Sonntag, 15. Februar 2015

Blaues Gold







Blaues Gold 
Gebundene Ausgabe – von Maude Barlow  (Autor), Tony Clarke (Autor)

Alle Welt fragt sich, wie lange die globalen Erdölvorkommen reichen. Doch ein in der Zukunft möglicherweise gravierenderes Ressourcen-Problem wird unterschätzt: Es droht ein Trinkwasser-Engpass.

Auch deshalb haben die Vereinten Nationen 2003 zum "Jahr des Süßwassers" erklärt. Im Gegensatz zum Öl, das für den Menschen zur Lebenserhaltung nicht wirklich nötig ist, ist Wasser ein schlicht unverzichtbarer Grundstoff, um den in Zukunft womöglich viel erbitterter gekämpft werden wird als heute um Öl.
Dazu, solchen Kriegen vorzubeugen, hat das zweite "Weltwasserforum", das im März 2000 in Den Haag stattfand, nicht gerade beigetragen.
Denn dort definierte man Wasser als "Handelsware".

Die Autoren des vorliegenden Bandes vertreten demgegenüber mit guten Gründen die Auffassung, dass "der Zugang zu sauberem Wasser zur Befriedigung elementarer Bedürfnisse ein unabdingbares Menschenrecht ist", weshalb diese lebenswichtige Ressource eben keine Handelsware sein könne, "die an den Meistbietenden verkauft wird".
Jede Generation, so argumentieren sie weiter, habe dafür Sorge zu tragen, "dass die Verfügbarkeit und die Qualität des Wassers durch ihr Handeln nicht geschmälert wird".
Dass wir aber genau dies durch einen allzu sorglosen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen tun, belegen Barlow und Clarke ebenso wie sie Akteure benennen, die dafür einerseits verantwortlich sind und die anderseits entschlossen sind, auch aus dieser Knappheit Kapital zu schlagen.

Doch belassen es die Autoren nicht dabei, die negative Entwicklung nachzuzeichnen sowie Schuldige und Profiteure zu benennen. Sie zeigen auch, welche Wege die Völkergemeinschaft ihrer Meinung nach gehen muss, um das Menschenrecht auf Wasser gegen privatwirtschaftliche Interessen zu schützen. Deshalb findet sich im Anhang die von Maude Barlow gemeinsam mit Jeremy Rifkin entworfene und auf der Nichtregierungskonferenz "Water for People and Nature" 2001 in Vancouver von allen 800 Delegierten aus 35 Ländern einstimmig verabschiedete "Vertragsinitiative zum gemeinsamen Gebrauch und zum Schutz des globalen Gemeinschaftsguts Wasser".
Auch wenn man sich für die angeführten Fakten vielfach nachprüfbare Belege wünscht und sich manche Zahlen auch nicht mit denen von Vandana Shiva in Der Kampf um das blaue Gold decken, ja selbst, wenn uns die große Wassernot nicht ganz so unmittelbar bevorsteht, wie Barlow und Clarke behaupten, sollte man dieses Buch unbedingt zur Kenntnis nehmen.
 -- Andreas Vierecke

Freitag, 13. Februar 2015

Yanis Varoufakis: Der globale Minotaurus








Der globale Minotaurus: 
Amerika und die Zukunft der Weltwirtschaft [Kindle Edition]

Yanis Varoufakis Ursel Schäfer 
Globalisierung, Gier und fehlende Bankenregulierung – sie alle wurden für die Krise der Weltwirtschaft verantwortlich gemacht. In Wahrheit sind dies nur Nebenschauplätze eines weit größeren Dramas. Eines Dramas, das in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wurzelt und bereits seit den 1970er Jahren auf offener Bühne spielt: als die Welt wider besseres Wissen begann, mit ihrem Geld den »Globalen Minotaurus« Amerika zu nähren – so wie einst die Athener dem mythischen Fabeltier auf Kreta Tribut zollten.

Heute sind die USA als Stabilisator der Weltwirtschaft selbst nachhaltig geschwächt, und die Konsequenzen des Machtvakuums zeigen sich allerorten. Sie machen vor allem eines klar: Stabilität in der Weltwirtschaft ist nicht umsonst zu haben; sie erfordert historische Entscheidungen – wie nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Hegemonialstellung Amerikas begann.
Statt hektischer Rettungsaktionen mit immer kürzeren Verfallsdaten ist eine grundlegende Debatte über Stabilitätspolitik, ist ein Neuanfang unvermeidlich.
Über die Finanzkrise selbst und fehlende Lösungen dazu sind zahlreiche Publikationen erschienen. Yanis Varoufakis aber hinterfragt, wer letztlich die Schuld für die Finanzkrise trägt. (...) Ein Buch, das gelesen werden muss.
(Indira Gurbaxani, Süddeutsche Zeitung)


In verständlicher Sprache, die Makroökonomie fest im Blick und unterm Sattel die Bücher des John Maynard Keynes, macht Varoufakis sich ans Werk. (...) Ein kluger Befund zur Lage.
(Christiane Müller-Lobeck, taz)


