Sonntag, 5. Mai 2013

Wie antijudaistisch ist Österreich?





Die große Abneigung. Wie antisemitisch ist Österreich? Kritische Befunde zu einer sozialen Krankheit [Gebundene Ausgabe]
Maximilian Gottschlich (Autor)

Maximilian Gottschlich, geboren 1948 in Wien, seit 1983 Professor am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft Wien.
Zahlreiche Studien und Veröffentlichungen, u. a. zu Problemen der Kommunikations-gesellschaft, Medien-Ethik, modernem Antisemitismus und dem Verhältnis von Religion, Medien und Gesellschaft. Langjährige Beschäftigung mit Fragen jüdisch-christlicher Verständigung.


Nahezu jeder zweite Österreicher glaubt, "dass die Juden die internationale Geschäftswelt beherrschen" und jeder fünfte wünscht sich Politiker, "die ihre Stimme gegen den jüdischen Einfluss im Land" erheben.

- Wie antijudaistisch (-semitisch) ist Österreich heute 25 Jahre nach der Affäre Waldheim?
- Welcher Strategien bedient sich der neue Antijudaismus, der sich aus dem Nahost-Konflikt speist?
- Welche Rolle spielt dabei die Israel-Kritik der Medien?
- Worin liegen die Schwierigkeiten der Aufklärung über Antisjudaismus / Antisemitismus ? 

Der Kommunikationswissenschafter Maximilian Gottschlich versucht Antwort auf diese und andere grundlegende Fragen zu geben und ein differenziertes Bild über Kontinuität und Wandel antisemitischer Vorurteile seit 1945 in der öffentlichen und veröffentlichten Meinung Österreichs zu zeichnen.

Die große Abneigung liefert nicht nur epidemiologische Befunde zur »sozialen Krankheit« Antisemitismus sie ist zugleich auch ein engagiertes Plädoyer dafür, dem destruktiven Potenzial des Antisemitismus deutlicher entgegenzutreten als bisher.



Vom Czernin-Verlag:

Das Buch „Die große Abneigung“ folgt den antisemitischen Spuren von 1945 bis in die Gegenwart und rekonstruiert entscheidende Etappen der Entwicklung des antisemitischen Diskurses in der Zweiten Republik.
Dabei stützt sich der Autor auf zahlreiche empirische Befunde sowohl der Umfrage- als auch der Medienforschung. Heute speist sich der moderne Antisemitismus aus dem Nahost-Konflikt und einer überbordenden Kritik an Israel.
- Aber wo verläuft die Grenze zwischen legitimer Kritik und antisemitischem Ressentiment?
- Und: Auf welcher Seite steht hier die Israel-Berichterstattung österreichischer Printmedien?

Maximilian Gottschlich versucht Antwort auf diese und andere grundlegende Fragen zu geben und ein differenziertes Bild von Kontinuität und Wandel antisemitischer Vorurteile in der öffentlichen und veröffentlichten Meinung Österreichs zu zeichnen.
Sein Buch liefert nicht nur epidemiologische Befunde zur „sozialen Krankheit“ Antisemitismus, sondern ist zugleich ein engagiertes Plädoyer dafür, dem destruktiven Potenzial des Antisemitismus mehr Widerstand entgegenzusetzen als bisher. Wie antisemitisch ist die österreichische Bevölkerung heute – ein Vierteljahrhundert nach der Affäre Waldheim?



Samstag, 4. Mai 2013

Die geprügelte Generation





Die geprügelte Generation: Kochlöffel, Rohrstock und die Folgen [Gebundene Ausgabe] Ingrid Müller-Münch (Autor)


Ein Großteil der deutschen (österreichischen) Nachkriegskinder ist ins Leben hineingeprügelt worden.
Wie kam es dazu, dass Eltern zu Teppichklopfer oder gar Rohrstock griffen? Was wurde aus diesen Kindern, die lange Jahre ihres Lebens mit dem Gefühl durch die Welt gingen: Die Eltern mögen mich nicht, ich bin ein Nichts!

Erst nachdem bekannt wurde, dass in Heimen und Privatschulen Misshandlungen an der Tagesordnung waren, dass Geistliche Kinder mit Stöcken schlugen - erst seitdem wird offen über die damals an Kindern verübte alltägliche Gewalt geredet.

Fragen nach dem WARUM kommen auf:
- War es der Zeitgeist, der zu Watsch´n und einer Tracht Prügel verleitete? 
- Hing es damit zusammen, dass die Väter traumatisiert aus dem Krieg zurückkehrten?
- Geschah dies alles in einer unsäglich brutalen Erziehungstradition?

Mit einem Blick auf Gegenwart und Vergangenheit beschreibt dieses Buch, wie sich der Vertrauensbruch der Eltern auf die Biografie der Kinder ausgewirkt hat. Wie die demütigenden Schläge die Gefühle, den Alltag und die Beziehungen einer ganzen Generation bis heute beeinflussen.
Und ob die einst geprügelten Kinder als spätere Erwachsene diesen Eltern verziehen oder mit ihnen brachen.


