Dienstag, 4. Juni 2013

Vom Dschihad zum Schutzvertrag





Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam
:
Vom Dschihad zum Schutzvertrag [Taschenbuch]
Bat Ye'or (Autor), Kurt Maier (Übersetzer)

Gisèle Littman (Pseudonymen Bat Yeʾor) wurde 1933 als Kind jüdischer Eltern in Ägypten geboren.
- Nach
der Sueskrise 1957 kam sie als staatenloser Flüchtling nach London.
- Von 1958 bis 1960 studierte sie am Institute of Archaeology (University of London).
- Im Jahre 1959 heiratete sie David Littman (1933–2012) und wurde britische Staatsbürgerin.
- Im Jahre 1960 zog sie in die Schweiz, wo sie heute noch lebt.
- In den Jahren 1961/62 war sie an der Universität Genf tätig, seit 1969 folgten Forschungsarbeiten und viele Publikationen.

Sie ist Mutter von drei Kindern.


Littmans wissenschaftliches Spezialgebiet ist die Geschichte und aktuelle Situation nichtmuslimischer Minderheiten unter islamischer Herrschaft, speziell die von Christen und Juden.
Sie arbeitet in einer ganzen Reihe von Büchern und Aufsätzen die Merkmale des Dhimmitums heraus: Darunter versteht man die sozialen Beziehungen zwischen Muslimen und Nichtmuslimen unter den Prämissen der Dhimma, des von der Scharia vorgeschriebenen „Schutzvertrages“.

Der Druck, dem Nichtmuslime jahrhundertelang ausgesetzt waren, führte dazu, dass das Christentum in seinen früheren Kerngebieten Nordafrika, Kleinasien und dem Nahen Osten zur Randerscheinung verkommen sei und dass seine Anhänger auch heute noch in einer Situation permanenter Diskriminierung und
latenter Bedrohung lebten.

Die Historikerin geht damit der Frage nach, mit welchen Mitteln der Islam die nordafrikanischen, nahöstlichen und kleinasiatischen Kerngebiete des Christentums nach der arabischen beziehungsweise türkischen Eroberung so vollständig durchdringen konnte, dass von dem einst dominierenden Christentum nur noch kümmerliche Reste übrig blieben und es vielerorts sogar völlig verschwand.

Littmann ist sich zweifellos bewusst, dass sie mit ihrem Buch gegen eine Reihe von Legenden zu Felde zieht, die sowohl von Muslimen als auch von westlichen Intellektuellen liebevoll gepflegt werden.
Die Autorin argumentiert auf der Basis souveräner Quellenkenntnis gründlich, ausführlich, differenziert und detailreich, dabei zugleich so, dass auch der Nichtexperte der Darstellung gut folgen kann. 


Das Buch gliedert sich in zwei große Teile:
- Die eine Hälfte schildert die historische Entwicklung seit der Entstehung des Islam bis in das 20. Ja
hrhundert,
- die andere Hälfte bringt als Beleg Quellentexte und Dokumente.

Der Leser hat so die Möglichkeit sich einen Überblick über die Entwicklung zu verschaffen und gezielt Fragen zu vertiefen. Diese bemerkenswerte Veröffentlichung besitzt heute eine besondere Aktualität.
In dem Buch wird die politische Bedeutung des Islam deutlich, seine Wertung erlaubt auch die aktuellen Entwicklungen besser zu beurteilen. An einer gründlichen Auseinandersetzung mit dem Islam kommen wir immer weniger vorbei, und deshalb ist es wichtig verlässliche Quellen zu Rate zu ziehen.




Ist unsere Politik noch zu retten?






Ist unsere Politik noch zu retten?
Auswege aus der Wutbürger-Sackgasse [Gebundene Ausgabe]
Robert Misik (Autor)

Robert Misik, geboren 1966, ist Journalist und politischer Schriftsteller. Seine publizistische Laufbahn führte ihn von der »Arbeiter-Zeitung« zum »profil«, heute schreibt er regelmäßig für die Berliner »tageszeitung«, die »Berliner Zeitung«, die »Neue Zürcher Zeitung« und den Wiener »Falter«, außerdem produziert er die wöchentliche Videoshow »FS Misik« auf der Website der Tageszeitung »Der Standard«.

Zahlreiche Preise, etwa der Bruno-Kreisky-Förderpreis, 2010 Journalist des Jahres in der Kategorie Online. 2009 Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik. Autor zahlreicher Bücher, zuletzt »Halbe Freiheit. Warum Freiheit und Gleichheit zusammengehören«.



