Samstag, 28. September 2019

Lesebuch zur Geschichte der Sozialen Demokratie




Geschichte bedeutet Identität.

Am 23. Mai 1863 gründete sich in Leipzig der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein. 2013 feiert die Sozialdemokratie 150 Jahre Partei. Was zeichnet ihre Geschichte aus? Wohin führt ihr Weg im 21. Jahrhundert? 150 Jahre Entwicklung bedeuten nicht nur gerader Weg, sondern auch Umweg, Umkehren und Weggabelungen.




https://youtu.be/hdv-qklLqY4

Das Lesebuch Geschichte der Sozialen Demokratie ist eine Einladung, sich mit Ursprüngen und prägenden Wegmarken (deutscher) Sozialer Demokratie vertraut zu machen.
.

Freitag, 14. Juni 2019

Utopien für Realisten

.
Bregman ist Autor mehrerer Sachbücher mit dem Hauptthema bedingungsloses Grundeinkommen.
.
Beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos sorgte
Rutger Bregman im Januar 2019 für Aufsehen, als er eine „gerechte Besteuerung für Reiche“ und ein Ende der Steuervermeidung forderte.
Ein Videoausschnitt seiner Rede erreichte in kurzer Zeit 8 Millionen Aufrufe !
.
.

Was sind heute die großen Ideen?
Historischer Fortschritt basierte fast immer auf utopischen Ideen:
Noch vor 100 Jahren hätte niemand für möglich gehalten, dass die Sklaverei abgeschafft oder die Demokratie wirklich existieren würde.
.
Doch wie begegnen wir den Herausforderungen der modernen Arbeitswelt, des Familienlebens, des gesamten globalen Gefüges?
.
Der niederländische Vordenker Rutger Bregman sagt: «Das wahre Problem unserer Zeit ist nicht, dass es uns nicht gut ginge oder dass es uns in Zukunft schlechter gehen könnte. Das wahre Problem ist, dass wir uns nichts Besseres vorstellen können.»
.
Wir müssen es wagen, das Unmögliche zu denken, denn nur so finden wir Lösungen für die Probleme unserer Zeit !
.
Bregman macht deutlich, warum das bedingungslose Grundeinkommen eine echte Option ist und inwiefern die 15-Stunden-Woche eine Antwort auf die Digitalisierung der Arbeit sein kann.
.
«Alternativlos» ist für Bregman keine Option, sogar die Armut kann abgeschafft werden, wie er am Beispiel einer kanadischen Stadt zeigt.
Bregmans Visionen sind inspirierend, seine Energie ist mitreißend; er zeigt: Utopien können schneller Realität werden, als wir denken.
.

Samstag, 25. Mai 2019

Karl Polanyi: Wiederentdeckung eines Jahrhundertdenkers

.
Karl Polanyi (1886–1964) gilt als einer der großen Denker der Sozialwissenschaft und Ökonomie. Das Leben und Wirken von Karl Polanyi fiel in eine Zeit und Umgebung, die mit ihren einschneidenden Ereignissen einen großen Einfluss auf seine wissenschaftliche Arbeit und sein Leben hatten.
.
Geboren in Wien, aufgewachsen in Budapest, kehrte er nach dem Ersten Weltkrieg in seine Geburtsstadt zurück.
1933 emigrierte er nach England und ging später in die USA. Dort verfasste er während des Zweiten Weltkriegs sein bekanntestes Werk „The Great Transformation. Politische und ökonomische Ursprünge von Gesellschaften und Wirtschaftssystemen“, das heute zu den Klassikern der Soziologie zählt.
.
Polanyi betätigte sich als Sozialwissenschaftler, Ökonom, Journalist, Historiker und Anthropologe.
Er prägte Kategorien wie jene von der „Einbettung der Wirtschaft in die Gesellschaft“ oder der „Doppelbewegung“, die längst Standard im sozialwissenschaftlichen Diskurs sind. .
Die Tatsache, dass seine Arbeiten auch fünfzig Jahre nach seinem Tod immer noch aktuell sind, resultiert auch aus der Bedeutung, die marktfundamentalistische Ideen erneut gewonnen haben.
.
Mit Beiträgen u.a .von Michael Brie, Sabine Lichtenberger, Peter Rosner, Elisabeth Springer, Claus Thomasberger u.v.a. sowie einem Interview mit Kari Polanyi Levitt, der Tocher Karl Polanyis, geführt von Michael Burawoy.
.
.
PS.:
Karl Polanyi und seine Frau Ilona Duczyńska (1897–1978) sind die Eltern der kanadischen Wirtschaftswissenschaftlerin Kari Polanyi-Levitt (* 1923).
.
.
PPS.:
A&W Blog;
Teilnehmen per E-Mail und ein Exemplar gewinnen! https://awblog.at/verlosung-karl-polanyi/.

