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Donnerstag, 7. Juni 2012

Die Kultivierung / Deregulierung des Marktes



Die Kultivierung des Marktes:
Foucault und die Gouvernementalität des Neoliberalismus
[Broschiert]
Lars Gertenbach (Autor)

Die erkenntnisreichsten und spannendsten Abschnitte der Publikation finden sich in den drei Exkursen zur kultivierten Naturalität des Marktes, zur Theorie des Humankapitals und zur konstitutiven Ungleichheit im Neoliberlismus.

Hier gelingt Gertenbach der Schritt von der neoliberalen Gouvernementalität zur Biopolitik, den Foucault selbst zwar angelegt, aber nicht mehr konkret ausformuliert hat.
Susann Dettmann, Politische Vierteljahresschrift, 4/2009


Lars Gertenbach verknüpft auf innovative Weise die Analyse von Foucaults Konzept der Gouvernementalität mit einer Lektüre der Texte neoliberaler Ökonomen, allen voran denen Friedrich August von Hayeks.
Mit der historischen Rekonstruktion des neoliberalen Programms bestimmt Gertenbach dessen ökonomische und erkenntnistheoretische Basis.

Dabei zeigt er den tiefen epistemologischen Bruch zwischen klassischem Liberalismus und Neoliberalismus und die daraus resultierenden weitreichenden gesellschaftstheoretischen, kulturellen und sozialpolitischen Konsequenzen auf.

Diese kritische Analyse der politischen Ökonomie des Neoliberalismus stellt zugleich die kultursoziologische Dimension und die zeitdiagnostische Bedeutung des Gouvernementalitätskonzeptes heraus.



Freitag, 25. Mai 2012

Biopolitik zur Einführung



Biopolitik zur Einführung [Broschiert]
Thomas Lemke


"Biopolitik" gehört zu jenen Begriffen, die noch vor wenigen Jahrzehnten in keinem der einschlägigen Lexika zu finden waren, heute ist er nicht mehr wegzudenken.

Der Begriff der Biopolitik ist in aller Munde.
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Das Spektrum seiner Verwendungsweisen reicht von der Asyl-Politik über die AIDS-Prävention bis hin zur Bekämpfung des Bevölkerungswachstums.
- Der Begriff bezeichnet die Unterstützung landwirtschaftlicher Produkte ebenso wie die Förderung medizinischer Forschung, strafrechtliche Bestimmungen zur Abtreibung und Patientenverfügungen zum Lebensende.
- Von »Biopolitik« reden Vertreter der Neuen Rechten ebenso wie linke Globalisierungsgegner, Kritiker des biotechnologischen Fortschritts, aber auch dessen Befürworter.


Nach Thomas Lemke spiegelt diese Konjunktur des Begriffs eine "signifikante Veränderung des Politischen" wider, die anzeigt, dass die biologischen Grundlagen des Lebens für die Politik relevant geworden sind.
Unter den Begriff der Biopolitik fallen sowohl soziobiologische Ansätze, die Strukturen politischen Handelns an die biologische Grundausstattung des Menschen zurückbinden, als auch solche Ansätze, die thematisieren, inwiefern die Natur zum Gegenstand politischer Verfügung geworden ist - sei es die "äußere Natur", die "Umwelt" (ökologische Biopolitik) oder die "innere" Natur des Menschen (z.B. Gentechnik).

Lemke selbst legt den Schwerpunkt seiner Darstellung auf ein Konzept, das im Anschluss an Foucault Biopolitik nicht als Erweiterung des Gegenstandsbereichs der Politik versteht, sondern als Veränderung der Politik in ihrem Kern.
In der Biopolitik, die seit dem 18. Jahrhundert die absolutistische, um Souveränität zentrierte Politik ablöst, wird Macht durch den Zugriff der Politik auf den Körper ausgeübt: durch die Disziplinierung des Individualkörpers und die Regulierung des "Kollektivkörpers" der Bevölkerung.
Lemke unterscheidet die verschiedenen Facetten des unscharfen Begriffs "Biopolitik" sehr souverän und liefert einen analytisch klaren Zugriff auf verschiedenste biopolitische Konzeptionen.