Dienstag, 5. März 2013

Die Integrationslüge





Die Integrationslüge: Antworten in einer hysterisch geführten Auseinandersetzung [Taschenbuch]
Eva Maria Bachinger (Autor), Martin Schenk (Autor)


Dr. Martin Schenk war nach Beendigung seines Wirtschaftsingenieur-Studiums wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Dr. Heiko Körner, Fachbereich Wirtschaftspolitik an der Technischen Universität Darmstadt.
Heute leitet er die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft Altauto (ARGE-Altauto) in Frankfurt.



Kaum eine Debatte wird so emotional und unsachlich geführt wie die Frage der Integration von "Menschen mit Migrationshintergrund“.

Die Autoren zeigen in ihrem fundierten und provokanten Buch: Integration ist eine Frage der sozialen Rangordnung, und das wichtigste Merkmal zur Unterscheidung von Menschen ist Geld.
Doch statt über Bildung, Arbeitsmarkt oder Aufstiegschancen diskutieren wir über kulturelle Eigenheiten und Religionszugehörigkeit.

Die Autoren liefern Reportagen aus dem Alltag von Menschen, die nach Berlin, Zürich oder Wien gekommen sind und sich weniger mit kulturellen als mit sozialen Problemen konfrontiert sehen.


Das Integrations- und Ausländerthema ist in Österreich ein Dauerbrenner. In Deutschland und der Schweiz wird es nicht anders sein. Dabei bestimmen oft ideologische und parteipolitische Gesichtspunkte den Verlauf der Debatte. Inzwischen blicken wir auf 20 Jahre Dauereregung zurück.

Das Interesse der Autoren liegt zunächst auf den klassischen Konfliktenfeldern der Integrationsdebatte. Schule, Arbeitsmarkt, Sozialsysteme.
"Die Integrationslüge" stellt die Frage, warum in diesen Konflikten bestimmte Aspekte stärker zur Sprache kommen als andere.

So legen die Autoren unaufgeregt offen, wer sich mit welchen Zielen in diese Auseinandersetzung einbringt. Schenk und Bachinger gelingt dabei das Kunststück, theoretische Fragen und empirische Erkenntnisse in flotter Sprache zu verbinden.
Sie haben die Schauplätze persönlich aufgesucht, wo andere vom Schreibtisch schwadronieren.




Montag, 4. März 2013

Der falsche Feind





Der falsche Feind: Schuld sind nicht die Männer [Gebundene Ausgabe]
Christine Bauer-Jelinek (Autor)

Christine Bauer-Jelinek zählt zu den renommiertesten Wirtschaftsberatern Österreichs und gilt als Expertin für Mechanismen der Macht sowie für Trends in der Entwicklung der Gesellschaft.
Zu ihren Klienten zählen EntscheidungsträgerInnen aus Wirtschaft und Politik, (Kleinst-)UnternehmerInnen und Funktionäre von Interessensvertretungen und NGOs ebenso wie Arbeitslose und WiedereinsteigerInnen.

Die Autorin ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats an der Leopold-Kohr-Akademie, Lehrbeauftragte an der Wirtschaftsuniversität Wien und Leiterin des Instituts für Macht-Kompetenz. Mit ihrem Buch Business-Krieger. Überleben in Zeiten der Globalisierung und dem Bestseller Die helle und die dunkle Seite der Macht hat Christine Bauer-Jelinek das Macht-Tabu gebrochen und vermittelt in ihren Seminaren und Vorträgen effiziente Methoden zum Erwerb von Macht-Kompetenz.



Dieses Buch wird die Leserschaft spalten, das Thema ist explosiv. Dass dies so ist, kann als eine Bestätigung der These der Autorin gesehen werden und dass der von ihr so genannte „Allmachts-Feminismus“ sich in seiner Hegemonie angegriffen fühlt.
Denn Christine Bauer-Jelinek übt massive Kritik an der heute üblichen Bevorzugung der Frauen.

In den 1970er-Jahren kämpfte sie als Lehrerin und Psychotherapeutin für die Forderungen der Linken und der Frauenbewegung. Heute berät sie sowohl Frauen als auch Männer in Spitzenpositionen von Wirtschaft und Politik.

Sie sagt:
Der aktuelle Feminismus ist ein Rückschritt er bedroht den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Halbe-Halbe ist gescheitert die zwanghafte Gleichverteilung überfordert Frauen wie Männer und zwingt Kinder und Alte in die Betreuungseinrichtungen. Die Unterdrückung der Frauen durch die Männer ist ein Mythos, Frauen müssen sich nicht ständig als Opfer fühlen.





Danke, emanzipiert sind wir selber




Danke, emanzipiert sind wir selber: Abschied vom Diktat der Rollenbilder [Broschiert] Kristina Schröder (Autor), Caroline Waldeck (Autor)

Kristina Schröder, geb. Köhler, Jahrgang 1977, Dr. phil., ist Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Deutschland. Ihre Tochter kam im Juni 2011 auf die Welt.


