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Sonntag, 19. April 2015

DÖW - Jahrbuch 2015: Feindbilder







Jahrbuch 2015: Feindbilder

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.)
Redaktion: Christine Schindler
Wien 2015
378 Seiten
Das Jahrbuch 2015 ist der rassistischen Verfolgung ebenso gewidmet wie der politischen Repression im Nationalsozialismus, es behandelt die NS-Propaganda und den Umgang der österreichischen Gesellschaft mit den Überlebenden nach 1945.

Der Titel "Feindbilder" trifft dabei auf die - in diesem Jahrbuch thematisierten - im Nationalsozialismus verfolgten Gruppen und Menschen zu, auf sowjetische Kriegsgefangene, ZwangsarbeiterInnen, Roma und Sinti, Juden und Jüdinnen, WiderstandskämpferInnen.


7 Vorbemerkung

Christine Schindler

13 „Alle Straßen münden in schwarze Verwesung“
Österreich-Ungarns letzter Krieg
Festvortrag anlässlich der Jahresversammlung des DÖW
am 2. April 2014
Manfried Rauchensteiner

27 Feindbilder
Rassistische NS-Propaganda am Beispiel in der Sowjetunion
aufgenommener Fotos der Propagandakompanien
Elisabeth Boeckl-Klamper

43 „Wann endlich wird dies himmelschreiende Unrecht
an uns gut gemacht werden?“
Frühe Zeugnisse österreichischer Roma und Romnia
zu ihrer Verfolgung während des Nationalsozialismus
Gerhard Baumgartner

81 Vertreibung und Vernichtung
Jüdische Schicksale vor dem Hintergrund von Shoah
und erzwungener Emigration – ein Werkstattbericht
Claudia Kuretsidis-Haider

113 Überlebende des Holocaust in der Zweiten Republik – eine Skizze
Brigitte Bailer

141 Von der Richtstätte auf den Seziertisch
Zur anatomischen Verwertung von NS-Opfern in Wien, Innsbruck
und Graz
Herwig Czech

191 Ernst Burger (1915–1944). Funktionär des Kommunistischen
Jugendverbandes und führendes Mitglied der „Kampfgruppe Auschwitz“
Manfred Mugrauer

229 Die „Anti-Hitler-Bewegung Österreichs“ und die „Anti-Hitler-Bewegung
der Ostarbeiter“ im Widerstand gegen das NS-Regime 1942–1944
Hans Schafranek

259 Alexander Wienerberger – Fotograf des Holodomor
Josef Vogl

273 Der Diskurs über Wehrmachtsdeserteure anlässlich der Umsetzung
des Deserteursdenkmals in Wien (2010–2013)
Marc Bittner / Reinhold Gutschik

297 Die „letzte Stalinorgel“? Evidenzproduktion auf umkämpftem Terrain:
Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und
seine Expertisen als Verhandlungsgegenstände des Österreichischen
Nationalrats
Bernhard Weidinger

317 Ein Glücksfall
Zum 70. Geburtstag von Wolfgang Neugebauer
Peter Steinbach

323 Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
Tätigkeitsbericht 2014
Christa Mehany-Mitterrutzner

377 AutorInnen

Dienstag, 24. März 2015

Rassismus Report 2014







„Terror-Moslems, scheissmuselmanisches Dreckspack “,
„Friede existiert erst dann, wenn Juden komplett verschwinden… Hitler hat eindeutig zu wenig gemacht“ und
„Zigeunerbanden“, die „alles an sich reißen, was nicht niet- und nagelfest ist“ :

Diese und andere abwertende Bezeichnungen wurden vergangenes Jahr besonders häufig gegen MuslimInnen, JüdInnen sowie Roma/ Romnija gerichtet. Ebenso in ein schlechtes Licht wurden AsylwerberInnen gerückt, so etwa von einem Politiker, der sie als „Erd- und Höhlenmenschen“ bezeichnete.
Besonders dominant dabei – auch in Medien und sozialen Netzwerken – war der Generalverdacht, unter den MuslimInnen gestellt wurden. Allein die Anzahl der rassistischen Vorfälle gegenüber als MuslimInnen wahrgenommenen Personen hat sich seit August 2014 nahezu verdoppelt, diese Vorfälle fallen somit zeitlich zusammen mit der Verbreitung der Gräueltaten der IS/ ISIS über das Internet. Die Übergriffe reichen von verbalen Attacken in Parks und öffentlichen Verkehrsmitteln, über tätliche Angriffe, Vandalismus gegen Einrichtungen bis hin zu Hetze und Morddrohungen im Netz.

