Freitag, 20. November 2015

BERMERKUNGEN ZU WILLY BRANDT







BERMERKUNGEN ZU WILLY BRANDT
Daniela Münkel

Daniela Münkel ist Historikerin und seit 2008 als Projektleiterin in der Forschungsabteilung beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen tätig. Seit 2010 ist sie außerplanmäßige Professorin an der Universität Hannover.



Willy Brandt war der bedeutendste und am längsten amtierende Vorsitzende der SPD nach 1945. Als Bundeskanzler gehört der Schöpfer von Ost- und Entspannungspolitik zu den wichtigsten Regierungschefs der Bundesrepublik. 

Vielfach verehrt und nicht selten verklärt, stehen bisher vor allem seine Ostpolitik und seine Kanzlerzeit im Mittelpunkt der politischen und akademischen Diskussion.

Daniela Münkel diskutiert bisher vernachlässigte Aspekte des Politikers Willy Brandt: etwa sein Verhältnis zur SPD, seinen dialogischen Führungsstil, seine Beziehung zu den Massenmedien und seine Medienpolitik. 
Als erster „moderner Medienkanzler“ verstand er es, seine Politik medienwirksam darzustellen und seine Person mediengerecht zu inszenieren. Dieser Politikstil wirkt auf nachkommende Politiker und Politikerinnen – bis heute.

Samstag, 14. November 2015

Datennutzung im Betrieb






Datennutzung im Betrieb

Resch Reinhard
Buch 118 Seiten, 1. Auflage, 20.09.2015
Reihe: Schriften zum Arbeitsrecht und Sozialrecht
ÖGB-Verlag, ISBN 978-3-99046-144-0

Unter dem Generalthema Datennutzung im Betrieb wird das allgemeine Gefährdungspotenzial durch technische Systeme erläutert. Johann Höller (Universität Linz) geht auf das Thema Gefahren und technische Nutzungsmöglichkeiten betrieblicher Daten ein, Günther Löschnigg (Universität Graz) behandelt das Thema Betriebsrat als Datenverwender. 
Sabine Ogriseg (Universität Graz)  setzt sich mit den Grenzen und Gefahren privater Nutzung von Informationstechnologie im Zusammenhang mit der Erbringung der Arbeitsleistung auseinander.


Donnerstag, 12. November 2015

Politische Ökonomie - Kontinuitäten und Veränderungen seit dem EU-Beitritt





Politische Ökonomie Österreichs:
Kontinuitäten und Veränderungen seit dem EU-Beitritt

Broschiert von BEIGEWUM (Herausgeber)

Anläss­lich des 20-​​jährigen Jubi­lä­ums des EU-​​Beitritts ana­ly­siert der Sam­mel­band Poli­ti­sche Ökono­mie Öster­reichs gesell­schaft­li­che, ökono­mi­sche und poli­ti­sche Entwicklungen.

Der EU-Beitritt 1995 hatte tiefgehenden Einfluss auf wirtschaftliche und politische Prozesse in Österreich. Die Politische Ökonomie Österreichs bietet einen kritischen Überblick über Veränderungen und Kontinuitäten der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten 20 Jahre.

Das Buch geht folgenden Fragen nach:
 - Wie hat sich die Struktur der Wirtschaftssektoren verändert?
 - Ist das Osteuropa-Engagement der österreichischen Unternehmen eine Erfolgsgeschichte?
 - Welche politischen Kräfteverhältnisse haben diese Entwicklungen vorangetrieben?
 - In welche Richtung haben sich die Budget- und Geldpolitik entwickelt?
 - Wie sieht die Sozialpartnerschaft heute aus?
 - Welche Tendenzen lassen sich in der Gleichstellungs- und Migrationspolitik feststellen? 

 - Wie hat sich die Verteilung von Einkommen und Vermögen geändert?

Die AutorInnen dieses Sammelbandes geben einen ebenso umfassenden wie anschaulichen Überblick über zentrale Entwicklungslinien in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft und präsentieren auch detaillierte empirische Befunde.
Der BEIGEWUM (Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen) ist ein Zusammenschluss von SozialwissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen, der Ergebnisse kritischer Forschung in die laufende politische Debatte einbringt.


Für VWL-Studierende umbedingt zu empfehlen. Die Entwicklungen der letzten 20 Jahre und der Einfluss der EU auf Österreich werden nach Themen gegliedert dargestellt - z.B. Agrarsektor, Finanzindustrie, Beschäftigungspolitik etc. Hier bekommt man einen Einblick in die reale Welt, die im Studium oft ausgeklammert wird.