Feministinnen wie Alice Schwarzer und Strukturkonservative wie Eva Herman haben eines gemeinsam: Sie wissen genau, wie das richtige Frauenleben auszusehen hat. »Hört auf damit!«, sagt Kristina Schröder. »Wir brauchen keine Rollendiktate, weder von der einen noch der anderen Seite, und auch nicht von der Politik.«

Kristina Schröder hat Karriere gemacht und gerade ein Kind bekommen. Steht sie deshalb für ein Leitbild, an dem junge Frauen sich orientieren sollen? Nein, sagt sie, die Frauen von heute brauchen keine Leitbilder! Feministinnen machen den gleichen Fehler wie die Strukturkonservativen auf der anderen Seite des politischen Spektrums: Beide schreiben vor, wie das ideale Frauenleben auszusehen hat.
»Gefährlich und falsch!«, sagt Kristina Schröder. Frauen (und Männer!) sollen endlich frei wählen können, wie sie ihr Leben gestalten wollen, ob mit oder ohne Familie, mit oder ohne Karriere. Diese Entscheidungen sind privat.

Politik sollte keine Leitbilder vorgeben, sondern sicherstellen, dass alle Männer und Frauen Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben haben und ihrer Verantwortung in Familie und Partnerschaft gerecht werden können. Welche Wege dahin führen zeigt sie in diesem zugleich politischen und persönlichen Buch – angriffslustig und klar.






Kristina Schröder möchte in ihrem Buch der Perspektive „Kristina Schröder“ den Vorzug geben. Denn diese Perspektive, der ersten Bundesministerin, die in ihrem Amt Mutter geworden ist, so schreibt sie, könne ein spezielles Licht auf die herrschenden Debatten werfen. Außerdem seien bei ihr als öffentliche Person die unterschiedlichen Rollenerwartungen mit denen Frauen konfrontiert sind, spätestens, wenn sie Mütter werden, gut ablesbar.

Als besonders gefährlich stufen die Autorinnen anscheinend die Rollenerwartun- gen und Leitbilder, die Feministinnen an sie herantragen, ein.
Das Buch ist deshalb auch zum größten Teil der Abrechnung mit dem Feminismus gewidmet. Auf vielen Seiten und Kapiteln, die Überschriften tragen wie „Die Welt hat sich geändert – das feministische Weltbild nicht“, „Der feministische Selbstwiderspruch: Emanzipation predigen, aber Bevormundung ausüben“, oder „Gläserne Wände: Die einschränkende Wirkung feministischer Rollenleitbilder“, arbeiten sich die Autorinnen an Feminismus und Feminis- tInnen ab.

Kristina Schröder zeigt somit ein weiteres Mal, dass der Kampf für Gleichstel- lung, für gleiche Rechte und gleiche Pflichten lange nicht so wichtig ist, wie ihre persönliche Kampfansage und politische Positionierung gegen den Feminismus.

Nach diesem Buch können wir den Ministeriumstitel endgültig zusammenstreichen. Frauenministerin – vergiss es! Und für alle Jusos gilt: Hände weg!

Von Johanna Uekermann, stellvertretende Juso-Bundesvorsitzende



Mut zur Integration








Mut zur Integration: Für ein neues Miteinander [Broschiert]
Klaus Wowereit (Autor)


Klaus Wowereit wurde 1953 in Berlin geboren und studierte Jura. Drei Jahre nach seinem zweiten juristischen Staatsexamen wurde er Berlins jüngster Stadtrat. 1995 Wahl ins Abgeordnetenhaus von Berlin, 1999 Wahl zum Vorsitzenden der SPD-Fraktion Berlin. Am 16. Juni 2001 wurde er mit den Stimmen der SPD, GRÜNEN und der PDS zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt.
Seit fast sechs Jahren führt er eine überraschend geräuschlos und effektiv arbeitende Koalition aus SPD und PDS.




Klaus Wowereit diskutiert in dem vorliegenden Buch, warum es sich lohnt, für eine integrative, sozial gerechte Gesellschaft in Deutschland zu kämpfen.
Er macht deutlich, dass umfassende Teilhabe für alle für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes von elementarer Bedeutung ist und beleuchtet vor allem die sozialeDimension von Integration.
Der Autor betont, dass es mit Hilfe einer klaren politischen Prioritätensetzung auf Bildung, Qualifizierung und Arbeit möglich ist, mehr Menschen eine Perspektive zu geben und den Grundstein für sozialen Aufstieg zu legen egal bei welcher Herkunft. Er setzt auf Motivation statt auf Sanktion, auf Anreize, auf Angebote, auf Aktivierung statt Alimentierung.
Für ihn ist Integration die neue soziale Gestaltungsfrage im 21. Jahrhundert.

Grundwerte, Tradition und Verantwortungsgefühl machen es der Sozialdemokratie zur Pflicht, diese Zukunftsaufgabe offensiv anzugehen.



Dass sich das #ema „Integration“ auch positiv und frei von Angst vor Kritik vonseiten der Stammtische diskutieren lässt, zeigt das Buch von Klaus Wowereit.
„Multikulti“ ist danach eine gesellschaftliche Realität, die es solidarisch zu gestalten gilt. In der öffentlichen Debatte komme es darauf an, „Ängste ernst zu nehmen, nicht zu schüren“, und „Provokateuren die Stirn zu bieten“.

