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Freitag, 11. Januar 2013

Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise







Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Tuvia Tenenbom Michael Adrian  



»Tenenboms Deutschland-Reportage ist gradlinig und lässig formuliert, getragen von einer sanften Verzweiflung, von Spott und einem guten Maß Selbstironie. Und sie ist trotz der Abgründe, die sie auslotet, ziemlich unterhaltsam.« (Sebastian Hammelehle Spiegel Online )

»Mut ist, wenn einer Fragen stellt, die sonst keiner stellt, weil sie unschicklich, peinlich, brisant sind. Eine Kamikaze-Erkundung des deutschen Nationalcharakters.« (Evelyn Finger Die Zeit )

»Größtenteils lustig und unterhaltsam, aber mitunter bitterböse.« (Martin Knobbe stern )

»Komisch, selbstironisch und bisweilen böse.« (Sigrid Brinkmann Deutschlandradio Kultur )




Tuvia Tenenbom wurde 1957 in Tel Aviv geboren, stammt aus einer deutsch-jüdisch-polnischen Familie und lebt seit 1981 in New York. 
Er studierte unter anderem englische Literatur, angewandte Theaterwissen-schaften, Mathematik und Computerwissenschaften sowie rabbinische Studien und Islamwissenschaften, unter anderem an der St. John's University und an der New York University. 
Er arbeitet als Journalist, Essayist und Dramatiker und schreibt für zahlreiche Zeitungen in den USA, Europa und Israel, darunter für Die Zeit, den italienischen Corriere della Sera und Yedioth Ahronoth aus Israel.

1994 gründete er das Jewish Theater of New York. Le Monde nannte ihn einen »Begründer einer neuen Form des jüdischen Theaters«, die New York Times lobte seine Theaterarbeiten als »unwiderstehlich und faszinierend«, der Corriere della Sera pries ihn »als einen der innovativsten zeitgenössischen Dramatiker«. 

In der Zeit veröffentlicht Tenenbom zweimal im Monat die Kolumne »Fett wie ein Turnschuh«. Allein unter Deutschen ist sein erstes Buch auf Deutsch, es erschien 2011 auf Englisch unter dem Titel I Sleep in Hitler's Room.


Tuvia Tenenbom begibt sich auf Entdeckungsreise durch Deutschland: 
von Nord nach Süd, von Ost nach West, in die Stadt, aufs Land, in die Kirchen und in die Kneipen. 

Auf seiner Suche nach der deutschen Identität schreckt er vor keiner Begegnung zurück. Er interviewt Helmut Schmidt, Giovanni di Lorenzo und Kai Diekmann, er ist zu Gast in einem rechtsradikalen Club, er begleitet linke Autonome auf Erste-Mai-Demonstrationen. Er beobachtet die Biertrinkernation im WM-Sommer 2010, er besucht Synagogen, die Konzentrationslager Dachau und Buchenwald, den Weltkirchentag, die Passionsspiele in Oberammergau. Er spricht mit Studenten und Professoren, mit Bankern und Industriellen, mit Politikern und Künstlern, mit Bürgermeistern und Schrebergartenbesitzern, mit Obdachlosen und Junkies. 

Quer durch alle gesellschaftlichen Schichten stellt er immer wieder die gleichen, drängenden Fragen: 
- Wie ist es um den Nationalstolz der Deutschen bestellt? 
- Wie gehen sie mit der deutschen Vergangenheit, wie mit dem Antisemitismus um? 
- Wie reflektiert und kritisch sind sie dabei? 
Tenenbom nimmt in seinem sarkastischen, provokanten Reisebericht kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, den Spiegel vorzuhalten. Auf unterhalt-same Weise führt er mit scharfer Beobachtungsgabe die deutschen Marotten vor und enthüllt dabei intelligent und komisch zugleich die Seele des Landes und seiner Bewohner. 

Es treten auf: Helmut Schmidt, Giovanni di Lorenzo, Jens Jessen, Horst Tomayer, André Schiffrin, Charles Schumann, Kai Diekmann, Holger Franke (»Rote Grütze«), Adolf Sauerland, Helge Schneider, Paul Bauwens Adenauer, Peter Scholl-Latour u.a..