"Dieses Buch war längst überfällig. Eine äußerst spannend zu lesende Aufklärungsarbeit, die bisher weder wissenschaftlich noch publizistisch mit dieser Überzeugungskraft und Detailgenauigkeit geleistet wurde."
Günter Wallraff











Diktatur der Finanzmärkte, EU-Krise und Widerstand






Diktatur der Finanzmärkte, EU-Krise und Widerstand

Herrschaft des Finanzkapitals; EU-Wirtschaftsregierung; Geschlechterdemokratie; Griechenland unter Troika- Diktat; EU-Verfassungspolitik; Unternehmensgewinne und Staatsschulden; Gewerkschaften und Eurokrise; Reichtum und Armut; Finanztransaktions steuer; EU-Rohstoffpolitik; EU-Beitritt und Souveränität

J. Bischoff, A. Scheele, K. Dräger, G. Kritidis, G. Kassimatis, H.-J. Bieling, W. Vontobel, R. Herzog, H. Schäppi, V. Pedrina, N. Imboden, R. Erne, U. Mäder, P. Wahl, P. Niggli, G. Trepp, H.-J. Fehr  



Diskussion

R. Bossart:
Atheismus und Religionskritik

C. Goll:
Gewalt gegen Frauen

H. Schui:
Zukunft der Wirtschaftsdemokratie

P. Angele et al.:
Gewerkschaftliches Organizing

Marginalien, Rezensionen, Zeitschriftenschau


Inhaltsverzeichnis

3      Editorial 3
5      Joachim Bischoff Herrschaft der Finanzmärkte. Die Finanzkrise erfasst Wirtschaft und Gesellschaft
13    Alexandra Scheele Die Stunde der Technokraten. Geschlechterdemokratische Defizite der gegenwärtigen Krisenpolitik  
21    Klaus Dräger Europäische Wirtschaftsregierung. EU auf dem Weg zum „Deutschen Europa“?
37    Gregor Kritidis Griechenland unter dem Diktat der Troika. Erosion des politischen Systems, Massenmobilisierung und Demokratiebewegung  

49    Giorgos Kassimatis EU verstösst gegen demokratische und europäische Rechtskultur. Zum Kreditabkommen der Troika mit Griechenland  
61    Hans-Jürgen Bieling EU-Verfassungspolitik und Wirtschaftsregierung. Krisenkonstitutionalismus gegen Volkssouveränität und Demokratie
71    Werner Vontobel Unternehmensgewinne zerstören das Finanzsystem  

77    Roland Herzog / Hans Schäppi Gemeinsam für eine globale Transformation. Strategien gegen das Finanzkapital  
89    Vasco Pedrina Gewerkschaften und die Euro-Krise. Zwischen nationalem Rückzug und europäischer Gegenoffensive  
101  Natalie Imboden / Roland Erne Allgemeinverbindliche Tarifverträge gegen Sozialdumping. Erfahrungen aus Europa  
111  Ueli Mäder Reichtum und Armut. Vermögensentwicklung in Europa und in der Schweiz
117  Peter Wahl Durchbruch für die Finanztransaktionssteuer. Das Gesetzgebungsverfahren zur EU-Direktive ist gestartet
125  Peter Niggli EU-Rohstoffpolitik und ihre geostrategische Stossrichtung
135  Gian Trepp Metropolitanwirtschaft. Neuanfang aus den Trümmern des Finanzkapitalismus
141  Hans-Jürg Fehr EU-Beitritt heisst Souveränitätsgewinn
153  Diskussion Rolf Bossart Der Glaube der anderen. Der vulgäre Atheismus und der Niedergang der Religionskritik
165  Christine Goll Gewalt gegen Frauen. (Noch) ein Politikum in der Schweiz?
171  Herbert Schui Wirtschaftsdemokratie als Perspektive

181  Patrick Angele / Adrian Durtschi / Tanja Walliser Organizing in der Schweiz. Wie aus Gewerkschaften eine Bewegung wird
189  Marginalien / Rezensionen Sebastian Wolff / Jens Wissel Kämpfe um die institutionelle Struktur der EU. Tagung der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung (AkG)
193  Bernd Röttger Kapitalismus, Hegemoniekrise und neue Landnahme. Zu den fünften Braunschweiger Gramsci-Tagen 2011
196  WIDE-Arbeitsgruppe Arbeit & Gender / Lilian Fankhauser GENDER MACHT ARBEIT: Zur Prekarisierung der Arbeits- und Lebensverhältnisse aus Sicht der Care-Ökonomie
203  Mark Herkenrath über Nicolas Shaxson: Schatzinseln. Wie Steueroasen die Demokratie untergraben 200 Stephan Tschirren über Erklärung von Bern (Hg.): Rohstoff. Das gefährlichste Geschäft der Schweiz
205  Fabian Saner über Oliver Marchart: Die politische Differenz. Zum Denken des Politischen bei Nancy et al.
209  Zeitschriftenschau
215  Autorinnen und Autoren  



Siehe auch unter:
http://www.widerspruch.ch



Donnerstag, 2. Mai 2013

Wahnsinn mit Methode: Enthemmte Wirtschaft





Enthemmte Wirtschaft (TELEPOLIS): Krisen, Politik und Grenzen der Demokratie [Kindle Edition] Reinhard Jellen (Autor)

Seit dem endgültigen Ende des "Goldenen Zeitalters" (Eric Hobsbawm) in Deutschland zu Beginn der achtziger Jahre ist mit Zunahme des wirtschaftlichen Drucks immer wieder jenes Phänomen zu beobachten gewesen, dass demokratisch legitimierte Entscheidungsfindung durch eine mehr oder minder direkte Einflussnahme der Wirtschaft ersetzt wurde.

