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Montag, 11. Mai 2015

Bildung und Marktregime





WIDERSPRUCH 63

Bildung und Marktregime

Demokratie und Bildung; Exzellenz statt Chancengleichheit; Dynamik und Defizite berufsorientierter Bildung; Brückenangebote, Geringqualifizierte und Prekarität; Gender Studies; Unternehmerische Hochschule; Autonome Schule; Politische Bildung in den Gewerkschaften; Bildungsproteste; Bildungsökonomie; Schulische Selektion und Arbeitsmarkt
U. Brand, V. Polito, K. Weber, P. Dehnbostel, S. Künzli, R. Scherrer, H. Lindenmeyer, L. Fankhauser, W. Schöni, A. Dietschi, Diskussionsgruppe ASZ, C. Goll, L. Abujatum Berndt, P. Streckeisen, T. Ragni

Diskussion

AE. Borst: Schwarmintelligenz – eine Kritik
U. Klemm: Lernen im Horizont der Weltgesellschaft
R. Bossart: Bildung als Inklusionsutopie
U. Mäder / H. Schmassmann: Wertfreie Forschung?
Marginalien, Rezensionen



Editorial 3
Ulrich Brand
Demokratie und emanzipatorische globale Bildung.
Gegen die Standort- und Sachzwangpolitik
7
Véronique Polito
Exzellenz statt Chancengerechtigkeit?
Neuausrichtung der Bildungspolitik in der Schweiz
18
Karl Weber
Ist die berufsorientierte Bildung zukunftsfähig?
Entwicklungsdynamik, Defizite und Handlungsbedarf in der Schweiz
27
Peter Dehnbostel
Berufliche Bildung im Spannungsfeld humaner Entwicklung und ökonomischer Verwertung
41
Sibylle Künzli / Regina Scherrer
Brückenangebote als Beitrag zur Problemverschleierung.
Zum Übergang von der obligatorischen in die nachobligatorische Bildung
53
Hannes Lindenmeyer
Bildung für Geringqualifizierte.
Erhöht berufliche Qualifizierung die Chancengerechtigkeit?
65
Lilian Fankhauser / Walter Schöni
Geschlechterperspektiven in der «unternehmerischen Hochschule»
Zur aktuellen Situation der Gender Studies
77
Andreas Dietschi
Neoliberalisierung der Hochschulen.
Analyse und Perspektiven für die Praxis
91
Diskussionsgruppe ASZ
Autonome Schule Zürich – Bildung zur Selbstbestimmung.
Emanzipatorische Bildung in einer kapitalistischen Gesellschaft
103
Christine Goll
Für eine starke gewerkschaftspolitische Bildung.
Gemeinsam lernen, eine solidarische Gesellschaft zu gestalten
113
Leonor Abujatum Berndt
Bildungsproteste und gesellschaftlicher Umbruch in Chile.
Vom Unmut über die Ungleichheit in der Bildung zur breiten sozialen Bewegung
123
Peter Streckeisen
Wie die Ökonomie zur Bildung kommt.
Zur Verbreitung der Bildungsökonomie in der Schweiz
139
Thomas Ragni
Überleben und sich durchsetzen im Kapitalismus
Das Zusammenspiel von Bildung und Arbeitsmarkt
149

Diskussion

Eva Borst
Schwarmintelligenz.
Über die Beliebigkeit von Bildungsinhalten
 163
Ulrich Klemm
Lernen im Horizont der Weltgesellschaft.
Welche Perspektiven für die Erwachsenenbildung?
 173
Rolf Bossart
Bildung als Inklusionsutopie.
Über die Herrschaft der Exklusion
183
Ueli Mäder / Hector Schmassmann
Wertfrei und neutral?
Theorietraditionen sozialwissenschaftlicher Forschung und die Rolle der
Intellektuellen
 189

Marginalien / Rezensionen

Johannes Gruber über:
Barbara Müller: Die Anfänge des Bologna-Prozesses in der Schweiz
199
Benjamin Opratko über:
Sebastian Friedrich (Hg.): Rassismus in der Leistungsgesellschaft
201
Riccardo Pardini über:
Peter Bathke / Anke Hoffstadt (Hg.): Die neuen Rechten in Europa
205
Beat Baumann über:
Andreas Rieger / Pascal Pfister / Vania Alleva: Verkannte Arbeit
208
Annette Hug über:
Rebekka Wyler: Schweizer Gewerkschaften und Europa
211
Karin Jenni über:
Solidaritätsnetz Ostschweiz / Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht Ostschweiz (Hg.): «Das hier … ist mein ganzes
Leben»
214
Autorinnen und Autoren 220

Freitag, 13. April 2012

Monsieur Rainer: Die Totengräber der Demokratie




Die Totengräber der Demokratie: Ein Wut-Buch [Taschenbuch]


Monsieur Rainer
Die neue Protestkultur ist ein Ventil für ein eklatantes Demokratie-Defizit.

Den arroganten Politikern ist jede Bodenhaftung und jedes Gespür für die Befindlichkeiten der Bevölkerung abhandengekommen.

Sie sind nichts anderesals Marionetten der unverschämtesten Lobbyisten. Die jakobinischen Verfechter der Political Correctness und deren Multikulti-Wahn gehen den Bürgern auf die Nerven. Sie alle und große Teile der Medien, die als Hofschranzen der Politiker die öffentliche Meinung manipulieren, haften auf Deutschland wie ein chronischer Ausschlag.
Sie alle sind die Totengräber der Demokratie!

Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund, er scheint vor nichts und niemand Angst zu haben. So ein klares und wahres Buch über die Zustände in Deutschland findet man selten auf dem Markt.

