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Dienstag, 29. Januar 2013

Antijudaismus, arabisch-iraelischer Konflikt & europäische Politik





Neu-alter Judenhass. 

Antisemitismus, arabisch-iraelischer Konflikt und europäische Politik. Geleitwort von Arno Lustiger. [Gebundene Ausgabe]



Herausgegeben wird der Sammelband von Klaus Faber, Julius H. Schoeps und Sacha Stawski. 31 kompetente Autorinnen und Autoren beleuchten verschiedene Aspekte und Erscheinungsformen des Antisemitismus, dabei sind ihre Beiträge durchweg nicht nur sachlich und informativ, sondern auch für thematische Laien gut verständlich und lesbar.


Mal versteckt und dann wieder sehr deutlich tritt der Antijudaismus im Alltag ans Tageslicht:
Antijudaismus hat viele Gesichter, gerade die Nachrichten der letzten Jahre haben dies überdeutlich gezeigt. 
In Berlin kam es zu einem Anschlag auf eine jüdischer Kindertagesstätte, Schüler der Polizeischule Berlin weigerten sich, am Unterricht teilzunehmen als der Holocaust thematisiert worden war, es kam sogar zu antijudaistischen Pöbeleien seitens der Polizeischüler. 

Mit dem Kapitel „Der Nahost-Konflikt in der Perzeption des Rechts- und Linksextremismus“ wird ein weiterer, oft unterschätzte Erscheinungsform des Antijudaismus beleuchtet – die des linksextremistischen Antijudaismus. 
Das Kapitel analysiert, wie Rechtsextremisten und Teile der extremen Linken mit den verbalen Platzhaltern „Antizionismus“ und „Antiimperialismus“ den Antijudaismus als Mobilisierungsfaktor und Kampagnenthema nutzen.


In "Neu-alter Judenhass" wird sich auch mit dem Antijudaismus im islamischen und im christlich-westlichen Kulturkreis befasst.
Zu Aspekten wie deutsche Medien und Nahostkonflikt, islamischer Antisemitismus in Nahost und Europa und Herausforderungen für die deutsche und europäische Politik äußern sich neben den Herausgebern profilierte Autorinnen und Autoren: 
Ulrich W. Sahm, Esther Schapira/Georg M. Hafner, Rabbi Andrew Baker, Bassam Tibi, Cem Özdemir, Mordechay Lewy, Dieter Graumann, Anetta Kahane, Johann Michael Möller, Abraham H. Foxman, Yigal Carmon, Mohammed Schams/Wahied Wahdat-Hagh, Philipp Gessler, Eldad Beck, Doron Rabinovici, Matthias Küntzel, Ilka Schröder, Gert Weisskirchen, Hildegard Müller, Markus Löning, Klaus-Jürgen Scherer, Rolf Behrens, Yves Pallade, Tobias Kaufmann, Katrin Kemmler und Lars Rensmann.

Bei allen unterschiedlichen Akzenten und Perspektiven stimmen die Autorinnen und Autoren in einem Punkt überein: 
Es besteht dringend und einfallsreich Anlass zum Handeln gegen den neu-alten Antijudaismus – in Deutschland, in Europa und in Nahost.




Montag, 12. März 2012

Warum die Deutschen? Warum die Juden?












Götz Aly: Warum die Deutschen? Warum die Juden?

Gleichheit, Neid und Rassenhass - 1800 bis 1933 [Gebundene Ausgabe]

Sozialdemokratie als Wegbereiter für den Antisemitismus?

Götz Aly, geboren 1947, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München, studierte Geschichte und Politische Wissenschaften (Dr. rer. pol.) in Berlin. Er hat wichtige Veröffentlichungen zur Sozialpolitik und zur Geschichte des Nationalsozialismus vorgelegt.
Ausgezeichnet wurde er mit dem Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste zu Berlin und dem Marion-Samuel-Preis der Stiftung Erinnern.

Wer Antisemitismus sagt, meint in der Regel die Zeit des Nationalsozialismus. Götz Aly beleuchtet aber die Zeit davor und beschreibt die tiefen Wurzeln des Judenhasses, die mitten in die deutsche Gesellschaft reichen.

Der Autor zeigt, dass sich Antisemitismus nicht so sehr aus einer speziell ausgedachten Ideologie, sondern vielmehr aus materiellen Spannungen und Interessen speist. Und hier ist vor allem der gesellschaftliche und soziale Neid zu nennen - gegen Menschen oder Bevölkerungsgruppen, die erfolgreicher sind, als man selbst. Neid zersetzt das soziale Miteinander.
Er macht aggressiv, führt zur Herrschaft des Verdachts, verleidet Menschen dazu, ihr Selbstwertgefühl zu erhöhen, indem sie andere erniedrigen.


Sozialdemokratie und Judenfrage“ heißt der elfseitige Abschnitt, in dem der Historiker und Journalist die Verantwortung der deutschen Sozialdemokratie für den wachsenden Antisemitismus im Land beschreibt.
Er unterstellt ihr zwar keine bewusste Hetze gegen Juden, schreibt ihr aber eine zentrale Rolle zu.