Montag, 11. Dezember 2017

Zur Freiheit: Ein linksliberales Manifest



„Freiheit!“ hieß der Weckruf der demokratischen Revolutionen vor gut zweihundert Jahren.

Im Namen der Freiheit fanden die großen Kämpfe gegen koloniale Unterjochung, totalitäre Herrschaft, gegen die Ideologien der Ungleichheit und gegen den Völkermord statt. „Zur Freiheit“ strebte nicht nur das besitzende Bürgertum, sondern auch die abhängige Arbeiterschaft. Freiheit bleibt die Seele jeder humanen und demokratischen
Bewegung.

Sie ist heute tief verletzt und droht aus der politischen Sprache zu verschwinden. Verletzt ist das Selbstbild des an Leistung orientierten Bürgertums.

Oliver Schmolke zeigt die Gründe der Krise, die Abgründe des voreiligen Triumphs nach dem Jahr 1989, die falschen Freunde und die falschen Gegner der Freiheit.
Er möchte die klaffende Leerstelle inmitten unserer politischen Kultur markieren, in der heute links und liberal verfeindet sind. Er verfolgt das Ziel, den Neuanfang einer linksliberalen Idee für unsere Zeit zu entwerfen.

Oliver Schmolke ist Politikwissenschaftler und Leiter der Planungsgruppe der SPD-Bundestagsfraktion.

"Schmolke steigt ein mit einem Dylan-Zitat, aber eigentlich geht er in seinem historischen Teil zurück bis zur Aufklärung und der französischen Revolution, wo Freiheit und Gleichheit noch Geschwister waren im Kampf gegen die alte feudale Ordnung.

Im 19. Jahrhundert hat sich das Bürgertum jedoch von der Gleichheitsidee abgewendet und sich eher mit den Konservativen verbündet, um die eigene behagliche Position zu verteidigen.
Das ging lange gut, aber die gegenwärtig weltweite Dominanz der »Märkte« bzw. Kapitalverwertungsinteressen höhlt die bewährten Werte und Tugenden des Bürgertums dermaßen aus, dass das bürgerliche Selbstbild immer brüchiger wird.
»Das Bürgertum muss unduldsam werden, will es nicht die Zerstörung seiner Werte hinnehmen«, meint Schmolke und rät dem bürgerlichen Liberalismus zu einem neuen Bündnis mit den Linken, ehe er selbst zum Anachronismus wird.

Dieses Buch ist allen zu empfehlen, denen politische Kultur und soziale Gerechtigkeit in diesem Land noch etwas bedeuten."
Von B. Gutleben


Montag, 25. September 2017

Wie eine Nation sich ihr Denken einredet



Politisches Framing: Wie eine Nation sich ihr Denken einredet - und daraus Politik macht

Menschen sind rationale Wesen, sie können vernunftgesteuert handeln.
Doch mit dieser Vorstellung hinken wir den Erkenntnissen der Neuro- und Kognitionsforschung hinterher und verfehlen die Chance, einen wirklich transparenten demokratischen Diskurs zu führen.

Politisches Denken ist bewusst, rational und objektiv – diese althergebrachte Vorstellung geistert bis heute durch die Köpfe vieler Bürger.
Doch die Kognitionsforschung hat die ›klassische Vernunft‹ längst zu Grabe getragen. Nicht Fakten bedingen unsere Meinungen, sondern Frames (gedankliche Deutungsrahmen).

Sie ziehen im Gehirn die Strippen und entscheiden, ob Informationen als wichtig erkannt oder kognitiv unter den Teppich gekehrt werden.
Frames sind immer ideologisch selektiv, und sie werden über Sprache aktiviert und gefestigt – unsere öffentlichen Debatten wirken wie ein synaptischer Superkleber, der Ideen miteinander vernetzen kann, und zwar dauerhaft.