Seit Jahren schwillt der Verdruss über Parteien und Politiker an in Deutschland, in Österreich, in ganz Europa. Bürger wenden sich indifferent oder aggressiv ab, oder sie verfallen in Zynismus gegenüber einer Politik, die sich als ohnmächtig, kleinmütig oder sogar korrupt erweist.

Dieser Verdruss war zuerst lediglich eine Reaktion, ist aber mittlerweile selbst zum Teil des Problems geworden.

Robert Misik sagt:
Weg mit dem Zynismus! Raus aus der Wutbürger-Sackgasse!
Politik braucht eine neue Sprache, Klartext statt leeres Geschwätz. Politiker sollen endlich sagen, was sie wirklich denken, statt dauernd auf PR-Experten zu hören.

Mehr Demokratie muss in die Demokratie gebracht werden, damit die Apparatschiks entmachtet werden und Talente eine Chance haben.
Aber auch die Bürger und Bürgerinnen müssen sich wieder Unterscheidungsvermögen antrainieren:
Ein Politiker, mit dem man nicht in allem einverstanden ist, ist deshalb nicht automatisch ein Verbrecher. Der preisgekrönte Publizist plädiert dafür, das Verhältnis von Berufspolitikern und frustrierten Bürgern neu zu justieren.





Montag, 3. Juni 2013

Rechts-Extremismus in Europa






Rechts-Extremismus in Europa
Länderanalysen, Gegenstrategien und arbeitsmarktorientierte Ausstiegsarbeit.
Ralf Melzer, Sebastian Serafin


Rechtsextremismus ist ein Problem von gesamteuropäischer Dimension.

Eine europäische Vergleichsstudie über gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ergab, dass rund die Hälfte der Befragten in acht europäischen Staaten der An- sicht sind, es gebe zu viele Zuwanderer in ihrem Land.

Rund ein Drittel glaubt an eine natürliche Hierarchie zwischen Menschen unterschiedlicher Ethnien. Sekundärantisemitische Aussagen treffen bei den polnischen Befragten auf bis zu 70 Prozent Zustimmung.
 

- Wie stark sind Vorurteile, rechtsextremes Denken und rechte Strukturen in Europa verbreitet?
- Wie entwickeln sich europaweit rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien und Bewegungen?
- Welche historischen Wurzeln haben sie und warum ziehen sie Menschen an? 



Der vorliegende Sammelband leistet einen Beitrag zur aktuellen Bestands- aufnahme des Problems und zur wirkungsvollen Positionierung gegenüber der radikalen Rechten in Europa. 





siehe auch:

http://publikation.fes-gegen-rechtsextremismus.de


Hier können Sie die Publikation direkt als pdf downloaden, bitte nutzen Sie folgende Links
Publikation deutsch
Publication english



Siehe weiters auch unter:





Sonntag, 2. Juni 2013

Charakteranalyse





Charakteranalyse [Taschenbuch]
Wilhelm Reich (Autor), Bernd A. Laska (Übersetzer)


Wilhelm Reich, *1897 geboren, wurde nach Auseinandersetzungen mit der *KPD *auf der einen Seite, der Freud-Schule auf der anderen 1934 aus der KP und der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung ausgeschlossen. 1939 Emigration in die USA, wo er 1957, verfolgt wegen seiner unkonventionellen Heilmethoden in einem Gefängnis starb.



Als 1933 nach der Funktion des Orgasmus (1927) Wilhelm Reichs zweites bedeutendes Werk Charakteranalyse erschien, begrüßten viele Psychoanalytiker die Arbeit als »das Beste und Durchdachteste, was über die Psychotherapie gesagt worden ist.«
Kurz darauf jedoch wurde die Verbreitung des Buchs im faschistischen Deutschland verboten.

1934 schloß auch die Internationale Psychoanalytische Vereinigung Reich aus. Reich, der seine Einsicht in die sexualökonomische Struktur der Neurosen und Psychosen immer konsequenter verfolgte und methodisch begründete, wurde zum Außenseiter.

Erst 1945 erschien die Charakteranalyse erneut in den USA. Heute ist die Rezeption der Arbeitsergebnisse Reichs auch für die deutsche Psychoanalyse unvermeidlich geworden. Das Sensationelle an Reichs Charakteranalyse ist, daß sie die Charakterkonzeption von den gewohnten moralischen Implikationen befreit und zum Gegenstand exakter wissenschaftlicher Arbeit macht.