Gerade an diesen beiden Fragestellungen sind (nicht nur) SozialdemokratInnen in den letzten Jahren immer wieder gescheitert. In diesem Sinne plädiert Wowereit für „Mut“ in der Integrationspolitik, der u.a. bedeute, weg von einer rein defizitorientieren Debatte
hin zu einem Diskurs zu kommen, der die Chancen und Potenziale einer vielfältigen Gesellschaft auslotet.
Konkret wird „Integration“ damit zu einer sozialen Frage, die u.a. über Bildungspolitik und Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt zu lösen ist.

Das Buch ist ein wichtiger Beitrag zur Integrationsdebatte von links.

Thilo
Scholle 


Unter Wölfen





Unter Wölfen (Lieber aufrecht sterben, als auf Knien leben)
[Ungekürzte Ausgabe] [Gebundene Ausgabe] Karl Glanz (Autor)


Der österreichische Autor Karl Glanz befasst sich mit dem düstersten Kapitel der gemeinsamen deutschen und österreichischen Geschichte. Dem Terrorregime Hitlers und seiner Helfer, den großen, den mittleren, den kleinen und den Mitläufern. In seinem Werk "Unter Wölfen" geht es um Spanienkämpfer.
Von 1936- 1939 tobte in Spanien ein Bürgerkrieg. Freiwillige Helfer aus mehr als 50 Ländern kämpften auf der Seite der demokratisch gewählten spanischen Regierung, gegen den Faschisten Franco. Zahlreiche Spanienkämpfer wurden von den braunen Machthabern ins Gestapogefängnis Karlsruhe eingesperrt. 1941 verlegte man sie ins KZ Dachau.

"Die Spanienkämpfer hatten einen ganz besonderen Status im KZ, es waren die Ersten, die 1941 ins KZ kamen und die mit der Waffe gegen den Hitlerfaschismus gekämpft hatten, sie waren es , die die wenigsten Toten zu beklagen hatten, denn unter ihnen gab es eine Solidarität, die selbst die SS verwunderte."

Der Vater des Autors war von 1941- 1945 KZ- Insasse in Dachau.

Karl Glanz sagt über sein Buch selber: "Es ist ein Versuch wider des Vergessens und gegen die zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber dem europaweit Wiedererstarken rechter Gesinnung." Ganz bescheiden sagt der Schriftsteller Karl Glanz ferner: "Ich bin kein Künstler, dafür fehlt mir das "Genie", aber auch meine Sicht der Dinge muss zulässig sein."


Buchrückseite
Es wird Sie vielleicht wundern, wenn Sie diesen Text lesen, dass ich Namen vermieden habe. Das hat seinen Grund, denn wie viele Widerstandskämpfer sind Ihnen bekannt, bzw. wie viele kennen Sie mit Namen? Voraussichtlich werden Sie keinen einzigen Namen kennen.
Wie viele Täter kennen Sie? Da sieht die Antwort schon ganz anders aus, da können Sie einen ganzen Bogen Papier mit Namen voll schreiben, sind uns doch alle die Täter sehr wohl bekannt. Die Täter sind bekannt, die Opfer, die Widerstandskämpfer, die für unsere Freiheit und für die Demokratie gekämpft haben, die sind weitgehend unbekannt, sie sind namenlos und kommen auch in der Geschichtsschreibung nicht vor. Deshalb gibt es auch in diesem Text keine Namen.

Die Spanienkämpfer wurden aus dem Gestapogefängnis in Karlsruhe Ende April 1941 in das KZ Dachau verlegt. Es war der erste Transport dieser Art und in diesem ersten Transport befand sich auch mein Vater.
Ich habe fünf Personen herausgehoben, drei Freunde, anhand dieser wird die Geschichte der Spanienkämpfer im KZ Dachau erzählt.

- Der Spanier, aus Barcelona, Conrado Crespi de Verges, den mein Vater im KZ getroffen hat und wie sie Freunde wurden,
- der Straßenbahner, der ein gelernter Fleischhauer war, aber als ich ihn traf, da war er gerade Straßenbahner, der Eisenbahner, der Maschinenschlosser war und sein ganzes Leben lang bei der Bahn gearbeitet hatte und
- der Zynische, der Kellner war, aber diesen Beruf nie ausübte und der mein Vater war.
- Und da war noch der Salzburger, der ein Maurer war. Ludwig Gruber, der sich geweigert hatte, zurück nach Deutschland zu gehen und illegal nach Österreich reiste, als Franzose und so den Holocaust überlebte.

Meine Großmutter, die den Salzburger während des Krieges traf und mir von ihm erzählte. Die Spanienkämpfer hatten einen ganz besonderen Status im KZ, es waren die Ersten die 1941 ins KZ kamen und die mit der Waffe gegen den Hitlerfaschismus gekämpft hatten, sie waren es, die die wenigsten Toten zu beklagen hatten, denn unter ihnen gab es eine Solidarität, die selbst die SS verwunderte.

Der Krieg in Spanien war verloren, der Kampf ums Überleben im KZ hatte begonnen und manchmal ging er sogar bis zur Selbstaufgabe. Der Eisenbahner wurde zum Helden, weil er die US-Armee zum KZ geführt hatte und so vielen Insassen das
Leben gerettete. Es ist die Geschichte von Menschen, die ihre Taten nie in den Vordergrund gestellt haben und die nie für ihren Einsatz geehrt worden sind.