In der Kognitionsforschung ist man sich daher schon lange einig: Sprache ist Politik.
Höchste Zeit also, unsere Naivität gegenüber der Macht politischer Diskurse abzulegen. Dieses Buch legt dazu den Grundstein. In einfacher Sprache deckt es zunächst auf, wie Sprache sich auf unser Denken, unsere Wahrnehmung der Welt und unser Handeln auswirkt.

Es zeigt, wo die Wirkkraft mentaler Mechanismen wie Frames und Metaphern herrührt, und macht deutlich, wieso es für gesunde demokratische Diskurse unabdingbar ist, die Bewertungen von Gesellschaft und Politik durch vorherrschende Frames mit eigenen Wertvorstellungen abzugleichen – und für eine authentische Vermittlung der eigenen Weltsicht zu sorgen.

Diesen Grundlagen folgt eine Analyse der augenfälligsten Frames unserer deutschsprachigen Debatten über Steuern, Sozialstaat, Gesellschaft, Sozialleistungen, Arbeit, Abtreibung, Islam, Terrorismus, Zuwanderung, Flüchtlings-politik und Umwelt.

siehe weiter auch unter:
- Leseprobe

http://www.halem-verlag.de/wp-content/uploads/2016/01/9783869622088_lese.pdf
 
-
Linguistin Elisabeth Wehling über die Wirkungen von Begriffen wie Flüchtling, Volk, Establishment.
https://static1.squarespace.com/static/555908b8e4b02f3bca056c41/t/576645eed1758e42b255985d/1466320384964/Tiroler+Tageszeitung.pdf


- Sprache bestimmt unser Denken und Handeln

Leidet man unter der Steuerlast?
Oder trägt man sie zum Gemeinwohl bei?
Sprache prägt, ob bewusst oder unbewusst, unser Denken und Handeln - im Alltag wie in der Politik. Elisabeth Wehling erläutert, warum das so ist und welche Folgen es unter anderem für den politischen Diskurs hat.

http://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/politisches_framing_bpb.pdf

Samstag, 12. August 2017

Bildung in der Krise - Josef Broukal / Erwin Niederwieser



.

Josef Broukal / Erwin Niederwieser

.

Bildung in der Krise

Die Debatte ist geprägt von Kampfrhetorik um wenige Themen:
- Soll, darf Studieren etwas kosten?
- Hilft eine gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen zu mehr Bildung?
.
In der Praxis ist auch anderes relevant:
- Wie schafft man einen sinnvollen Unterricht von SchülerInnen mit unterschiedlichstem Sprachhintergrund?
- Was braucht es, damit Erwachsene gerne lebenslang lernen?
- Wie muss eine Ganztagsschule gestaltet sein, damit sie mehr bringt als dichtgedrängten Unterricht am Vormittag?
.
Die ExpertInnen, die in diesem Buch zu Wort kommen, haben eines gemeinsam: Sie sind auf ihrem jeweiligen Gebiet die Nummer Eins.
Es sind dies u. a.

  • Georg Winckler, Rektor der Universität Wien
  • Claudia Schmied, Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur
  • Katharina Cortolezis-Schlager, Wissenschaftssprecherin der ÖVP im Nationalrat
  • Christoph Chorherr, Stadtrat in Wien und Mitbegründer der Privatschule Walz
  • Ilse Schrittesser, Vorständin des Instituts für Bildungswissenschaften der Universität Wien
  • Hans Pechar, Leiter des Instituts für Wissenschaftskommunikation und Hochschulforschung an der Universität Klagenfurt,
  • Andrea Seel, Vizerektorin der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Graz
  • Georg Gombos, a.o. Prof., Abteilung für interkulturelle Bildung an der Universität Klagenfurt
  • Christian Dorninger, Leiter der Abteilung Schulentwicklung, Schulen für Berufstätige sowie IT-Angelegenheiten im bm:ukk
  • Gerhard Riemer, Bereichsleiter für Bildung, Innovation und Forschung der Industriellenvereinigung
  • Igor Mitschka, Schüler und Gründer von Coole Schule
.
.