Dabei war klar ein Zusammenhang zwischen aktueller Berichterstattung, politischen Reaktionen und darauffolgenden rassistischen Übergriffen erkennbar, angefacht von Parolen etwa der Pegida, die vor einer „Islamisierung des Abendlandes“ warnt. Strafandrohungen der Politik gegen „Integrationsunwilligkeit“ haben zur Verfestigung von Vorurteilen, zur Spaltung der Gesellschaft und letztendlich zu Rassismus beigetragen. Mit der „Angst vorm Feind in den eigenen Reihen“ wurde allerlei politisches Kleingeld gemacht – die Leidtragenden waren (und sind) Personen, die einer dieser Gruppen zugeordnet wurden und damit Opfer von negativen Zuschreibungen und sogar fiesen, heimtückischen Attacken wurden.

Die anlässlich einer drohenden Terrorgefahr gestarteten Initiativen zur „De-Radikalisierung“ richten sich dementsprechend vorwiegend an Personen, die (oder deren Eltern) nicht österreichischer Herkunft sind. Diese Maßnahmen werden medial als Programme gegen den islamischen Extremismus verkauft und von Sicherheitspaketen und einer Materialaufstockung gegen Terroreinsätze flankiert.
Von Aktivitäten, die langfristig gegen die voranschreitende Zersetzung des demokratischen Wertekatalogs geeignet wären, ist nichts zu hören, auch nichts von Maßnahmen, die dem ganzen Spektrum der radikalen Szene Paroli bieten oder MitläuferInnen zumindest eine Ausstiegsoption bieten könnten.
Aus der Perspektive von ZARA als Stelle, die seit 15 Jahren Personen berät, die systematisch diskriminiert werden, möchten wir dazu folgendes betonen: Wer sich ständig unerwünscht und abgelehnt fühlt und den Eindruck hat, ohne Grund nicht dieselben Chancen und Möglichkeiten zu haben, versucht womöglich etwas Anderes und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem er/sie diese Ausgrenzung nicht mehr erleben muss und so etwas wie „Zugehörigkeit“ erfährt. Und das können eben auch radikalisierende Bewegungen sein. Dass die Regierung das verstanden hat, zweifeln wir angesichts dieser Reaktionen ernsthaft an und fordern sie auf, endlich entsprechende Programme und Maßnahmen zu unterstützen, die der fortschreitenden rassistischen Spaltung der Gesellschaft ernsthaft entgegenwirken können.


Doch Erfreulicherweise tut sich etwas:


Angestoßen durch die erste universelle Menschenrechtsprüfung Österreichs
durch den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (s. ZARA Rassismus Report 2010, ab S. 55) wird bis zum kommenden Sommer ein Nationaler Aktionsplan Menschenrechte entstehen.

Hass-Postings auf den eigenen Facebook-Seiten haben Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz sowie Frauen- und Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek aufgerüttelt und zu einer konkreteren Auseinandersetzung mit dem Thema Hass im Netz veranlasst.
Und nicht zuletzt die beschämend geringe Anzahl an Verurteilungen wegen Verhetzung hat dazu beigetragen, dass Justizminister Wolfgang Brandstetter eine Novellierung des offensichtlich schwer interpretierbaren Paragrafen § 283 des Strafgesetzbuches ins Auge gefasst hat und im Herbst beim „Gipfel gegen Hass und Hetze“ eine Arbeitsgruppe dazu einberufen hatte.


Claudia Schäfer, Geschäftsführerin und Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit:
Die Attentate der vergangenen Jahre wie im norwegischen Utoya, die Mordserie an MigrantInnen in Deutschland oder die jüngsten Anschläge gegen KarikaturistInnen und JüdInnen in Frankreich, Belgien und Dänemark richten sich klar gegen die Werte, für die wir eintreten: Demokratie, Menschenrechte und eine anti-rassistische Haltung. Es gilt deshalb gerade jetzt zu verhindern, dass Personen weiterhin gegeneinander aufgestachelt werden, die bislang weitestgehend friedlich zusammenleben konnten. Wir dürfen nicht zulassen, dass Furcht, Sprachlosigkeit und rassistische Hetze unsere Gesellschaft zerstören!
Dina Malandi und Lilian Levai, ZARA-Beratungsstelle für Opfer und ZeugInnen von Rassismus:
Immer wieder berichten Betroffene, dass sie sich nicht nur von den Beleidigungen, Beschimpfungen und Drohungen verletzt fühlen. Das Gefühl nicht erwünscht und von der eigenen Umgebung und Gesellschaft abgelehnt zu werden, verstärkt sich dadurch, dass andere Anwesende oft nicht eingreifen bzw. sich niemand für sie einsetzt. Das zeigt uns, wie wichtig es ist, dass jeder und jede Einzelne im Kampf gegen die Verbreitung von Hetz- und Hassreden aktiv werden muss und sich mit den betroffenen Personen – auch öffentlich – solidarisch zeigt.