Spätestens mit dem Beginn der rot-grünen Koalition wurde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Maßgaben der Wirtschaftseliten bereits vor der Abstimmung im Parlament durchzusetzen, indem man vorab argumentativ den politischen Handlungsrahmen so begrenzt, dass die darauf folgende Entscheidung nur noch in eine Richtung zielen konnte, nämlich die der "Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschlands" durch mehr "Deregulierung" und "Flexibilisierung".  

Verließ sich die Regierung Schröder/Fischer zur Durchsetzung dieser politischen Coups am Anfang noch auf die Hilfe von Bild, BamS, Süddeutsche Zeitung und Sabine Christiansen, wurden alsbald auch Beraterkommissionen und Gremien eingesetzt, die mit großzügiger Unterstützung von Wirtschaftslobbyisten den Parlamentariern den Hauptteil der demokratische Arbeit abnahmen und im Rahmen eines "Austauschprogramms" sogar direkt in den Ministerien für ihre Zwecke tätig sein durften: Die Parlamentarier mussten sich nun nicht mehr mit dem Abfassen komplizierter Gesetzestexte beschäftigen, sondern brauchten diese nur noch abzunicken.
Die deutsche Steuergesetzgebung erweist sich zum Beispiel immer mehr als Bastelanleitung für einen Selbstbedienungsladen, von dem selbst Olaf Henkel als Kleinkind zu Weihnachten nicht zu träumen wagte.  

Mit der innerhalb kürzester Zeit beschlossenen Einsetzung des Bankenrettungsschirms und der darauf folgenden "Schuldenbremse" in Deutschland wurde dann die Blaupause für die europaweite Entmachtung der Parlamente in Gestalt des ESM geschaffen, der wiederum gleichzeitig als Gesetz und Vertrag bindend ist und oberhalb der Entscheidungskompetenz der einzelnen Parlamente steht.

Wir erleben also die Abschaffung der Demokratie mit demokratischen Mitteln.  

Wie es zu diesem Wahnsinn, der durchaus Methode hat, kommen konnte, zeichnen diese Interviews aus den Jahren 2002 bis in die Gegenwart nach.
Die Tendenzen und Ursachen werden auf ökonomischer (Robert Kurz, Ernst Lohoff, und Norbert Trenkle), politischer (Werner Rügemer, Hans Jürgen Krysmanski, Leo Müller, Jürgen Roth, Kim Otto) und empirischer Ebene untersucht.



Mittwoch, 1. Mai 2013

Anklage einer verlorenen Generation





So nicht! Anklage einer verlorenen Generation [Broschiert]
Bernhard Winkler (Autor)

Bernhard Winkler, geboren 1989, 2008 bis 2010 Journalist bei den Oberösterreichischen Nachrichten, seit 2010 ist er PR-Mitarbeiter eines großen österreichischen Sportartikel-Unternehmens.



In 20 Anklagepunkten greift der Autor des Buches "SO NICHT! ANKLAGE EINER VERLORENEN GENERATION" die derzeitige Politik frontal an. Sie habe keine Ideale mehr !

"Politiker sind keine Landwirte - warum betreiben sie dann Kuhhandel?", ist der Titel eines Kapitels in Bernhard Winklers Buch.

In 20 Anklagepunkten greift der Autor die derzeitige Politik frontal an. Sie habe keine Ideale mehr und mache politisches Kleingeld auf dem Rücken der Jugend: bei der Jobsuche, in der Bildungspolitik, bei der Altersvorsorge. Demokratie sei zur Farce verkommen, die Politiker lebten nur mehr in der Defensive. Bernhard Winklers Aufschrei ist laut, offensiv und brillant.

Sein Fazit: "Reißt endlich das Ruder rum, sonst entern Piraten das Parlament."




Dienstag, 30. April 2013

Dein Staat gehört Dir!





Dein Staat gehört Dir! : Ein Abschiedsbrief an das Wutbürgertum [Broschiert]
Alexander Dill (Autor)


Der 1959 in München geborene und in der Studentenrevolte antiautoritär erzogene Alexander Dill promovierte in Soziologie, bevor er in die Wirtschaft ging.
Nachdem er unter anderem Biomasseheizwerke plante, das deutsche Auslandsmarketing koordinierte und die Softwareschmiede 'Internetkloster' gründete, kehrte er 2009 in seinen Beruf als Soziologe zurück: Der Vater von drei Söhnen gründete das Basel Institute of Commons and Economics, das auf die Messung von Sozialkapital spezialisiert ist. Alexander Dill schreibt wöchentlich auf Telepolis und ist durch seine Stellungnahmen zu Politik und Wirtschaft in der kritischen Öffentlichkeit bekannt.