Zum Verhältnis von Anarchismus und Marxismus







Begegnungen feindlicher Brüder:
Zum Verhältnis von Anarchismus und Marxismus in der Geschichte der sozialistischen Bewegung [Broschiert]  Band I und Band II
Philippe Kellermann (Herausgeber)

Philippe Kellermann, geb.1980, lebt in Berlin und veröffentlicht in Grundrisse und Graswurzelrevolution. Er ist Initiator des Fanzines Aus‘m Bauch und spielt in der Punkband Kackfeuer.



Band 1
Dieser Sammelband vereinigt Aufsätze, die, neben der Rekonstruktion der 'klassischen' Auseinandersetzung zwischen Anarchismus und Marxismus, die Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen AnarchistInnen und MarxistInnen in der weiteren Geschichte der sozialistischen Bewegungen zu rekonstruieren versuchen.

Band 2
Wie schon der Vorgängerband widmet sich Begegnungen feindlicher Brüder, Band zwei den Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen AnarchistInnen und MarxistInnen in der Geschichte der sozialistischen Bewegungen und diskutiert diese anhand ausgewählter Strömungen und AkteurInnen:

- von der klassischen Polemik zwischen Marx/Engels und Stirner,
- über die Kritische Theorie eines Adorno und die heftige Debatte zwischen Jean Paul Sartre und Albert Camus,
- bis hin zu einem Neuen Linken wie Rudi Dutschke
- oder einem poststrukturalistischen Denker wie Gilles Deleuze.

Abgerundet wird der Sammelband durch Aufsätze, welche die Politik der Bolschewiki und die der spanischen CNT gegenüber den ArbeiterInnen miteinander vergleicht, die Frage nach dem marxistischen Charakter des deutschen Anarchosyndikalismus stellt oder das Kunstverständnis in Marxismus und Anarchismus diskutiert.



Band 3

An die Bände 1 und 2 anschließend, behandelt auch Band 3 der Begegnungen feindlicher Brüder die Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen AnarchistInnen und MarxistInnen in der Geschichte der sozialistischen Bewegungen und diskutiert diese anhand ausgewählter Strömungen und AkteurInnen.
Eher thematisch angelegt sind die Aufsätze zu unterschiedlichen sozialistischen Pädagogikkonzeptionen, differierenden staatstheoretischen Ansätzen und der Haltung zur Gewalt; während Akteursbezogen die Frage nach dem Widerstand gegen die Nazis in Deutschland behandelt wird, daneben die Gruppe Socialisme ou Barbarie, Erich Fromm, der Künstler und Sozialist William Morris, sowie der Ethnologe Pierre Clastres.

Samstag, 2. März 2013

"Früher war hier das Ende der Welt"

                                                 


"Früher war hier das Ende der Welt": Reportagen [Gebundene Ausgabe]
Florian Klenk (Autor)


General Terekov steht an der Schranke des Lagers Pavshino, fünf Autostunden von Wien entfernt, im Ländereck der Slowakei, Ungarn und der Ukraine und beobachtet für 150 Euro im Monat seine Schützlinge.
Auf einem stacheldrahtumzäunten Feld spielen Inder gegen Pakistani Kricket. Seit der Ausweitung der Schengengrenze 2007 ist es ein Auffanglager für jene, die bei dem Versuch, illegal in den EU-Raum zu gelangen, geschnappt wurden. Florian Klenk berichtet, lakonisch und immer hart am Thema, von Kriegsflüchtlingen, internationalem Mädchenhandel oder von den Methoden verdeckter Drogenermittler.
Seine investigativen Reportagen gehen an die Grenze des Vorstellbaren.


Der innere und äußere Grenzgang des Florian Klenk

Bringt ein Falter-Kollege ein Buch heraus, wird daraus üblicherweise vorabgedruckt. Nun hat Florian Klenk ein Buch herausgebracht, das wir nicht vorabdrucken, weil ein Großteil der dort abgedruckten Reportagen bereits im Falter erschienen sind. Das Buch soll aber nicht unerwähnt bleiben, deshalb der Hinweis an dieser Stelle.
Klenks Buch ist keineswegs ein Sammelsurium verschiedener Texte. Sein Leitmotiv ist die Grenze, die äußere der EU wie auch die innere, welche die Welt des Wohlstands von deren Schattenseiten scheidet. Klenk zeigt mit dem Mittel der journalistischen Reportage einer Gesellschaft jenes Bild von sich, das sie weniger gern zur Kenntnis nimmt.
Er tut das nicht im Ton des Anklägers, er sieht hin, er spricht mit Menschen, er zeichnet auf, er berichtet.



