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Sonntag, 19. April 2015

DÖW - Jahrbuch 2015: Feindbilder







Jahrbuch 2015: Feindbilder

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.)
Redaktion: Christine Schindler
Wien 2015
378 Seiten
Das Jahrbuch 2015 ist der rassistischen Verfolgung ebenso gewidmet wie der politischen Repression im Nationalsozialismus, es behandelt die NS-Propaganda und den Umgang der österreichischen Gesellschaft mit den Überlebenden nach 1945.

Der Titel "Feindbilder" trifft dabei auf die - in diesem Jahrbuch thematisierten - im Nationalsozialismus verfolgten Gruppen und Menschen zu, auf sowjetische Kriegsgefangene, ZwangsarbeiterInnen, Roma und Sinti, Juden und Jüdinnen, WiderstandskämpferInnen.


7 Vorbemerkung

Christine Schindler

13 „Alle Straßen münden in schwarze Verwesung“
Österreich-Ungarns letzter Krieg
Festvortrag anlässlich der Jahresversammlung des DÖW
am 2. April 2014
Manfried Rauchensteiner

27 Feindbilder
Rassistische NS-Propaganda am Beispiel in der Sowjetunion
aufgenommener Fotos der Propagandakompanien
Elisabeth Boeckl-Klamper

43 „Wann endlich wird dies himmelschreiende Unrecht
an uns gut gemacht werden?“
Frühe Zeugnisse österreichischer Roma und Romnia
zu ihrer Verfolgung während des Nationalsozialismus
Gerhard Baumgartner

81 Vertreibung und Vernichtung
Jüdische Schicksale vor dem Hintergrund von Shoah
und erzwungener Emigration – ein Werkstattbericht
Claudia Kuretsidis-Haider

113 Überlebende des Holocaust in der Zweiten Republik – eine Skizze
Brigitte Bailer

141 Von der Richtstätte auf den Seziertisch
Zur anatomischen Verwertung von NS-Opfern in Wien, Innsbruck
und Graz
Herwig Czech

191 Ernst Burger (1915–1944). Funktionär des Kommunistischen
Jugendverbandes und führendes Mitglied der „Kampfgruppe Auschwitz“
Manfred Mugrauer

229 Die „Anti-Hitler-Bewegung Österreichs“ und die „Anti-Hitler-Bewegung
der Ostarbeiter“ im Widerstand gegen das NS-Regime 1942–1944
Hans Schafranek

259 Alexander Wienerberger – Fotograf des Holodomor
Josef Vogl

273 Der Diskurs über Wehrmachtsdeserteure anlässlich der Umsetzung
des Deserteursdenkmals in Wien (2010–2013)
Marc Bittner / Reinhold Gutschik

297 Die „letzte Stalinorgel“? Evidenzproduktion auf umkämpftem Terrain:
Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und
seine Expertisen als Verhandlungsgegenstände des Österreichischen
Nationalrats
Bernhard Weidinger

317 Ein Glücksfall
Zum 70. Geburtstag von Wolfgang Neugebauer
Peter Steinbach

323 Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
Tätigkeitsbericht 2014
Christa Mehany-Mitterrutzner

377 AutorInnen

Mittwoch, 16. Juli 2014

... ein Paragraf wird sich finden !!!






... Ein Paragraf wird sich finden:
Gedenkbuch der österreichischen Stalin-Opfer (bis 1945) [Taschenbuch]
Barry McLoughlin Josef Vogl Heinz Fischer 

Die Autoren


Barry McLoughlin,
geboren 1949 in Limerick, Irland, studierte Germanistik und Geschichte am University College Dublin (MA 1980). Er promovierte 1990 an der Wiener Universität zum Doktor der Philosophie und habilitierte sich 2001 mit Publikationen zur Geschichte der Kommunistischen Internationale und des Stalinismus. Derzeit ist er Senior Lecturer für die Geschichte Irlands und das Fach Zeitgeschichte am Institut für Geschichte der Universität Wien. Seit 1990 ist er freier Mitarbeiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes.

Josef Vogl,
geboren 1953 in Roiten im Waldviertel (Niederösterreich), studierte Slawistik und Politikwissenschaft in Wien und Leningrad. Nach der Promotion an der Wiener Universität (1982) war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Österreichischen Ost- und Südosteuropa-Instituts in Wien. Nach der Schließung des Instituts Ende 2006 ließ er sich an das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes versetzen. Nebenberuflich ist er seit 2007 geschäftsführender Obmann des Österreichischen Zentrums für russische Sprache und Kultur.

Wem ist bewusst, dass Stalin mehr Schutzbündler umbringen ließ, als in den Februarkämpfen fielen?
Das 
Buch „… Ein Paragraf wird sich finden“ beschreibt die stalinistischen Repressionen vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung in der Sowjetunion.

In den 1930er Jahren lebten mehrere tausend ÖsterreicherInnen in der Sowjetunion, ehemalige Kriegsgefangene, die freiwillig geblieben waren,

Arbeitsmigranten, Kommunisten und nach dem Februar 1934 an die 750 Schutzbündler.
Vor allem 
in den Jahren des Großen Terrors 1937/38 und nach dem deutschen

Angriff am 22. Juni 1941 wurden viele verhaftet, gefoltert, zu vielen Jahren im Gulag verurteilt oder erschossen.


Auf 418 von 622 Seiten sind 769 
Kurzbiografien von Abdinghoff Heinrich bis Zuber Ludwig zu lesen. 185 betrafen Schutzbundemigranten.

Die zahlenmäßig größte Opfergruppe sind die 221 Wirtschaftsemigranten. Unter

den erfassten Verhafteten waren 65 Frauen. Meist wurden die Verhafteten mit dem absurden Vorwurf der „Agententätigkeit“ für Österreich, Deutschland oder

fallweise andere Länder konfrontiert, der in keinem einzigen Fall belegt ist. Oft wurde zusätzlich der Vorwurf der „antisowjetischen Agitation“ erhoben, wofür

schon die geringste – praktisch immer gerechtfertigte – Kritik am System ausreichte, wenn sich ein Denunziant fand.

Etwa ein Drittel 
der Verhafteten wurde zum Tode verurteilt und erschossen, mehr als 80 weitere Österreicher kamen in der Haft ums Leben.