Zu erwähnen ist auch der methodologisch vielfältige Ansatz: Von klassisch ökonomischen bis soziologisch orientierten Beiträgen, von Regulationstheorie bis keynesianische Analysen ist das Spektrum der verwendeten Ansätze sehr breit. Das verhindert eine einseitige Betrachtung.



Rassismuskritischer Leitfaden







Rassismuskritischer Leitfaden 
zur Reflexion bestehender und Erstellung neuer didaktischer Lehr- und Lernmaterialien
für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zu Schwarzsein, Afrika und
afrikanischer Diaspora.


Inhalt

Einleitung Rassismuskritischer Ansatz
Kritisches Weißsein
Menschenrechtsbezogener Ansatz
Unser Ziel
1. Grundideen einer herrschaftskritischen Methodik und Didaktik
1.1. Verständnis Herrschaftskritik und Ziele
Lehrende Lernende Inhaltliche Ziele und Kriterien
1.2. Subjektorientiertes (und handlungsorientiertes) Lernen Subjekte Lernen als Handeln /Empowerment Erfahrungen und Lebensinteressen der Lernsubjekte Partizipatives Lernen und Wissen
1.3. Methodenkritik
Warum & Wozu, Gründe und Ziele Wie können die genannten Forderungen umgesetzt werden?
2. Inhalte
Afrika in Geschichte und Gegenwart
Schwarzer Atlantik und europäischer Kolonialismus
Schwarze Perspektiven in ihrer Komplexität
Sprache
»Afrika«-Bilder
Migration
Rassismus und Rassismuskritik
3. Umgang mit Bildern, Quellen und Sprache
4. Zielgruppen
5. Anhang
5.1 Materialien und Konzepte zur rassismuskritischer Bildung 5.2 Initiativen zur rassismuskritischer Bildung

6. Glossar


Federführend sind 

Einleitung:
Modupe Laja, Josephine Apraku, Jule Bönkost und Elina Marmer

Methoden:
Maureen Maisha Eggers, Saraya Gomis, Regina Richter, Bertrand Njoume und Annette Kübler

Inhalte:
Kristina Konzi, Regina Richter, Josephine Apraku, Daniel Bendix, Yemisi Babatola und Elina Marmer

Sprache, Bilder, Quellen: Modupe Laja, Yemisi Babatola, Kristina Konzi, Regina Richter und Elina Marmer
Zielgruppen:
Josephine Apraku, Daniel Bendix, Jule Bönkost und Elina Marmer

Einleitung Materialien und Konzepte: Yemisi Babatola, Kristina Kontzi und Modupe Laja
Mit Unterstützung von: Louis Henri Seukwa, Ursula Neumann, Joshua Kwesi Aikins, Felicitas Macgilchrist, Tina Bach, Anna van Hoorn, Dalia Marmer, Marie-Teres Aden-Ugbomah, Florence Tsagué, Serge Palasie, Astrid Lüdemann, Ghanatta Ayaric, Svenja Heinrich
Lektorat:
Oranus Mahmoodi

Herausgeber*innen:
Projekt Lern- und Erinnerungsort Afrikanisches Viertel (Leo) beim Amt für Weiterbildung

und Kultur des Bezirksamtes Mitte von Berlin und Elina Marmer, Gestaltung, Typografie, Satz:
Philipp Wix, imaging-dissent.net, Berlin


Wir danken with Wings and Roots für das hilfreiche Feedback und Yonas Endrias (Leo) für die großartige Unterstützung
Hamburg-Berlin, 2015


siehe unter:

http://www.globaleslernen.de/sites/default/files/files/link-elements/imafredu-rassismuskritischer-leiftaden_web_barrierefrei-neu.pdf

Sonntag, 8. November 2015

Der größte Raubzug der Geschichte






Der größte Raubzug der Geschichte:
Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden. Überarbeitete und aktualisierte Taschenbuchausgabe (Lübbe Sachbuch)
 
Taschenbuch - von Marc Friedrich  (Autor), Matthias Weik  (Autor)
Matthias Weik und Marc Friedrich sind Ökonomen, Querdenker, gefragte Redner und Interviewpartner bei Print, Funk und Fernsehen sowie zweifache Bestsellerautoren. Sie halten gemeinsam seit mehreren Jahren Seminare und Fachvorträge bei Unternehmen, Verbänden, Stiftungen, auf Kongressen, Fachmessen, sowie an Universitäten und Hochschulen.
Matthias Weik und Marc Friedrich haben zusammen das Buch "Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden" geschrieben, das im Mai 2012 im kleinen Wissenschaftsverlag Tectum erschienen ist.