Reich stellte fest, daß das, was sich in der Analyse als »Charakter« zeigt, immer ein neurotisches Abwehrsystem ist, in dem sich Defensivangst seit der Kindheit in verschiedenen Entwicklungsschichten verfestigt hat. Die von Freud übernommene Deutungsanalyse veränderte er deshalb zur Widerstandsanalyse, die nicht nur das Assoziations- und Traummaterial interpretiert, sondern auch das Verhalten des Patienten zum Ansatz der Therapie macht.

Das ermöglichte zum erstenmal die erfolgreiche Behandlung auch schwierigster Zwangsneurosen. Die neue Behandlungstechnik setzte mit der Lösung muskulärer Verkrampfungen immer auch sexuelle Energie frei, die zur Wiederherstellung der orgastischen Potenz führte.
Aus dieser klinischen Erfahrung entwickelte Reich sein gesellschaftskritisches Programm und später das biologische Modell der vegetativen (sexuellen) Strömung, das die Basis seiner Biopsychiatrie oder Orgontherapie wurde.

Die vorliegende Ausgabe der Charakteranalyse enthält unverändert die Charakteranalyse von 1933, um einige später geschriebene Kapitel erweitert, die sich u.a. mit der »emotionellen Pest«, der neurotischen Verseuchung unseres politischen und sozialen Lebens, den biophysikalischen Elementen der Sexualreaktionen und der orgontherapeutischen Behandlung einer Schizophrenie beschäftigen.
Die Neuauflage folgt der 1971 erschienenen Ausgabe desselben Buchs.







Rede an den kleinen Mann







Rede an den kleinen Mann [Sondereinband]
Wilhelm Reich (Autor)


Wilhelm Reich wurde 1897 in Dobrzcynica, Galizien, geboren. 1920 trat er in die Wiener Psychoanalytische Gesellschaft ein. 1928 Fachwissenschaftlicher Leiter der sozialistischen Gesellschaft für Sexualberatung und Sexualforschung in Wien.
Nach Auseinandersetzungen mit der Komintern, den Austromarxisten und der KPD auf der einen Seite, mit der Schule Sigmund Freuds auf der anderen, wurde er 1934 aus der Kommunistischen Partei und aus der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung ausgeschlossen.
Nach seiner Emigration in die USA entdeckte er 1938-1940 die »Orgon-Energie«, an deren Erforschung er bis zu seinem Tod 1957 arbeitete.



Reich, ein ehemaliger Freud-Schüler, hat 1924-1945 und auch danach Forschungen zur Psychoanalyse betrieben.
Er fiel seinerzeit durch seine recht freizügigen Theorien zur freien Entfaltung des Menschen auf, die sich insbesondere auf Lust, Liebe, Orgasmus und Potenz bezogen. Sein Buch "Die Funktion des Orgasmus" war 1927 ein Skandal, bei den Nazis waren seine Bücher verboten, aber einige Jahre nach seiner Emigration 1933/39 widerfuhr ihm das gleiche Schicksal auch in den USA: Beschimpfung, Verbot und Verfolgung.

Reich starb 1957 unter dubiosen Umständen in einem amerikanischen Gefängnis. Seine Theorien kann man diskutieren, doch die Schärfe der Reaktion des Staates überrascht doch sehr: Reich war letztlich am Guten, am Lebendigen, an der Liebe im Menschen interessiert und hat positiv gedacht - vielleicht hat er einfach in der falschen Zeit gelebt.

Der "Rede an den kleinen Mann" schrieb Reich 1946 aus seiner bedrängten Situation heraus. Der sinnlose Weltkrieg der letzten Jahre war das genaue Gegenteil der Liebe, die Reich predigte.

Durch das ganze Buch wirft er in etwas väterlichem Stil dem "kleinen Mann" vor, sich für bösartige Ziele und Kriege irgend welcher höherer Machthaber beliebig einspannen zu lassen - anstatt sich auf sich selbst, sein Glück, seine Familie und die Liebe zu besinnen. Der "kleine Mann" denke klein und sei sich der Stärke der Masse nicht bewusst. 

Reich schreibt vielleicht mit einem etwas zu erhobenem Zeigefinger, aber man muss auch seine Verbitterung verstehen.





Die Massenpsychologie des Faschismus






Die Massenpsychologie des Faschismus [Gebundene Ausgabe]
Wilhelm Reich (Autor)


Wilhelm Reich, *1897 geboren, wurde nach Auseinandersetzungen mit der KPD auf der einen Seite, der Freud-Schule auf der anderen 1934 aus der KP und der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung ausgeschlossen. 1939 Emigration in die USA, wo er 1957, verfolgt wegen seiner unkonventionellen Heilmethoden in einem Gefängnis starb.