"Wenn Klenk über die 'mörderische Getriebenheit' des österreichischen 'Hyänenjournalismus', den Sextourismus in Tschechien oder von ausländerfreien Kärntner Gemeinden schreibt, lässt er Fakten und rechte Protagonisten für sich sprechen.
Das angewandte Wissen, dass Zitate oft bedrohlicher als der Zeigefinger wirken, ist eine weitere Stärke seines engagierten Journalismus."
(Astrid Kam
inski)

"Florian Klenk hat genau hingeschaut, nachgefragt und zugehört. Und er hat darüber geschrieben. Ohne moralisierenden Ton und ohne erhobenen Zeigefinger, nüchtern und unprätentiös, plastisch und eindringlich.
Wie Mosaiksteine fügen sich die Berichte von Schauplätzen wie Ebensee, der Jugendstrafanstalt Gerasdorf bis hin zu den Elendsquartieren für Afrikaner in Wien zu einem Sittenbild des Landes."
(Kristina Pfoser, Ö1
)

"Mit Klenk lebt die Tradition der großen Reportagen fort. Er bleibt dort dran, wo andere lieber wegschauen und bestenfalls in liberalen Unverbindlichkeiten verharren."
(Michael Freund, Der Standard
)

Gut gegen Mölzer - Exkursion ins rechte Eck !






Gut gegen Mölzer [Gebundene Ausgabe]
Alexander Pollak (Autor)


Alexander Pollak ist Sprecher der Menschenrechtsorganisation „SOS Mit- mensch“. Davor war er fünf Jahre als Leiter von Anti-Diskriminierungsprojekten bei der EU-Grundrechte-agentur in Wien tätig.



Welche griffigen Argumente schlagen die der Rechtspopulisten? Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch, beschließt, sich einem Streitgespräch mit dem rechten Chefideologen Andreas Mölzer zu stellen. Obwohl ihm klar ist, dass es nicht gegen jedes populistische Manöver der Rechten einen ebenso klaren Konter gibt, und trotz der Vorbehalte vieler seiner politischen Mitstreiter.

Pollak dokumentiert in Gut gegen Mölzer seine Vorbereitung für das Streitgespräch und das Streitgespräch selbst, in dem er Teilerfolge erzielt. Spannend eingeleitet und kommentiert zeigt das Werk wie kein anderes der vergangenen Jahre, wie Rechts in der täglichen poli tischen Auseinandersetzung tickt. Dabei liefert es eine pragmatische Anleitung für die tägliche Auseinandersetzung mit dem Rechtspopulismus.




- Macht es Sinn, mit Rechtspopulisten zu diskutieren?
- Welchen Wert hat die direkte Auseinandersetzung mit nationalistischen Stehsätzen?
- Liefert man sich dabei unnötig der Gefahr aus, ihnen ein zusätzliches Forum zu bieten?


Alexander Pollak wollte es – auch gegen den Rat einiger politischer Weggefährten – ausprobieren und konnte FPÖ-Altstar Andreas Mölzer für ein Streitgespräch gewinnen. Mit ihm diskutierte der Sprecher von SOS Mitmensch an den zentralen Konfliktlinien zwischen den Organisationen, die sie jeweils vertreten. Was dabei heraus kam, konnten Sie in der letzten Ausgabe des MO Magazin für Menschenrechte lesen.
In ‚Gut gegen Mölzer’ setzt sich der Sprecher von SOS Mitmensch noch mal mit seiner ‚Exkursion ins rechte Eck’ auseinander. Neben einer ungekürzten und kommentierten Version des Streitgespräches selbst, gibt Pollak einen spannenden Einblick in seine Vorbereitung für das Gespräch mit Mölzer.






Montag, 25. Februar 2013

Die große Entwertung






Die große Entwertung: Vom finanzkapitalistischen Krisenaufschub zur globalen Notstandsverwaltung [Broschiert]


Ernst Lohoff Norbert Trenkle  


Nach der Finanzkrise ist nun die Krise der Staatsfinanzen in aller Munde. Schuldige finden sich dabei nur allzu leicht: 
- für die einen sind es die ,faulen Griechen', 
- für die anderen ,raffgierige Spekulanten' oder kurz und knapp die ,Bankster'. - Manche geben fehlender Regulierung und mangelnder staatlicher Intervention die Schuld, 
- wieder andere machen gar eine Überregulierung aus. 

Die Autoren dieses Buches wagen eine weitreichendere Antwort und suchen die Schuld nicht bei Einzelnen, sondern im Ganzen. Der Kapitalismus als solcher soll in einer fundamentalen Krise stecken, die Dominanz des Finanzsektors nur eine Folge dieser Krise sein.

Im Anschluss an einige Überlegungen von Karl Marx zu krisenhaften Verläufen im Kapitalismus entfalten die beiden AutorInnen eine Argumentation, die mit weiten Teilen nicht nur der bürgerlichen, sondern auch der marxistischen Krisenanalyse bricht. 
Sie entfalten dabei das Bild von der kapitalistischen Gesellschaft als einem dynamischem, sich stetig veränderndem Gebilde. Bis in die 970er Jahre hinein dauerte dabei die Aufstiegsgeschichte des Kapitalismus. 
Diese war mit einer scheinbar unaufhaltsamen Ausdehnung der kapitalistischen Verwertungsmöglichkeiten verbunden. 

Doch seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die bis dahin übliche Verwertung durch Akkumulation von verausgabter Arbeitskraft mehr und mehr durch die Akkumulation von fiktivem Kapital, von bloßen Finanztiteln also, abgelöst. 

Ernst Lohoff und Norbert Trenkle haben mit ,Die große Entwertung' ein lesenswertes und in insbesondere im ersten historischen Teil auch leicht zugängliches Buch vorgelegt, das Krisenanalyse auf höchstem Niveau bietet, durch profunde Kenntnis der Krisenliteratur besticht und zu dem Besten gehört, was auf diesem Gebiet in den letzten Jahren erschienen ist.