Das Buch war fast 2 Jahre auf allen wichtigen Bestsellerlisten vertreten (Spiegel, Manager Magazin...). Im Manager Magazin war es sechsmal auf Rang 1 und auf der Spiegel Sachbuchbestsellerliste (Paperback) elfmal auf Rang 2.
In Ihrem Buch haben Marc Friedrich und Matthias Weik vorhergesagt: dass die "dot.com 2.0" Aktien (Zynga, Groupon etc.) massiv korrigieren werden sowie das die nächste Bankenrettung unter Einbeziehung der Sparer (bail in) über die Bühne gehen wird. Sie haben somit die Entwicklungen z.B. in Zypern und der EU in Ihrem Buch folgerichtig vorhergesagt.



Das Buch greift ein wichtiges Thema auf – es beschreibt Aspekte der Finanzkrise und der Fehlentwicklungen im Bankenwesen der letzten 5-10 Jahre. Das leistet es kurzweilig und verständlich, ohne Angst vor offenen Worten und klaren Ansagen.
Vor unseren Augen findet der größte Raubzug der Geschichte statt, und wir alle sind seine Opfer. Die Reichen in unserer Gesellschaft werden immer reicher, während alle anderen immer ärmer werden. Die Übeltäter - Banken und Versicherungen - werden geschützt, gedeckt und von den Politikern und Notenbankchefs weltweit unterstützt.

Dieses Buch zeigt, wie die Finanzindustrie funktioniert und wie sie Risiken und Schulden auf uns Bürger abwälzt. Sorgen Sie dafür, dass Sie nicht zu den Verlierern gehören!
Allein schon dem Weg der Finanzwirtschaft nachzufolgen, zu sehen, wie sehr hier „Partys auf Kredit“ in bester Laune gefiert werden und, vor allem, wie sehr die politische Rahmensetzung alle Signale auf „freie Fahrt“ ohne Rücksicht auf Verluste der Bürger gesetzt hat, ist kaum zu glauben.


BlackBox Iran






Öffnung oder Abschottung?
Die IP im November/Dezember 2015
Der erfolgreiche Abschluss der Atomverhandlungen hat gezeigt, dass der iranische Präsident Hassan Rohani und seine Unterstützer ein großes Interesse daran haben, die Isolation ihres Landes zu beenden. Damit verbindet sich auch im Westen die Hoffnung, der Iran könnte eine konstruktive Rolle in der Region spielen und ein verlässlicher Wirtschaftspartner werden. Sind diese Hoffnungen berechtigt? Darüber schreiben in der aktuellen IP  führende Iran-Experten wie Meir Javedanfar, Karim Sadjapour, Behnam Ben Taleblu, Christopher de Bellaigue und Ali Alfoneh.


Ihr Fazit: Das Ringen zwischen jenen, die mehr „Republik als Revolution“ möchten, und jenen, die kein Jota von den revolutionären Prinzipien abweichen wollen, ist völlig offen. Es ist keinesfalls ausgemacht, dass die „Republikaner“ die Oberhand gewinnen. Die aktuelle IP ist erhältlich im Bahnhofs- und Flughafenbuchhandel, im iTunes Store  und im Google Play Store.


































































siehe auch:

Feste Feinde; die Prinzipien der iranischen Außenpolitik bleiben unverändert

von Karim SadjadpourBehnam Ben Taleblu

https://zeitschrift-ip.dgap.org/de/ip-die-zeitschrift/archiv/jahrgang-2015/november-dezember/feste-feinde?utm_medium=email&utm_campaign=IP-Newsletter+Blackbox+Iran++Ausgabe+6-2015&utm_content=IP-Newsletter+Blackbox+Iran++Ausgabe+6-2015+CID_7332bb06e7c54f542339b9c35046f139&utm_source=DGAP%20Newsletter&utm_term=Karim%20Sadjapour%20Behnam%20Ben%20Taleblu


Donnerstag, 5. November 2015

Die Antipolitischen






Die Antipolitischen:
Mit einem Kommentar von Raymond Geuss (kleine reihe)

Gebundene Ausgabe – von Jacques de Saint Victor (Autor), Aus dem Französischen von Michael Halfbrodt (Autor)

Jacques de Saint Victor, geb. 1963, ist Professor für Rechtsgeschichte und Politik an der Universität Paris VIII Vincennes-Saint-Denis. Er arbeitete als Anwalt und als Journalist bei Figaro Économie und noch heute als Kolumnist beim Figaro littéraire. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Rechtsgeschichte und der Globalisierung. Er ist Autor zahlreicher Bücher.