Mit seiner »Massenpsychologie des Faschismus« (1933) schuf Wilhelm Reich  eines der Referenzwerke für die kritische Auseinandersetzung mit alten wie neuen faschistischen Bewegungen.

Das Wort Masse hat alles andere als einen guten Klang. Man verbindet damit die Vorstellung von etwas Primitivem, Rohem und Gewalttätigen, etwas das man fernhalten möchte.

In der abschätzigen Meinung über die Masse steckt eine umfangreiche Erfahrung, denn wo Menschen Massen bilden, ereignet sich selten etwas Erfreuliches, dafür scheinen jedoch Kritikfähigkeit, Verantwortungsgefühl und der Sinn für das Maß weitgehend suspendiert.

Reich analysiert die autoriäre Familienstruktur in der Massenpsychologie des Faschismus, fokussiert dabei die Massenpsychologie des Kleinbürgertums, die Familienbindung und nationalistisches Empfinden, aber auch das nationalistische Selbstgefühl, bei dem der Führer immer recht hat und die Masse ihm auch dort folgt, wo er faktisch Unrecht hat oder Unrecht tut.

Nach der Lektüre ist es nicht mehr möglich, Faschismus a
ls räumlich oder zeitlich begrenztes Phänomen zu betrachten.
Reich weckt eindringlich ein Bewusstsein für den kleinen Faschisten in uns allen.

Eines der pessimistischsten Bücher, die je geschrieben wurden, durch seine zu Ende gedachten Schlussfolgerungen jedoch zugleich eines der hoffnungsvollsten.






Mittwoch, 29. Mai 2013

Mythen des Sparens





Mythen des Sparens:
Antizyklische Alternativen zur Schuldenbremse [Broschiert]

wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen BEIGEWUM - Beirat für gesellschafts-
 

Der Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (BEIGEWUM) ist ein Verein von SozialwissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen, der das Ziel verfolgt, Ergebnisse kritischer Forschungstätigkeit in die laufende politische Debatte einzubringen. 
Bei VSA erschienen »Mythen der Ökonomie« (2005) und »Mythen der Krise« (2010). 


Dieses Buch wendet sich an all diejenigen, die den Argumenten der SparwutbürgerInnen etwas entgegensetzen wollen, ohne dafür ein Ökonomiestudium absolvieren zu müssen.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist langst zu einer Verschuldungskrise der Staaten geworden, zumindest wenn man den Mainstream-Medien und der Mehrzahl der Politikerinnen und Politiker Glauben schenkt:
Sparen sei das Gebot der Stunde, an dem kein Ausweg vorbei zu fuhren scheint.

Dieses Buch zeigt auf, dass es sich hierbei nur um einen weiteren wirtschafts-politischen Mythos handelt.
- Doch warum kommen diese Mythen so gut bei den Menschen an?
- Und welche Auswirkungen haben die Sparmasnahmen auf die Bevolkerung, die Wirtschaft und sogar auf die Demokratie?
Die Autorinnen und Autoren stellen zahlreiche Mythen zu "Schulden" und "Sparen" dar, wie zum Beispiel jenen, dass Sparen im Moment die einzige und sinnvollste Losung ist. 
Diese Mythen werden kritisch hinterfragt und die dahinterstehenden okonomischen Zusammenhange erklart. Auch die Ebene der EU-Politik und der dort kursierenden Mythen kommt nicht zu kurz.



Schulden-Mythen
»Schulden sind böse – Sparen ist gut« ................................................ 13
»Unser schuld- und zinsbasiertes Geldsystem
führt in den Abgrund« ....................................................................... 21
»Schulden kann man nicht mit noch mehr Schulden
bekämpfen« ......................................................................................... 29
»Privatisierungen helfen, Staatshaus
halte wieder ins Lot
zu bringen« .......................................................................................... 35
»Schuldenbremsen bremsen Schulden« .............................................. 43
 
Spar-Mythen
»Wir haben alle über unsere Verhältnisse gelebt« ....................................... 51
»Sparen trifft alle gleich« ................................................................... 57
»Sparen am Klima kostet nichts« ........................................................ 67
»Auch RentnerInnen müssen zur Haushaltssanierung
beitragen!« ......................................................................................... 73