Samstag, 5. August 2017

Lexikon der parlamentarischen Begriffe

„Diäten“, „Hammelsprung“, „Überhangmandat“ – immer wieder tauchen in den Medien Begriffe aus dem parlamentarischen Alltag auf.
Und nicht immer ist Platz oder Zeit für eine Erklärung.
.
Wer könnte auf Anhieb sagen, was hinter der
„Immunität“ eines Abgeordneten steckt.
Man mag es herleiten können - was aber ist dann seine „Indemnität“?
.
In der parlamentarischen Geschichte hat sich nicht nur das Handwerk weiterentwickelt, sondern auch die Sprache, die dieses Handwerk beschreibt.
.
Siehe weiter unter
https://www.btg-bestellservice.de/pdf/40351000.pdf
.
.

Mittwoch, 7. Juni 2017

Österreich - die zerrissene Republik

 

Österreich - die zerrissene Republik
Gebundene Ausgabe
von Hans-Peter Siebenhaar (Autor)

Dr. Hans-Peter Siebenhaar ist Politikwissen-schaftler, Journalist und Buchautor.
Er lebt seit 2013 als Korrespondent für Österreich und Südosteuropa des Handelsblatts in Wien. Seit 2015 ist er Präsident des Verbands der Auslandspresse in der österreichischen Hauptstadt.
.
Noch bis vor kurzem blickten viele neidvoll auf das ehrgeizige EU-Land, das durch die Erschließung der osteuropäischen Märkte über Nacht reich wurde. Politische und wirtschaftliche Stabilität der neutralen Alpenrepublik schienen so sicher wie das Amen im Wiener Stephansdom.
.
Doch das hat sich geändert. Die einst so geschätzte und in vielem bewunderte Alpenrepublik wird sich selbst und Europa zum Problem. Der ungehemmte Populismus hat die politisch-sachliche Atmosphäre vergiftet.
Nur wenige Stimmen fehlten am Ende 2016, dann hätte erstmals ein Rechtspopulist in Westeuropa das höchste Amt im Staate bekleidet.
.
Den beiden Volksparteien, die das Land im Alleingang abwechselnd regiert haben, droht der radikale Machtverlust. Der errungene Wohlstand durch die Osterweiterung ist gefährdet, Unternehmen und Banken hängen durch, die Arbeitslosigkeit steigt. Längst ist die fremden feindliche FPÖ zur stärksten politischen Kraft aufgestiegen. Kein Wunder, denn statt Überzeugungen und Prinzipien prägen Opportunismus und Ränkespiele das Land.
Österreich wird zum Testfall für Deutschland und Europa !
.
.
Siehe auch weiters:
.

Der Journalist Hans-Peter Siebenhaar hat ein bitteres Buch geschrieben, nicht nur wegen der Wiener Politik und wegen Sebastian Kurz. Ihm ist ein gut begründeter Rundumschlag gelungen.
Wer Hans-Peter Siebenhaar, den Korrespondenten des Handelsblatts in Österreich, kennt, der weiß, dass dieser ein ausnehmend freundlicher, ja sanfter Mensch ist. Er wird nie laut, ist zurückhaltend und gut erzogen. Und nun schreibt er dieses Buch?
Ein Buch voller harter, entschiedener Urteile, schockierend klar, traurig und ätzend.
.
http://www.msn.com/de-at/nachrichten/politik/%C3%B6sterreich-ein-land-in-schieflage/ar-BBC8KTf?li=AAaVEHq&ocid=spartanntp
.
.

Montag, 22. Mai 2017

Wir waehlen die Freiheit !



 

Nein - Wir waehlen die Freiheit
Taschenbuch
– 14. Oktober 2016
von Rainer Kahni (Autor), Monsieur Rainer (Autor).
.
Bestsellerautor Rainer Kahni lebt seit vielen Jahren in Nizza, dennoch fühlt sich der gebürtigte Schwabe der deutschen Heimat eng verbunden.
Mit "Wehrt Euch" oder mit "Nein- wir wählen die Freiheit", beweist er wiederholt, dass ihn die neoliberal geprägte Scheindemokratie in Europa nicht kalt lässt.
Er hält eine Volksdemokratie für unumgänglich und sagt klar, was seitens der Bürger dafür getan werden muss und deckt die Schwächen der aktuellen Parteiendemokratie schonungslos auf.
.
 