Das Buch entschleiert unter anderem den Mythos des deutschen und japanischen Wirtschaftswunders, die weniger auf der angeblich jeweils so effizienten Arbeitskraft beruhen, als auf einseitigen politischen Entscheidungen der USA.
Und das größte Verdienst des Autors ist sicherlich, dass er unterhaltsam beschreibt, wie die 'freie Marktwirtschaft' dabei von wenigen Strategen aus Washington über Jahrzehnte genauestens geplant und staatlich gelenkt wurde. 
(Roman Herzog, SWR2 Die Buchkritik)







Wie der griechische Finanzminister den Kapitalismus retten möchte


YANIS VAROUFAKIS HAT SEIN BUCH “DER GLOBALE MINOTAURUS” AKTUALISIERT UND ZUM GRATISDOWNLOAD INS INTERNET GESTELLT. FALTER, 11. FEBRUAR 2015
varoufacker 3Was wollen die Griechen wirklich? Werden sie sich mit einer Umschuldung und einem Ende der Austerity in ihrem Land zufrieden geben? Wie könnte ein Kompromiss aussehen?

Das sind die Fragen, die gerade die Schlagzeilen beherrschen. Gut möglich, dass sich die Syriza-Regierung am Ende mit halben Sachen zufrieden geben wird.
Gut möglich aber auch, dass sie ein viel größeres Reformziel vor Augen hat.

Um zu begreifen, welches das sein kann, lohnt es sich, sich mit den Plänen jenes Mannes zu beschäftigen, der binnen weniger Tage zu einer Zentralfigur der Eurozone geworden ist: mit den Ideen von Yanis Varoufakis, dem neuen charismatischen Finanzminister in der Tsipras-Regierung. Gerade tourte er durch Europas Hauptstädte, in Griechenland ist er längst der Darling der Herzen.

Und auch global stieg er wie eine Rakete zum Ökonomiestar auf: Der Guardian nannte den Ökonomen mit dem offenem Hemdkragen, der mit seinem BMW-Motorrad ins Ministerium fährt, “den coolsten Politiker Europas”, der “Businessinsider” machte den Sack dann zu, indem er ihn mit dem Attribut “interessantester Mann Europas” belegte. Die Superlative sind jetzt aufgebraucht, keine Steigerung mehr möglich.
Zur Coolnessdiagnose darf man wohl auch hinzuzählen, dass Varoufakis, kaum war er ernannt, die Veröffentlichung der Neuauflage seines Buches “Der globale Minotaurus” vorzog und gratis zum Download bei Amazon einstellte. Wer also einen Kindle hat, der darf jetzt kostenfrei runter saugen.
Varoufakis, der zuletzt als Professor in Texas an der Seite seines Freundes James K. Galbraith wirkte, zeigt sich in diesen Buch als brillanter Postkeynesianer mit einer großen Bewunderung für den US-dominierten Nachkriegskapitalismus – was, nebenbei gesagt, alle Charakterisierungen als gefährlicher Linksradikaler ziemlich absurd erscheinen lässt !!!

Varoufakis zeichnet eine große globale Analyse: Das Wunder der Nachkriegszeit war, dass eine starke hegemoniale Ökonomie, nämlich die der Vereinigten Staaten, alle Überschüsse der Welt aufkaufte, das globale Kapital anzog, aber weise genug war, diese Mittel in die schwächeren Staaten so zu reinvestieren, dass diese nach und nach selbst ihre Produktionsbasis erweiterten.

“Recycling der Überschüsse”, nennt Varoufakis das.
“Hegemonie unterscheidet sich von Beherrschung oder bloßer Ausbeutung, weil der wahre Hegemon weiß, dass er in die Fähigkeiten seiner Partner, Surplus zu produzieren, investieren muss.”
Auf diese Weise wurde nicht nur die Weltproduktion gesteigert, sondern auch die Nachfrage geschaffen, die nötig ist, um diese gesteigerte Produktion aufzukaufen. Amerika hat sich, obwohl dominierend, selbst beschieden, weil es begriffen hatte, dass das für die Stabilität des Systems notwendig ist und am Ende alle davon profitieren. “Selbstbeschränkung ist eine seltene und verstörende Tugend.”
Doch dieser Mechanismus ist heute zerbrochen.
Bis 2008 wurde er noch auf perverse Weise aufrecht erhalten.
Deutschland, das stärkste Land Europas, hat seine Nachbarn und Eurozonen-Partner niederkonkurriert und Leistungsbilanzüberschüsse aufgebaut.
Die Partner konnten nur überleben, indem sie in die USA exportierten. Das aufstrebende China tat das selbe und baute seinerseits Leistungsbilanzüberschüsse auf. Die USA sogen die Überschüsse auf, indem sie exorbitante Budgetdefizite aufbauten und indem sich die amerikanische Haushalte hoffnungslos verschuldeten.