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Stofflicher Reichtum versus abstraktem Reichtum
Das Marxsche “Kapital” beginnt nicht mit dem Gegensatz von Kapital und Arbeit, sondern mit der “Elementarform” der kapitalistischen Gesellschaft: der Ware. Marx zeigt, dass in der Ware bereits der Grundwiderspruch angelegt ist, aus dem sich die Krisenhaftigkeit des Kapitalismus im Allgemeinen und die aktuelle Krisenentwicklung im Besonderen erklären lässt. 
Es ist der Widerspruch zwischen zwei unterschiedlichen Reichtumsformen: dem stofflichen Reichtum, wie er sich in der Güterproduktion ausdrückt, und dem abstrakten Reichtum, wie er sich in der Kategorie des Werts darstellt und im Geld handhabbar wird.
Unter den Bedingungen der modernen Warenproduktion, also in der kapitalistischen Gesellschaft, wird stofflicher Reichtum immer nur produziert, soweit sich dieser auch als Wert darstellen lässt, soweit er also zur Kapitalverwertung beiträgt. Die Güterproduktion ist hier also immer nur Mittel zu einem ihr äußerlichen Zweck, dem Selbstzweck, aus Geld mehr Geld zu machen. 
Wo dieser Zweck nicht erfüllt werden kann, weil die Kapitalverwertung ins Stocken gerät, stockt auch die Produktion stofflichen Reichtums; es werden sogar Güter vernichtet, weil sie nicht verkäuflich sind, obwohl massenhaft Bedürfnisse unbefriedigt bleiben. Zum Beispiel müssen dann Menschen in Zelten wohnen, während ihre Häuser leer stehen, bloß weil sie ihre Kredite nicht mehr abbezahlen können.
Was kennzeichnet die Wirtschaftskrisen in der bürgerlichen Gesellschaft im Vergleich zu anderen Epochen?
Norbert Trenkle:
Prinzipiell lässt sich sagen, dass Krisen im Kapitalismus nicht aus Mangel, sondern aus Überfluss und inmitten des Überflusses entstehen. Das ist eine Grundverrücktheit, die die VWL nicht erklären kann, weil sie die abstrakte Reichtumsproduktion naturalisiert. 
Die Warenproduktion erscheint ihr als quasi-natürliche Form des menschlichen Wirtschaftens. Daher hat sie kein Auge für den inneren Widerspruch zwischen stofflicher und abstrakter Reichtumsproduktion und ist blind für die tieferen Ursachen des laufenden Krisenprozesses.

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Fiktives Kapital:
Die Zentralbanken treten selber als Marktteilnehmer auf den Geld- und Kapitalmärkten auf und häufen fiktives Kapital an. 
Die sogenannte “Geldschöpfung” besteht darin, dass die Zentralbanken den Geschäftsbanken Kredite gewähren, also Zahlungsversprechen ankaufen. Senken die Notenbanken die Zinsen für diese Kredite, dann befeuert das die Bildung von fiktivem Kapital. Die Erhöhung der Leitzinsen wirkt dagegen drosselnd. 
Diese Zinspolitik hat bei der der Überwindung der bisherigen Kriseneinbrüche in der Ära des fiktiven Kapitals eine zentrale Rolle gespielt. Auch in der schweren Krise der “New Economy” zu Anfang des Jahrtausends gelang es, die privatwirtschaftliche Akkumulation von fiktivem Kapital durch drastische Leitzinssenkungen wieder auf Touren zu bringen.





Sonntag, 24. Februar 2013

Kafka - kritische Ausgabe: Schriften - Tagebücher





Kritische Ausgabe: Schriften - Tagebücher
Kassette mit fünfzehn Bänden: Schriften und Tagebücher: 15 Bde./ 7328 Seiten [Taschenbuch]

Jürgen Born Gerhard Neumann Sir Malcolm Pasley Jost Schillemeit Franz Kafka  



Während des Ersten Weltkrieges gab der Verlag Wolff billige Bändchen kleiner Bücher von unbekannten jungen Autoren heraus. Eines Tages im frühen Jahr 1916 enthielt das Bändchen: "Der jüngste Tag" eine Geschichte mit dem Titel: "Die Verwandlung" von jenem unbekannten Franz Kafka, von dem Herrmann Hesse so angetan war, dass er dieses kleine Spinnweb aus Spiel und tödlichem Ernst nie wieder vergessen konnte. 
Als Franz Kafka dann 1924 starb, blieb sein Werk als Nachlaß bei Max Brod mit der testamentarischen Aufforderung, alle Werke zu vernichten. Elf Jahre nach Kafkas Tod fand Hesse immer noch, dass es nötig sei, eine Gesamtausgabe zu präsentieren, ob der Qualität, der dichterischen Geistigkeit, der beunruhigenden und doch beglückenden Dichtung.