Seine wichtigsten Bücher:
'Philosophische Praxis eine Einführung', Frankfurt 1990 (Fischer-Verlag)
'Marketing für Deutschland mit einem Vorwort von Dr. Helmut Kohl', Teisendorf 1997 (WJD) 'Die Erfolgsfalle', München 2006, (Random House)
'Gemeinsam sind wir reich', München 2012 (Oekom-Verlag)


Spürst Du auch Deinen Wutbürger? Wie ein böser kleiner Alien lauert er in Dir. Dabei könnte er durch wenige Überlegungen entschärft werden. Denn viele Dinge, die Du dem Staat vorwirfst, kannst Du selbst beeinflussen und gestalten: die Staatsfinanzen zum Beispiel. Deine Gesundheit. Deine Teilnahme an der Wirtschaft. Sicherheit. Energiepolitik. Schule. Sogar die Schlaglöcher kannst Du selbst reparieren lassen.

Durch den kategorischen Imperativ bist Du nämlich längst Gesetzgeber geworden. An zahlreichen unerwarteten Beispielen zeigt Alexander Dill, der zusammen mit Jochen Hörisch die deutschen Staats(Bank-)schulden tilgt (hurrawirtilgen.de), wie Bürger in allen Lebensbereichen selbst ihren Staat in die Hand nehmen können. Ein radikales Bekenntnis zu »zivilem Gehorsam« (Dill) im Wahljahr 2013, das in einer für viele unakzeptablen Empfehlung mündet: Die Regierung, so Dill, sollte von uns nicht aus ihrem heilsamen Nicht-Tun erweckt werden.  
Leben wir, ohne es zu wissen, in der bestmöglichen aller Welten? Eine völlig neue Sicht auf Deutschland und die Deutschen ist das auf jeden Fall.


Inhaltsverzeichnis:
1. Deine Straße - Dein Schlagloch
2. Dein Bürgersteig - Jetzt über Querneigung und Seitenraumbreite abstimmen! 3. Deine Schule - Tagesaufbewahrung oder Ort der Erkenntnis?
4. Deine Polizei - Warum du nicht erfährst, wie gering die Kriminalität ist
5. Deine Bahn - Warum es ihr nicht hilft, wenn du sie verurteilst
6. Deine Regierung - Warum du sie in Ruhe lassen sollst
7. Dein Finanzamt - Dein heimlicher Verbündeter
8. Dein Recht - Was du nicht besitzt, kannst du auch nicht verlieren
9. Dein Gesundheitswesen - Warum es für alle billiger wird, wenn du dir deine Krankheit selbst aussuchst
10. Deine Wirtschaft - Warum der mittlere Preis für alle am günstigsten ist
11. Deine Armee - Warum unsere Diplomaten die Soldaten überflüssig machen 12. Dein Europa - Wellnessoase oder Bürokratiemonster?
13. Deine Energie - Unerwarteter Überfluss statt bedrohlicher Knappheit
14. Deine Natur - Hausbesuch vom Luchs
15. Dein Fernsehen, dein Radio, dein Nestworking - Hoch lebe die GEZ!
16. Deine Denker - Anreger statt Lehrer
17. Stell' dir vor ...
18. Die Moral zieht um: von den Regierenden zu den Regierten
19. Wie wäre es mit mehr Bundesländern?
20. In deinem Staat bist du nicht die Ausnahme, sondern die Regel
21. Der Nutzen des Gefäßes ist dort, wo es nicht ist
22. Eine neue Formel für gerechte Altersversorgung: X = Y:2
23. Der neue Wettbewerb um die niedrigste Rendite
24. Abschied vom Miserabilismus
25. Die Postmoderne begann 1799
26. Für eine neue Bürgerlichkeit
27. Manifest des Bürgentums: Zwölf Dinge, die du ohne Gesetze und Reformen tun kannst






Montag, 29. April 2013

Schlachtfeld ohne Mensch






Unbemannte Systeme wie Drohnen spielen in der modernen Kriegführung eine immer wichtigere Rolle.
D
och die Debatte über Entwicklung und Einsatz solcher Systeme steht noch ganz am Anfang und ist von Konfusion geprägt – Versuch einer Klärung.
In bewaffneten Konflikten kommen immer häufiger unbemannte, bewaffnete Flugkörper zum Einsatz, so genannte Kampfdrohnen. Sollte der Einsatz solcher Systeme erlaubt werden?
https://zeitschrift-ip.dgap.org/de/ip-die-zeitschrift/archiv/jahrgang-2013/mai-juni/einsatz-bewaffneter-drohnen



Download 
Einsatz bewaffneter Drohnen? (PDF 570.14 kB)
https://zeitschrift-ip.dgap.org/de/article/getFullPDF/23624









Samstag, 20. April 2013

Aufzucht und Pflege der Generation Internet





Netzgemüse: Aufzucht und Pflege der Generation Internet [Taschenbuch]
Johnny Haeusler (Autor), Tanja Haeusler (Autor)

Tanja und Johnny Haeusler betreiben gemeinsam das mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnete Weblog „Spreeblick“.