Doch seit Ausbruch der Finanzkrise ist der Mechanismus kaputt und nicht mehr auf herkömmliche Weise reparabel. Die USA türmen zwar Budgetdefizite in bisher unbekannten, astronomischen Höhen auf, können aber den globalen Nachfrage-Ausfall nicht mehr kompensieren.
Das Drama ist, dass die Eurozone als mögliche globale Lokomotive völlig ausfällt. Einerseits, weil Deutschland als stärkste europäische Ökonomie versagt, nicht zuletzt deshalb, weil ihr politisches Führungspersonal auf fatale Weise ignorant gegenüber ökonomischer Vernunft ist. Varoufakis, der in deutschen Zeitungen als Mann mit deutschlandfeindlichen Tönen porträtiert wird, plädiert in Wirklichkeit für ein “hegemoniales Deutschland” – also ein Deutschland, das in der Eurozone genau die Rolle einnimmt, die die USA lange für die Weltökonomie spielten.

Und zweitens,
weil die Eurozone fatal falsch konstruiert ist, etwa mit einer Europäischen Zentralbank, aber ohne gesamteuropäische Fiskalpolitik und mit nationalen Fiskalpolitiken, die etwa der Bankenkrise überhaupt nicht Herr werden konnten.
Man stürzte sich panisch in eine Austeritätspolitik, die die Schulden nur mehr drückender machte, das Wirtschaftswachstum abwürgte und die Nachfrage zusätzlich ruinierte. Das Ergebnis ist eine katastrophale Abwärtsspirale.
Von den Schuldnerländern wird verlangt, ihre Schulden zurück zu zahlen, aber gleichzeitig werden sie daran gehindert, jene Einnahmen zu erwirtschaften, die das ermöglichen würden. Das ist auf beinahe schon kriminelle Weise dumm.
Varoufakis ist ein Mann mit einem Plan, am ehesten ein radikaler modernistischer Sozialdemokrat.
Nachdem ich ihn vor zwei Jahren im Wiener Kreisky-Forum zu Gast hatte, beschäftigte er sich eingehend mit der Figur Kreisky und schrieb danach auf seinem Blog als Antwort auf einen Kreisky-Kritiker:
“Ich bleibe bei meinem Enthusiasmus für den Mann Kreisky und bei meiner Überzeugung, dass Europa darunter leidet, dass wir zur Zeit keine Männer wie ihn in hohen Ämtern haben.”
Es ist völlig offensichtlich, dass Varoufakis ein solcher Mann sein will.

Robert Misik
20150213

Selbst der Tod hat Angst vor Auschwitz






Ceija Stojka: Selbst der Tod hat Angst vor Auschwitz
Even death is afraid of Auschwitz
 
Gebundene Ausgabe – von Lith Bahlmann und Matthias Reichelt (Herausgeber), Karin Berger, Barbara Dankwortt, Tímea Junghaus, Matthias Reichelt Lith Bahlmann (Autor)

Ceija Stojka (1933 – 2013), Angehörige der Lovara (von ungarisch Lo = Pferd, Pferdehändler), einer zu den Roma gehörigen und in Österreich ansässigen Gruppe, wurde als Zehnjährige mit einem großen Teil ihrer Familie nach Auschwitz deportiert. Ihr Vater war zuvor in der »Euthanasie«-Anstalt Hartheim vergast worden.

Ceija Stojka hat nicht nur das Vernichtungslager Auschwitz, sondern auch die Konzentrationslager Ravensbrück und Bergen Belsen überlebt, wo sie am 15. April 1945 von der Britischen Armee befreit wurde.
Zusammen mit ihrem Bruder Karl Stojka war sie die Erste, die in den 1980er Jahren in Österreich das Schweigen der Opfer durchbrach und fortan als Romni öffentlich über ihr Schicksal berichtete.

Ende der 1980er Jahre hatte sie autodidaktisch mit dem Zeichnen und Malen begonnen. Der schätzungsweise 250 Blätter umfassende und über mehrere Jahre entstandene Zyklus von Tuschezeichnungen und Gouachen »Selbst der Tod hat Angst vor Auschwitz« ist ein eindrucksvolles künstlerisches Narrativ über die Verfolgung und den Genozid an den Roma und Sinti im Nationalsozialismus und wird so vollständig wie möglich in diesem Buch veröffentlicht.
Die Texte von Barbara Danckwortt und Tímea Junghaus widmen sich der traumatischen Erfahrung von Stojkas Lagerhaft sowie der künstlerischen Verarbeitung.
Die Regisseurin Karin Berger berichtet von der engen Zusammenarbeit mit Ceija Stojka bei den Dreharbeiten ihrer Dokumentarfilme.


