Die Arbeitslosen von Marienthal. Ein soziographischer Versuch über die Wirkungen langandauernder Arbeitslosigkeit [Taschenbuch]
Marie Jahoda (Autor), Paul F. Lazarsfeld (Autor), Hans Zeisel (Autor)
Die Arbeitslosen von Marienthal, so fast nichts sagend einfach dieser
Buchtitel auch immer klingen mag, so viel größer und mächtiger ist der
Inhalt dieser Literatur anzusehen.
Die Auswirkungen, sowohl wirtschaftlicher, sozialer und psychologischer
Natur wurden untersucht. Obwohl man ca. 70 Jahre später nicht mehr mit
den gleichen Auswirkungen zu rechnen hat, das soziale Netz ist dichter,
ist die Studie dennoch noch immer sehr lesenswert.
Diese erstmals 1933 veröffentlichte Arbeit ist ein Grund- und
Begründungstext soziographischer Forschung. Ihr Ziel war es, mit den
Mitteln moderner Erhebungsmethoden ein Bild von der psychologischen
Situation einer Arbeitslosenpopulation (Marienthal in Niederösterreich)
zu gewinnen.
Zwei Aufgaben mußten gelöst werden :
- eine inhaltliche: zum
Problem der Arbeitslosigkeit Material beizutragen, und
- eine methodische:
einen sozialpsychologischen Tatbestand umfassend darzustellen.
Die
Forschungsgruppe hat sich, nach einer längeren Vorbereitungsphase,
einige Wochen in Marienthal aufgehalten.
Das dort gesammelte Material
(Ergebnisse von Interviews, Berichte von Betroffenen und
Gemeindefunktionären, Tagebuchnotizen, Briefe, Beobachtungsprotokolle,
statistische Daten) wurde in gemeinsamen Arbeitssitzungen der Forscher
gesichtet, ausgewertet, analysiert.
So entstand schließlich ein im
großen und ganzen paradigmatisches Untersuchungsbild von konzentrierter
Arbeitslosigkeit, ihren wirtschaftlichen, psychischen und sozialen
Folgephänomenen, dessen Hauptmerkmale nach wie vor aufschlußreich sind
für empirische Sozialforschung auf diesem Feld.
Diese Studie ist als Standardwerk der soziologischen Studien zu
verstehen. Aufgrund der historischen Bedeutsamkeit des Werkes und der
einfachen Verständlichkeit ist es jedem sozial Interessierten sehr zu empfehlen.