Seit 2007 gehört das Paar außerdem zum Gründungs- und Veranstaltungsteam der „re:publica“, einer der wichtigsten europäischen Konferenzen für Online-Medien und die digitale Gesellschaft.
- Johnny Haeusler, geboren 1964 und digital vernetzt seit 1990, schreibt seit über einem Jahrzehnt im Internet und in Printmedien wie Tagesspiegel, SPEX und WIRED über digitale Medien. Er arbeitet zudem als Radiomoderator und Musiker.  
- Tanja Haeusler, Jahrgang 1966, entwickelte nach dem Studium der Kunstgeschichte und Arbeit als Theater- und Filmrequisiteurin Ende der Neunziger Jahre ihre Begeisterung für das Internet, ihr Fokus liegt dabei auf lehr- und bildungspolitischen Themen. Die Autoren leben mit ihren derzeit zehn- und dreizehnjährigen Söhnen in Berlin.


Schluss mit Panik und Sorgen, hier kommt das einzige Buch, das Eltern brauchen, um sich bei den Themen Internet, Social Networks, Videospiele, Smartphones und dem ganzen anderen modernen Kram nicht mehr wie digitale Analphabeten zu fühlen.

Als Eltern zweier Heranwachsender können die Autoren, beide langjährige Internet- und Familienstreit-Fachleute und Grimme-Preis-prämiert in einem der beiden Gebiete, ein Lied vom Leid beim Heranziehen der digitalen Generation singen.

Doch sie versprechen: Nach der Lektüre von »Netzgemüse« werden Eltern den Kulturraum Internet mehr lieben, als es ihre Kinder tun. Und sie werden ihnen daher entspannt und mit Spaß auf ihrem Weg durch die allgegenwärtigen Online-Welten zur Seite stehen können.


“Doch ein Zurück in eine Welt vor dem Internet [...] gibt es nicht mehr. Es nützt daher wenig, sich gegen eine Welt mit Internet zu wehren, stattdessen sollten wir uns mit ihr beschäftigen, sie kennen(lernen), sie aktiv zum Besten formen und uns gemeinsam mit unseren Kindern: kümmern.”
Netzgemüse, Seite 145

Kunst und Krisen, Stars und Regisseure, Wirtschaft und Politik.





DAS UFA-BUCH. Kunst und Krisen Stars und Regisseure Wirtschaft und Politik. [Gebundene Ausgabe] Hans-Michael Bock und Michael Töteberg (Herausgeber) (Autor)

Frauen in der NS-Zeit - Die ‚unpolitischen’ UFA-Stars

"In der rätselhaften Welt des Kinos wächst die Feigheit proportional der Menge des investierten Geldes."
Sir Peter Ustinov



20. April 1936:
Der Bund Österreichischer Filmindustrieller sichert in einer Filmkonvention den deutschen Nationalsozialisten den Ausschluss jüdischer Personen vom österreichischen Film zu und entspricht aufgrund des drohenden Exportverbotes in das wichtigste Abnehmerland Deutschland auch in weiteren Punkten den Wünschen der Nationalsozialisten.

Proteste von Regisseuren und Schauspielern bleiben unbeachtet, die meisten von ihnen, darunter viele bereits 1933 geflohene Deutsche, wandern (erneut) aus...
Rena Jacob



Siehe kompletten Beitrag unter:



Freitag, 19. April 2013

Sarrazin-Debatte, "Islamkritik" und Terror in der Einwanderungsgesellschaft






Kritik und Gewalt: Sarrazin-Debatte, "Islamkritik" und Terror in der Einwanderungsgesellschaft [Broschiert] Klaus J. Bade (Autor)

Klaus J. Bade, geboren 1944, ist o. Professor für Neueste Geschichte und Vorstand des
Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück.

Der Migrationsforscher, Publizist und Politikberater Prof. Dr. Klaus J. Bade lehrte bis 2007 Neueste Geschichte an der Universität Osnabrück und lebt seither in Berlin.
Er war u.a. Begründer des Osnabrücker Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) und bis Mitte 2012 Gründungsvorsitzender des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) in Berlin.

Bade war Fellow an den Universitäten Harvard und Oxford, an der Niederländischen Akademie der Wissenschaften sowie am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Er hat zu Migration und Integration in Geschichte und Gegenwart viele Forschungsprojekte geleitet, einige Dutzend Bücher veröffentlicht und für sein Engagement in Forschung und kritischer Politikbegleitung diverse Auszeichnungen erhalten, zuletzt das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (www.kjbade.de). 

Klaus J. Bade nimmt sich in seinem neu erschienenden Buch Kritik und Gewalt vor allem Sarrazin und Islamophobe vor.



Die Integrationsdebatte nach Thilo Sarrazins Buch ´Deutschland schafft sich ab´ offenbarte ein Paradox eine wachsende Akzeptanz des kulturellen Pluralismus, besonders unter jüngeren Menschen, und zugleich MASSIVE kulturelle Ressentiments in der Einwanderungsgesellschaft.  

Der renommierte Migrationsforscher und Politikberater Klaus J. Bade beleuchtet Ursachen, Hintergründe und bedrohliche Folgen dieser paradoxen Spannung. Ihr Ergebnis ist eine gefährliche Ersatzdebatte anstelle der verdrängten Diskussion um die neue Identität in der Einwanderungsgesellschaft.

Das Buch beschreibt diese Ersatzdebatte als negative Integration : die Selbstvergewisserung der Mehrheit durch die Ausgrenzung einer großen muslimischen Minderheit.
Die Politik verkennt die Brisanz dieser negativen Integration, solange sie Integrationspolitik nicht als Gesellschaftspolitik für alle versteht.