 Ein opulenter Kunstband würdigt Ceija Stojkas grafische Arbeiten
„Ich habe zum Stift gegriffen, weil ich mich öffnen musste, schreien“, erläuterte Ceija Stojka einmal die Triebkraft ihrer künstlerischen Arbeit.
Die 2013 verstorbene 
Grande Dame der österreichischen Roma war eine der Ersten, die das Schweigen über den Genozid an den Roma brach. Sie begann zu schreiben und veröffentlichte 1988 ihren ersten Erinnerungsband.
Wenig später griff die 
Autodidaktin dann auch zu Zeichenstift und Pinsel: Wort und Bild waren, heißt es in der Einleitung zu einer neu erschienenen, prächtigen Monografie, „zwei Medien einer Niederschrift“.
Der Kunstband, den Lith Bahlmann und Matthias Reichelt jetzt als posthume Würdigung herausgegeben haben, versammelt den im Laufe vieler Jahre entstandenen Zyklus
„Sogar der Tod hat Angst vor Auschwitz“, eine umfangreiche Serie von Tuschezeichnungen und Gouachen über die Schrecken der Konzentrationslager.
Stojkas OEuvre – eine Auswahl 
an Malerei ergänzt den grafischen Nachlass – ist eines der wenigen, das den Völkermord an den Roma aus der Perspektive einer Überlebenden behandelt. „Der bewusst kindliche Blick vergrößert die Unerträglichkeit des Gezeigten“, schreibt dazu das Kunstmagazin „art“.
Es ist die Wucht ihrer 
Erinnerungen, die aus den unmittelbaren, expressiven Arbeiten spricht, ein albtraumhafter Kosmos, der das dokumentarische Zeugnis immer wieder ins Surreale überführt.
Die Historikerin Barbara Danckwortt, die Filmemacherin Karin Berger (ihre beiden großartigen filmischen Porträts liegen als DVD bei) und die Kuratorin Tímea Junghaus,
die 2007 mit dem ersten Roma-Pavillon der Biennale von Venedig für Aufsehen sorgte, haben begleitende Aufsätze beigesteuert.
Der Bildband folgt dabei dem Werdegang 
der Auschwitz-Überlebenden anhand ihrer künstlerischen Vita.
Das könne man, schreibt die FAZ in einer begeisterten 
Rezension, durchaus als „Akt der Emanzipation“ begreifen – schließlich sei Stojka zwar stets als Zeitzeugin und Aktivistin geschätzt und geehrt worden, „aber kaum als autonome Künstlerin“.

Dienstag, 10. Februar 2015

Die vierzig Tage des Musa Dagh






Einem der ersten systematischen Genozide des 20. Jahrhunderts fielen bei Massakern und Todesmärschen, die im Wesentlichen in den Jahren 1915 und 1916 stattfanden, bis zu 1,5 Millionen Menschen zum Opfer.
1915/16 wurden die osmanischen Armenier zu Fuß oder per Eisenbahn aus ihrem jahrtausendealten Siedlungsgebiet "verschickt" (so der Verwaltungsbegriff), nachdem zuvor Angehörige der armenischen Elite landesweit verhaftet worden waren. Männer und Burschen wurden in Ostanatolien meist zu Beginn der Verschickung getötet; dasselbe geschah mit den meisten, die Militärdienst taten.
Anstatt, wie proklamiert, in Nordsyrien angesiedelt zu werden, gerieten Hunderttausende Überlebende der Verschickung in Konzentrationslager, die mangels Versorgung Sterbelager waren.


Der Musa Dağı war Zufluchtsort einer widerständigen Gruppe von 4058 Armeniern unter der Führung des ehemaligen Offiziers Moses. Der Kalousdian während des Völkermords an den Armeniern im Jahr 1915 durch die Regierung des damaligen Osmanischen Reiches.


[Mord an den Armeniern: Die Kinder des Musa Dagh.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/mord-an-den-armeniern-die-kinder-des-musa-dagh-a-483740-2.html ]


Im Bericht über die Lage des armenischen Volkes in der Türkei des Johannes Lepsius wird das Ereignis erwähnt:
„Aus Dörfern bei Suidije am Ausfluß des Orontes konnte sich ein Haufe von 4058, darunter 3004 Frauen und Kinder, auf den Dschebel-Musah flüchten. Er wurde an der Küste von einem französischen Kreuzer aufgenommen und nach Alexandrien geborgen.“
[Johannes LepsiusBericht über die Lage des armenischen Volkes in der Türkei.]

Bekannt geworden ist der Berg als Musa Dagh durch seine Schilderung im Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ von Franz Werfel, in dem Werfel den Völkermord an den Armeniern in literarischer Form beschreibt.






Als im Sommer 1915 die grausame Verfolgung der Armenier durch die Jungtürken auch die Dorfgemeinden an der syrischen Küste erreicht, wird der Moses-Berg, der Musa Dagh, für eine Gruppe von etwa 5000 zum Widerstand entschlossenen Männern und Frauen zur natürlichen Abwehrfestung. Ein großes Stück Literaturgeschichte - hier meisterhaft gelesen von Christian Brückner.



















Foto eines anonymen deutschen Reisenden: Armenier werden im April 1915 von osmanischen Soldaten aus Kharpert (türkisch: Harput) in ein Gefangenenlager im nahen Mezireh (türkisch: Elazığ) geführt.

