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Sonntag, 29. Juli 2012

Sammelband der Occupy-Bewegung


The Occupy Handbook
[Englisch] [Taschenbuch]

Janet Byrne
(Herausgeber)



In einem grandiosen Sammelband bekundet Amerikas linksliberales Establishment der Occupy-Bewegung seine Referenz.

Berliner Zeitung und Falter, Juli 2012

Ein dicker Wälzer mit demTitel „The Occupy Handbook", da würde man sich hierzulande wohl eher eine Attac-Fibel vorstellen oder vielleicht gar eine Anleitung zum Aufbau von Zelten und der effektiven Veranstaltung von Straßenblockaden. Umso beeindruckender ist, was die amerikanische Autorin Janet Byrne zwischen zwei Buchdeckel gepackt hat.
Aber der Reihe nach: Elektrisiert von der „Occupy"-Bewegung, hat Byrne einige Dutzend Autoren angeschrieben, und mitgemacht haben: Notenbanker-Legende Paul Volcker, Spitzenökonomen wie Paul Krugman, Kenneth Rogoff, Nouriel Roubini, Bradford DeLong, Raghuram Rajan, Clintons Arbeitsminister Robert Reich, Oberanarchist David Graeber, Autoren wie Barbara Ehrenreich und Chris Edges und der global einflussreichste Wirtschaftsjournalist, Martin Wolf von der Financial Times.
Sie und viele andere sind mit großteils beeindruckenden Essays in dem 535-Seiten-Reader vertreten. 
Das zeigt nicht nur, welch eine Wirkung die Occupy-Bewegung auf Teil des linksliberalen Establishments hatte. Gerade unter Wirtschaftswissenschaftlern in den USA hat sich ein progressiver, neokeynesianischer Flügel entwickelt, der längst nicht mehr überhört werden kann.

Und es hat sich bis in den Mainstream hinein die These durchgesetzt, dass die ökonomische Ungleichheit die Hauptursache für die gegenwärtige ökonomische Malaise ist. Jedenfalls gibt es in den USA in der wirtschaftswissenschaftlichen Zunft heute eine Pluralität und eine Bereitschaft, Thesen zu verfechten, die dem Big Business nicht gefallen, von der man in unseren Breiten nur träumen kann.




Montag, 2. Juli 2012

Krise und Scheitern des Kapitalismus




Business as usual:
Krise und Scheitern des Kapitalismus [Broschiert]

Paul Mattick
(Autor)



Die derzeitige Wirtschaftskrise ist die Folge eines aus den Fugen geratenen Finanzkapitalismus, so der allgemeine Konsens, verschärft durch hohe Verschuldung und verantwortungslose Spekulation.
Man gibt die Schuld dem wachsenden Ungleichgewicht zwischen Ländern mit geringen Investitionen und hohem Konsumniveau wie den USA und sich schnell entwickelnden Wirtschaftsregionen wie China und Südasien. 

In Business as usual erklärt Paul Mattick die aktuelle Lage verständlich und gänzlich jargonfrei. Er stellt sie in Zusammenhang mit der Weltwirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg und vor allem in den Zyklus von Krise und Erholung, wie er den Kapitalismus seit dem frühen 19. Jahrhundert charakterisiert. 

Die heutige Krise ist Symptom eines von enormer Profitgier getriebenen Kapitalismus. Mattick macht die Grenzen jeglicher Versuche der Politik, die Wirtschaft zu beeinflussen und zu stabilisieren, deutlich. Er legt dar, dass die heutige Rezession nicht eine Folge der Finanzkrise ist, sondern ein Merkmal der wahren Natur des sozialen und wirtschaftlichen Systems, in dem wir leben. 

Wer dieses Buch gelesen hat, kann nicht mehr an Rettungsschirme glauben. 



Paul Mattick, geb. 1944, lehrt Philosophie an der Adelphi-Universität New York. Zu seinen Veröffentlichungen zählen Social Knowledge (1986), Art in Its Time (2003) und Artworks: Geld (2004, mit Katy Siegel). Von 1987 bis 2004 war er Herausgeber des International Journal of Political Economy.