Wer nach den Ereignissen der letzten Wochen und Monate immer noch daran glaubt, dass Deutschland eine Demokratie ist, der muss entweder ein Opportunist oder ein Dummkopf sein.
Achtzig Millionen Menschen fragen sich täglich: „Was kann ich alleine dagegen tun?“
Die Antwort muss heißen: „Solidarität, Gemeinsinn, ziviler Ungehorsam und eine friedliche Revolution der Deutschen gegen die Diktatur des Systems.“
Bevor Deutschland von der herrschenden Oligarchie in den Abgrund geführt wird, muss noch einmal der Versuch unternommen werden, aufzurütteln, aufzuklären, aufzustehen und NEIN zu sagen!
Mein neues Buch NEIN - wir wählen die Freiheit ist ein Aufruf an alle Deutschen, sich dem System entgegen zu stemmen und den Mächtigen zuzurufen: Nein, wir haben Euch satt!
Rainer Kahni
.
.

Das neue, schwergewichtige "Büchlein" von Rainer Kahni fordert auf. Es ist ein lauter Ruf an unsere Gesellschaft sich zu verändern. Auf recht wenigen Seiten wird ganz prägnant auf die Probleme unserer "Demokratie" eingegangen.
Der progressive Text dürfte manchen sicherlich etwas zu radikal sein, aber es sind einfach Tatsachen, die Rainer Kahni benannt hat.

Von
Jürgen Scheffler

.

Dieses Buch in der Taschenbuchversion bei Amazon:
https://www.amazon.de/dp/1539451232/ref=sr_1_9?ie=UTF8&qid=1476695446&sr=8-9&keywords=rainer+kahni.
Ich habe dieses Buch als ebook-version nicht bei Amazon bestellt, da ich mit deren Kindle-Welt nicht einverstanden bin. Eine echte Alternative zeigt sich für 99 Cent! in:
https://www.beam-shop.de/sachbuch/politik/1533/nein-wir-waehlen-die-freiheit

.
.

Samstag, 13. Mai 2017

Illusion 4.0

.

Illusion 4.0
- Deutschlands naiver Traum von der smarten Fabrik
Gebundene Ausgabe von Andreas Syska (Autor), Philippe Lièvre (Autor)

Industrie 4.0 – die Idee der webbasiert vernetzten Fabrik – ist mehr als fünf Jahre alt. Dies ist der Anlass für die Treiber von Industrie 4.0, sich einmal mehr gegenseitig auf die Schultern zu klopfen.
Völlig zu Unrecht, denn die Industrie muss auf verlorene Jahre zurückblicken. Dabei ist nicht die technische Umsetzung der Vernetzung das Problem, sondern der Mangel an Mut und Phantasie unserer Industrie.
.

Einst gestartet als Initiative für den produzierenden Mittelstand wird Industrie 4.0 derzeit vornehmlich von Fabrikausrüstern und der Forschung getrieben. Kein Wunder, denn sie profitieren hiervon als erste. Sie beglückwünschen sich gegenseitig für technische Lösungen, die aber oftmals gar nicht so innovativ sind, wie behauptet.
Unhaltbare Heilsversprechen, zahlreiche Trittbrettfahrer und eine enorme mediale Aufmerksamkeit – Industrie 4.0 erfüllt alle Kriterien für einen Hype. Zudem basiert Industrie 4.0 auf dem Denkfehler, dass ein nicht lineares und soziales System wie eine Fabrik mit Algorithmen steuerbar ist. Das hat noch nie funktioniert und dies wird auch dieses Mal so sein.
.

An eben dieser Stelle möchten die Autoren mit vorliegendem Buch ansetzen, eine Orientierungshilfe bieten, aus einer konstruktiv-kritischen Warte heraus Illusionen vorbeugen und damit vor überzogenen Erwartungshaltungen sowie Fehleinschätzungen bewahren.
Dass dies nur der erste Schritt sein kann, sollte klar sein. Doch es ist der notwendige, und wie so häufig schmerzhafte erste Schritt der Erkenntnis.
Erst wenn die hierfür Verantwortlichen den gegenwärtig zu kurz greifenden Ansatz von Industrie 4.0 durchdrungen haben, kann diesem zu einem Vorzeichenwechsel verholfen werden.
.