Transport von Armeniern in sogenannten Hammelwagen derAnatolischen Bahn (1915)


Die Ereignisse, die von den Armeniern selbst mit dem Begriff Aghet – „Katastrophe“ – bezeichnet werden, sind durch umfangreiches dokumentarisches Material aus den unterschiedlichsten Quellen belegt. Weltweit erkennen die weitaus meisten Historiker diesen Völkermord daher als Tatsache an. Die Armenier sehen in ihm ein ungesühntes Unrecht und fordern seit Jahrzehnten ein angemessenes Gedenken auch in der Türkei.

Dagegen bestreiten die offizielle türkische Geschichtsschreibung und die Regierung der aus dem Osmanischen Reich hervorgegangenen Republik Türkei, dass es überhaupt einen Völkermord gegeben habe.




Weiterführende Infos:

Aus der Sammlung deutscher Archivalien

http://www.aga-online.org/german-records/index.php?locale=de

http://www.armenocide.de/armenocide/armgende.nsf/WebStart-De?OpenFrameset

Der Völkermord an den Armeniern 1915/16: neueste Publikationen
http://sehepunkte.de/2007/03/10400.html


Montag, 9. Februar 2015

Korrupte Medienmacht, Wege aus dem Sumpf






Korrupte Medienmacht, Wege aus dem Sumpf 
Broschiert – von Nicole Joens (Autor)
Verschwendete Milliarden, zweifelhafte Programmgestaltung und gekaufter Journalismus sind untrügliche Zeichen einer korrupten Medienlandschaft, in der es schon längst nicht mehr nur um Profit und Popularität geht. Das beinharte Machtstreben einiger Weniger führt zu einer Manipulationshoheit und zunehmend sind wir mit den bedenklichen gesellschaftlichen Folgen konfrontiert.
Anhand von gezielten Recherchebeispielen bei TV/ Film, Presse und im Buchmarkt wird gezeigt, warum wir endlich aufwachen müssen, wenn wir weiterhin in einer intakten Demokratie leben wollen.

Nicole Joens, geboren 1961 in München, wanderte nach dem Abitur ohne einen Penny für sieben Lehrjahre nach New York aus und kehrte 1990 zurück, um in ihrer Muttersprache zu schreiben, zunächst viele Drehbücher.
Nach einem Filmstudium und ersten Berufserfahrungen in New York begann die Autorin in München eine 20-jährige Karriere als TV-Drehbuchautorin: Serien und Filme. In den letzten Jahren veröffentlichte sie erfolgreich Romane und Kurzgeschichten und gründete 2010 mit ihrem Mann CINDIGO.

Ab 1995 glückliche Mutter von Zwillingen, aber unglückliche Ehefrau, danach viel zu lange allein erziehend, doch seit 2006 endlich glücklich verheiratet und entspannt erziehend. Innerlich liegt sie deshalb jedem Josef dieser Welt zu Füßen. Sie lebt und schreibt in München und im Chiemgau.


Mittwoch, 4. Februar 2015

Gewalttätigkeit verstehen ?





“Gewalttätigkeit verstehen”