Euro-Mythen
»Nur ein Euroaustritt der schwachen Länder löst die Probleme
im Euroraum« ...................................................................................... 81
»Europa muss Deutsch lernen!« ......................................................... 91
»Nur eine marktkonforme Demokratie ermöglicht
eine Lösung der Krise« ........................................................................ 97
»Mehr sparen – weniger streiken!« ................................................ 105
»Die Europäische Zentralbank heizt die Inflation an« ................... 117
Alternativen zur Spar-Orthodoxie ........................................................... 125
Glossar ............................................................................................... 136



Mythen der Krise










Mythen der Krise:
Einsprüche gegen falsche Lehren aus dem großen Crash [Broschiert]
Beigewum , Attac Österreich

Der Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (BEIGEWUM) ist ein Verein von österreichischen SozialwissenschafterInnen aus unterschiedlichen Disziplinen, der das Ziel verfolgt, Ergebnisse kritischer Forschungstätigkeit in die politische Debatte einzubringen.
Mit diesem Projekt knüpfen sie, in Kooperation mit Attac Österreich, an den erfolgreichen Titel "Mythen der Ökonomie" an, der 2005 bei VSA erschien.  




Krisen-Mythen haben Konjunktur. Damit das nicht so bleibt, wird in diesem Buch eine Auswahl der häufigsten Krisen-Mythen beschrieben, analysiert und kritisiert.

Das Buch ist in 3 große Bereiche eingeteilt: Mythen der Krisenursachen, Krisendynamiken und Krisenlösungen. Jeder Bereich enthält mehrere Kapitel, die unabhängig voneinander gelesen werden können.

Mythen: Krisenursachen
"Die Zinspolitik der US-Zentralbank war falsch"
"Die Gier der Bankvorstände hat die Finanzkrise verursacht"
"Die AmerikanerInnen haben über ihre Verhältnisse gelebt"
"Die Einkommensverteilung war nicht das Problem"
"Das Zinssystem ist schuld"
Mythen: Krisendynamiken
"Europa ist nur ein Opfer der Krise in den USA"
"Die Krise in Osteuropa ist nur ein vorübergehender Dämpfer"
"Die 'braven' Banken sind unschuldige Opfer"
"Männer sind die Hauptbetroffenen"
"Protektionismus ist die große Gefahr"
Mythen: Krisenlösungen
"Jetzt droht die Hyperinflation"
"Zur staatlichen Bankenrettung gab es keine Alternative"
"Mehr Transparenz kann eine neue Krise verhindern"
"Der Internationale Währungsfonds betreibt eine neue, sozialere Politik"
"Die Konjunkturpakete waren riesig und gefährden die Staatsfinanzen"
"Alle müssen den Gürtel enger schnallen"
"Vermögenssteuern wären jetzt kontraproduktiv"
"Das Klima kann warten, bis die Wirtschaftskrise vorbei ist


Zu Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise schien der Neoliberalismus, ja der Kapitalismus insgesamt, schweren Legitimationsschaden zu nehmen. Doch mittlerweile haben sich seine Apologeten erholt und versuchen mit allen Mitteln, ihre Lehren zu verteidigen. 

Mit Mythen wie "Die AmerikanerInnen haben über ihre Verhältnisse gelebt" oder "Die Einkommensverteilung war nicht das Problem" wird Ursachenverleugnung betrieben. Mit Ansagen wie "Die 'braven' Banken sind unschuldige Opfer" oder "Protektionismus ist die größte Gefahr" wird versucht, eine Abkehr von der dominierenden wirtschaftspolitischen Doktrin zu verhindern. 
Mit Warnungen wie "Jetzt droht die Hyperinflation" wird beschleunigt in Sackgassen gesteuert. Doch auch antineoliberale Ansätze wie die Zinskritik erweisen sich als wenig weiterführende Alternativen. 


Die AutorInnen nehmen sich kursierende Mythen rund um Krisenursachen, Krisendynamiken sowie Krisenlösungen vor und prüfen sie auf ihre Plausibilität.
Die auch für Nicht-ÖkonomInnen eingängige Darstellung macht dieses Buch zur willkommenen Argumentationshilfe für all jene, die dem herrschenden Krisen-Management kenntnisreich entgegentreten wollen. 

Mythen der Ökonomie












Mythen der Ökonomie:
Anleitung zur geistigen Selbstverteidigung in Wirtschaftsfragen [Taschenbuch]
wirtschafts- u. umweltpolitische Alternativen (Beigewum) Beirat f. gesellschafts-



Mythen – symbolisch aufgeladene Erzählungen mit zweifelhafter realer Grundlage – sind kein Phänomen, das auf die graue Vorzeit beschränkt ist.
Adorno und Horkheimer äußerten in ihrem Klassiker "Dialektik der Aufklärung" vor Jahrzehnten die pessimistische Diagnose, dass Wissenschaft heute zum zentralen Mythos geworden sei. Sie habe in der Erzeugung von blindem Gehorsam gegenüber höheren Mächten den Platz der Religion eingenommen.