Symbolschaffende Phantasie mit ursprünglicher Sprachkraft, so ist Kafka, und Hesses Wunsch wurde in dem Jahr 1935 hoffnungsvoll und allmählich mit dem ersten Band Realität. 
Dass Max Brod sich dem letzten Wunsch des Dichters widersetzte, ist ein weiteres Zeichen, wenn auch posthum für Kafka, der Zeit seines Lebens an der Unerträglichkeit der eigenen Existenz litt, die Verbindung von Mensch und Gesetz (Gott) als Unmöglichkeit erlebte und aus bewegter Starrheit mit dem Todesurteil des Werkes sich - Dank Max Brod vergeblich - endgültig und vollständig aus dem Leben nehmen wollte. 
Wie er in "Das Schloß" nicht besser dokumentieren konnte, dass mit ihm ein Diener da steht, der weiss um eine Herrschaft, der zu dienen ist und er bei dieser kein Gehör findet. Der Diener findet seinen Herrn nicht und somit sein Leben keinen Sinn. Kafkas Unmöglichkeit des Findens im Dichterischen erhellt jedoch im Gegenlicht die Möglichkeit der Gnade oder der Erlösung. Doch für Kafka wird diese Hoffnung nicht spürbar, diese letzte Pforte bleibt unerreicht, auch für den Leser seiner Erzählungen, Romane und Aphorismen. Kein Aufatmen, es bleibt Verwirrung und Verzweifelung, aber dafür hebt den Leser ein enormer Tiefgang in bewegter Sprache und zu enträtselnder Bedeutung, eine vielfache Welt von Symbolen und Gleichnissen, von ungesagt Gesagtem.


Eine einmalige und gelungene Ausgabe des Gesamtwerkes. 
Die 15 Bände umfassen die drei Romane "Der Verschollene", "Der Proceß" und "Das Schloß", weiter "Drucke zu Lebzeiten", "Nachgelassene Schriften und Fragmente" (in zwei Teilen) und die Tagebücher samt Kommentarband. 
Zu jedem Band gibt es einen textkritischen Apparatband mit Anmerkungen zu den Texten, Druckgeschichte, Varianten und Korrekturen.

Für diejenigen aber, die sich intensiv mit Kafka beschäftigen wollen, stellt diese Sammlung eine Möglichkeit dar, das gesamte Werk und dessen Entstehung nachvollziehen zu können. Um einen umfassenden Einblick in Kafkas literarische Tätigkeit zu bekommen, wären allerdings diverse Briefe (an Felice und Milena z.b.) auch notwendig, da Kafkas Briefe den größten Teil seines schriftlichen Nachlasses umfassen. Die rein literarische Arbeit aber ist mit dieser Ausgabe vollkommen abgedeckt.


Bertolt Brecht: Ausgewählte Werke in sechs Bänden





Ausgewählte Werke in sechs Bänden: Bd. 1: Stücke 1 / Bd. 2: Stücke 2 / Bd. 3 Gedichte 1. Sammlungen / Bd. 4 Gedichte 2. 1913 - 1956 / Bd. 5 Prosa 1913 ... 1914 - 1956: 6 Bände (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]


Bertolt Brecht  


Bertolt Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren und starb am 14. August 1956 in Berlin. Von 1917 bis 1918 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Naturwissenschaften, Medizin und Literatur. 
Sein Studium musste er allerdings bereits im Jahr 1918 unterbrechen, da er in einem Augsburger Lazarett als Sanitätssoldat eingesetzt wurde. Bereits während seines Studiums begann Brecht, Theaterstücke zu schreiben. 
Ab 1922 arbeitete er als Dramaturg an den Münchener Kammerspielen. Von 1924 bis 1926 war er Regisseur an Max Reinhardts Deutschem Theater in Berlin. 1933 verließ Brecht mit seiner Familie und Freunden Berlin und flüchtete über Prag, Wien und Zürich nach Dänemark, wo er sich die nächsten fünf Jahre aufhielt. 

Außer Dramen schrieb Brecht auch Beiträge für mehrere Emigrantenzeitschriften in Prag, Paris und Amsterdam. 1948 kehrte er aus dem Exil nach Berlin zurück, wo er bis zu seinem Tod als Autor und Regisseur tätig war. 
Der Film Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt? aus dem Jahr 1931 ist in der filmedition suhrkamp erschienen.


Die vorliegende Ausgabe enthält auf 4000 Seiten einen repräsentativen Querschnitt aus seinem umfangreichen Werk.

Zwei Bände bieten die großen Stücke Brechts (von Baal aus dem Jahr 1919 bis zu Der kaukasische Kreidekreis). In je einem Band wird eine Auswahl seiner Lyriksammlungen und schönsten Einzelgedichte, seiner vielschichtigen erzählerischen Prosa sowie der wichtigsten theoretischen Schriften zu Theater, Medien, Philosophie und Zeitgeschehen präsentiert.

Allen Texten, die der "Großen kommentierten Berliner und Frankfurter Ausgabe" der Werke (1988 - 2000) folgen, sind in einem Anhang Hinweise zur Entstehung und zur Text- und Wirkungsgeschichte beigegeben sowie Angaben über Mitarbeiter, Quellen, Vorlagen und Einzelerläuterungen.