Zum 100. Geburtstag des Psychoanalytikers und psychoanalytischen Sozialarbeiters Ernst Federn…
Benjamin Reich
Die Welt versinkt wieder einmal in Gewalt. Blutige Anschläge, Kaskaden von Gewalttaten, Gewaltexzesse – besonders im Nahen Osten. Unaufhaltsam und greifbar und doch unbegreifbar – so erscheint uns Gewalt. Politologen, Soziologen, Philosophen und Psychologen haben sich jahrhundertelang um die Ergründung von Terror und Gewalt bemüht. Die Gewalt scheint ihrer theoretischen Erfassung jedoch immer voraus zu sein, sie ist uns immer voraus.
Einen besonderen Zugang zum Phänomen der Gewalt eröffnet das Werk Ernst Federns. Illusionslos, nüchtern, undramatisch, aber trotzdem lebendig und hautnah – so präsentiert er seine eigenen Beobachtungen und Erfahrungen mit Gewalt – und so formuliert er auch seine Versuche „Gewalttätigkeit zu verstehen“. Ernst Federn (1914-2007), der in Wien geborene Sohn des Sigmund Freud Statthalters Paul Federn, wurde bereits im Alter von 23 Jahren am 14.03.1938 wegen seines antifaschistischen Engagements von der Gestapo verhaftet und zunächst nach Dachau, einige Monate später in das KZ Buchenwald deportiert. Die sechseinhalb Jahre, die er in Haft verbrachte, berechtigten ihn zur Behauptung:
„Ich habe so lange und so intensiv unter Gewalt gelebt, daß ich ohne ungebührlichen Narzißmus behaupten kann, daß ich etwas von ihr verstehe. (…) Ich weiß, wie es ist, Opfer von Gewalt zu sein, weiß aber auch, wie man sich fühlt, wenn man selbst gewalttätig sein will“ (Federn 1999, S. 86).
Federn überlebte – was der Wiener Federn-Forscher Bernhard Kuschey ein „Wunder“ nannte. Er emigrierte zuerst nach Brüssel und dann in die USA, um 1973 auf Einladung von Bruno Kreisky wieder nach Wien zurückzukehren und bei der Reformierung des österreichischen Strafvollzugs tatkräftig und erfolgreich mitzuwirken. Der theoretische ,Ertrag‘ seiner oft brutalen Erfahrungen mit Gewalt ist sehr beachtlich: Dazu gehören neben seinem schon 1946 im Brüsseler Exil veröffentlichten „Essay sur la psychologie de la terreur“ (Federn 1946) auch mehrere weitere bedeutende Texte zur Psychologie und Soziologie von Terror und Gewalt, die neulich gesammelt im von Roland Kaufhold herausgegebenen Band „Ernst Federn: Versuche zur Psychologie des nationalsozialistischen Terrors“ erschienen sind (Gießen: Psychosozial-Verlag 2014).
Zum 100. Geburtstag Ernst Federns am 26. August 2014 ist nun ein weiteres wichtiges Werk erschienen, das sich Ernst Federns Umgang mit dem nationalsozialistischen Terror und der Beleuchtung und Konzeptualisierung von Gewalt in seinem Werk verschreibt: der in der Zeitschrift „Psychoanalyse. Texte zur Sozialforschung“ von Oliver Decker und den Gastherausgebern Roland Kaufhold und Galina Hristeva herausgegebene Band „Gewalttätigkeit verstehen. Zum 100. Geburtstag des Psychoanalytikers und psychoanalytischen Sozialarbeiters Ernst Federn”. (Pabst Publishers: Lengerich 2014). Bekannte Forscher – Psychologen, Psychoanalytiker, Soziologen, Pädagogen, Literaturwissenschaftler, Wissenschaftshistoriker und Freunde Ernst Federns – rekonstruieren seinen bemerkenswerten Weg „von Wien über Buchenwald und die USA zurück nach Wien“, seine Pionierleistungen bei der Untersuchung der Psychologie des Terrors, aber auch bei der Entwicklung der psychoanalytischen Pädagogik, der kollektiv orientierten Psychoanalyse und psychoanalytischen Sozialarbeit, der psychoanalytischen Geschichtsschreibung und der politischen Psychoanalyse. Drei Beiträge von Ernst Federn sind ebenfalls in den Band aufgenommen: „Der therapeutische Umgang mit Gewalt“, „Was ist psychoanalytische Sozialarbeit und wozu wird sie gebraucht?“ und „Die Paul Federn Study-Group“. Durch zahlreiche Fotos wird es auch möglich, Ernst Federn auf seinem Weg als „Sozialist, Verfolgter, Psychoanalytiker und Sozialarbeiter“ durch den „Kosmos der Gewalt“ (Kuschey) zu begleiten. Trotz der Schrecken, die er gesehen und erlebt hat, hat sich der KZ-Überlebende Ernst Federn immer geweigert, als ohnmächtiges Opfer angesehen zu werden. Dem Trauma der Gewalt setzte er seinen Überlebenswillen, seinen unerschütterlichen Optimismus, seinen Kampfwillen entgegen. Von diesem außergewöhnlichen Geist ist auch dieser neue, ihm gewidmete Band durchdrungen.
Wie die Herausgeber Roland Kaufhold und Galina Hristeva in ihrer exzellenten Einführung zum Band festhalten, hat Ernst Federn mit „beeindruckender Klarheit, Präzision und einer kraftvollen Sprache mehrere Ursachen für die Ausübung von Gewalt offengelegt“, doch die Theorie der Gewalt war ihm kein Selbstzweck, sondern nur ein Teil seiner Warnung vor dem „Absturz der Menschheit in die Bestialität“, denn (wie ihm seine Tante, die Widerstandskämpferin Etta Federn (1883-1951), 1945 schrieb): „Der Kampf gegen den Ungeist ist nicht zu Ende! Im Gegenteil – er nimmt nur jetzt wieder neue Formen an.“

Biografisch-werktheoretische Zugänge

Roland Kaufhold
„Ein Jahr Untersuchungshaft und sieben Jahre Konzentrationslager gaben mir ein weiteres Verständnis für die Psychologie des Inhaftierten.“ 
Biografische Kontinuität, Emigration und psychoanalytisch-pädagogisches Engagement
Zusammenfassung

Bernhard Kuschey
Ernst Federn – Sozialist, Verfolgter, Psychoanalytiker und Sozialarbeiter. Eine Werkbiographie
Zusammenfassung

Roland Kaufhold
„So wird das Herz in Stücke gerissen … ich glaube, das schmerzt mehr, als geschehe es wirklich mit Messern.“
Erinnerung an Hilde Federn (26.10.1910 – 19.01.2005)
Zusammenfassung


Neu-Beginnen:
Ernst Federns Neuanfang in Belgien (1945-1947) im Spiegel seines Briefwechsels


Diana Rosdolsky
Der Briefwechsel zwischen Ernst Federn und seinem Vater Paul zwischen 1945 und 1947
Zusammenfassung

Marianne Kröger
„Der Kampf gegen den Ungeist ist nicht zu Ende!“ 
Briefe Etta Federns 1945 an ihren Neffen Ernst Federn
Zusammenfassung


