Die Macht-Strategien Monsantos
Vier Strategien sollen Monsanto den Weg zum weltweiten Saatgut-Monopol sichern:
1. Kaufen:
Seit 1999 ging Monsanto auf Einkaufstour und kaufte für mehr als 13
Milliarden Dollar überall auf der Welt Saatgutfirmen.
2. Patentieren:
Monsanto erwirbt eine Vielzahl von Patenten, sowohl für gentechnische
Methoden als auch für sein Gentechnik-Saatgut. Vorteil der Patente für Monsanto: Ist das Saatgut einmal an einen Landwirtschaftsbetrieb verkauft, kann Monsanto Lizenzgebühren verlangen, da auch die Ernte noch unter den Patentschutz fällt.
3. Kontrollieren:
Jeder Farmer, der Monsanto-Saatgut anbauen möchte, muss einen
detaillierten Vertrag unterzeichnen, der ihn aufs engste an Monsanto bindet. Dem Farmer wird untersagt, die eigene Ernte als Saatgut wieder zu verwenden, und er muss sich bereit erklären, den Inspektoren des Unternehmens die nächsten drei Jahre Zutritt zu seinen Sojafeldern zu gewähren.
4. Kontaminieren:
Monsantos Anwälte würden bestreiten, das Unternehmen habe die
Kontamination ganzer Regionen mit seinen Gen-Saaten absichtlich herbeigeführt.
Tatsache ist:
Eine solche Kontamination fand und findet in dramatischen Ausmaßen statt,
bislang vor allem in Nord- und Südamerika. Denn der gentechnisch manipulierte Pollen fliegt wie jeder Pollen dieser Welt unkontrollierbar mit der Luft zu potenziellen Kreuzungspartnern und vermischt sich mit ihnen.
Und danach kann Monsanto kassieren, denn was immer aus diesen "unabsichtlichen" Kreuzungen hervorgeht, trägt Monsantos patentierte Gene in sich und gehört damit dem Konzern.
Don Westfall, einer der wichtigsten Berater von biotechnologischen Lebensmittel-Unternehmen, sagte ganz unverblümt: "Die Hoffnung der Industrie ist, dass der Markt mit der Zeit so überflutet ist, dass man nichts mehr dagegen tun kann!"
Monsanto: Ein Gentechnik-Gigant kontrolliert die Landwirtschaft
http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/gentechnik/greenpeace_monsantoreport.pdf
"Laßt uns Menschen machen!":
Ansprüche der Gentechnik - Einspruch der Vernunft (Ethik Aktuell) [Taschenbuch] Anselm Winfried Müller
(Autor)
Der Anspruch des modernen Menschen, die Bedingungen seines Daseins
selbst zu bestimmen, erreicht seinen Höhepunkt in der Ambition der
Gentechnik, den Menschen selbst zu entwerfen und zu schaffen. Von
verschiedenen Seiten erhebt sich dagegen Einspruch.
Ist dieser
Einspruch, der im Vorwurf gipfelt, der Gentechniker wolle Gott spielen,
vernünftig begründbar? Oder ist er lediglich Ausdruck irrationaler
Ängste?
Menschen erzeugende Verfahren (Präimplantationsdiagnostik,
Klonbildung, Genmanipulation) sind unweigerlich mit
instrumentalisierender Absicht verbunden.
Übernehmen wir die darin
implizierte Einstellung, so betrachten wir Dasein und genetisches Sosein
der Mitmenschen nicht mehr bedingungslos als Vorgabe, sondern als
Option. Darin liegt der tiefste Grund dafür, dass das Vorhaben, Menschen
zu machen, deren Würde in Frage stellt und den Einspruch der Vernunft
herausfordert.
Professor Dr. Anselm Winfried Müller lehrt
Philosophie an der Universität Trier und leitet die dortige
Forschungsstelle für aktuelle Fragen der Ethik.
Zielgruppen:
PhilosophInnen, SozialwissenschaftlerInnen, TheologInnen,
EthiklehrerInnen, MedizinerInnen.
Biopolitik zur Einführung [Broschiert]
Thomas Lemke
(Autor)
Wissenschaftlicher Beirat:
Michael Hagner, Dieter Thomä, Cornelia Vismann
"Biopolitik" gehört zu jenen Begriffen, die noch vor wenigen Jahrzehnten
in keinem der einschlägigen Lexika zu finden waren, heute ist er nicht
mehr wegzudenken.
Der Begriff der Biopolitik ist in aller Munde.
- Das Spektrum seiner Verwendungsweisen reicht von der Asyl-Politik über
die AIDS-Prävention bis hin zur Bekämpfung des Bevölkerungswachstums.
- Der Begriff bezeichnet die
Unterstützung landwirtschaftlicher Produkte ebenso wie die Förderung
medizinischer Forschung, strafrechtliche Bestimmungen zur Abtreibung und
Patientenverfügungen zum Lebensende.
- Von »Biopolitik« reden Vertreter
der Neuen Rechten ebenso wie linke Globalisierungsgegner, Kritiker des
biotechnologischen Fortschritts, aber auch dessen Befürworter.
Nach Thomas Lemke spiegelt diese Konjunktur des Begriffs eine
"signifikante Veränderung des Politischen" wider, die anzeigt, dass die
biologischen Grundlagen des Lebens für die Politik relevant geworden
sind.
Unter den Begriff der Biopolitik fallen sowohl soziobiologische
Ansätze, die Strukturen politischen Handelns an die biologische
Grundausstattung des Menschen zurückbinden, als auch solche Ansätze, die
thematisieren, inwiefern die Natur zum Gegenstand politischer Verfügung
geworden ist - sei es die "äußere Natur", die "Umwelt" (ökologische
Biopolitik) oder die "innere" Natur des Menschen (z.B. Gentechnik).
Lemke selbst legt den Schwerpunkt seiner Darstellung auf ein Konzept,
das im Anschluss an Foucault Biopolitik nicht als Erweiterung des
Gegenstandsbereichs der Politik versteht, sondern als Veränderung der
Politik in ihrem Kern.
In der Biopolitik, die seit dem 18. Jahrhundert
die absolutistische, um Souveränität zentrierte Politik ablöst, wird
Macht durch den Zugriff der Politik auf den Körper ausgeübt: durch die
Disziplinierung des Individualkörpers und die Regulierung des
"Kollektivkörpers" der Bevölkerung.
Lemke unterscheidet die verschiedenen Facetten
des unscharfen Begriffs "Biopolitik" sehr souverän und liefert einen
analytisch klaren Zugriff auf verschiedenste biopolitische Konzeptionen.