Mit scharfem Blick identifiziert Bade Zusammenhänge von Wortgewalt und Tatgewalt am Beispiel antimultikulturell und antiislamisch motivierter Bluttaten aus jüngster Zeit: dem Breivik-Massaker in Norwegen und den Serienmorden des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) in Deutschland.

Mit der Zunahme von Integrationserfolgen und der pragmatischen Akzeptanz kultureller Vielfalt sind in Deutschland auch aus kultureller Angst geborene fremdenfeindliche Abwehrhaltungen gewachsen, vor allem gegenüber dem Schreckgespenst Islam.
Im Umgang mit den Themen Einwanderung, Integration und Islam ist ein kritischer Punkt erreicht.


Mittwoch, 17. April 2013

Gewerkschaft: Außer Konkurrenz ?






“Gewerkschaft: Außer Konkurrenz” – LuXemburg 1/13 ist erschienen

Beschäftigte in der Industrie ohne größere Entlassungswellen durch die Krise gekommen. Zeitlich verzögert ist nun der Öffentliche Dienst betroffen.

Schuldenbremse, Fiskalpakt und Krisenkorporatismus schaffen neue Spaltungen – auch zwischen Gewerkschaften unterschiedlicher Sektoren. Doch wie steht es mit Organisationsmacht und politischer Handlungsfähigkeit?

Wichtige Auseinandersetzungen finden in den letzten Jahren im Bereich sozialer Dienstleistungen statt; unverbunden noch, aber teils in kraftvollen Bündnissen zwischen Beschäftigten und denen, für die diese Arbeit geleistet wird.
- Liegen hier Ansätze einer (Re-)Organisierung, die Kämpfe um Arbeitsverhältnisse mit solchen um ein gutes Leben verknüpfen könnte?
- Ansprüche an gute Arbeit mit einem Umbau von Zeitregimen und Fragen einer sozial-ökologischen Transformation?

Nicht nur an der Charité in Berlin lassen sich Praxen finden, die Ausstrahlungskraft über den konkreten Konflikt hinaus haben. Können diese auch zu einer Erneuerung der Gewerkschaften beitragen?
LuXemburg 1/2013 fragt nach Ansätzen gewerkschaftlicher Erneuerung und Bündnissen, die über den betrieblichen Rahmen hinausweisen.


Siehe unter:
http://www.zeitschrift-luxemburg.de/?p=2570



Dienstag, 16. April 2013

Der ohnmächtige Arzt, hinter den Kulissen des Gesundheissystems





Der ohnmächtige Arzt. Hinter den Kulissen des Gesundheissystems [Taschenbuch] Günther Loewit (Autor)

Günther Loewit, geboren 1958 in Innsbruck, lebt als Schriftsteller und Arzt in Marchegg/Niederösterreich. Lesungen und literarische Veröffentlichungen seit 1991. Günther Loewit  kennt die aktuellen Probleme seines Berufsstandes in allen Einzelheiten.

Seit Jahren wird mit Erfolg am Ansehen der Ärzteschaft gekratzt:
- Ein aufgeblähter Verwaltungs- und Kontrollapparat, der den Ärzten beinahe täglich neue Protokolle, Formulare, Erklärungen und Rechtfertigungen abverlangt und immer neue Hürden erfindet;
- eine gewinnoptimierte Pharmaindustrie, die mit stets neuen, teuren Präparaten in die Arztpraxen und Spitäler drängt;
- überinformierte Patienten, die selbst am besten zu wissen glauben, welche Behandlung ihnen zusteht;
- und eine Menschheit, die den Traum von Gesundheit bis ins hohe Alter, von der Heilbarkeit jeder Krankheit träumt.

Sie alle arbeiten an der schleichenden Demontage der Heilkunst. Mit dem Insiderwissen des erfahrenen Arztes und Kammerfunktionärs, sensibel, präzise und doch mit polemischer Schärfe, diagnostiziert Günther Loewit die Krankheiten, an denen unser Gesundheitssystem leidet, blickt schonungslos auf die Geschäftemacherei mit der Krankheit, auf die Schikanen und Doppelgleisigkeiten des Gesundheitssystems, auf die zunehmende Wert- und Würdelosigkeit der Ärzte und auf den verlorengegangenen Respekt des Systems
vor der Heilkunst.

In seinem Buch  setzt Günther Loewit sich mit der Unauflösbarkeit eines Widerspruchs, bestehend in der traditionellen ärztlichen Ethik, den verwaltungs-und kassentechnischen Anforderungen, dem Druck der Pharmakonzerne und den oft unerfüllbaren Forderungen des medienaufgeklärten Patienten zielsicher und kompetent auseinander.
Anhand von Patientenbeispielen, untermauert von Fakten, wird die ganze schon an Irrsinn grenzende Tragik des derzeitigen "Gesundheitssystems" offenbar.

Das dargestellte bürokratische Unwesen gilt nicht nur für Österreich, es ist nahtlos kompatibel für Deutschland und die weiteren, im Verwaltungssumpf bis zum Hals steckenden Mitgliedsstaaten der EU.