Downloads:

Dienstag, 12. August 2014

Theresienstädter Gedenkbuch








Theresienstädter Gedenkbuch 

Institut Theresienstädter Initiative (Institut Terezínské iniciativy/ITI): Unterstützung und Durchführung der Forschung zur Geschichte der "Endlösung" in Böhmen und Mähren und zur Geschichte des Theresienstädter Ghettos sowie Vermittlung der Ergebnisse an ein breiteres Publikum.
Das Institut will Theresienstadt zu einem Platz der Begegnung und der Diskussion zwischen Menschen verschiedener Generationen, Nationalitäten, politischer, philosophischer und religiöser Anschauungen machen.
Das vom DÖW gemeinsam mit dem Institut Theresienstädter Initiative herausgegebene Gedenkbuch beinhaltet Namen und Schicksale von mehr als 18.100 Jüdinnen und Juden (darunter auch 1.149 in Österreich eingesetzte ungarisch-jüdische ZwangsarbeiterInnen), die 1942 bis 1945 aus Österreich und aus anderen besetzten Ländern Europas nach Theresienstadt deportiert wurden.
Ein wissenschaftlicher Einleitungsteil und chronologische Zusammenstellungen der Transporte von Österreich nach Theresienstadt sowie aller Transporte nach und von Theresienstadt ergänzen die rund 700 Seiten starke Publikation.


Neufassung des 1971 erstmals herausgegebenen "Totenbuchs Theresienstadt". Enthält Verzeichnisse aller aus Österreich ins Theresienstädter Ghetto deportierten Jüdinnen und Juden sowie aller österreichischen Jüdinnen und Juden, die aus Böhmen und Mähren nach Theresienstadt deportiert wurden.
Weiters beinhaltet das Buch wissenschaftliche Beiträge u. a. über den Alltag im Ghetto, die Lagerkommandanten, die Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Wien, den dritten "Judenältesten" von Theresienstadt Benjamin Murmelstein, die Deportation ungarischer Jüdinnen und Juden nach Theresienstadt sowie über die Gerichtsverfahren nach 1945 im Zusammenhang mit dem Ghetto und der "Kleinen Festung" Theresienstadt.





Mittwoch, 9. Oktober 2013

Der Baron, die Juden und die Nazis






Der Baron, die Juden und die Nazis: Reise in eine Familiengeschichte



Jutta Ditfurth, 1951 in Würzburg geboren, ist Soziologin, Publizistin und politische Aktivistin. Sie arbeitete u.a. als Forscherin und Auslandsreporterin in England und den USA. In den 80er-Jahren war sie Bundesvorsitzende der Grünen, trat 1991 aus und gründete im selben Jahr die Ökologische Linke mit. Seit 2011 vertritt sie die Wählervereinigung ÖkoLinX-ARL erneut im Frankfurter Römer. 
Sie veröffentlichte 16 Bücher, darunter die Bestseller 
- „Feuer in die Herzen. Gegen die Entwertung des Menschen“ (1997), 
- „Ulrike Meinhof. Die Biografie“ (2007) und 
- „Krieg, Atom, Armut. Was sie reden, was sie tun: Die Grünen“ (2011).


"Wann und warum hat sich der Adel dem antisemitischen Lager angeschlossen?"

Nach dem Mauerfall reist Jutta Ditfurth nach Ostdeutschland und sieht sich mit den Widersprüchen ihrer Herkunft konfrontiert. Sie folgt den Spuren ihres schillernden Urgroßonkels Börries Freiherr von Münchhausen, einem Balladendichter, der ein Freund der Juden zu sein schien - doch dann findet sie einen Brief ...