Saint Victor analysiert den Zusammenhang zwischen antipolitischen Strömungen und deren Forderungen nach einer direkten Demokratie mittels des Web 2.0. Er beschreibt die Gefahren, die entstehen, wenn »direkt« heißen soll, die repräsentativen Instanzen auszuschalten, insofern noch über die partizipative Demokratie hinausgehen zu wollen. Die Folgen wären eine »Klick«-Demokratie, die in Zuspitzung auch in eine Diktatur der Mehrheit münden kann. Es ist nur ein kleiner Schritt von der direkten Demokratie zur direkten Demagogie.
Die vielbeschworene Schwarmintelligenz, so Saint Victor, ist unkontrollierbar affektaffin, eine Masse bewege sich emotiv und somit strukturell explosiv gewalttätig.

Man muss es nicht so polemisch radikal formulieren wie Julian Assange, der sagte: »Facebook ist die postmoderne Version der Stasi«; dennoch führt Saint Victor aus, dass die von den »antipolitischen« Netzaktivisten befürwortete totale Transparenz leicht in einem Überwachungsstaat und die »Antipolitik« à la Beppe Grillo und seiner europäischen Mitstreiter in einem System der Autokratie enden kann, wenn man das »Konzept« zu Ende denkt.

Eine These von Saint Victor könnte man also verkürzend so zusammenfassen: Was als (zumindest potenziell) fortschrittliche Antipolitik auftritt, ist eigentlich eine Entpolitisierung, die neue Unterdrückungsformen ermöglicht und fördert.
Saint Victor malt in seinem Essay nicht den Teufel an die Wand, auch überschätzt er die »Antipolitischen« nicht, ebenso wenig übersieht er unkritisch die Mängel einer repräsentativen und partizipativen Demokratie.
Aber er nimmt die »Antipolitischen« ernst, als strukturelles Phänomen, und stellt die so schön klingende Forderung nach einer direkten Demokratie mittels der Errungenschaften des Web 2.0 auf den Prüfstand.

Für die etablierten Demokratien sind neue Zeiten angebrochen. Vordem (er)klärten Parlamente, Presse und Politik, was wie zusammenhängt. In Krisenzeiten verunsichert oder misstrauisch geworden, suchen Menschen jedoch zunehmend Orientierung und Rückhalt bei den neuen virtuellen Plattformen und Gruppierungen.

Dort wiederum greifen Populisten, Aktivisten und Bewegungen die Politikverdrossenheit vieler und den Ruf nach direkter Demokratie auf:
Sie begegnen gewählten Regierungen nicht selten mit Verachtung, stellen die Kompetenzen der vermittelnden Instanzen infrage und beklagen den vermeintlichen "Verrat" der Eliten am souveränen Volk.

 - Welche Folgen hat es, wenn die Funktionen und das Selbstverständnis, aber auch die Wertschätzung der repräsentativen Demokratie schleichend erodieren?
 - Welche Interessen verbinden die so unterschiedlichen Akteure im Netz?
 - Ist Meinungsfreiheit via Netz die wahre Demokratie, oder zielen Medienmogule auf die Ware Demokratie? 


Jacques de St. Victor konstatiert einen Prozess der Entpolitisierung, die auf schwer zu durchschauende Weise letztlich neue Abhängigkeit und Unterdrückung fördere.

Mittwoch, 4. November 2015

Syrizas Kampf gegen die neoliberale Hegemonie





»Isch over«? Griechenland und die Eurozone
Syrizas Kampf gegen die neoliberale Hegemonie
Eine Flugschrift von Joachim Bischoff / Björn Radke

Joachim Bischoff ist Mitherausgeber und Björn Radke
 ist Redakteur der Zeitschrift Sozialismus.

Syriza kann den Reformprozess in Griechenland fortsetzen. Das wird ein schwieriger »Weg von Arbeit und Kampf« (Alexis Tsipras), für den es keine »magischen Lösungen« gibt. Was waren die Ausgangsbedingungen, was sind die Schwierigkeiten und wo liegen die Chancen?