Donnerstag, 13. Dezember 2012

Für die Deutschen war er ein Kanake, für die Muslime ein Jude, für die Juden ein Krimineller aus dem Wedding







»Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude«: 
Die Geschichte eines Deutsch-Iraners, der Israeli wurde Autobiografie [Taschenbuch]

Arye Sharuz Shalicar, Jahrgang 1977, diente nach dem Abitur 1997 bei der Bundeswehr als Sanitäter und begann an der FU Berlin zu studieren. 2001 wanderte er nach Israel aus, wo er 2006 an der Hebräischen Universität Jerusalem das Bachelor-Studium Internationale Beziehungen, Nahostgeschichte und Politik absolvierte sowie im Anschluss bis 2009 ein Masterstudium der European Studies. 
Von 2006 bis 2009 arbeitete er für The Jewish Agency for Israel und 2007 - 2009 für das Nahost-Studio der ARD in Tel Aviv. Er ist ehrenamtlich Vorsitzender der Organisation junger deutschsprachiger Einwanderer in Israel (NOAM) und seit Oktober 2009 Pressesprecher der israelischen Armee (IDF).






Seine Familie kam aus dem Iran. Er wuchs in Berlin auf. Er interessierte sich überhaupt nicht für seine Herkunft. Auch regelmäßige Besuche bei Verwandten in Israel änderten daran nichts. 
Nach dem Umzug in den von muslimischen Zuwanderern geprägten Berliner Stadtteil Wedding änderte sich jedoch alles. Hass auf Israel und die Juden ist an der Tagesordnung. An den Häuserwänden stehen entsprechende Parolen. Als sich herausstellt, dass Arye Jude ist, wird er zur Zielscheibe dieses Hasses. Da ist er 15 Jahre alt. Mithilfe eines befreundeten muslimischarabischen Kurden gelingt es ihm, sich in der Welt der Jugendgangs »hochzuarbeiten«. 

Nur mühsam kann er sich aus dieser Welt wieder lösen. Er beginnt, sich mit seiner jüdischen Herkunft auseinanderzusetzen. Er erfährt von seinen Eltern, welchen Verfolgungen die Juden im Iran ausgesetzt waren, wo »ein nasser Hund« besser war »als ein trockener Jude«. 
Das Gefühl der Nichtzugehörigkeit wächst. Schließlich wandert Arye nach Israel aus, wo er ein anderes Leben führen will: ein Leben der Zugehörigkeit, ein Leben ohne schiefe Blicke, ein Leben als Jude.

»Für die Deutschen war ich ein Kanake, für die Moslems ein Jude, für die Juden ein krimineller Jugendlicher aus dem Wedding.«




Donnerstag, 29. März 2012

Der Holocaust als Geschichte und Gegenwart


Deutsche - Juden - Völkermord. Der Holocaust als Geschichte und Gegenwart
[Gebundene Ausgabe]

Klaus-Michael Mallmann
, Jürgen Matthäus (Herausgeber)

Der Holocaust ist die große Wunde in der Geschichte der Zivilisation, das Verhältnis von Juden und Deutschen zwischen Schuld und Verdrängung ist offen auf immer. 20 internationale Autoren darunter einige der bekanntesten Holocaust-Historiker beschreiben das Verhältnis von Juden und Deutschen unter dem Vorzeichen des Holocaust auf dem aktuellen Stand der Forschung.