Hinter dem Mythos des 20. Juli 1944 verbirgt sich der besondere Antisemitismus des deutschen Adels im 19. und 20. Jahrhundert. Juden galten in adligen Kreisen oft als "Fremdrassige", die die adlige "Blutreinheit" bedrohten. Auf den Schlössern und Rittergütern hatten Juden bis 1945 nichts verloren. Sie trugen vermeintlich Schuld an Revolutionen, an Kriegsniederlagen, am Sturz der Monarchie und an der Errichtung der Weimarer Republik. Der Hass auf die Juden wurde schließlich "von allen moralischen Skrupeln befreit". 

Jutta Ditfurth erzählt die bewegte Geschichte von Börries Freiherr von Münchhausen. Sein engster Freund war um 1900 der Künstler Ephraim Moses Lilien - bis Münchhausen zum glühenden Antisemiten wurde.




Zu Jutta Ditfurth siehe auch:
https://www.facebook.com/Jutta.Ditfurth



Montag, 10. Dezember 2012

Religion-Gewalt-Gewaltlosigkeit. Probleme-Positionen-Perspektiven







Religion Gewalt Gewaltlosigkeit. Probleme-Positionen-Perspektiven [Taschenbuch]Christoph Bultmann Benedikt Kranemann Jörg Rüpke  

Dr. theol. Benedikt Kranemann, geboren 1959, ist seit 1998 Professor für Liturgiewissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät Erfurt.
Prof. Dr. Jörg Rüpke war von 1995 bis 1999 Professor für Klassische Philologie an der Universität Potsdam und von 1999 bis 2008 Professor für Vergleichende Religionswissenschaft mit dem Schwerpunkt Europäische Polytheismen an der Universität Erfurt und dort Koordinator des DFG-Schwerpunktprogramms Römische Reichs- und Provinzialreligion. 
Seit 2008 ist er Sprecher der DFG-Kollegforschergruppe Religiöse Individualisierung in historischer Perspektive und Fellow für Religionswissenschaft am Max-Weber-Kolleg Erfurt. Seit 2011 ist er Honorarprofessor an der Universität Aarhus und im Jahr 2012 wurde er in den Wissenschaftsrat berufen.


Die Diskussion um das Verhältnis von Religion und Gewalt hat nicht erst mit dem 11. September 2001 begonnen. Nahostkonflikt, die Situation in Nordirland und der Balkankrieg sind nur einige weitere Beispiele aus jüngerer Zeit. Doch Unverständnis und Aggression zwischen Juden und Muslimen, Katholiken und Protestanten allein sind nicht Grund und Motivation für diese Gewaltexzesse. 

- Sind religiöse Konflikte Ursache für die Gewalt? 
- Was lässt eine Religion gewalttätig werden? 
- Welche Rolle spielt für ihr Gewinnpotenzial das soziale, kulturelle und wirtschaftliche Umfeld? 
- Oder werden Religionen nur benutzt bzw. lassen sie sich benutzen, um Gewalt zu rechtfertigen? 
- Wie gehen die verschiedenen Religionen selbst mit der eigenen Widersprüchlichkeit um, die ja nicht nur ein historisches Faktum, sondern auch eine philosophisch-theologische Herausforderung der Gegenwart ist?

Diesen und anderen Fragen gehen die Beiträge dieses Bandes, die aus der Sicht von Theologen, Religionswissenschafltern und Historikern unterschiedlichste Religionen und Konfessionen darstellen, nach.



Beiträge von Christian Albrecht, Christoph Bultmann, Georg Hentschel, Benedikt Kranemann, Claus-Peter März, Vasilios N. Makrides, Jamal Malik, Josef Pilvousek, Josef Römelt, Jörg Rüpke, Christian Wiese, Reinhard Zöllner.










Sonntag, 8. Juli 2012

Die Welle




Die Welle: Bericht über einen Unterrichtsversuch, der zu weit ging [Taschenbuch]Morton Rhue , Hans-Georg Noack (Übersetzer)



Wäre Die Welle ein Roman, man könnte den Inhalt des Buchs kaum glauben. Aber so (oder doch zumindest ähnlich) ist es wirklich passiert, in der Klasse des Lehrers Ron Jones in den USA -- einer Klasse an einer Schule also, die sich so weit weg wähnte vom deutschen Nazi-Terror, und die dann doch auf schmerzliche Weise am eigenen Leib erfahren musste, dass die Regeln des Faschismus auch heute noch funktionieren und dass es jeden treffen kann.