Nach der Zustimmung der Mehrheit von Syriza zum dritten Memorandum nimmt bei etlichen europäischen Linksformationen die Rhetorik des Klassenverrats und des »Putsches« in der politischen Debatte wieder einen großen Stellenwert ein. Der Ausgangspunkt der Krisenentwicklung wird an den Rand gedrängt: Griechenland war ein Beispiel für einen klientelistisch strukturierten Kapitalismus, dessen Eigenständigkeit durch die Große Wirtschafts- und Finanzkrise von 2007/2008 brutal infrage gestellt wurde. Danach verschärfte eine neoliberale Austeritätspolitik den gesellschaftlichen Niedergang.

Die Autoren begründen, warum es falsch ist zu behaupten, dass die Spar- und Umbauprogramme, die dem Land aufgezwungen werden, jeder ökonomischen Logik entbehren. Wenn es diese nicht gibt, wäre jedweder Versuch, aus der Austerität auszubrechen – der zugestandenermaßen sicherlich kein Spaziergang sein wird – und wieder auf die Beine zu kommen, politisch sinnlos und zum Scheitern verurteilt. Sie stellen stattdessen ihre Analysen zur ökonomischen und politischen Entwicklung Griechenlands und der Eurozone zur Diskussion.

Einleitung ......................................................................................... 7
1. Zwischenetappe oder historische Niederlage? ................... 13
Drittes Memorandum, Spaltung des Linksbündnisses und der europäischen Linken ... 13
Chancen trotz dritten Memorandums ........................................ 18
2. Griechenland – Blaupause für den Umbau der Eurozone? .................................. 22
3. Stationen des Scheiterns der neoliberalen Austeritätspolitik in Griechenland ........ 26
Langwieriger Schrumpfungsprozess ........................................... 32
Was haben »Strukturreformen« bislang bewirkt? ...................... 37
4. Das Referendum und die Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket ................... 47
Die Lage der Wirtschaft und der Banken .................................... 50
Das dritte Memorandum und warum die vorangegangenen Hilfspakete nicht funktioniert haben ... 53
Neue Gelder für Investitionen sind erforderlich ........................ 59
Die Rolle des Internationalen Währungsfonds .......................... 60
5. Zur Schuldenproblematik Griechenlands ............................. 62
Warum immer neue Kredite? ....................................................... 66
6. Gibt es Alternativen zur neoliberalen Rosskur? ................... 70
Investitionen und ein europäischer »New Deal« ....................... 70
Neue Gelder für Investitionen ..................................................... 71
Könnte die Europäische Zentralbank eine Rolle spielen? ......... 72
7. Das Märchen von der Sanierung Irlands, Portugals oder Spaniens .................... 76
Irlands Erfolge? ............................................................................. 79
Portugals umstrittene Sanierung .................................................. 80
Spanien: Vom Sorgenkind zum Musterschüler? ......................... 83
Kein polit-ökonomischer Durchbruch oder: viel Schönrednerei ............................ 87
8. Die Krise der Eurozone und die Hegemonialmacht .............. 89
Europa und die Folgen der Großen Krise .................................. 89
Ist die Krise der Eurozone ausgestanden? .................................. 96
Wie erträgt ein integriertes Europa eine Hegemonialmacht? .... 98
9. Die europäischen Eliten und ihre Auswege aus der Krise ............................... 105
Rettung der Eurozone – aber wie? ............................................ 108
Sind die Griechen an der Eurokrise schuld und ein »time-out« deshalb notwendig?  111
10. Grexit als Alternative zur Sanierung im Eurosystem? ...... 116
Warum Kompromiss? ................................................................. 118
Die Gegenposition des »befreienden« Grexit ........................... 120
Die Argumente von rechts und der Mainstream-Ökonomen ................................ 121
Chancen trotz des dritten Memorandums? .............................. 130
Grexit – eine Alternative für die Linke? ................................... 132
11. Ein Zwischenresümee .......................................................... 142
Zum Weiterlesen .......................................................................... 147

Montag, 2. November 2015

Rosa Luxemburg: Ich lebe am fröhlichsten im Sturm





»Ich lebe am fröhlichsten im Sturm«
(Rosa Luxemburg): 25 Jahre Rosa-Luxemburg-Stiftung:
Gesellschaftsanalysen und politische Bildung