Zur Psychologie des Terrors:
Das Wunder von Ernst Federns Überleben


Ernst Federn (1990)
Gespräche zwischen Bruno Bettelheim, Dr. Brief und Ernst Federn

David Becker
Trauma und Traumatheorie: Bruno Bettelheim, Ernst Federn und Hans Keilson
Zusammenfassung

Tomas Plänkers
„Und habe geweint, einfach ohne jeden Grund.“
Ernst Federn in Buchenwald – die Re-Lektüre eines Interviews
Zusammenfassung

Wilhelm Rösing & Marita Barthel-Rösing
Zum intersubjektiven Prozess der Arbeit am Film mit Ernst Federn und Hilde Federn
Zusammenfassung


Psychoanalytische Sozialarbeit und Pädagogik

Ernst Federn
Der therapeutische Umgang mit Gewalt. Ernst Federn über August Aichhorns Beiträge zur „Psychoanalytischen Sozialarbeit”

Thomas Aichhorn
Bemerkungen zur den Protokollen der „Aichhorn Untergruppe“ und zu Ernst Federns Arbeit „August Aichhorns’s work as a contribution to the theory and practice of Case Work Therapy“
Zusammenfassung

Karin Maas & Michael Maas
Milieu und Risiko – Die Spuren sind gelegt! Ernst Federns Anstöße für die Milieutherapie in einer „gesprengten“ Institution
Zusammenfassung


Ernst Federn als Historiker der Psychoanalyse

Ernst Federn
Die Paul Federn Study-Group

Galina Hristeva
„Eine wahnsinnige Arbeit! Allerdings eine riesig interessante!“
Ernst Federn als Herausgeber der „Protokolle der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung“
Zusammenfassung


Psychoanalyse und Politik

Andreas Peglau
Wie funktioniert politische Psychoanalyse?
Zusammenfassung


Buchbesprechung

Wilhelm Reich und der Nationalsozialismus
Andreas Peglau: Unpolitische Wissenschaft? Wilhelm Reich und die Psychoanalyse im Nationalsozialismus

Freitag, 30. Januar 2015

Eine Chance tut sich auf für Europa!









Eine Chance tut sich auf: nicht gegen, sondern für Europa!

Für Reformen, die diese Bezeichnung verdienen, die Wege aus der seit sechs Jahren währenden Krise weisen und soziale Erneuerung ermöglichen. Doch kaum hat der griechische Demos eine neue Regierung mit dem eindeutigen Mandat ausgestattet, das Troika-Regime zu beenden, kommt aus Brüssel und Berlin die ultimative Forderung, das Wählervotum zu ignorieren und die alte Politik fortzuführen. 2011 war man damit erfolgreich.

Am 9. November musste der damalige griechische Ministerpräsident zurücktreten. Mit Syriza ist die Lage eine andere. Binnen weniger Tage wurden der Ausverkauf des Landes (Privatisierung) gestoppt, Mindestlöhne und Renten angehoben, der Stellenabbau im öffentlichen Dienst zurückgenommen.

In einem Sozialismus extra skizziert di
e Redaktion Ausgangslage und Sofortprogramm der Regierung in Athen.
Eröffnet wird damit ein Themenschwerpunkt, in dem rot-rot-grüne Reformpotenziale auch hierzulande ausgelotet werden: In einer Diskussion zwischen Carsten Sieling (SPD) und Axel Troost (LINKE), mit ersten Erfahrungen der rot-rot-grünen Landesregierung in Thüringen von
 Susanne Hennig-Wellsow, einem kritischen Blick auf das »Modell Deutschland« von Thomas Nord und Peter Frigger, sowie Stephan Siemens’ Versuch, das gesellschaftliche Fundament progressiver Bündnisse auszuleuchten.

Neben Griechenland war Frankreich vor Kurzem Schauplatz historischer Ereignisse  – erschütternder Qualität. »Je suis Charlie« – befindet sich die französische Gesellschaft am Scheideweg?, fragt Bernhard Sander.
Zu den politischen Umwälzungen kommen die ökonomischen Erschütterungen. »Die Schatten der Krise bleiben«, sagt Joachim Bischoffmit Blick auf die Rohstoff- und Devisenmärkte.
Die Themen im Forum Gewerkschaften sind die Restrukturierung des Software-Giganten SAP (Ralf Kronig), die Rüstungsproduktion in Deutschland (Otto König/Richard Detje), Zielvereinbarungen als Methode leistungsorientierter Personalpolitik (Hermann Bueren/Stefan Konrad) und neue Ansätze wirtschaftsdemokratischer Steuerung (Helmut Martens).


Besprechungen:
Uli Cremer setzt sich kritisch mit dem imperialen Realismus (Frank Deppe) auseinander,Wolfgang Schlott rekapituliert im »Paris 1914« die Vorbereitungen des Ersten Weltkrieges, Ulrich Meditschfragt nach den Flaggensignalen von Musik und Gesellschaft und Steffi Odenwald beleuchtet die Kulturgeschichte des Christentums.
Nachruf:
Klaus Steinitz würdigt den kürzlich verstorbenen Ökonomen Harry Nick.
Film: »Die süße Gier« – für Marion Fisch eröffnet diese Geschichte die »fragile Hoffnung auf ein Leben jenseits der Kapitalrendite«.