In Die Welle beginnt alles mit einem Film über den Holocaust. Der junge Lehrer Ben Ross zeigt den Schülern der Gordon High School Bilder von ausgermergelten Juden im Konzentrationslager. Alle sind angewidert und entsetzt, aber eine Gruppe um Laurie Saunders von der Schülerzeitung "Die Ente" kann und will nicht glauben, dass Menschen zu derlei Grausamkeiten überhaupt fähig sind.

Um sie und andere zu überzeugen, startet Ross ein Experiment, dass auf fast unbemerkte Art und Weise Methoden der Diktatur installiert. Und plötzlich zerfällt der Klassenverbund in Opfer und Täter -- bis die Situation auf schreckliche Weise eskaliert.


Inzwischen gehört Die Welle des 55-jährigen Autors Morton Rhue (Ich knall euch ab!, Asphalt Tribe) zum Kanon auch an deutschen Schulen. Und das ist gut so. Denn das Buch räumt mit dem weit verbreiteten Vorurteil auf, dass der Nationalsozialismus ein historisches Phänomen war, das nicht wiederkommen kann.
"Wie kann man Millionen von Menschen abschlachten, ohne dass jemand etwas davon weiß?" Auch wenn Die Welle Fragen wie diese nicht beantworten kann, so wirft der Roman sie doch auf.
Umso wichtiger ist seine Lektüre.




Sonntag, 10. Juni 2012

Die Wannseekonferenz - Genozid Beschluss



Die Wannseekonferenz vom 20.01.1942 [Taschenbuch]
Thomas Krauss (Autor)



Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg, einseitig bedruckt, Note: 13 Punkte (= Note 1-2), Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg,

Veranstaltung: Seminar "Auschwitz", 62 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: 1947 wurde vom US-Ankläger Robert Kempner in den Nürnberger Nachfolgeprozessen das einzig erhalten gebliebene Protokoll (16/30) der so genannten Wannsee-Konferenz vom 20.01.1942 gefunden .

Hier wurde der Plan der rationalisierten Ermordung aller europäischen Juden und die effektive Beteiligung des nationalsozialistischen Staatsapparates an diesem industrialisierten Völkermord (= Genozid) in nüchterner bürokratischer Sprache formuliert .

Es stellen sich in Bezug auf die Wannsee-Konferenz folgende Fragen:

- Wie konnte es überhaupt zu dieser Konferenz kommen?

- Was war der Zweck der Wannsee-Konferenz?

- Welche Pläne wurden dort erörtert und wurden diese Pläne auch in die Tat umgesetzt?

Allein das Protokoll an sich wirft viele Fragen auf, da es vom Reichsicherheitshauptamt (RSHA) zensiert wurde und nicht den genauen Ablauf der Geschehnisse der Konferenz wieder gibt.

Auch die nach dem Krieg in den Nürnberger Prozessen vernommenen Teilnehmer der Konferenz machten teilweise sehr widersprüchliche Aussagen, um ihre Hände in Unschuld zu waschen.Im Folgenden wird versucht auf diese Fragen eine plausible Antwort zu finden und die Geschehnisse des 20.01.1942 näher zu beleuchten. 

 

siehe auch weiters:
http://www.boehlau-verlag.com/download/163469/978-3-412-21070-0_leseprobe.pdf

Dokumente, Forschungsstand, Kontroversen

Inhalt Vorwort der Herausgeber ..................................................................................... 13

 Dokumente und Überlieferung Norbert Kampe Dokumente zur Wannsee-Konferenz (Verzeichnis der Dokumente Seite 10–12) ..................................................................... 17


Christian Mentel Das Protokoll der Wannsee-Konferenz. Überlieferung, Veröffentlichung und revisionistische Infragestellung .............................................................................  116

 Bettina Stangneth Eichmanns Erzählungen  ................................................................. 139


Michael Wildt Eichmann und der kategorische Imperativ, oder: Gibt es eine nationalsozialistische Moral? ......................................................................................... 151


Die Besprechung und der historische Kontext Dieter Pohl Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik um die Jahreswende 1941/42. Zum Kontext der Wannsee-Konferenz ........................................................................................................................................ 169


Peter Klein Die Wannsee-Konferenz als Echo auf die gefallene Entscheidung zur Ermordung der europäischen Juden ............................................................................. 182

 Edouard Husson Die Rolle Heydrichs im Prozess der Holocaust-Entscheidung und die Bedeutung der Wannsee-Konferenz. Versuch einer Neuinterpretation ........................ 202