Broschiert – von Dagmar Enkelmann (Herausgeber), Florian Weis (Herausgeber)
Dr. Dagmar Enkelmann ist Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Dr. Florian Weis deren Geschäftsführendes Vorstandsmitglied.
Nomen est omen – seit 25 Jahren organisiert die Rosa-Luxemburg-Stiftung politische Bildung und verbreitet Kenntnisse über gesellschaftliche Zusammenhänge in einer globalisierten, ungerechten und unfriedlichen Welt.
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung versteht sich als ein Teil der geistigen Grundströmung des demokratischen Sozialismus. Hervorgegangen aus dem 1990 in Berlin gegründeten Verein »Gesellschaftsanalyse und politische Bildung e.V.«, entwickelte sich die Stiftung zu einer bundesweit agierenden Institution politischer Bildung und zu einem Diskussionsforum für kritisches Denken und politische Alternativen.
1992 wurde sie von der PDS – heute DIE LINKE – als parteinahe, bundesweit tätige Stiftung anerkannt. Sie kooperiert eng mit den der Partei DIE LINKE nahestehenden Landesstiftungen und Vereinen in allen Bundesländern.
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung
  • versteht sich als ein Ort kritischer Analyse des gegenwärtigen Kapitalismus;
  • ist ein Zentrum programmatischer Diskussion über einen zeitgemäßen demokratischen Sozialismus, ein sozialistischer Think-Tank politiknaher Alternativen;
  • ist ein Forum für einen internationalen Dialog zwischen linkssozialistischen Kräften, sozialen Bewegungen und Organisationen, linken Intellektuellen und Nichtregierungsorganisationen;
  • fördert junge Intellektuelle mittels Studien- bzw. Promotionsstipendien;
  • unterstützt das Engagement für Frieden und Völkerverständigung, für soziale Gerechtigkeit und ein solidarisches Miteinander.
In diesem Band ziehen Menschen, die die Entwicklung der Stiftung begleitet haben und ­weiterhin begleiten, eine Zwischenbilanz und ­blicken auf die Herausforderungen, um dem von Rosa Luxemburg im titelgebenden Zitat formulierten Anspruch auch zukünftig gerecht zu werden.


Samstag, 31. Oktober 2015

Eine Geschichte des amerikanischen Volkes






Eine Geschichte des amerikanischen Volkes
Gebundene Ausgabe – von Howard Zinn (Autor), Sonja Bonin (Übersetzer)

Howard Zinn, * 1922 in New York; † 27. Januar 2010 in Kalifornien) war ein einflussreicher US-amerikanischer Historiker, Politikwissenschaftler und emeritierter Universitätsprofessor der Boston University.


Den Schwerpunkt seiner Geschichtsforschung bildeten die Bürgerrechts- und Friedensbewegungen. Als Praktiker der Geschichte von unten bot Zinn eine Revision der amerikanischen Geschichtsschreibung. Sein Buch A People’s History of the United States, das in einer Auflage von mehr als einer Million erschienen ist, versucht die amerikanische Geschichte jeweils aus der Perspektive von sonst in der Geschichtsschreibung üblicherweise wenig beachteten Gruppen, darunter auch machtlosen „Opfern“, darzulegen.


Zinn war auch ein entschiedener Kritiker der Außenpolitik der Vereinigten Staaten. Er war in der Bürgerrechtsbewegung und Friedensbewegung aktiv und wurde neben Noam Chomsky zu einer der bekanntesten Figuren der amerikanischen Linken.
Zinn schreibt: „Der Ausdruck ‚gerechter Krieg‘ ist in sich widersprüchlich. Krieg ist an sich ungerecht, und die große Herausforderung unserer Zeit ist, mit dem Bösen, der Tyrannei und der Unterdrückung zurechtzukommen, ohne eine große Anzahl von Menschen zu töten.“



Eigentlich wollte der Autor nur ein dissidentes Buch schreiben - doch mittlerweile ist Howard Zinns 1980 erstmals erschienenes "A People's History of the United States" eines der einflussreichsten Geschichtsbücher der USA überhaupt.
Rund 1,5 Millionen Mal ging diese "andere Geschichte Amerikas" bisher über die Ladentische. Dank der Bemühungen des kleinen Berliner Verlags Schwarzer Freitag liegt Zinns Opus nun erstmals auch in Deutsch vor. '

Die "Geschichte des amerikanischen Volkes" erzählt die Historie von 1492 bis heute, aber nicht als Geschichte ruhmreicher Eroberer und tugendhafter Präsidenten, sondern aus der Perspektive der einfachen Leute:
 - der Indianer, die sich gegen die Genozide wehrten und brutal ermordet wurden,
 - aus dem Blickwinkel der armen Einwanderer, die in regelmäßigen Wellen in das Land geschwemmt wurden,
 - aus der Sicht der schwarzen Sklaven,
 - der einfachen Arbeiter.