Die Nationalsozialisten planten eine Ausweitung des Holocaust auf das damalige Palästina und wollten mit arabischer Unterstützung die Entstehung eines jüdischen Staates verhindern. Dies haben Prof. Dr. Klaus Michael Mallmann von der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart und sein Mitarbeiter Dr. Martin Cüppers herausgefunden.
Nach den Forschungsergebnissen der beiden Historiker hatten die Nationalsozialisten in Athen eine Truppeneinheit in Bereitschaft gehalten, die etwa 500.000 aus Europa geflohene Juden ermorden sollte. Dieses Einsatzkommando war Erwin Rommels Afrikakorps unterstellt. Nur die Niederlage Rommels Ende 1942 in Ägypten gegen die britische Armee habe eine Ausweitung des Massenmords verhindert, schreiben die beiden Historiker in dem gerade erschienenen Band „Deutsche, Juden, Völkermord – Der Holocaust als Geschichte und Gegenwart“*).
Hätte Erwin Rommel 1942 die Truppen seines Gegners, des britischen Feldmarschalls Montgomery, in Ägypten geschlagen und wäre anschließend bis nach Palästina vorgedrungen, hätte das Einsatzkommando den Auftrag erhalten, die Juden in Palästina zu töten. Das Einsatzkommando sollte nach dem Muster der NS-Einsätze in Osteuropa arbeiten; dabei waren hunderttausende von Juden in der Sowjetunion und anderen Ländern Osteuropas ermordet worden. Die Nationalsozialistischen Machthaber wollten sich die Deutschfreundlichkeit der palästinensischen Araber für ihre Pläne zunutze machen. „Bedeutendster Kollaborateur der Nationalsozialisten und zugleich ein bedingungsloser Antimsemit auf arabischer Seit war Haj Amin el-Husseini, der Mufti von Jerusalem“, schreiben Mallmann und Cüppers. In seiner Person habe sich exemplarisch gezeigt, „welch entscheidende Rolle der Judenhass im Projekt der deutsch-arabischen Verständigung einnahm“. El-Husseini habe unter anderem bei mehreren Treffen mit Adolf Eichmann Details der geplanten Morde festgelegt.
„Die Geschichte des Nahen Ostens wäre völlig anders verlaufen und ein jüdischer Staat hätte dort wohl nie gegründet werden können, wenn das Vorhaben von Deutschen und Arabern gemeinsam in die Tat umgesetzt worden wäre“, schreiben die beiden Historiker. Glücklicherweise gelangten die Deutschen jedoch nicht bis Palästina; sie mussten sich vielmehr nach einer im November 1942 eröffneten alliierten Front in Nordafrika endgültig aus Ägypten und Libyen zurückziehen.
Klaus-Michael Mallmann, geb. 1948, ist Leiter der Forschungsstelle Ludwigsburg und Professor für Neuere Geschichte an der Universität Stuttgart. Es erschienen von ihm zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. zus. Mit Gerhard Paul »Die Gestapo. Mythos und Realität« (2. Aufl. 2003) und »Die Gestapo im Zweiten Weltkrieg. Heimatfront und besetztes Europa« (2000). Jürgen Matthäus, geb. 1959, ist Historiker am United States Holocaust Memorial Museum in Washington.

Mittwoch, 21. März 2012

Muslimische Kinder und Jugendliche

Muslimische Kinder und Jugendliche in Deutschland
Lebenswelten - Denkmuster - Herausforderungen
Aladin El-Hafaalani

Studie der Konrad Adenauer Stiftung; Ahmet Toprak & Aladin El-Hafaalani: Lebenswelten, Denkmuster, Herausforderungen, Thesen, ...


These 1: Das Zusammentreffen schwieriger Lebensumstände und traditionsorientierter Lebensweisen erschwert den Integrations-prozess.

These 2: Eltern und Schule konkurrieren – es fehlt die Kooperation.

These 3: Anerkennung führt zu Integration. Gute Sprachkenntnisse und erfolgreiche Bildungskarrieren sind Ausdruck von erfahrener Anerkennung – nicht umgekehrt.

These 4: In einem Anerkennungsvakuum ist abweichendes Verhalten rational.

These 5: Interkulturelle Kompetenz ist eine Schlüsselkompetenz für pädagogische Berufe.



Über Muslime wird derzeit viel diskutiert un dieses Buch reiht sich in die vielschichtige Integrationsdebatte ein.
Auf der Grundlage der Analyse der Sozialisationsbedingungen in Deutschland geborener Migrantenkinder folgen Darstellungen, die für eine migrations- und ungleichheitssensible pädagogische Praxis von Relevanz sind.

Durch einen problemorientierten Zugriff ist es insbesondere für all jene von Interesse sein, die sich professionell oder ehrenamtlich im Bereich Migration und Integration engagieren. Es werden Kindheit und Jugend in traditionell-muslimischen Milieus durchleuchtet.