Presestimmen:
- "Das emotionale Plädoyer eines engagierten Arztes" Ärzte Woche, Renate Haiden 
- "Ein Insiderblick hinter die Kulissen des Gesundheitssystems und auf die Geschäftemacherei von Medizin- und Pharmaindustrie (...)" NEWS LEBEN, Andreas Linhart 
- "Wenn ein Landarzt beginnt, über seine Arbeit nachzudenken, können diese Gedanken mitunter lautstarken und unbequemen Charakter annehmen. (...) Eine durchaus polemisch vorgebrachte Kritik an der Demontage der Heilkunst." orf.at, Elizabeth A. Stewart
- "In seinem Buch 'Der ohnmächtige Arzt' beschreibt der aktive Allgemeinmediziner Günther Loewit den Alltag des praktizierenden Mediziners in der Zwangsjacke des Systems. Ein sehr gutes Buch, das zu einem gewissen Grad auch als Abrechnung mit dem politischen Establishment gesehen werden darf." eco.nova, Stefan Becker 
- "Endlich ein Buch, das hinter die Kulissen blicken lässt." Mostviertel-Magazin, Waltraud Hirner



100 Jahre - 4 Leben einer deutschen Jüdin






100 Jahre - 4 Leben einer deutschen Jüdin: Eine deutsche Jüdin erzählt. Großformat, mit zahlreichen Abbildungen [Gebundene Ausgabe]
Marga Spiegel (Autor)


Marga Spiegel, 1912 als Marga Rothschild in Oberaula (Nordhessen) geboren, begann nach dem Abitur ein Physik- und Mathematikstudium an der Universität Marburg, musste dieses aber nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wieder abbrechen.
1936 heiratete Marga den 13 Jahre älteren Pferdehändler Siegmund Spiegel (1899-1982) und zog mit ihm nach Ahlen (im westfälischen Münsterland).
1938 wurde ihre gemeinsame Tochter Karin (inzwischen verstorben) geboren. In Ahlen war die Familie in dieser Zeit zahlreichen Anfeindungen ausgesetzt.
Als im Jahre 1943 die Deportation drohte, flüchtete Siegmund Spiegel mit seiner Frau und seiner Tochter zu katholischen Bauern ins südliche Münsterland, die die drei Flüchtlinge getrennt voneinander versteckten. 27 Monate gelang es so mehreren Bauern, die drei Spiegels zu verstecken, bis im April 1945 die Alliierten Truppen das Münsterland erreichten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg emigrierte Siegmund Spiegel nicht ins Ausland, sondern baute sich eine neue Existenz als Pferdehändler auf. Das Ehepaar Spiegel bekam noch einen Sohn, Daniel Spiegel. Beide Kinder wanderten allerdings später in die USA aus.

Erst zwanzig Jahre nach Kriegsende entschloß sich Marga, ihre Erinnerungen aufzuschreiben.
1969 erschien schließlich ihr Buch "Retter in der Nacht".
2009 entstand auf der Grundlage dieses Romans der Film "Unter Bauern - Retter in der Nacht".
Marga Spiegel wird in der Verfilmung von Veronica Ferres, Siegmund Spiegel wird von Armin Rohde verkörpert.


Marga Spiegel :
"100 Jahre habe ich gelebt - mir kommt mein Leben lang vor - oder auch kurz -je nach Stimmung.
Eigentlich habe ich vier mal gelebt.

o   Fast 21 Jahre ein weitgehend behütetes Leben als Kind und junge Frau - als deutsche Jüdin unter nicht nur freundlichen Mitbürgern.
o   Neun Jahre als Jüdin unter Hitler mehr und mehr der Repression ausgesetzt - dieTransporte begannen ...
o   Drei Jahre versteckt in Todesangst und doch beschützt von mutigen Menschen auf Bauernhöfen im Münsterland.
o   67 Jahre als geretteter Mensch - gerettet mit der engsten Familie - meinem Kind und meinem Mann. Leidend unter der Ermordung aller anderen Familienmitglieder. Gerettet als Jüdin in einem demokratischen Deutschland. Bei aller Freude nicht immer ohne Not.
"




Montag, 15. April 2013

Politisierte Orchester







Politisierte Orchester: Die Wiener Philharmoniker und das Berliner Philharmonische Orchester im Nationalsozialismus [Broschiert]
Fritz Trümpi (Autor)

Vor der Folie eines Vergleiches zwischen den Wiener und Berliner Philharmonikern im Dritten Reich liefert Fritz Trümpi eine detailreiche Studie über nationalsozialistische Musikpolitik.
Die Politisierung der beiden Konkurrenzorchester, welche überdies den Städtewettbewerb zwischen Wien und Berlin repräsentierten, diente beiderseits der nationalsozialistischen Herrschaftssicherung, war in ihrer Ausführung aber von signifikanten Unterschieden geprägt.
Ausgehend von einem vergleichenden Aufriss der Frühgeschichte der beiden Orchester untersucht der Autor Kontinuitäten und Brüche im Musikbetrieb nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten und dem "Anschluss" Österreichs an NS-Deutschland. Dazu greift Trümpi auf ebenso brisante wie vielfältige Archivmaterialien zurück, die hier zum Teil erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.



„Wer war denn schlimmer, die Wiener oder die Berliner?“, wurde der Schweizer Musikwissenschaftler Fritz Trümpi während seiner Arbeit oft gefragt.