Aber es ist nicht nur eine Geschichte der Besiegten. Zinn versucht, den offiziellen Helden wirkliche Helden gegenüberzustellen - etwa die Abolitionists, die eine Bewegung für die Abschaffung der Sklaverei entfachten, deren Forderungen sich Abraham Lincoln nur mit Widerwillen beugte.

Der Band ist lehrreich - und leicht zu lesen.
Von Dietrich Hoffmann



Sonntag, 25. Oktober 2015

Wider die kosmopolitische Illusion






Über das Politische:
Wider die kosmopolitische Illusion (edition suhrkamp)

Taschenbuch – von Chantal Mouffe  (Autor), Niels Neumeier (Übersetzer)
Chantal Mouffe, geboren 1943 in Charleroi, lehrt Politische Theorie an der University of Westminster. Ihr gemeinsam mit dem argentinische Politikwissenschaftler Ernesto Laclau verfasstes Buch Hegemonie und radikale Demokratie gilt als ein Grundlagentext des Postmarxismus.
Die Autoren entwickeln darin ein Modell der »agonistischen Politik«, das Mouffe in 
Über das Politische weiter ausarbeitet. In der Auseinandersetzung mit Ulrich Becks Konzept der Subpolitik und Anthony Giddens’ Programm des Dritten Wegs kommt Mouffe zu dem Ergebnis:

»Ich behaupte, es ist nicht nur konzeptionell falsch, sondern auch mit politischen Gefahren verbunden, wenn das Ziel demokratischer Politik in Begriffen von Konsens und Versöhnung anvisiert wird.
Das Streben nach einer Welt, in der die Wir-Sie-Unterscheidung überwunden wäre, basiert auf fehlerhaften Prämissen, und wer sich diese Vision zu eigen macht, muß die tatsächliche Aufgabe demokratischer Politik zwangsläufig verkennen.«


In westlichen Gesellschaften sind post-politische Konzepte des Dritten Weges derzeit en vogue. Sie propagieren eine konsensuelle Form von Demokratie jenseits der politischen Opposition von rechts und links.
Chantal Mouffe kritisiert daran, daß diese Konzepte die antagonistische Dimension des Politischen und die Ambivalenz der menschlichen Natur leugnen. Nach einer Analyse des Begriffs des Politischen, die sich auf Carl Schmitt stützt, übt Mouffe Kritik an Habermas, Rorty, Giddens und Beck. Unter Bezug auf aktuelle Probleme wie den Terrorismus deckt sie Defizite und politische Gefahren post-politischer Konzepte auf und argumentiert zwingend gegen die Möglichkeit eines universalen rationalen Konsenses und für den antagonistischen Charakter von Politik.

Über das Politische ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem aktuellen Zustand und der Zukunft der Demokratie. Chantal Mouffe ist Professorin für Politische Theorie am Centre of the Study of Democracy an der Universität Westminster.



Die populistische Dimension der Demokratie, die den Entwurf eines Volkes einfordert, gilt es zu würdigen.