Aus Roland Barthes’ Analyse "Mythen des Alltags" wissen wir, wie zeitgenössische Mythen funktionieren.

- Sie geben sich den Anstrich von Unschuld und Natürlichkeit und lenken die Aufmerksamkeit von den sozialen und historischen Ursachen und Bedingungen ihres Gegenstands ab. 
- Sie appellieren gern an den so genannten Hausverstand und lassen Phänomene unabänderlich und selbstverständlich erscheinen, die es gar nicht sind. 
- Sie lassen die spezifischen Interessen hinter einer Aussage verschwinden. 
- Sie befördern Passivität, denn Sprache wirkt in Mythen nicht als Kommunikation, sondern eher als Einschüchterung.

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Dieses Buch beinhaltet eine Sammlung von 30 der wichtigsten ökonomischen Irrlehren. Diese Mythen werden in den einzelnen Beiträgen kurz vorgestellt und mit ökonomischen Argumenten widerlegt.
Die öffentliche Debatte über Wirtschaft und Wirtschaftspolitik ist dominiert von der Sachzwang-Logik. 


In der Diskussion um wirtschaftliche Reformen spielen Wünsche, Interessen und Ziele gesellschaftlicher Gruppen keine Rolle. Alles dreht sich um die Frage, welchem Anpassungsdruck durch neueste Entwicklungen (Globalisierung, Arbeitslosigkeit, Konjunkturflaute, ausufernde Steuerbelastung) wieder Folge zu leisten ist. Der ökonomischen Expertise kommt bei der Plausibilisierung entsprechender Reformmaßnahmen eine wichtige Rolle zu: 
Wirtschaftswissenschafter, Unternehmensverbände und Wirtschaftspolitiker haben die Aura des besseren Wissens und begründen mit Expertenwissen zu treffende Maßnahmen.


Dieser Zustand ist aus zwei Gründen problematisch:

1. Viele Zusammenhänge und Empfehlungen sind in den Wirtschaftswissenschaften selbst umstritten. Es gibt nicht die eine Expertise, sondern auch unter Experten Streit darum, was "wirtschaftlich vernünftig" ist.

2. Die Dominanz von Expertenmeinungen, die nicht das ganze Für und Wider zu jeder Frage darlegen, sondern einseitige Stellungnahmen als Expertise ausgeben, verhindern, was einer Demokratie angemessen ist:
eine breite wirtschaftliche Bildung der Bevölkerung und ihre Einbindung in wirtschaftspolitische Debatten und Entscheidungen.




Die AutorInnen liefern ein kompaktes Nachschlagewerk und ein Argumentarium für ökonomiekritische Debatten in beinahe jeder Lage:
Kneipe, Talkshow, Bundestag etc.
Ihre Themen reichen von "Die Überalterung macht den Wohlfahrtsstaat unfinanzierbar" bis "Börse dominiert die Wirtschaft", von "Private Pensionsvorsorge ist besser" über "Regulierungen schaden der Wirtschaft" bis "Nur Fleiß und Leistung machen ein Land reich".



Freitag, 24. Mai 2013

Marienthal. Das Dorf - die Arbeitslosen - die Studie





Marienthal. Das Dorf - die Arbeitslosen - die Studie [Gebundene Ausgabe]
Reinhard Müller

Reinhard Müller wurde 1954 im oststeirischen Burgau geboren. Er studierte Soziologie und Philosophie und arbeitet seit 1987 beim „Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich“ an der Universität Graz. 


Als die traditionsreiche Textilfabrik Marienthal 1929/30 geschlossen wurde, führte dies zu einer sozialen Katastrophe für die angeschlossene Arbeiterkolonie: Rund 80 Prozent der Bevölkerung litten unmittelbar unter den Folgen von Arbeitslosigkeit und waren auf soziale Unterstützung angewiesen. 

Die Reaktion der Betroffenen auf diese durch Armut, Arbeits- und Perspektivenlosigkeit geprägte Situation und deren Folgen für den Einzelnen wie die Gemeinschaft waren Thema der zum Klassiker der empirischen Sozialforschung avancierten Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ und bilden auch Impuls und Ausgangspunkt für das vorliegende Buch. 