Die gesamte Publikation ist unter bestellung@kas.de als Printversion bestellbar.
Vorwort
Christine Henry-Huthmacher
5
Zur Entstehungsgeschichte des Buchs
Aladin El-Mafaalani | Ahmet Toprak
7
Zusammenfassung
Aladin El-Mafaalani | Ahmet Toprak
9
1. Einleitung15
2. Ebenen der sozialen Integration21
2.1 Strukturelle Integration: Arbeitsmarkt und Bildungssystem
2.2 Kulturelle Integration: Soziale Werte und Sprache
2.3 Soziale Integration: Netzwerke, Freundschaften, Partnerschaft
2.4 Emotionale Integration: Identität(en)
2.5 Zusammenfassung
3. Lebenswelt Familie39
3.1 Zur Bedeutung des Kindes
3.2 Erziehungsstile
3.3 Erziehungsziele
3.4 Religiöse Pflichten
3.5 Soziale Werte und die Rollen von Mann und Frau
3.6 Geschlechtsspezifische Erziehung
3.7 Gewalt in der Erziehung
3.8 Zusammenfassung
4. Lebenswelt Peers und jugendspezifische Denkmuster70
4.1 Loyalität gegenüber der Familie
4.2 Eine Frage der Ehre: Freundschaft und Männlichkeit
4.3 Peers und Gewalt
4.4 Diskriminierungserfahrungen
4.5 Rassismus, Antisemitismus, Fundamentalismus
4.6 Das Kopftuch
4.7 Formen der Eheschließung
4.8 Ehrenmord
4.9 Zusammenfassung
5. Lebenswelt Schule115
5.1 Zur Bedeutung der Schule bei Kindern
und Jugendlichen
5.2 Zur Bedeutung von Bildung in den Familien
5.3 Berufsausbildung und Berufsinteressen
5.4 Zusammenfassung
6. Konsequenzen für die pädagogische Praxis130
6.1 Die strukturelle Ebene: Erziehungs- und Bildungssystem
6.2 Die Ebene der Organisation: Schule und Schulentwicklung
6.3 Die Ebene der Interaktion: Unterricht und Beratungsgespräche
6.4 Zusammenfassung
7. Konsequenzen für die Elternarbeit: Türöffner und Stolpersteine163
7.1 Das Elterngespräch
7.2 Elternbeteiligung und Informationsabende
7.3 Hausbesuche
7.4 Zusammenfassung
8. Statt eines Fazits: Erfolgreiche Muslime in Deutschland179
Literatur184
Autoren und Herausgeber199
Ansprechpartner in der Konrad-Adenauer-Stiftung199


Herunterladen möglich unter:
http://www.kas.de/wf/de/33.28612
Die gesamte Publikation ist unter bestellung@kas.de als Printversion bestellbar.


Montag, 12. März 2012

Warum die Deutschen? Warum die Juden?












Götz Aly: Warum die Deutschen? Warum die Juden?

Gleichheit, Neid und Rassenhass - 1800 bis 1933 [Gebundene Ausgabe]

Sozialdemokratie als Wegbereiter für den Antisemitismus?

Götz Aly, geboren 1947, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München, studierte Geschichte und Politische Wissenschaften (Dr. rer. pol.) in Berlin. Er hat wichtige Veröffentlichungen zur Sozialpolitik und zur Geschichte des Nationalsozialismus vorgelegt.
Ausgezeichnet wurde er mit dem Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste zu Berlin und dem Marion-Samuel-Preis der Stiftung Erinnern.

Wer Antisemitismus sagt, meint in der Regel die Zeit des Nationalsozialismus. Götz Aly beleuchtet aber die Zeit davor und beschreibt die tiefen Wurzeln des Judenhasses, die mitten in die deutsche Gesellschaft reichen.

Der Autor zeigt, dass sich Antisemitismus nicht so sehr aus einer speziell ausgedachten Ideologie, sondern vielmehr aus materiellen Spannungen und Interessen speist. Und hier ist vor allem der gesellschaftliche und soziale Neid zu nennen - gegen Menschen oder Bevölkerungsgruppen, die erfolgreicher sind, als man selbst. Neid zersetzt das soziale Miteinander.
Er macht aggressiv, führt zur Herrschaft des Verdachts, verleidet Menschen dazu, ihr Selbstwertgefühl zu erhöhen, indem sie andere erniedrigen.


Sozialdemokratie und Judenfrage“ heißt der elfseitige Abschnitt, in dem der Historiker und Journalist die Verantwortung der deutschen Sozialdemokratie für den wachsenden Antisemitismus im Land beschreibt.
Er unterstellt ihr zwar keine bewusste Hetze gegen Juden, schreibt ihr aber eine zentrale Rolle zu.