Die verspielte Gesellschaft





Die verspielte Gesellschaft: Gamification oder Leben im Zeitalter des Computerspiels  [Broschiert]


Nora S. Stampfl  



Nora S. Stampfl studierte Wirtschaftswissenschaften an der Johannes Kepler Universität Linz in Österreich und erlangte einen Master of Business Administration (MBA) an der Goizueta Business School der Emory University in Atlanta, Georgia, USA. 

Nach beruflichen Stationen in den USA lebt sie seit 1999 in Berlin und ist als Unternehmensberaterin und Zukunftsforscherin tätig. Ihren Arbeitsschwerpunkten strategische Unternehmensfu hrung, gesellschaftlicher Wandel und Zukunftsfragen widmet sie sich auch als Autorin.
Sie untersucht die Wirkungsweise von Gamification und entwirft eine Zukunftsvision einer Welt allgegenwärtiger Spiele. Sie beschreibt die Antriebskräfte des Trends, skizziert ausgewählte Anwendungsbereiche und wirft einen kritischen Blick auf die weitere Entwicklung.


Computerspiele bahnen sich einen Weg ins "echte" Leben: Punkte zu sammeln und Highscores zu ergattern ist heute auch abseits digitaler Spiele gang und gäbe. Immer öfter werden Prinzipien aus Computerspielen in spielferne Systeme integriert. 

Der Text beschreibt, wie man heute die Macht von Spielen in den verschiedensten Lebensbereichen wird. Denn Spiele animieren Menschen zu Bestleistungen, stimulieren ihre Motivation und ringen ihnen Engagement ab. 

Die Autorin untersucht die Wirkungsweise von Gamification und entwirft eine Zukunftsvision einer Welt allgegenwärtiger Spiele. Sie beschreibt die Antriebskräfte des Trends, skizziert ausgewählte Anwendungsbereiche und wirft einen kritischen Blick auf die weitere Entwicklung.

Realität und virtuelle Umgebung verschmilzt immer mehr. Hier werden die verschiedenen Seiten beleuchtet und diverse Beispiele gegeben. 
Wie etwa die Idee des Weckers, der einen früher wach macht, wenn auf der Strecke zur Arbeit Stau gemeldet ist. 
Oder aber das Thema Krieg, welcher heute zum Teil in virtueller Umgebung über tausend Kilometer entfernt gekämpft wird. Ebenso wird das Verhalten von Menschen durchleuchtet: Ist es ' wenn auch nicht von jedem ' im echten Leben ein akzeptierter Sport, jagen zu gehen, wird es, wenn man dies live über das Internet machen kann, zum Skandal. 
So passiert 2005, als die Webseite ins Leben gerufen wurde. Man konnte über das Internet auf Jagd gehen und dort echte Tiere erlegen.

Ein großes Manko ist jedoch, dass zwar viele Informationen zum Thema »Spiel« gegeben werden, jedoch das Kernthema Gamification nicht sehr vertieft wird. 
Das mag daran liegen, dass es nach wie vor ein neues Thema ist ' aber um mehr darüber zu erfahren, greift man ja auf Bücher wie dieses hier zurück.




Samstag, 23. Februar 2013

Kritik der vernetzten Vernunft






Kritik der vernetzten Vernunft : Philosophie für Netzbewohner [Kindle Edition]

Jörg Friedrich  


Jörg Friedrich studierte zunächst Meteorologie und Physik und schrieb 1989 seine Diplomarbeit über die Simulation von Strukturbildung und Chaos in der Atmosphäre. 
Seit 1994 ist er Geschäftsführer der Firma INDAL in Münster, einer Softwarefirma, die individuelle IT-Projekte durchführt. 
Ein Studium der Philosophie schloss er 2009 als Master of Arts ab. 
Er beschäftigt sich in Artikeln und Vorträgen vor allem mit Fragen der praktischen Philosophie. 



Das Buch wendet sich an Menschen, die im Netz zu Hause sind, die nicht mehr zwischen online und offline unterscheiden, die in Blogs Kommentare posten und mit dem Kollegen über Fußball diskutieren, die Online-Zeitungen lesen und dabei mit dem Lebenspartner über das Wetter reden. 

Sie sind Netzwerker – nicht nur, wenn sie im Internet unterwegs sind. Ihr soziales Netz ist dicht geknüpft, die Online-Welt wird darin immer fester eingewoben. Sie ziehen ihr Wissen aus dem Netz, handeln in Netzwerken und indem sie sich vernetzen und sie hoffen auf Problemlösungen durch technische Vernetzungen.

Netzwerke sind die Basis unserer modernen Welt, aber Netze machen diese Welt auch immer komplexer und undurchschaubarer. Das Buch widmet sich den Herausforderungen der Vernunft in der vernetzten Welt. Es sucht die Antworten auf die großen philosophischen Fragen von Immanuel Kant, die in die Welt der vernetzten Vernunft passen: 
  • > Wie hängt unser Wissen von den Techniken der Vernetzung ab, und warum glauben wir dem Netz oft mehr als den eigenen Erfahrungen?
  • > Ist Handeln in einem richtungslosen Netz noch möglich, und kann man auch daraus ausbrechen, sich aus Knoten und Schlingen befreien?
  • > Gibt das Netz uns Grund zur Hoffnung und wird eine Welt technischer Vernetzungen unsere Wünsche erfüllen?
  • > Was macht den vernetzten Menschen aus, ändert er sein Wesen?