Reinhard Müller beschäftigt sich im historischen Teil mit der Genese des Bauerndorfes, der Entwicklung der im frühen 19. Jahrhundert entstandenen Industriegemeinde, mit der Entfaltung einer frühen Pendlergemeinde nach der Fabrikschließung bis hin zur Wiederentdeckung Marienthals seit den 1970er-Jahren. Im Zentrum steht die ausführliche Darstellung des kulturellen, politischen und sozialen Lebens in Marienthal. 

Zugleich analysiert Reinhard Müller die Entstehung, Durchführung und Rezeption der Marienthal-Studie. Umfassende Biografien der Beteiligten und Interviews mit Zeitzeuginnen erlauben ein tieferes Verständnis der sozialhistorischen Hintergründe.

Das Buch ist für alle LeserInnen, die ein Thema von mehreren Seiten beleuchtet und mit dem geschichtlichen Hintergrund richtig spannend erzählt bekommen wollen richtig. Eine wertvolle Ergänzung zu der Studie von Marie Jahoda .


Nähere Informationen zu dieser Studie unter:
http://agso.uni-graz.at/marienthal/studie/00.htm

sowie:

 
der 

und der Film: 


Bildband-Marienthal. Blicke auf die Fabrik, die Arbeiterkultur und die Arbeitslosen





Bildband-Marienthal. Blicke auf die Fabrik, die Arbeiterkultur und die Arbeitslosen
[Gebundene Ausgabe]
Reinhard Müller













Pressestimmen
Begleitet von einer Einleitung bringen die 270 Fotos und Postkarten sowie 74 weiteren Bilddokumente von 1834 bis zur Gegenwart nicht nur das Marienthal der Marienthal-Studie näher, sie bilden auch eine wichtige Quelle zu diesem international wohl bekanntesten Ort österreichischer Wissenschaft im ländlichen Raum.
- ahs aktuell "Ein hübscher Bildband für historisch Interessierte."
- b.a.s.e, Angela Schoibl "Der [...] Bildband soll das Wissen um diesen einzigartigen Ort österreichischer Wissenschaft im ländlichen Raum vertiefen."
- Wirtschaft und Gesellschaft, Josef Schmee "Kongenial bietet dieses großformatige und -artige Buch unbestechliche Fotografien dieses soziologisch-existenziellen Abenteuers."
- Rez-Zensionen "Wer sich jedenfalls in Zukunft für die "Arbeitslosen von Marienthal" und deren Wirkungsgeschichte interessiert, sollte Müllers historische Längsschnitte unbedingt als begleitende Lektüre wählen."

Blätter für die Technikgeschichte, Hubert Weitensfelder


Nähere Informationen zu dieser Studie unter:
http://agso.uni-graz.at/marienthal/studie/00.htm

sowie:

Marienthal. Das Dorf - die Arbeitslosen


und Die Arbeitslosen von Marienthal
http://bilgungwissen.blogspot.co.at/2013/05/die-arbeitslosen-von-marienthal.html

und der Film: 

Einstweilen wird es Mittag





 
Einstweilen wird es Mittag
Karin Brandauer
(Regisseur)


Karin Brandauers Film basiert auf der berühmten soziologischen Studie 'Die Arbeitslosen von Marienthal'. Einstweilen wird es Mittag ist ein österreichischer Fernsehfilm aus dem Jahr 1988.

Wie 'Teilnehmer an einer Expedition ins Unbekannte' fühlen sich 1932 die jungen Wissenschaftler beim Verlassen des Psychologischen Instituts der Wiener Universität, als sie nach Weissenberg, einem Industriedorf, aufbrechen. 
Sie sind voller Begeisterung für die Wissenschaft. Sie vertrauen auf ihre Objektivität. Sie glauben an ihre Funktion bei der Verbesserung der Welt. In Weissenberg ist die Textilfabrik in Konkurs gegangen. Sie war der wichtigste Arbeitgeber. Die Lebenssituation der arbeitslos Gewordenen verändert sich. 

Gewissenhaft notieren die Sozialforscher das Verhalten der Menschen. Doch vor Ort sehen sie sich weniger erkenntnistheoretischen Deduktionen als sozialen Problemen gegenüber. Die Solidarität unter den Arbeitslosen zerbricht, als Arbeitskräfte zum Abbruch der Fabrik gesucht werden; die Wissenschaftler verlassen ihre Objektivität. 

Es ist der Versuch, gleichzeitig zu beobachten und zu helfen, doch das Ergebnis ist fraglich. Immer mehr greift völkischer Geist auf das kleine Dorf über ... 