Der politischen Instrumentalisierung im Dienste der NS-Propaganda von 1933 bzw. 1938 an unterlagen beide Orchester, aber in unterschiedlicher Form.

Das betrifft die Organisationsform und den in Wien nicht vorhandenen Widerstand gegen das NS-Regime im Umgang mit jüdischen Musikern. Großen Raum nimmt in der Studie der Städtewettbewerb ein, in dem der NS-Staat die Orchester unterschiedlich positionierte:
Während die Berliner „als Hort der deutschen Hochkultur“ zur Stabilisierung der NS-Herrschaft dienten, galten die Wiener als Beitrag zur kulturellen Bipolarität durch die Betonung der „besonderen Wiener Musikalität“.

Das erste Neujahrskonzert mit Walzerschwerpunkt fand übrigens 1939 statt. Viele der Quellen hat Trümpi erstmals ausgewertet und dadurch einen starken Impuls zur Vergangenheitsbewältigung bei den Wiener Philharmonikern ausgelöst, die eine Historikerkommission einsetzen ließ.

Ein wichtiges Buch.




Wozu brauchen wir noch Journalisten?



Wozu brauchen wir noch Journalisten? [Gebundene Ausgabe]
Armin Wolf (Autor)

Armin Wolf, ZiB-2-Moderator und stellvertretender Chefredakteur der TV-Information im ORF, beschäftigt sich in seinen drei Theodor-Herzl-Vorlesungen an der Universität Wien mit den dramatischen Umbrüchen in der Mediennutzung, der (neuen?) Rolle von Journalisten und mit seinem Beruf als politischer Interviewer. Pressefreiheit ist heute nicht mehr »die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu drucken« (Paul Sethe), sondern die Freiheit von über zwei Milliarden Menschen mit Internetzugang, ihre Meinung ins Netz zu stellen.

- Was bedeutet das für Medienmacher, für Journalisten und für die Demokratie?
- Braucht es überhaupt noch professionellen Journalismus?
- Können traditionelle Medien noch politische Aufklärung leisten?
- Und warum sind politische Interviews im Fernsehen noch immer sinnvoll, auch wenn es nicht immer so aussieht?
Ergänzt und abgerundet werden die überarbeiteten und aktualisierten Vorlesungen durch Texte zum Verhältnis zwischen Medien und Politik, unter anderem durch Wolfs legendäre »Robert-Hochner-Preisrede« über journalistische Freiheit und politischen Druck im ORF.


Drei kleine Vorlesungen des Uni-Dozenten Armin Wolf Der ORF-Journalist räsoniert in einem lesenswerten Buch, wie die Gratisgeneration den Journalismus verändern könnte Armin Wolf tat, was Journalisten in diesem Land selten machen:
Obwohl prominent und an die Spitze der Karriereleiter geklettert, verabschiedete er sich 2010 für ein Sabbatical, um auch akademisch über die Zukunft des Journalismus zu forschen.

Armin Wolf hatte damals einige spannende Papers über die Mediennutzung Jugendlicher verfasst, seine Ansichten und Einsichten über den Journalismus hatte er indes noch nie einem breiteren Publikum vorgelegt. Hannes Haas, Professor für Publizistik, lud Wolf im Jahr 2012 an die Uni Wien.
Im Rahmen der Theodor-Herzl-Dozentur „zur Poetik des Journalismus“ legte der ZiB2-Journalist in drei Werkstattberichten dar, wieso wir Journalisten brauchen. Er dozierte über die veränderte Mediennutzung, über das Handwerk der Journalisten und über seine Profession – das Führen von Interviews.

Wolfs akademische Arbeit erreichte so ein breiteres Publikum, die jetzt im Picus Verlag als Buch vorliegt. Im ersten Teil präsentiert Wolf eine Auswahl von Studien und Zeitreihen, die eindrucksvoll belegen, dass Tageszeitungen, aber auch TV-Nachrichten mit einem „dramatisch schrumpfenden“ jugendlichen Publikum zu kämpfen haben. Vor allem die jüngere Generation verabschiede sich von klassischen Medien.
Das Paradoxe:
Diese Generation ist politisch interessiert und sie giert nach den Informationen unabhängiger Journalisten – aber sie interessiert sich eben auch für die Statusmeldungen von Justin Bieber, die oft unterhaltsamer sind als ein Interview mit einem ÖVP-Landesrat Der Wunschtraum dieser Generation ist teuer: So wie eine Feuerwehr bereit zu stehen hat, sollten auch Journalisten auf Abruf in Notzeiten Qualität liefern können. Bloß: Mit Abos finanzieren will die Gratisgeneration den Journalismus nicht mehr. Sie lagert die Finanzierung an die Werbung aus, die das „grazing, scanning, snacking und zapping“ ermöglichen soll. Welche Zukunft hat da noch der Journalist?

Wolf zeigt eindrücklich, warum Hobbyjournalisten, aber auch die großmäulig auftretende Generation Wikileaks das Handwerk nicht beherrschen. Und er zeigt, was sich ändern muss: Journalisten werden wie Kuratoren die Infoflut zähmen müssen.
Wolf ist Optimist: Der Journalismus ist zu retten, vielleicht nicht auf Papier, aber als demokratische Institution.