Es bedarf neuer Geschäftsmodelle und der Bereitschaft, das Bestehende unsentimental zu zerstören, statt es linear fortzuschreiben. Industrie 4.0 hat nur dann eine Chance auf Erfolg, wenn sie sich die Frage stellt, wie wir alle wirtschaften, arbeiten und leben wollen und aus den Antworten die richtigen Schlüsse zieht.
.
.

Prof. Dr. Andreas Syska
Die Faszination für Produktion begleitet Prof. Dr. Andreas Syska sein gesamtes Berufsleben. Nach seinem Maschinen-baustudium mit der Vertieferrichtung Fertigungstechnik an der RWTH Aachen war er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Aachener Forschungsinstitut für Rationalisierung tätig.
Dort hat er sich mit Fragen des EDV-Einsatzes in der Produktion beschäftigt und dabei auch eine Reihe von Industrieprojekten durchgeführt. Nach seiner Promotion zum Dr.-Ing. ist Herr Prof. Syska in die Industrie gewechselt – und zwar zur Robert Bosch GmbH nach Stuttgart.
Dort war er zunächst Assistent in der Werkleitung des Stammwerks in Feuerbach und wurde kurze Zeit später Produktionsleiter bei einer Tochtergesellschaft des Konzerns. Nach einem kurzen Engagement für das Beratungshaus Arthur D. Little ist er wieder zurück in seine alte Heimat – das Rheinland – und hat sich dort als Berater für Fabrikorganisation selbständig gemacht.

Kurze Zeit später hat er einen Ruf an die Hochschule Niederrhein nach Mönchengladbach erhalten. Dort vertritt Prof. Syska seitdem das Lehr- und Forschungsgebiet Produktionsmanagement und versucht, seinen Studenten sowie seinen Kooperationspartnern in der Industrie ein größtmögliches Stück dieser Faszination weiterzugeben.
.

Seit über 20 Jahren betreut er produzierende Unternehmen bei Fragestellungen rund um die Produktion. Dabei ist sein Schwerpunkt Lean Production – die schlanke Fabrik. In mehr als 300 Seminaren, Vorträgen und Key Notes hat er bis heute mehr als 5.000 Menschen an seinen Gedanken unmittelbar teilhaben lassen.
In seiner Forschungsarbeit beschäftigt sich Prof. Syska u.a. mit der Frage, wie die Fabrik der Zukunft aussehen wird. Dabei ist es unvermeidlich, auf das Thema Industrie 4.0 zu stoßen. Er hat sich hierzu Gedanken gemacht, die so gar nicht zu dem passen wollen, was der Mainstream zu Industrie 4.0 von sich gibt.
.
.

Philippe Lièvre
Innovative Technologien und Herausforderungen im Wechselspiel mit ihrer Umwelt begeistern Philippe Lièvre seit jeher. Als Mechatroniker und Fahrzeugtechnikermeister war er als solcher in der Funktion des Werkstattleiters in der BMW-Händlerorganisation mehrere Jahre tätig.
.

Im Anschluss studierte er Betriebswirtschaftslehre, mit den Schwerpunkten des internationalen Managements sowie Einkauf und Logistik. Dieses Wissen vertieft Herr Lièvre aktuell im Masterstudiengang Business Management an der Hochschule Niederrhein, Mönchengladbach.
Seine wissenschaftliche Mitarbeit widmet er dort am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften dem Forschungs-gebiet der Vierten Industriellen Revolution, unter der Leitung von Professor Syska.
.

Nebenberuflich engagiert sich Herr Lièvre seit 14 Jahren als Projektmitarbeiter Instandhaltung bei der Piepenbrock Service GmbH & Co. KG, einem der bundesweit führenden Unternehmen in diesem Segment. Dieser lange Zeitraum ermöglichte Herrn Lièvre Einblicke in Fertigungsstätten nahezu aller in Deutschland vertretenden Branchenzweige, wie bspw. der Stahl-, Chemie- und Lebensmittelindustrie oder dem Maschinenbau.
.

Ein fundiertes technologisches Verständnis in Kombination mit einer betriebswirtschaftlichen Sichtweise und der notwendigen Praxisnähe motivieren Herrn Lièvre, Industrie 4.0 ganzheitlich zu betrachten.
.



.
.