultur in Frage gestellt werden. 
Diese Sicht macht dieses Buch so interessant und wichtig.