Mittwoch, 28. Januar 2015

Wo der Wohlstand der Nationen versteckt wird






Steueroasen:
Wo der Wohlstand der Nationen versteckt wird (edition suhrkamp)

Taschenbuch – 
von Gabriel Zucman  (Autor), Ulrike Bischoff (Übersetzer)Gabriel Zucman, geboren 1986 in Paris, lehrt Wirtschaftswissenschaften an der London School of Economics.


Die Fälle Alice Schwarzer und Uli Hoeneß haben über Monate hinweg die Öffentlichkeit bewegt und leidenschaftliche, moralisch hoch aufgeladene Debatten rund um das Thema Steuerhinterziehung ausgelöst.

Aus dem Blick geriet dabei häufig, wie die Netzwerke aus Briefkastenfirmen und Steueroasen funktionieren. Zudem war es bislang kaum möglich zu beziffern, wie viel Geld der Allgemeinheit auf diesem Weg verloren geht. Mithilfe eines innovativen Verfahrens ist Gabriel Zucman nun erstmals in der Lage, eine genaue Summe zu nennen.

Zucman zeichnet die Geschichte der Steueroasen nach, bringt ans Licht, welche Manöver dabei ins Spiel kommen und fällt ein vernichtendes Urteil über alle bisherigen Gegenmaßnahmen.
Der Kampf gegen die Steuerhinterziehung kann laut Zucman aber durchaus gewonnen werden – wenn er auf der richtigen Ebene geführt wird und die Regierungen vor drastischen Lösungen nicht zurückschrecken.


»Gabriel Zucman liefert die bisher überzeugendste Untersuchung der Steueroasen und die genaueste Auswertung der über sie verfügbaren Daten. Zugleich ist sein Buch das beste über die Möglichkeiten ihrer Bekämpfung. Und Zucman hat gute Nachrichten für uns:
Europa kann sich zur Wehr setzen. Absolute Pflichtlektüre!«
(Thomas Piketty)


»Gabriel Zucman erzählt ... eine spannende Geschichte: Er weiß nicht nur Zahlen zu präsentieren, sondern bei seinen Zuhörern auch die gewünschten Vorstellungen zu wecken.«
(Uwe Jean Heuser, DIE ZEIT)


»Sein Vorgehen, trockene Daten mit politischen Forderungen zu verknüpfen, erinnert an das Auftreten von Thomas Piketty, der sein Doktorvater ist. Im Vergleich zu Pikettys Monstrum ... hat Zucman ein dünnes Büchlein geschrieben, das deutlich verständlicher ist. Seine Forderungen sind allerdings nicht weniger radikal.«
(Bastian Brinkmann, Süddeutsche Zeitung)


»Zucmans Buch überzeugt vor allem durch seinen klaren Sprachstil. Zwar verschont der Ökonom den Leser nicht mit Fachbegriffen und Zahlen, die internationalen Verflechtungen auf dem Finanzsektor stellt er jedoch verblüffend verständlich und geordnet dar, allerdings nie unideologisch.«
(Catrin Stövesand, Deutschlandfunk)


»Wir sind in diese Welt der staatsbürgerlichen Pflichtverletzung im großen Stil hineingekommen, also können wir aus ihr auch wieder herauskommen. Bücher wie dieses sind ein bewusstseinsbildender Beitrag dazu.«
(Jürgen Kaube, Deutschlandradio Kultur)


»Es macht den Charme des Buchs aus, dass es die ungebrochene Herrschaft von Bankgeheimnis, Steueroasen und Steuerflucht ebenso beredt darzustellen weiß, wie die Leichtigkeit von deren Abschaffung.«
(Arno Widmann, Frankfurter Rundschau)



Mittwoch, 14. Januar 2015

Is Greek Debt Really Unsustainable ?






Greece will go to the polls on January 25th and everybody from German conservatives to Greek leftists seems to agree: Greek public debt is unsustainable. A haircut on investors and some form of partial default – more politely known as debt restructuring – is the only answer.
Whatever value the other variables take, a primary surplus (deficit) 
reduces (increases) the debt-to-GDP ratio by an equal amount. After running deficits as far back as the eye can see, Greece posted a very substantial primary surplus of 2.7% of GDP in 2014. As Fig. 4 shows this is considerably higher than all the other countries. The gap between the Greek surplus and the Spanish deficit ratios exceeds five percentage points.
















This Occasional Paper, authored by Andrew Watt, looks at the issue of Greek debt sustainability ahead of the elections on 25th January. Watt argues that it is far from clear that Greek debt is indeed unsustainable. According to Watt, fiscal and monetary policy changes would significantly help Greece to reduce its debt burden and make some sort of debt restructuring unnecessary.
http://www.socialeurope.eu/occasional-papers/op-6-greek-debt-really-unsustainable/
This paper is published in cooperation with our partners at the Macroeconomic Policy Institute (IMK) of the Hans Böckler Stiftung.

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