Jan Erik Schulte Die Wannsee-Konferenz und Auschwitz. Rhetorik und Praxis der jüdischen Zwangsarbeit als Voraussetzung des Genozids ............................................................ 216


Teilnehmer und Institutionen Andrej Angrick Die inszenierte Selbstermächtigung? Motive und Strategie Heydrichs für die Wannsee-Konferenz .................................................... 241


Eckart Conze Neuigkeiten für das Auswärtige Amt? Völkermord als Problem der Diplomatie....................................................................................................................... 259 
Hans-Christian Jasch Behördliche Abstimmung zur Vorbereitung von Deportation und Völkermord. Zur Rolle des Vertreters des Reichsministeriums des Innern Dr. Wilhelm Stuckart .......................................................................................................................... 276


Armin Nolzen Gerhard Klopfer, die Abteilung III in der Partei-Kanzlei und deren »Judenpolitik« 1941/42 .................................................................................................. 303


Isabel Heinemann Otto Hofmann und das Rasse- und Siedlungshauptamt. Die »Lösung der Judenfrage« als Element der rassenpolitischen Neuordnung Europas ......................... 323

 Alfred Gottwaldt Warum war die Reichsbahn nicht auf der Wannsee-Konferenz vertreten? ........................................................................................................................................ 341


Die europäische Dimension des Völkermords Christoph Kreutzmüller Eichmanns Zahlen für die Niederlande............................................................................................................... 357


Dan Michman Waren die Juden Nordafrikas im Visier der Planer der »Endlösung«? Die »Schoah« und die Zahl 700.000 in Eichmanns Tabelle am 20. Januar 1942 ................ 379


Rezeption und Wirkungsgeschichte Mark Roseman »Wannsee« als Herausforderung. Die Historiker und die Konferenz .......................................................................................... 401


Gerd Kühling Streit um das »Haus der Endlösung«. Joseph Wulf und die Initiative für ein
Dokumentationszentrum im Haus der Wannsee-Konferenz .......................................... 415


Wolf Kaiser Die Wannsee-Konferenz als Unterrichtsgegenstand. Anregungen und Dokumente für die Sekundarstufe II ............................................................................... 437

 Anhang Verzeichnis der Abbildungen ............................................................................ 453

 Literaturverzeichnis ........................................................................................................ 454

 Autorinnen und Autoren .................................................................................................. 471

 Personenregister ............................................................................................................ 476



Original Wannsee-Dokumente --> HIER !



Montag, 12. März 2012

Warum die Deutschen? Warum die Juden?












Götz Aly: Warum die Deutschen? Warum die Juden?

Gleichheit, Neid und Rassenhass - 1800 bis 1933 [Gebundene Ausgabe]

Sozialdemokratie als Wegbereiter für den Antisemitismus?

Götz Aly, geboren 1947, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München, studierte Geschichte und Politische Wissenschaften (Dr. rer. pol.) in Berlin. Er hat wichtige Veröffentlichungen zur Sozialpolitik und zur Geschichte des Nationalsozialismus vorgelegt.
Ausgezeichnet wurde er mit dem Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste zu Berlin und dem Marion-Samuel-Preis der Stiftung Erinnern.

Wer Antisemitismus sagt, meint in der Regel die Zeit des Nationalsozialismus. Götz Aly beleuchtet aber die Zeit davor und beschreibt die tiefen Wurzeln des Judenhasses, die mitten in die deutsche Gesellschaft reichen.

Der Autor zeigt, dass sich Antisemitismus nicht so sehr aus einer speziell ausgedachten Ideologie, sondern vielmehr aus materiellen Spannungen und Interessen speist. Und hier ist vor allem der gesellschaftliche und soziale Neid zu nennen - gegen Menschen oder Bevölkerungsgruppen, die erfolgreicher sind, als man selbst. Neid zersetzt das soziale Miteinander.
Er macht aggressiv, führt zur Herrschaft des Verdachts, verleidet Menschen dazu, ihr Selbstwertgefühl zu erhöhen, indem sie andere erniedrigen.


Sozialdemokratie und Judenfrage“ heißt der elfseitige Abschnitt, in dem der Historiker und Journalist die Verantwortung der deutschen Sozialdemokratie für den wachsenden Antisemitismus im Land beschreibt.
Er unterstellt ihr zwar keine bewusste Hetze gegen Juden, schreibt ihr aber eine zentrale Rolle zu.