Für die Filmfassung wurden die realen Namen der Beteiligten geändert, die hier als Ruth Weiss (Walser), Robert Bergheim (Brieger), Kurt Schrader (Nikolussi) und Philipp Strauss (Suske) firmieren.

An zahlreichen Schulen und Universitäten dient Brandauers Film mittlerweile als beliebtes audiovisuelles Unterrichtsmaterial.
Der Filmtitel ist ein Zitat aus einem in Die Arbeitslosen von Marienthal abgedruckten Zeitverwendungsboge. Diese Bögen wurden von den Forschern an die Arbeitslosen ausgeben, damit sie darin für jede Stunde des Tages ihre jeweiligen Aktivitäten notieren.
Einer der Männer trug für die Stunde von 10 bis 11 Uhr den Satz ein „einstweilen wird es Mittag“.


Siehe auch:  Die Arbeitslosen von Marienthal
http://bilgungwissen.blogspot.co.at/2013/05/die-arbeitslosen-von-marienthal.html



Die Arbeitslosen von Marienthal



Die Arbeitslosen von Marienthal. Ein soziographischer Versuch über die Wirkungen langandauernder Arbeitslosigkeit [Taschenbuch]
Marie Jahoda
, Paul F. Lazarsfeld , Hans Zeisel


Diese Studie ist als Standardwerk der soziologischen Studien zu verstehen. Aufgrund der historischen Bedeutsamkeit des Werkes und der einfachen Verständlichkeit ist es jedem sozial Interessierten sehr zu empfehlen. 



Nähere Informationen zu dieser Studie unter:
http://agso.uni-graz.at/marienthal/studie/00.htm

sowie:

Marienthal. Das Dorf - die Arbeitslosen

der

und der Film:



Donnerstag, 23. Mai 2013

Glanz und Elend der Political Correctness




 

In Anführungszeichen:
Glanz und Elend der Political Correctness (edition suhrkamp) [Taschenbuch]

Matthias Dusini
, Thomas Edlinger

  (Wiener Zeitung )

»Ein kluges Plädoyer für mehr Gelassenheit im Umgang mit scheinbar kontaminierten Begriffen.«  (Profil )





Jens Kastner
über „Political Correctness“

Quelle: IGBildendeKunst




Gibt man bei Amazon „Political Correctness“ ein, listet sich eine Bibliografie des Grauens: Bücher von rechten Vorkämpfern wie Jörg Schönbohm oder Klaus Rainer Röhl agitieren gegen „Tugendwächter“ und „Denkverbote“, ein paar Anleitungen zur politischen Inkorrektheit spielen die Ratgeber-Karte und eine CD von Alfred de Zayas beschäftigt sich mit „Verbrechen an Deutschen“ als angebliche „Tabuthemen der Political Correctness“.
So weit, so erwartungsgemäß.

Ganz oben auf der Liste steht auch das Buch von Matthias Dusini und Thomas Edlinger. Um einiges klüger, abwägender und informierter als alle anderen Titel, durchforsten die beiden Wiener Autoren Geschichte und Gegenwart von PC-Praktiken.
Um den Unterschieden in den von ihnen beschriebenen Phänomenen angemessen Rechnung zu tragen, fehlt Dusini und Edlinger allerdings sowohl das Gespür als auch ein begriffliches Instrumentarium: So werden etwa völlig unbekannte „politisch korrekte“ KünstlerInnen mit Thilo Sarrazin in einem Atemzug als Leute präsentiert, die das Opfersein zum Geschäft machen und als „Wettbewerbsvorteil“ nutzen.

Das Schreckgespenst der Rechten, Political Correctness habe inzwischen allgegenwärtig und institutionell verbindliche Maßstäbe durchgesetzt, spukt auch durch Dusinis/Edlingers gesamtes Buch.

Wie in den Intersektionen (intersection, engl. Kreuzung) verschiedener Zuschreibungen neue Diskriminierungs- und Unterdrückungsformen entstehen und wie sie im Anschluss an feministische Debatten theoretisiert werden, zeichnet der Band von Helma Lutz u.a. historisch wie auch an Beispielen nach.
Identitätskategorien nicht essentialistisch zu verstehen, zugleich aber ihre „Machteffekte“ zu analysieren, bleibt die zentrale Herausforderung.


Jens Kastner lehrt an der Akademie der bildenden Künste Wien.
Quelle: IGBildendeKunst


Die komplette Rezession unter:
http://www.igbildendekunst.at/bildpunkt/bildpunkt-2013/critical-correctness/kastner.htm