In den meisten europäischen Ländern sind rechte populistische Parteien auf dem Vormarsch, und ihr wachsender Erfolg rüttelt am traditionellen politischen Gefüge zwischen den beiden Polen Mitte rechts und Mitte links. Ihre Besonderheit besteht darin, dass sie sich „an das Volk“ und gegen das gleichgültige „politische Establishment“ richten. Dieses hat das Volk mit seinen Anliegen angeblich im Stich gelassen und widmet sich nun ausschließlich den Interessen der Eliten.
In meinem Buch Über das Politische erkläre ich diese Entwicklung mit dem „Konsens in der Mitte“, den die Mitte-Rechts- und Mitte-Links-Parteien unter den Vorzeichen neoliberaler Hegemonie hergestellt haben. Dies führte dazu, dass Überlegungen über eine Alternative zur neoliberalen Globalisierung aus dem politischen Diskurs verschwanden. Eine Debatte fand kaum noch statt und die Wahlmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger wurden drastisch eingeschränkt.
Viele begrüßen diesen Konsens und interpretieren ihn als Zeichen dafür, dass eine Politik der Gegensätze überflüssig geworden und die Demokratie heute reifer sei. Ich teile diese Ansicht nicht. Meinem Verständnis nach schafft diese „postpolitische“ Situation ein günstiges Klima für Parteien, die für sich in Anspruch nehmen, die Interessen all jener zu vertreten, die im bestehenden repräsentativen System keine Mitsprache zu haben glauben. Das ist nicht unbedingt etwas Schlechtes, und die populistische Dimension der Demokratie, die den Entwurf eines Volkes einfordert, gilt es zu würdigen. Das Problem ist, dass der Populismus dieser Parteien meist politisch rechts angesiedelt ist, weil sie heterogene soziale Forderungen mit fremdenfeindlichen Phrasen verbinden, die Einheit „des Volks“ mithin durch den Ausschluss von Einwanderern konstruieren.
Zunächst dachte ich, diese Parteien ließen sich am besten durch die Wiederbelebung echter Parteipolitik und die Wiederherstellung des Links-Rechts-Gegensatzes bekämpfen, der von der Politik des „dritten Wegs“ aufgeweicht wurde. Mittlerweile bin ich zu dem Schluss gelangt, dass das in den meisten Ländern nicht möglich sein wird. Wir brauchen eine andere Strategie. Leuchtet man den Zustand der „Mitte-Links-Parteien“ in Europa aus, wird klar, dass sie an den Mechanismen der neoliberalen Hegemonie eine zu große Mitschuld tragen, als dass sie eine Alternative zu bieten hätten.
Augenfällig wurde das in ihrer Reaktion auf die Krise 2008. In ihr waren sie außerstande, die sich bietenden Chancen zu nutzen, die Initiative zu ergreifen und die Macht des Staates für die Etablierung einer progressiveren Politik einzusetzen. Seither haben sie den Kompromiss mit dem System zementiert und die Austeritätspolitik nicht nur akzeptiert, sondern auch umgesetzt. Deren verheerende Maßnahmen haben Elend und Arbeitslosigkeit über Europa gebracht.

Samstag, 24. Oktober 2015

Gewaltprävention: Für die Grundschule und die Arbeit mit Kindern






Handbuch Gewaltprävention: Für die Grundschule und die Arbeit mit Kindern. Grundlagen - Lernfelder - HandlungsmöglichkeitenGebundene Ausgabe – von Günther Gugel  (Autor)Auch die Grundschule wird von Konflikten und Gewalt in vielfältigen Formen nicht verschont. Das Ausmaß ist zwar im Vergleich zu anderen Schularten (noch) geringer, doch stellt Gewalt auch hier ein gravierendes Problem dar. Verbale Grenzüberschreitungen, Mobbing, Ausgrenzung, Drohungen, Erpressungen oder körperliche Gewaltanwendungen zerstören nicht nur die Grundlagen des Zusammenlebens- und -lernens, sie stellen auch den Lernerfolg als Ganzes in Frage.

Lernen kann nur in einem Klima der Sicherheit und Anerkennung gelingen. Deshalb berührt Gewaltprävention und Umgang mit Konflikten die Basis des Lernens. Wenn soziales Lernen gefördert, die Kommunikation verbessert und Konflikte konstruktiv bearbeitet werden, so wirkt sich dies unmittelbar auf die Lernerfolge der Schülerinnen und Schüler aus.

Darüberhinaus wird Schule zu einem Ort des gewaltfreien Miteinanders, an dem man sich wohlfühlen kann. Das hier vorgestellte Konzept zur Gewaltprävention an Grundschulen geht weit über herkömmliche Präventionsprogramme hinaus. Es umfasst, auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, einen ganzheitlichen Ansatz, der Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte, aber auch Schulstrukturen einschließt. Verhaltensänderungen sind oft nur möglich und erreichbar, wenn sich auch Verhältnisse, die dieses Verhalten stabilisieren, verändern. Beides muss im Blickfeld sein.
Das Handbuch Gewaltprävention in der Grundschule beinhaltet 18 Bausteine, die das gesamte Feld der Gewaltprävention in der Grundschule abdecken. Das Verständnis von Gewalt und Grundsätze der Gewaltprävention in Schule und Elternhaus bilden die Basis für konkrete Ansatzpunkte.
„Soziales Lernen fördern“, „Konflikte konstruktiv bearbeiten“ und „In Gewaltsituationen handeln“ bilden dabei die übergeordneten Bereiche.
Zu jedem Bereich werden ausführliche Hintergrundinformationen, Hinweise zur Umsetzung in der Schule, Materialien für Lehrkräfte, Eltern und Unterricht angeboten.



Siehe weiters: 
Handbuch Gewaltprävention II: Für die Sekundarstufen und die Arbeit mit Jugendlichen.