Eine österreichische Affäre:
Der Fall Borodajkewycz
Broschiert – von Rafael Kropiunigg (Autor)
Rafael Kropiunigg, 1988 in Wien geboren. Studium der Geschichte in London und Los Angeles. Interviewte für seine Forschungsarbeit an der Universität Oxford Historiker, Zeitzeugen und Akteure zur Causa Borodajkewycz.
Zurzeit Doktorand an der Universität Cambridge mit einer Arbeit über die Sozialgeschichte der Mauthausen-Außenlager Ebensee und Loiblpass.
Am 31. März 1965 wird bei der gewaltsamsten Demonstration der Nachkriegszeit der Widerstandskämpfer Ernst Kirchweger tödlich verletzt. Es handelt sich um das erste politische Todesopfer der Zweiten Republik.
Auslöser für diesen Konflikt: die Affäre Borodajkewycz. Die Affäre Borodajkewycz war der erste und ausdrucksstärkste Fall der Nachkriegsjahre, durch den sich die versäumte Entnazifizierung und die Spannungsverhältnisse zwischen den verschiedenen österreichischen Identitäten offenbarten.
Der Hochschulprofessor Taras Borodajkewycz stolperte über das, was in der Nachkriegszeit nach wie vor gang und gäbe war: seine deutschnationalen Äußerungen. Die politischen Aussagen führten zu detaillierten Vorlesungsprotokollen, einem Ehrenbeleidigungsprozess, einer parlamentarischen Anfrage und großem Medienecho, bis die Affäre schließlich in die wüstesten Straßenkämpfe der Nachkriegszeit mündete - mit Todesfolge !!!

Generation Österreich: Prägende Momente der Zweiten Republik. Von Zeitzeugen packend erzählt [Gebundene Ausgabe]
Gerhard Jelinek (Autor), Birgit Mosser-Schuöcker (Autor)
Dr. Gerhard Jelinek begann nach dem rechtswissenschaftlichen Studium an
der Universität Wien seine journalistische Laufbahn in der
Innenpolitik-Redaktion der Tageszeitung Die Presse, anschließend
wechselte er zum Magazin Wochenpresse.
Seit 1989 ist Gerhard Jelinek
beim ORF tätig. Er leitete und moderierte den Report und war für die
Diskussionssendungen Pressestunde und Offen gesagt verantwortlich.
Derzeit leitet Gerhard Jelinek die Abteilung Dokumentation und
Zeitgeschichte im Österreichischen Fernsehen.
Sein zeitgeschichtliches
Interesse bewies er unter anderem mit der Gestaltung von zahlreichen
TV-Dokumentationen, darunter die Serie Unser Jahrhundert, Porträts über
Jörg Haider, Kaisersohn Otto von Habsburg und Bundespräsident Heinz
Fischer und zuletzt die internationale Dokumentation über Hanna Reitsch -
Hitlers Fliegerin.
Seine journalistische Arbeit wurde mit dem
Leopold-Kunschak-Preis und 2009 mit dem Fernsehpreis der
Erwachsenenbildung gewürdigt. Birgit Mosser-Schuöcker absolvierte ihr
Rechtswissenschaftsstudium in Wien. Anfänge als freie Mitarbeiterin des
ORF ( Schauplatz Gericht ), bis 2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin des
Verfassungsgerichtshofes. Danach Wechsel zur Volksanwaltschaft.
Drehbuch und Regie zu zahlreichen zeitgeschichtlichen
TV-Dokumentationen. Ihr gemeinsam mit Gerhard Jelinek veröffentlichtes
Buch Herz Jesu Feuer Nacht über die Bombenanschläge im Südtirol-Konflikt
der sechziger Jahre wurde von der Wiener Zeitung als eine der
bemerkenswertesten Aufarbeitungen dieses Themas bezeichnet.
- Was hat uns in den Jahren seit 1945 geprägt?
- Woran erinnern wir uns?
- Welche Ereignisse, welche Menschen haben Österreich zu dem gemacht, was
es heute ist?
Zeitzeugen, die unsere Geschichte erlebt und gestaltet
haben, schildern das Leben der Generation Österreich und erzählen von
Meilensteinen in Politik, Kultur und Alltag.
Martha Kyrle, Tochter von
Bundespräsident Adolf Schärf, erinnert sich an ihre Begegnung mit Jackie
Kennedy beim Chruschtschow-Kennedy Gipfeltreffen 1961 in Wien.
Christl
Schönfeldt erzählt, wie sie den ersten Opernball nach 1945 organisiert
hat. Friedrich Fürst schildert, wie er den Einsturz der Reichsbrücke nur
knapp überlebt hat.
Erik Nauta, Untersuchungsrichter im Fall Fuchs,
berichtet zum ersten Mal von seinem größten Fall. Arne Willrich erzählt
vom letzten Interview, das Jörg Haider vor seinem Unfalltod gegeben hat.
Rund dreißig packende Geschichten, aufgeschrieben von Bestseller-Autor
Gerhard Jelinek und Birgit Mosser Schuöcker.
Christian Broda: Eine politische Biographie (Zeitgeschichte Im Kontext)
[Gebundene Ausgabe], Maria Wirth (Autor)
Christian Broda (1916 1987) war19 Jahre an der Spitze des österreichischen Justizministeriums & gehörte zu den einflussreichsten Politikern in der Zweiten Republik.Maria Wirth zeichnet erstmals den Lebensweg Brodas und seine Tätigkeit als Politiker mit einem Fokus auf die Rechts-, Medien- und Demokratiepolitik, den Umgang mit der NS-Vergangenheit und die Menschenrechtspolitik nach.
Zugleich wird Broda im Diskurs der Zweiten Republik verankert war er doch sowohl wegen seiner Biographie, etwa seiner kommunistischen Jugend, als auch wegen seiner Politik, v. a. seiner »Vision einer gefängnislosen Gesellschaft«, immer wieder Gegenstand heftiger öffentlicher und politischer Debatten.
Von 1957 bis 1959 vertrat Broda die SPÖ im Bundesrat, von 1959 bis 1983 im Nationalrat.
1960 wurde er Justizminister im dritten Kabinett von Julius Raab. In dieser Funktion war er bis zum Antritt einer ÖVP-Alleinregierung im Jahr 1966 tätig. Als Höhepunkt seiner Karriere gilt die Aufhebung der Todesstrafe im Nationalrat 1968. Dies war eines der größten politischen Ziele Brodas.
Von 1970 bis 1983 war er erneut Justizminister in der SPÖ-Alleinregierung unter Bruno Kreisky.
In diese Amtszeit fiel die große Reform des Familienrechts mit einer Neuordnung der Rechtsstellung unehelicher Kinder 1970, der Gleichstellung von Mann und Frau im bürgerlichen Recht 1975 sowie der Neuordnung des Kindschaftsrechts 1977, dazu ebenfalls 1975 das In-Kraft-Treten eines neuen Strafgesetzbuches, in dem unter anderem die Strafbarkeit der Homosexualität aufgehoben wurde, des Konsumentenschutzgesetzes 1979 sowie die Reform der Sachwalterschaft für behinderte Personen 1982.