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Donnerstag, 23. August 2012

Wehrmachtsrichter mit reinem Gewissen???







"Mit reinem Gewissen":

Wehrmachtsrichter in der Bundesrepublik und ihre Opfer [Gebundene Ausgabe]
Wolfram Wette , Joachim Perels Wette, Wolfram, Prof. Dr. phil., geboren 1940, Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie, Promotion 1971 in München, Habilitation 1991 in Freiburg i. Br.; von 1971 bis 1995 Historiker im Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA) in Freiburg i. Br.; seit 1998 apl. Professor für Neueste Geschichte am Historischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br.; Mitbegründer des Arbeitskreises Historische Friedensforschung (AKHF); Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der "Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e.V.".

Joachim Perels, geb. 1942, Politikwissenschaftler, seit 1971 an der Universität Hannover, seit 1983 dort Professor für Politische Wissenschaft (inzwischen emeritiert). Arbeitsgebiete: Demokratische Verfassungstheorie, Herrschaftsstruktur des Staatssozialismus, Aufarbeitung der NS-Vergangenheit, Nachwirkungen des NS-Systems in der Bundesrepublik Deutschland, Ahndung von Staatsverbrechen, Politische Implikationen von Theologie. Mitbegründer und Redakteur der Zeitschrift »Kritische Justiz«, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Fritz Bauer Instituts und Mitglied der internationalen Expertenkommission für den Ausbau der Gedenkstätte Bergen-Belsen, stellvertretender Direktor des Instituts für Föderalismusforschung.




Alles andere als eine Erfolgsgeschichte des Rechtsstaats Während Opfer der NS-Militärjustiz jahrzehntelang um ihre Rehabilitierung kämpfen mussten, machten ehemalige Wehrmachtjuristen wie Richard Börker, Hans Filbinger, Ernst Mantel und Erich Schwinge in der Bundesrepublik eine zweite Karriere als Richter, Staatsanwälte, Beamte oder Dozenten.

Renommierte Historiker und Juristen rücken die Folgen der personellen Kontinuitäten für die demokratische Rechtsordnung und die Aufarbeitung der NS-Verbrechen ins Bewusststein: Die Amnestie von Schreibtischtätern wurde durchgesetzt, Verfahren wegen Justizverbrechen endeten mit Freisprüchen oder wurden eingestellt.
Selbstentlastungen früherer Kriegsrichter stützten die Legende von der »sauberen« Wehrmacht, eingeschlossen die Wehrmachtjustiz.

Der politische Widerstand gegen Hitler, der vor allem auf die Wiederherstellung der Geltung des Rechts gerichtet war, dagegen galt z.B. 1956 noch immer als strafrechtlich zu ahndendes Verbrechen.

Erst über 50 Jahre nach Kriegsende hob der demokratische Gesetzgeber in mehreren Anläufen – zuletzt mit der Annullierung der Norm des Kriegsverrats – sämtliche Unrechtsurteile des Hitler-Regimes auf und gab den Opfern damit ihre Würde zurück.

Hoch aktuell ist die differenzierte Auseinandersetzung mit Überlegungen zur Wiedereinführung einer Militärjustiz in der Bundesrepublik.



Freitag, 24. Februar 2012

Der Aufstand des Gewissens












Der Aufstand des Gewissens:
Die nicht-gehaltene Festspielrede 2011 ;
Jean Ziegler (Autor)

Wir leben in einer Zeit, in welcher die täglichen Schlagzeilen von der Finanzkrise beherrscht werden, andere wichtige Themen geraten dabei in Vergessenheit, werden an den Rand gedrängt. Eines dieser anderen Themen wollte der Schweizer Soziologe, Politiker und Buchautor Jean Ziegler in seiner Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele 2011 aufgreifen.

 
Jean Ziegler, Soziologe, Globalisierungskritiker und Politiker, sollte mit seiner Rede im Juli 2011 die Salzburger Festspiele eröffnen. Doch er wurde wieder ausgeladen.
Seine Rede durfte er in Salzburg nicht halten, doch was Jean Ziegler der interessierten Öffentlichkeit an diesem Tag hätte sagen wollen, können Sie in diesem Buch nachlesen.

Jean Ziegler, Bürger der Republik Genf, Soziologe, ist emeritierter Professor der Universitäten von Genf und Paris.
Ziegler war bis 1999 Nationalrat (Abgeordneter) im Schweizer Parlament, dann Sonder-Berichterstatter der UNO für das Recht auf Nahrung. 


Seit 2008
bis 2013 war er Vizepräsident des beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsrats. Er ist Träger verschiedener Ehrendoktorate und internationaler Auszeichnungen (CARE-Milleniumspreis - 2009 und Internationaler Literaturpreis für Menschenrechte - 2006).