Entweder sie sind zu wissenschaftlich, oder zu verklausuliert. Dieser Autor spricht mit Volkes Stimme die eigentlichen Probleme des Landes an und prangert ohne Rücksicht die Politiker, die Justiz, den Lobbyismus, die Korruption und das verheerende Taktieren der Mächtigen an.
Es ist ein politisches Tagebuch, liest sich aber wie ein Politthriller, nur mit dem Unterschied, dass alles genau so geschehen ist. Er lässt kein Ereignis und keinen Skandal aus und beschreibt die Figuren mit grosser Sprachgewalt und einer gehörigen Portion Wut.



aus dem Kapitel 8 des Buches "WEHRT EUCH"  

Über hundert Millionen Tote und ein unbeschreibliches Leid und Elend hat der Chauvinismus und der Hass der Völker Europas im 20. Jahrhundert gekostet. GENUG, sagten sich aufrechte Männer nach dem Schrecken des zweiten Weltkrieges und setzten sich zusammen, um ein Papier zu entwickeln, das bahnbrechend für ein vereintes Europa werden sollte.

Im Jahre 1950 wurden die römischen Verträge geschlossen, im Jahre 1953 folgte die Menschenrechtserklärung, die bis heute die Grundlage eines Zusammenlebens der Völker in Frieden und Freiheit gewährleistet. Es wurde ein eurpäischer Gerichtshof, ein Cour européenne des droits de l’homme, eine europäisches Parlament, eine mehr oder weniger demokratisch legitimierte Kommission in Brüssel gegründet, die alles in allem viel mehr erreicht haben, als die Väter Europas je erwartet hatten. Die Grenzen wurden durch das Abkommen von Schengen eingerissen, die Reisefreiheit der Völker Europas wurde eingeführt. Sogar eine gemeinsame Währung erhielt Europa, den Euro.

Und bei dieser Einführung des Euro wurden entscheidende Fehler gemacht. Man nahm alle damaligen Mitglieder in diese Eurozone auf, ohne genau zu prüfen, was das für nationalökonomische Auswirkungen für die Länder haben würde und ob sie überhaupt die Maastricht – Kriterien erfüllen. Es gab keine europäische Wirtschaftsregierung oder wenigstens eine ökonomische Koordination der europäischen Gemeinschaft.

Es war eine politische Entscheidung, die schwachen Länder in die Eurozone aufzunehmen. Die nicht demokratisch legitimierte EU – Kommission und die Politiker der Mitgliedsländer beschlossen die Einführung des Euro.
Diese Kommission und die Politiker Europas sind aber alles mögliche, bloss keine Kaufleute oder gar Nationalökonomen.
Es sind Juristen, Soziologen, Philologen, Politologen, Physiker, Theologen und Beamte, die sich anmassen, eine der grössten Wirtschaftsmächte der Welt führen zu können. Sie könnten nicht einmal eine Würstchenbude auch nur eine Woche führen ohne bankrott zu gehen.  

...

Und nun kommen die amerikanischen Ratingagenturen ins Spiel. Wie Aasfresser kreisen sie über den maroden Volkswirtschaften Südeuropas. Wie haben die Politiker getönt nach der Finanzmarktkrise? Sie wollten die Banken regulieren, sie wollten eine Finanzmarkttransaktionssteuer einführen, ja sie wollten sogar eine eigene europäische Ratingagentur eröffnen, um nicht länger von den Zocker – Launen der amerikanischen Ratings abhängig zu sein.
Was ist daraus geworden?  
Nichts!

Stattdessen werden hilflos immer neue Milliardenhilfsprogramme aus dem Boden gestampft, um den Staatsbankrott der Südeuropäer abzuwenden. Mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns hat das alles wenig zu tun. Wie auch? Die Politiker sind ja keine Kaufleute, sie haben noch nie etwas von Milton Friedmann oder John Maynard Keynes gehört oder gelesen.

Wie kann man diesen Europäern helfen?
- Durch Ausschluss aus der EU?
- Durch Wiedereinführung zum Beispiel der Lira, der Pesos und der Drachme?
- Durch grosse Sparpackete, die die Rezession der Länder noch verstärken?
- Durch chauvinistisches Gewäsch der deutschen Kanzlerin, dieses faule Pack solle mehr arbeiten, weniger Urlaub machen und später in Rente gehen?

Das ist alles volkswirtschaftlicher Unsinn, unsäglich dumm, menschlich niederträchtig und sachlich falsch!  

Was diese Länder brauchen ist ein Abbau des deutschen Aussen-Handels-Bilanz-Überschuss durch gesetzliche Mindestlöhne in Deutschland, ein zehnjähriges Schuldenmoratorium und ein europäischer Marshall – Plan zur Wiederankurbelung ihrer Volkswirtschaften. Dies alles begleitet mit sinnvollen Sparmassnahmen, Repatriierung von Fluchtgeldern, einer strengen europäischen Bankenaufsicht und einer europäischen Ratingagentur.

Wer heute so grosskotzig über die Südeuropäer herzieht und sich wie kleine spiessige Krämerseelen aufspielt, der hat nichts verstanden von der grossartigen Idee der Gründerväter Europas. Ein Europa des Friedens, der Freiheit, der Gleichheit und der Brüderlichkeit unter den Völkern!
Merke: Es gibt Untaten über welche kein Gras wächst. 
(Johann Peter Hebel)


Autor: Rainer Kahni gen. Monsieur Rainer
Titel: WEHRT EUCH! ISBN 978-3-8423-7159-0
72 Seiten Paperback Preis: € 4,90

Verlag: BoD Book on Demand
bod.de www.monsieurrainer.com